Nierenbeckenentzündung - Symptome, Ursachen und Behandlung

23.03.2017
Teilen

Eine Nierenbeckenentzündung oder Pyelonephritis gehört im medizinischen Sinn zu den Infektionen, die die Harnwege betreffen und ist eine der häufigsten Krankheiten der Niere. Die Harnwegentzündungen werden in Erkrankungen der unteren Harnwege, wie zum Beispiel die Blasenentzündung und der oberen Harnwege, wie die Nierenbeckenentzündung unterteilt. Frauen sind von dieser Krankheit deutlich öfter betroffen, da die weibliche Harnröhre kürzer ist als die männliche Harnröhre. Kommt es zu einer Nierenbeckenentzündung, dann wandern die Erreger zunächst in die Harnröhre, dann in die Blase und schließlich über den Harnleiter bis zum Nierenbecken hinauf.

Welche Symptome hat eine Nierenbeckenentzündung?

Kommt es zu einer Nierenbeckenentzündung, dann werden die Betroffenen von der Krankheit plötzlich überfallen. Die ersten Symptome wie Schüttelfrost, sehr hohes Fieber und Schmerzen in den Flanken treten unvermittelt auf und sind sehr heftig. Die Patienten fühlen sich von einer Minute zur anderen sehr krank und abgeschlagen, bevor dann das Fieber sehr schnell auf bis zu 40° Grad ansteigt und sich Schmerzen seitlich der Bauchregion bemerkbar machen, die bis ins Becken ausstrahlen.

Vielfach klagen die Betroffenen über eine heftige Übelkeit und müssen sich erbrechen, zudem kommt es zu einer für die Krankheit typischen Abwehrspannung im Übergangsbereich zwischen den Rippen und der Wirbelsäule. Diese Symptome werden in den meisten Fällen von Bakterien ausgelöst, die über die unteren Harnwege ins Nierenbecken gewandert sind und sich dort ansiedeln. Die Patienten verspüren zudem sehr starken Harndrang, aber es wird immer nur eine sehr geringe Menge Urin abgegeben.

Welche Ursachen gibt es?

Es gibt viele unterschiedlichen Ursachen für eine akute Nierenbeckenentzündung, aber in der Regel handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Oftmals sind es Darmbakterien, wie beispielsweise Escherichia coli, die die Entzündung auslösen, aber auch sexuelle Aktivitäten sind nicht selten dafür verantwortlich, wenn es zu einer Nierenbeckenentzündung kommt. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und eine vergrößerte Prostata können ebenfalls die Ursachen für die Entzündung des Nierenbeckens sein, eher selten ist eine angeborene Fehlbildung der Niere.

Harnsteine können zur Entzündung führen und auch schwangere Frauen sind von der Krankheit betroffen. Aber ganz gleich, welche Ursache die Nierenbeckenentzündung auch hat, wenn sie nicht behandelt wird oder nicht vollständig ausheilen kann, dann steigt das Risiko einer chronischen Entzündung, die schließlich zu einer Niereninsuffizienz und damit zum Versagen der Niere führt.

Wie wird die Entzündung behandelt?

Da eine Nierenbeckenentzündung meist von Bakterien ausgelöst wird, werden als Sofortmaßnahme Antibiotika verabreicht. Meist reicht eine Behandlung von sieben bis maximal zehn Tagen, um die Entzündung auszukurieren. Welches Antibiotikum infrage kommt, das richtet sich immer nach dem Erreger, der für die Entzündung verantwortlich ist. Sehr wirksam ist ein Breitbandantibiotikum und kommt es zu einem schweren Verlauf, dann muss das Mittel intravenös verabreicht werden. Das geschieht in der Regel in einem Krankenhaus, denn vielfach brauchen die Patienten auch fiebersenkende Medikamente.

Handelt es sich um eine chronische Form der Entzündung, dann muss zunächst einmal das Ergebnis des Antibiogramms abgewartet werden, denn nur dann steht definitiv fest, um welchen Erreger es sich handelt und welches das richtige Antibiotikum zur Behandlung ist. Bei einer chronischen Form kann die antibiotische Therapie mitunter einige Wochen dauern und auch nach der Therapie sind erneute Krankheitsschübe keine Seltenheit. Wirkt die Therapie nicht wie gewünscht, dann muss der Patient in einem Krankenhaus stationär behandelt werden und die Verabreichung der Medikamente erfolgt in Form von Infusionen.

Für die Patienten ist es sehr wichtig, dass sie sich während der Behandlung schonen, die Bettruhe einhalten und so viel wie möglich trinken. Zwei Liter am Tag sollten es schon sein, denn die hohe Flüssigkeitsmenge spült die Harnwege durch und reinigt sie von Krankheitserregern. Ebenso wichtig ist es, regelmäßig Wasser zu lassen, um die Erreger aus dem Körper zu spülen, denn wenn der Urin zurückgehalten wird, dann wandern die Bakterien weiter.

Bildquelle: Staras / istockphoto.com

Artikel letztmalig aktualisiert am 23.03.2017.

4 Wertungen (5 ø)
278 Aufrufe
Medizin, Innere Medizin
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Immer wenn im Körper etwas kaputtgeht und erneuert werden muss, dann sind die Stammzellen gefragt. Stammzellen sind mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: