Der Frust mit der Wurst

24.06.2009

Ein großer Lebensmittelkonzern wirbt damit, dass einer seiner Joghurts "regulierend" auf die Verdauung wirkt, indem die darin enthaltenen Bakterien in großer Zahl die Magensäure überleben, um dann im Darm ihre Wirkung zu entfalten.

 Was will uns diese Werbung sagen?

 Etwa dass dieser Joghurt schwach darmpathogene Keime enthält, die eine milde Form von Diarrhoe verursachen?

 Jedenfalls scheint eine ungeregelte Verdauung, also chronische Obstipation ein weit verbreitetes Problem zu sein, welches, wenn man den Werbestrategen glauben schenken darf, immer jüngere Menschen befällt. Denn die Personen (erstaunlicherweise überwiegend Frauen!?!), die in den diversen Spots und Inseraten auftauchen, scheinen mir immer jünger zu werden. Traf man in der Laxantien-Werbung früher vorwiegend auf Senioren -- frei nach dem Motto: Stuhlgang ist der Sex des Alters --, sind es heute vorwiegend Leute mittleren Jahrganges, die sich belastet fühlen.

Zwar mögen unsere Lebensumstände und Ernährungsweisen einen negativen Einfluss auf die Darmmotilität haben, aber meine Erfahrung mit Patienten zeigt, dass die wenigsten wissen, was unter einer regelmäßigen Verdauung zu verstehen ist: Das Spektrum reicht von dreimal täglich bis dreimal pro Woche.

Statt aber vielleicht mehr auf seine Ernährung zu achten, wird die scheinbar unproblematische Einnahme diverser Hilfsmittel propagiert und so einem Laxantien-Abusus Tür und Tor geöffnet.

Hauptsache man ist unbeschwert und hat keinen Blähbauch.

Guten Appetit!

 

Titelbild: © Katharina Wieland-Müller / PIXELIO

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.12.2013.

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