Zweckentfremdung

01.02.2010
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Ein verbreitetes Hilfsmittel, welches angeblich zur Verstärkung und Verlängerung der Erektion dienen soll, ist der Penisring, auch Cock Ring genannt. Dieser wird um Penis, Glans oder auch Skrotum gelegt. Es gibt Modelle aus Leder, Gummi, weichem Kunstoff oder auch Metall in verschiedenen Größen. Es empfielt sich, den Durchmesser des eregierten Penis zu messen und dann den Durchmesser des Penisringes etwa 5 mm kleiner zu wählen. Speziell bei soliden Metallringen besteht jedoch die Gefahr, dass sich der Ring, insbesondere wenn er zu eng ist, nicht mehr selbständig entfernen lässt und es dann zum Priapismus kommt.

Dies ist trotzdem gewissermaßen die professionelle Lösung. 

Nun sind urologische Patienten ja erfinderisch, so dass schon einmal Alltagsgegenstände in auto- oder fremderotischer Absicht zweckentfremdet werden. Es ist manchmal erstaunlich, wo man(n) sein vorgeblich bestes Stück überall hinein- oder durchstecken kann! Die Liste umfasst unter anderem Stahl- oder Gummimuffen, Dichtungsringe, Bratpfannenstiele, Getränkeflaschen und Eheringe mit zum Teil desaströsen Folgen. Da der Urologe aus Scham oft erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung aufgesucht wird, reichen die Komplikationen solcher Abenteuer bis zur Founier'schen Gangrän. Auch kann ein Priapimus, der zu spät behandelter Priapismus zu irreversiblen Schäden am Schwellkörper führen.

 Die benötigten Hilfsmittel zur Entfernung der Fremdkörper sind nicht immer im Repertoir einer urologischen oder chirurgischen Ambulanz zu finden. Manchmal bedarf es nämlich medizinisch ausgefallener Werkzeuge wie Rohrzangen, Blechscheren, Seitenschneider, Metallsägen oder Vorschlaghämmer. Der Einsatz der Feuerwehr lässt sich daher nicht immer vermeiden.

Von Nachahmung wird jedenfalls dringend abgeraten.

 

Titelbild: © Sandra Probstfeld / PIXELIO

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.12.2013.

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Medizin, Urologie
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