Gesundheitsrisiko Schimmel: So schützen Sie sich vor Schimmel in der Wohnung

16.03.2017
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Schimmel kann zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen. Breiten sich die Sporen in den Wohnräumen aus, dann sind Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und Schlafstörungen eine häufige Folge. Betroffene klagen zudem häufig über ein allgemeines Unwohlsein und Mattigkeit. In manchen Fällen kann der Schimmel leicht beseitigt werden, aber meist liegt die Ursache im baulichen Zustand der Haus-Fassade.

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Wo und wie entsteht Schimmel?
Schimmel nistet sich so wie andere Pilze gerne da ein, wo es feucht ist. Im Haushalt findet er sich daher an vielen Stellen, aber meist in der Küche und im Badezimmer an Fenstern, Fugen und Armaturen. Ideale Bedingungen für das Wachstum sind eine Temperatur von ca. 20 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent.
Da wo viel Wasser fließt, kann man Schimmel also erwarten. In der Küche und im Badezimmer ist der Schimmelbefall jedoch weniger kritisch, weil sich die Oberflächen leicht reinigen lassen. Schwieriger wird es, wenn sich der Schimmel an Wänden und in der Tapete einnistet. Hat man beispielsweise mit Schimmel im Wohnzimmer zu kämpfen, dann wird man ihn dort auch nur sehr schwer wieder los.
In normalen Wohnräumen entsteht Schimmel fast immer durch eine Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, schlechtem Lüftungsverhalten der Bewohner und kalten Wänden. Unter diesen Bedingungen kondensiert die wärmere Raumluft an den kalten Wänden und sorgt für feuchte Stellen, die wiederum als Nährboden für den Schimmel dienen.


Gesundheitsrisiken durch Schimmel
In der eigenen Wohnung ist Schimmel mit seinen Sporen besonders für unsere Atemwege gefährlich. Bei dauerhafter Belastung treten häufig Asthma, Allergien, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein auf. Toxische Effekte, also Vergiftungen können durch Schimmel in der Wohnung allerdings nicht auftreten.
Allgemein gilt, dass die Gesundheitsrisiken an die Größe der befallenen Fläche und an das Immunsystem der Bewohner gekoppelt sind. Gesunde Personen haben von einem kleinen Schimmel-Fleck nichts zu befürchten. Alte und kranke Menschen können jedoch im Extremfall sogar an Infektionen sterben, die durch große Schimmel-Flächen ausgelöst wurden.

Was kann man gegen Schimmel tun?
Bei einem andauernden Schimmelbefall sollte zwischen der Beseitigung von Symptomen und Ursachen unterschieden werden. Wer durch den Schimmel wirklich gesundheitlich angeschlagen ist, sollte sich nicht mit oberflächlichen Lösungen zufriedengeben. Hier müssen die Ursachen bekämpft werden.

Symptome beseitigen
Oberflächlicher Schimmel lässt sich entweder direkt abwischen oder mit speziellen Reinigern entfernen. Auch Essig, Brennspiritus und Wasserstoffperoxid haben sich als hervorragende Hausmittel gegen Schimmel erwiesen.
Je nach Stärke des Befalls sollten bei der Beseitigung Mundschutz, Handschuhe und eine Schutzbrille getragen werden. Alle verwendeten Lappen und Schwämme sind nach der Benutzung zu entsorgen! Die Ursachen des Schimmels hat man damit allerdings noch nicht bekämpft. Es sollte also damit gerechnet werden, dass der Schimmel nach kurzer Zeit wieder zurückkommt.

• Ursachen bekämpfen
Um die Ursachen von Schimmel zu bekämpfen, hilft in erster Linie Lüften, Lüften und nochmals Lüften. 5 Minuten Stoßlüften mit voll geöffnetem Fenster können bereits Wunder wirken und die Luftfeuchtigkeit im Raum erheblich senken. Tritt der Schimmel besonders im Winter auf, dann sollte darauf geachtet werden, dass die betroffenen Räume nicht zu sehr auskühlen, da auch hierdurch der Schimmelwuchs begünstigt wird.
Außerdem: Trocknende Wäsche, Aquarien und viele Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit ungemein stark. In manchen Fällen sind wiederrum nur große Möbelstücke, die zu dicht an der Wand stehen, Schuld am Schimmel. Hier genügt schon ein größerer Abstand, um die Ursache des Schimmels zu beseitigen. Langzeit-Betroffene werden viele der genannten Tipps schon ausprobiert haben. Kommt der Schimmel trotzdem immer wieder, dann ist fast immer eine schlecht gedämmte Fassade der Auslöser. Wer den Schimmel dauerhaft loswerden will, der kommt um eine Fassadendämmung nicht herum!


Fassadendämmung als Lösung
Können andere Bauschäden (undichte Leitungen etc.) ausgeschlossen werden, dann ist eine Fassadendämmung der beste Weg, um den Schimmel langfristig loszuwerden. In der Regel kommt dabei ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) zum Einsatz, das auf die Fassade geklebt oder gedübelt wird. Bei der Wahl der Dämmstoffe besteht viel Freiheit. Als guter Standard gilt Mineralwolle, die gut dämmt und nicht brennbar ist. Als Abschluss wird die Fassade neu verputzt.
Eigenheimbesitzer sollten bei solch einer Maßnahme mit Kosten zwischen 90 und 150 Euro pro Quadratmeter rechnen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) steuert zudem einen Zuschuss über 10 Prozent der Gesamtkosten bei.
Als Mieter sollte man sich mit anderen Bewohnern und dem Vermieter zusammensetzen, um Lösungen zu besprechen. Über die Modernisierungsumlage kann der Vermieter das Haus sanieren und einen Teil der Kosten auf die Kaltmiete umlegen, um die Fassadendämmung zu finanzieren. Wer als Mieter nicht diesen Weg gehen möchte, für den bleibt nur der Umzug in eine andere Wohnung, um dem Schimmel zu entfliehen.

Wird Schimmel nicht durch eine Dämmung begünstigt?
Entgegen vieler Behauptungen schützt eine Dämmung vor Schimmel und verursacht ihn nicht. Nummer Eins Schimmel-Auslöser sind feuchte Wände und feucht werden diese meist nur, weil sie zu kalt sind. Die Fassadendämmung beugt ausgekühlten Wänden vor und senkt damit auch das Schimmel-Risiko.
Allerdings greift man mit so einer Maßnahme in die Bauphysik eines bestehenden Gebäudes ein. Sind hier Laien am Werk, dann kann das Schimmel-Risiko tatsächlich steigen. So etwas fällt allerdings eher in die Kategorie Bauschäden oder Pfusch am Bau und hat nichts mit den Eigenschaften einer Fassadendämmung zu tun.

Fassadenverkleidung ermöglicht mehr Gestaltungsfreiheit
Wer die eigene Putzfassade ohnehin nicht mehr sehen kann und gleichzeitig Schimmel loswerden möchte, der kann bei der Fassadendämmung auch auf eine hinterlüftete Vorhangfassade mit Dämmung zurückgreifen. Bei dieser Variante wird die Dämmung normal angebracht, aber anschließend nicht verputzt, sondern mit einer Traglattung versehen. Auf dieses Grundgerüst kann dann jede beliebige Fassadenverkleidung angebracht werden. Egal ob Stein, Kunststoff, Holz oder Kunststoff, der wie Holz aussieht - Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt!


Fazit zur Schimmelbekämpfung in den eigenen vier Wänden
Es gibt viele schnelle und günstige Lösungen, um Schimmel zumindest für kurze Zeit loszuwerden. Wer allerdings dauerhaft Ruhe haben und die eigene Gesundheit nicht aufs Spiel setzen möchte, der muss meist drastischere Wege gehen. Die zwei wirklich langfristigen Lösungen sind leider eine umfassende Sanierung oder der Umzug in eine andere Immobilie.

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.03.2017.

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Medizin, Allgemeinmedizin
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