Verordnete Mehrkosten

03.02.2009
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Da wird von allen Seiten Druck auf das Gesundheitswesen ausgeübt, um Kosten einzusparen, und auf der anderen Seite werden bürokratische Hürden angeordnet, welche eindeutig Mehrkosten verursachen:

 Bis vor einiger Zeit konnte gesetzlich krankenversicherten Patienten, die sich insbesondere während der Bereitschaftsdienstzeiten als akuter Notfall ambulant in unserem Krankenhaus vorstellten, ein Kassenrezept für benötigte Medikamente (Antibiotika, Analgetika etc.) ausgestellt werden, so dass die Patienten sich diese gleich in der nächsten Apotheke besorgen konnten. Eigentlich ganz einfach und einleuchtend. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall, denn es dürfen in der Regel keine Rezepte mehr verteilt werden. Statt dessen sollen den Patienten entweder die für die zu überbrückende Zeit nötigen Arzneimittel aus dem Bestand des Krankenhauses mitgegeben werden oder die Patienten müssen sich das erforderliche Rezept beim Haus-bzw. Facharzt oder KV-Notdienst erst noch besorgen.

 Erstere Variante ist mit forensichen Fallstricken versehen, denn einerseits kann aus finanziellen Gründen sich kein Krankenhaus leisten, jedem Notfallpatienten jeweils eine ganze Orginalpackung auszuhändigen, und andererseits ist ein Patient, dem man einen Tablettenblister mit einer mehr oder weniger genauen Anweisung in die Hand drückt, im Zweifelsfall über die Art der Einnahme und die möglichen Nebenwirkungen nicht ausreichend aufgeklärt, da er keinen Beipackzettel zur Verfügung hat. Das Risko trägt der behandelnde Arzt. Die zweite Variante verursacht jedoch aus meiner Sicht überflüssige Mehrkosten für den zweiten Arztbesuch. Hochgerechnet auf die Zahl der pro Jahr in Deutschen Kliniken ambulant behandelten Notfälle dürfte da ein beachtlicher Betrag zusammenkommen. Die Kosten für die verordneten Medikamente sind hingegen so oder so dieselben, egal wer das Rezept ausstellt.

Sinn macht diese Regelung jedefalls nicht.

 

Titelbild: © Esther Stosch / PIXELIO

Artikel letztmalig aktualisiert am 05.12.2013.

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