Selbst GKV-Kassen zweifeln an Wirksamkeit von Cannabis-Blüten!

06.03.2017
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Wie arbeitet eine Deutsche Cannabis-Agentur (DCA)? Sitzen alle MitarbeiterInnen frei nach dem Motto ‚morgens ein Joint, und der Tag ist dein Freund‘ zusammen? Vor sich kleine Tütchen mit dem 'Stoff' unterschiedlicher Provenienzen aus Anlieferungen der letzten Woche, um eine 'Tüte' zu inhalieren? Wie sonst könnte man Qualität, Konzentration und Wirksamkeit von Cannabis-Blüten wirklich beurteilen?

Sucht-Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer?

Aber wenn schon der Chef der "Sucht-Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer", der Facharzt für Chirurgie, Kollege Dr. med. Josef Mischo, sagt: "Ich erwarte, dass wir deutlich bessere Daten darüber bekommen, wofür Cannabis tatsächlich sinnvoll ist und für welche Krankheiten dies weniger der Fall ist", 

http://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/mischo-begruesst-cannabis-auf-rezept/ 

bestätigt sich meine Vermutung, dass es insbesondere bei Cannabis-Blüten-Verordnungen bzw. Anwendungen nur um einen naiv-empiristischen, heuristisch-alternativen Heilversuch gehen kann, wenn alle anderen therapeutischen Möglichkeiten versagt haben.

Antiprofessionell und demotivierend 

Wäre das aber nicht eine Bankrotterklärung für jegliche Art von Evidenz-basierter Medizin (EbM)? Ein Tiefschlag für die, welche mit hoher Professionalität und Engagement tagtäglich ihre Patientinnen und Patienten versorgen. Wir vertragsärztlichen Haus- und Familien- bzw. Fachärzte sind zu Leitlinien-gerechter, rationaler und Indikations-gebundener Diagnostik bzw. Therapie nach dem Wirtschaftlichkeits-Gebot im SGB V (§12 des 5. Sozialgesetzbuches) verpflichtet. Bei Wunsch-, Verdachts- und Fehlverordnungen riskieren wir Regress-Forderungen. Und üblicherweise verordnen wir keine Blüten, Essenzen, Abkochungen, Kräuterauszüge, Gewürzmischungen und schon gar keine Rauch- oder Räucherware, sondern standardisierte, pharmakologisch definierte Medikamente mit geprüftem und gesichertem Wirkstoffgehalt.

Warum gibt es neben einer DCA noch keine Extra-Agenturen

für

Das würde nämlich die regierungsamtliche Beschäftigung mit der Pflanzendroge Cannabis als Blüten ad absurdum führen: Deren Anwendung soll sogar zusätzlich von Sozialversicherungsfachangestellten der Krankenkassen gegenüber den ärztlichen Betäubungsmittelverordnungen geprüft und dann erst genehmigt werden.

Politik, Öffentlichkeit, Medien, Kassen-Bürokratie und Ärzte-Funktionäre?

Was machen eigentlich Politik, Öffentlichkeit, Medien, Krankenkassen-Bürokratie und unsere eigenen ärztlichen Spitzenfunktionäre? Entfachen unreflektiert einen Cannabis-Blüten-Hype, welcher selbst die sonst extrem träge Gesetzgebungs-Maschinerie des Deutschen Bundestags beflügelt. Bevor ansatzweise eine empirisch-experimentelle, wissenschaftliche Erforschung und Evaluation der Therapie und Palliation mit Cannabis-Präparaten etabliert wurde, gibt man zu völlig obskuren Bedingungen eine völlig undurchsichtige Cannabis-Blüten-Therapie frei, weil man die eigene, grandios gescheiterte Drogenpolitik und den irregeleitete Umgang mit Abhängigkeitskrankheiten damit nur allzu leicht kaschieren kann.

Cannabis-Blüten wirklich alternativlos?

Ob Cannabis-(Blüten) tatsächlich alternativlos bei Multipler Sklerose, Spinalstenose, chronischen Schmerzen, Appetitlosigkeit und Schwäche wegen AIDS, Krebs oder Alzheimer, bei Kachexie und präfinale Zuständen helfen können, ist bisher ohne Evidenz durch randomisierte, kontrollierte Doppelblind-Studie im RCT-Design geblieben. Das Gesetz erwähnt Schwerkranke, nennt aber keine genauen Krankheitsbilder. Daten zur Evidenz, wie sie von Aspirin über Johannis-Kraut, Neue Antikoagulanzien (NOAK) bis Zyprexa gleichermaßen gefordert und erbracht werden, fehlen.

Cannabis-Agentur und Bundesopiumstelle 

Was die neue Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für Rechte und Pflichten bekommen soll, um den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland staatlich zu kontrollieren, bleibt schleierhaft. Auch was die Bundesopiumstelle in ihrer Begleiterhebung an weiteren Erkenntnissen über die Wirkung von Cannabis als Medizin gewinnen kann, verliert sich in einem blumigen Blütennebel: Etwa einen haptischen, olfaktorischen bzw. pharmakotherapeutischen Eindruck zu bekommen, um zu einer subjektiven Einschätzung der Wirksamkeit aktueller Cannabis-Blüten-Einlieferungen zu gelangen? Niemand behaupte, ich hätte mich mit der Problematik nicht aktiv in meiner Praxis und publizistisch auseinandergesetzt. U. a. mein Hinweis auf die korrekte Verordnung von medizinisch nutzbarem, standardisiertem Cannabis: http://news.doccheck.com/de/blog/post/2115-cannabis-mit-medizinischem-biss/

Freigabe von Cannabis-Blüten auf ärztlichem GKV-BTM-Kassenrezept am 10.3.2017!

Im Detail: "Mit einem kleinen Dosierlöffel könne der Patient die pulverisierten Blüten genau abmessen"?? Wer soll das denn kontrollieren? Etwa die Hausarztpraxen durch möglichst honorarfreies, "niedrigschwelliges Aufsuchen" und persönliche ärztliche Inaugenscheinnahme? Was ist denn der Unterschied zwischen: "Cannabis könne mittels elektrischer Verdampfer inhaliert oder nach einer wässrigen Abkochung als 'Tee' getrunken werden" und: "Das Rauchen als 'Joint' oder das Einbacken von Cannabis in Kekse seien für medizinische Zwecke völlig ungeeignet"? Das ist doch eine völlig weltfremd-abstruse Fehleinschätzung! Vgl. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73558/Medizinisches-Cannabis-kann-ab-heute-verordnet-werden

Pharmazeutisches Mittelalter? 

Die aktuelle Freigabe von Cannabis-Blüten auf ärztlichem GKV-BTM-Kassenrezept mit Genehmigungsvorbehalt bzw. Genehmigungsverfahren durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist nicht nur eine politische gewollte Bloßstellung medizinischer Kompetenz und Professionalität, sondern auch ein Rückschritt ins pharmazeutische Mittelalter: Damals waren Pflanzen-Auszüge aus Wurzeln, Blättern, Trieben, Blüten, Essenzen, Abkochungen, Kräuterauszüge, Gewürzmischungen mit stark schwankenden oder unkontrollierbaren Wirkungen in der Wunderheiler-Szene en vogue. Mit rationaler Pharmakotherapie und aufgeklärter, moderner Pharmazie hat gesundheitspolitisch dilettantisch freigegebener Cannabis-Blüten-Konsum auf Rezept absolut nichts mehr gemeinsam. 

Cannabis-Blüten Freigabe, Zeitgeist und Strafbarkeit? 

Wenn dieser "Stoff" angeblich so unglaublich positive Effekte bei Kranken haben soll, könnten ihn doch auch Gesunde ohne Restriktionen genießen! Dann entfielen Cannabis-Drogen-Kriminalität und unterschiedliche Pönalisierung von Konsum, Besitz und Handel. Es verstößt auch gegen den juristischen Gleichbehandlungs-Grundsatz, dass mit einer DCA eine staatlich geführte Cannabis-Handelsplattform geschaffen wird, während bereits dem Kleindealer Handschellen angelegt werden. Extrem Zeitgeist-verdächtig und medizinisch fragwürdig: Es gibt mittlerweile ein Füllhorn von Diagnosen, Krankheits- und Befindlichkeitsstörungen, bei denen u. a. Cannabis-Blüten geradezu inflationär als Allheilmittel angepriesen werden. Etablierte Indikationen für Cannabis-basierte Medikamente seien "chronische Schmer­zen, Spastik bei multipler Sklerose, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen (?)".

Blühendes, breites thera­peutisches Spektrum? 

"Darüber hinaus wird allgemein angenommen, dass Cannabis ein sehr breites thera­peutisches Spektrum hat, wie Kirsten Müller-Vahl und Franjo Grotenhermen im Deutschen Ärzteblatt Dtsch Arztebl 2017; 114(8): A-352 / B-306 / C-300  berichten". Ich zitiere die beiden letztgenannten Autoren wie folgt: "Bereits aus der Tatsache, dass der Gesetzgeber darauf verzichtet hat, im Gesetz einzelne Indikationen aufzuführen, wird deutlich, dass bis heute unbekannt ist, bei welchen Erkrankungen oder Symptomen Cannabis indiziert ist. Aktuell besteht bei Cannabis(-Blüten) für keine einzige Indikation eine Zulassung. In den Jahren 2007 bis 2016 erhielten allerdings Patienten mit mehr als 50 verschiedenen Erkrankungen / Symptomen eine Ausnahmeerlaubnis vom BfArM für eine ärztlich begleitete Selbsttherapie mit Medizinal-Cannabis. Es wird daher allgemein angenommen, dass Cannabis ein sehr breites therapeutisches Spektrum hat."

Weitere positive Wirkungen? 

"Als etablierte Indikationen für Cannabis-basierte Medikamente gelten chronische – insbesondere neuropathische – Schmerzen, Spastik bei MS, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen (?). Hinweise für positive Wirkungen reichen von neurologischen (Spastik und Schmerzen unterschiedlicher Ursachen, hyperkinetische Bewegungsstörungen), über dermatologische (Neurodermitis, Psoriasis, Akne inversa, Hyperhidrosis), ophthalmologische (Glaukom) und internistische (Arthritis, Colitis ulzerosa, Morbus Crohn) bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen/Symptomen (Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung [ADHS], Schlafstörungen)." http://m.aerzteblatt.de/print/186476.htm

Extreme Wirkstoff-Schwankungen 

Wenn dann auch noch zugegeben werden muss: "Die Verschreibungshöchstmenge für Cannabis beträgt 100 000 mg (100 g) in 30 Tagen. Zwecks einfacherer Handhabbarkeit wurde die Höchstmenge unabhängig vom Gehalt einzelner Cannabinoide in der jeweiligen Cannabissorte festgelegt. Derzeit können Cannabisblüten mit einem Gehalt an THC – dem am stärksten psychotrop wirksamen – Cannabinoid von circa ein bis circa 22 % verordnet werden. Bei einer Verschreibung von 100 g Cannabis kann die verordnete Menge an THC daher zwischen 100 und 22 000 mg schwanken (!)", fragt man sich unwillkürlich, wer soll eigentlich hier wen, womit, warum und was bzw. auf welche Weise therapieren?

Derzeitige Rechts- und Verordnungslage weist Ärztinnen und Ärzte den "Schwarzen Peter" zu! 

Ich zitiere eine aktuelle dpa-Meldung vom 15.3.2017: Die deutschen Krankenkassen bezweifeln, dass sie die Kosten von Cannabis-Therapien langfristig übernehmen. "Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit", sagte ein Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Deutschen Presse Agentur. 

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/931699/zweifel-wirksamkeit-krankenkassen-wehren-cannabis-rezept.html 

Bildquelle: Foto Copyright Polizei Dortmund

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.03.2017.

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Gast
Was bringt den Doktor um sein Brot? ...Gesundheit und der Tod!
#19 am 29.07.2017 von Gast
  0
Peter P.
Sie scheinen mir einer dieser Ärzte zu sein, der einfach nur daran interessiert ist, von der etablierten Pharmaindustrie zu profitieren und so viele "Medikamente" wie möglich unters Volk zu bringen. Sie als Arzt haben durchschnittlich nicht mehr als 7 Minuten Zeit, die Lage eines Patienten einzuschätzen, weshalb Sie auch umso schneller zu einem Schluss kommen und Pillen verordnen. Ich glaube Sie fürchten einfach nur um Ihre profitable Stellung und möchten Ihre Patienten in Abhängigkeit halten. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie wirklich am Wohl einiger Patienten interessiert wären, würden Sie mehr auf persönliche Erfahrungsberichte und Einschätzungen eingehen. Sie scheinen genau das mit aller Kraft nicht zu tun, ja sogar zu vermeiden. Schade.
#18 am 23.07.2017 von Peter P. (Gast)
  1
Gast
Sie ignorieren einfach die vielen Studien und Fallberichte, welche auf die medizinische Bedeutsamkeit von Cannabis hindeuten. Warum wollen Sie nur randomisierte Doppelblindstudien gelten lassen, welche für Cannabis sehr schwer zu finanzieren und durchzuführen sind, selbst wenn die Bedingungen jetzt etwas besser sind? Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Seiten der IACM. Zu den Wirkstoffschwankungen kann ich nur sagen, dass es auch ein Vorteil sein kann, Cannabinoide (es geht nämlich nicht nur um THC) dem Krankheitsverlauf entsprechend einzusetzen. Solange der Wirkstoffgehalt dem Patienten bekannt ist, darf man ihm durchaus zutrauen nach einer Eingewöhnungsphase eigenverantwortlich zu dosieren.
#17 am 27.05.2017 von Gast
  3
Gast
Wem Cannabis hilft der soll es nehmen. Wen geht das etwas an. Das Zeugs ist nicht halb so gefährlich wie Alkohol und viele. Psychopharmaka.
#16 am 18.04.2017 von Gast
  2
Gast
Evidenz heißt garnichts, Es heißt nur bei zwei Pharma finanzierten Studien ist was "signifikant" geworden. Über die Effekt Stärke sagt das garnchts aus und wie es beim einzelnen wirkt, sowieso nicht. Auch darueber, wieviele Studien in der Versenkung verschwunden sind, weil nicht mal "signifikant" geworden, macht "Evidenz" keine Aussage. Da hilft nur Originalstudie lesen und Punktwolke ansehen. Wenn die nicht dabei ist, gleich Vergessen.
#15 am 18.04.2017 von Gast
  3
Gast
Hier wird wohl auch Zensiert wenn die Realität nicht zur Meinung des Blogbetreibers Passt.
#14 am 18.04.2017 von Gast
  1
Gast
Lasst die Leute doch kiffen, das Zeuge ist nicht halb so gefährlich wie die meisten Psychopharmaka.
#13 am 16.04.2017 von Gast
  4
Gast
Lieber Herr Dr. Schätzler. Sie wissen genau, dass Ihr Einwurf über die Dosierung per Selbstversuch, undifferenziert polemisch ist, oder Sie haben keine Ahnung von Medikamentenforschung. Seit die beiden Statistiker, die die evidenzbasierte Statistik erfunden haben und gleich ein Jahr später Anfang des 20en Jahrhunderts darauf verwiesen haben, dass schlicht unmöglich ist, so die Wirksamkeit eines Medikaments zu beweisen, weigert sich die Medizin dies zu akzeptieren und kaschiert unter dem Deckmantel des Wissenschaftlichen etwas, was die Erfinder ausgeschlossen haben. Sie wissen genau, dass im Medizinstudium Statistik ein Fremdwort ist, in Doktorarbeiten lässt man die Statistik von Menschen machen, die wissen wie es funktioniert, freilich unter den verbogenen Veränderungen der Medizin. Das ist empörend. Nicht, dass ein Patient, wie z.B. ich, der seit 30 Jahren Schmerzen durch eine ED hat und als Junky stigmatisiert ist, zu blöd sein soll sich die Cannabis Dosis zu erarbeiten, nein, Sie behaupten auch noch, dass eine pharmakologische Schmerzbehandlung anders funktioniert. Ich arbeite seit 25 Jahren in der Forschung und kann Statistik. Über die Doktoren mit dem med. davor macht man sich bei uns nur lustig. Ich finde das gar nicht lustig, denn ich bin betroffen und kein Idiot. Cababentin, Neurontin, Baclofen, Tilidin und die anderen Bestseller, samt Vicodin und Co. sind die Blockbuster der Pharmaindustrie. Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass es einen Beweis für die Wirksamkeit in Bezug ihrer Dosierung im Einzelfall gibt? Die Medizin hat überhaupt kein Messmittel für Schmerz! Da sprechen sie von wissenschaftlichen Studien für etwas, von dem ihre Zunft überhaupt keine Kenntnis hat. Empirische Beobachtung ist des Arztes Aufgabe, alles andere ist im Bereich Schmerzen Budenzauber.
#12 am 02.04.2017 von Gast
  6
Axel Junker
Werter Dr. Schätzler, all ihrer Skepsis zum Trotz, wider all Ihre Missgunst und all Ihrem Standardisierungs- wie Evidenzmangel-Gejammer zum Hohn lindert Hanf (mal mit geringerem, mal mit stärkerem THC-Gehalt; mal mit mehr mal mit weniger CBD) viele Symptome und hat es dabei in seiner mehrtausendjährigen Geschichte nicht zu einer einzigen nachgewiesenen, tödlichen Überdosierung gebracht. Eigenartig, dass in Zeiten von kostenerstatteten Globuli und Apotheker-geförderter Verwendung von Klosterfrau Melissengeist "aufgeklärte" Ärzte noch immer Vorurteile gegen Cannabis haben. Weil er nicht Bestandteil der ärztlichen Ausbildung gewesen ist? Weil er (fälschlicherweise) als "Einstiegsdroge" verpönt ist? Oder weil für Ärzte ein gewisser bürokratischer Aufwand mit der Verschreibung verbunden - die nur unzureichend durch die Gebührenordnung gedeckt ist? Cannabis wird nicht aufzuhalten sein. Sie sollten Therapieversuche wagen.
#11 am 28.03.2017 von Axel Junker (Gast)
  10
Gast
@ #8: Das sind halt die Leute, die jede vernünftige Überlegung über den seriösen Einsatz von Hanf in der Medizin konterkarrieren. Das Rauchen von Hanf wird in der medizinischen Anwendung nicht empfohlen (Wirkstofffreisetzung viel zu ungenau, schädliche Substanzen im Rauch). Es geht primär auch nicht darum, "breit" in der Gegend rumzuhängen (das wollen ja die Opiatnutzer meist auch nicht). Aber Ihre Feststellung, daß Cannabis besser knallt als Pregabalin, war schon unfreiwillig komisch und offenbarend! Sie, Gast #8, haben wohl ein kleines Substanzproblem, lösen Sie es, bevor Sie hier irgendwelche Anekdoten und dümmliche Unterstellungen gegen Dr. Schätzler verbreiten!
#10 am 28.03.2017 von Gast
  1
@Gast #8 - was hat bloß mein DocCheckBlog-Beitrag mit der Pharma-Lobby zu tun? Und wie kommen Sie darauf, dass ausgerechnet ich, seit 1975 klinisch und ambulant bzw. seit 1992 in meiner eigenen familien-orientierten, hausärztlich-allgemeinmedizischen Praxis in Dortmund tätig, nichts von betroffenen Schmerzpatienten und Schwerkranken verstehe. Wenn Sie schreiben: "Ich rauche lieber einen [oder mehrere?] Joints" und "lege mich ins Bett mein Körper u Geist entspannt", geht's Ihnen sicher bei der neuen Cannabis-Blüten Gesetzgebung nicht um bessere Krankheits- und Schmerzkontrolle oder -Bewältigung, sondern eher um "Kiffen", "Abschalten" und "Wegdriften". Wenn das Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder ihre Bezugspersonen auch alle machen würden, gäbe es gar keine mehr, die sich um Sie kümmern oder Ihre Logistik erledigen.
#9 am 19.03.2017 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  6
Gast
Na da ist ja für sie normal die pharmalobby zu unterstützen. Sie haben scheinbar keine schmerzüatienten oder andere schwerkranke gesprochen wie sie es in ihrem eigenen Körper erleben. Ich rauche lieber einen Joints wenn ich am Tag Schmerzen nicht aushalte u lege mich ins Bett mein Körper u Geist entspannt und muss keine Zombie Pille lyrica gegen polyneuropathie nehmen. Was ist da bitte gegen zu sagen. Null Realitätsbezogen. Sollten mal betroffene anhören.
#8 am 19.03.2017 von Gast
  10
Gast
Aha, und das soll jetzt reichen, um bezügl. Medizinalhanf Verallgemeinerungen anzustellen, @ #6?
#7 am 18.03.2017 von Gast
  4
Gast
Ohne Cannabis hätte ich mich schon vor 20 Jahren umgebracht. Das ist mir Evidenz genug.
#6 am 18.03.2017 von Gast
  8
Gast
Doppelverblindete randomisierte Studien sind nicht immer durchführbar (z.B. in der Chirurgie), sie sind - wie jede andre Studie auch - nicht frei von Verzerrungen. Aber im Gegensatz zum "gesunden Menschenverstand" und der "Beobachtungsgabe" sind sie immer noch zuverlässiger. Es gibt genügend Studien, deren Resultate auch reproduzierbar sind. Kurz gesagt; Studien sind die zweitbeste Lösung, aber eine beste gibt es nicht. Ich weiß, daß "Evidenz" ein Schimpfwort geworden ist, aber weder geht es um ein Kochbuch oder eine Regieanweisung, von der unter keinen Umständen beim individuellen Patienten abzuweichen ist, noch ist der Begriff aus dem Englischen gut übersetzt (https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin - „auf empirische Belege gestützte Heilkunde“) .
#5 am 16.03.2017 von Gast
  1
Gast
Ich kann das Wort evidenz-basiert nicht mehr hören. Die Studien können noch so standartisiert, randomisiert und doppelt und dreifach verbli/endet sein, wir sollten den Tatsachen ins Auge sehen. Es gibt keine Studie, die nicht zwei Tage später von einer anderen widerlegt wird. Oder bei der man nicht ein Haar in der Suppe findet, wenn man nur genau genug danach sucht. Einmal werden bestimmte Patienten (un)gerechtfertigt ausgeschlossen, andere dafür ebenso (un)gerechtfertigt einbezogen. Und am Ende stellt man dann fest, dass die Studie dadurch verfälscht wurde, dass ein Teil der Patienten morgens einen Kaffee getrunken hat. Wie wäre es mal mit gesundem Menschenverstand und Beobachtungsgabe?
#4 am 16.03.2017 von Gast
  12
Gast
Es ist die gleiche Situation wie bei Dronabinol: Auch hier gibt es keine klassischen Indikationen, wie sie bei anderen Arzneien in der Fachinformation stehen. Es ist angesichts der restriktiven Verschreibungs- und vor allem Kostenübernahmepraxis aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn hier recht wenig geforscht wurde. Angesichts der unbestreitbaren Wirksamkeit der Substanz und der allen Unkenrufen zum Trotze doch vergleichsweise überschaubaren Nebenwirkungen halte ich bei schwerkranken Patienten einen individuellen Behandlungsversuch mit standardisiertem Medizinalhanf für vertretbar, wenn andere Mittel nicht ausreichend helfen. Und wenn irgendein Kiffer den Stoff auf Rezept will, dann werden die deutschen Ärzte schon verantwortungsvoll geug sein, es nicht zu verordnen. Außerdem: Ich denke, daß sich der "Hype" sowieso rasch legen wird.
#3 am 13.03.2017 von Gast
  1
Gast
...stattdessen wird diskutiert, und diskutiert, und diskutiert .....
#2 am 12.03.2017 von Gast
  12
Gast
Schade: Ein Mensch, der keine Schmerzen hat oder keine Odyssee der Einnahme von Medikamenten mit den zigfachen Nebenwirkungen hinter sich hat, kann die Dringlichkeit wohl nur schlecht oder gar nicht nachvollziehen.
#1 am 12.03.2017 von Gast
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