Die eine Sache, die aus einem Psychopathen einen Helden machen kann

01.03.2017
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Die Bildung kann entscheiden, ob sich eine Psychopathie zum Schlechten oder zum Guten entwickelt.

Mit dem Etikett „Psychopath“ verbinden wir in der Regel nicht gerade etwas Positives. Horrorfilme, Horrorromane, Horrorpolitiker – das sind die Assoziationen.


Aber was macht eigentlich einen echten Psychopathen aus?

Fehlen von Mitgefühl und Empathie, selbstbezogenes Verhalten und Durchsetzungsvermögen sollte man schon mitbringen, aber auch ein gehöriges Maß an manipulativem Verhalten, am besten gepaart mit Charme. Dann hat man gute Chancen, ein echter Psychopath zu sein.

So weit. So schlecht. 
Ein ganz neues Schlaglicht auf die Psychopathie bietet uns eine aktuelle Studie der Uni Bonn. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht alle Psychopathen ihre unmittelbare Umwelt (oder die ganze Welt) in Schutt und Asche legen. Die Wissenschaftler um Prof. Gerhard Blickle unterscheiden in ihrer Untersuchung eine „toxische“ und eine „gutartige“ Form von Psychopathie.

Gute und schlechte Psychopathen

Bei der toxischen Variante leiden alle unter dem Psychopathen, auch sein Arbeitsumfeld, für das er sich trotz anfänglicher Erfolge als schädlich erweist. 
Die gutartige Form dagegen zeichnet sich durch eine „furchtlose Dominanz“ aus und stellt sowohl die mangelnde Angst als auch die Durchsetzungsfähigkeit in den Dienst einer „guten Sache“. Als Beispiele werden Krisenmanager und Notfallärzte genannt.
 Politiker, die die Welt retten, anstatt sie ins Unglück zu stürzen, sind nicht erwähnt.


Über die Häufigkeit „gutartiger“ Psychopathen sagt die Studie nichts, beantwortet aber die wichtigste Frage, die sich hier stellt:

Wie wird aus einem Psychopathen ein Held des Alltags?

Antwort: Durch BILDUNG!

Bildung, die Rettung?

Furchtlose Dominanz wird zum Problem, wenn sie bei ungebildeten Menschen auftritt. Ein hohes Bildungsniveau dagegen kann alles zum Guten wenden.
Mit der nötigen Intelligenz und einer erfolgreichen Bildungskarriere können aus potenziell gefährlichen Psychopathen also engagierte Kämpfer für ein richtiges Ziel werden.

Wenn das kein Anlass ist, hier und anderswo gegen die fortschreitende und von manchen gewollte Verblendung der Menschen vorzugehen und das scharfe Schwert der Bildung als Waffe gegen alles rückwärts Gewandte und bewusst Verdummende ins Feld zu führen!


 

Bildquelle (Außenseite): Salim Virji, flickr

Bildquelle: nito - Fotolia.com

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.03.2017.

70 Wertungen (3.99 ø)
6683 Aufrufe
Medizin, Psychiatrie
Gast
... nur ein paar Medien, bzw. Medien-Vertreter (vor allem abseits des Qualitätsbereichs, auf Bild online stand es auch mit Marcel Heße und ADHS) verstoßen gegen das verantwortungsvolle bzw. moralisch gebotene Gesetz des Schweigens (wie auch beim Münchner Amoklauf, wo nur 2 bis 3 Boulevard-Medien ADHS genannt hatten)... ich verstoße auch dagegen, und zwar weil docchecknews ein mehrheitlich von Fachpersonen gelesenes Nischen-Medium ist, von dessen Existenz Lieschen Müller und Hinz und Kunz gar nichts wissen... die Fachpersonen hier die können mit diesem Faktum ADHS und Amokläufe bzw. ADHS statt vermeintlicher antisozialer Persönlichkeitsstörung umgehen... und dieser überschaubare Personen-Kreis der darf und soll das wissen...
#25 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
... https://www.welt.de/vermischtes/article162758073/Die-Polizei-sagt-Marcel-H-habe-seine-Opfer-uebertoetet.html ... "...Er war ein auffälliges Kind, litt unter ADHS...." ...und genau wie im Fall Ali David Sonboly (der eben auch ADHS hatte) haben diejenigen Journalisten bzw. Medien, die es wussten, dicht gehalten...aus Verantwortungsbewusstsein bzw. wohl wissend um die gesellschaftliche Brisanz von ADHS in Verbindung mit Amokläufen bzw. amokartigen Morden ... anscheinend hat die Polizei das heute auf der Pressekonferenz zum Fall Herne genannt, das Wort ADHS ... und hat dann noch hinzugefügt (um die Bedeutung herunterzuspielen) "...damit sei er (Anmerkung: der Täter) ja nicht allein..." , eben um den Fokus nicht zu sehr auf ADHS zu lenken... die Journalisten, die es mitbekommen haben, verzichten fast alle darauf (Spiegel online, faz, etc...), ADHS überhaupt zu erwähnen ....
#24 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
ADHS vs. antisoziale Persönlichkeitsstörung: die Verwechslung passiert im positiven Bereich (Unternehmertum und ADHS, eben Elon Musk, Steve Jobs und Ferdinand Pie(e)ch bzw. Notärzte und souveräne Reaktion im Notfall und ADHS, eben z.B. Chesley Sullenberger und ADHS), aber genauso auch im negativen Bereich ( ADHS bei Amokläufern, eben die bereits genannten Fälle, aber auch die Amokläufer der Columbine High School und Robert Steinhäuser bzw. ADHS bei Adolf Hitler ... Adolf Hitler und ADHS ... wenn man das googled, sieht man, dass da auch schon einige andere Leute darüber nachgedacht haben)... ADHS ist der Janus mit den 2 Gesichtern ... die antisoziale Persönlichkeitsstörung halte ich dagegen für quasi ausschließlich negativ...
#23 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
....letztendlich sind die Verwechslungsmöglichkeiten zwischen ADHS und antisozialer Persönlichkeitsstörung (wie auch mitunter tatsächliche Überschneidungen) zahlreich und passieren in der Praxis wohl sehr häufig... Es wird oft behauptet, ADHS sei ein Risikofaktor für die antisoziale PS und letztere sei dann eine sekundäre "Komorbidität" bei ADHS... ich halte bei Störungen in den meisten Fällen für komplett separat voneinander... es spricht vieles dafür, dass man als "Psychopath" bzw. Person mit dissozialer PS geboren wird bzw. zumindest eine Veranlagung dazu angeboren ist... die biographischen Faktoren bei dissozialer PS geraten wissenschaftlich mehr und mehr in den Hintergrund... und gnauso wie die antisoziale PS weitgehend veranlagt ist, ist auch ADHS überwiegend angeboren (80% Heritabilität bei ADHS)...und zwar separat von der antisozialen Persönlichkeitsstörung...
#22 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
... und ein ganz aktueller Fall, der möglicherweise kein "klassischer" Mord-Fall eines durchgeknallten "Psychopathen" bzw. Person mit antisozialer PS war, sondern eine Art Amoklauf einer ebenso durchgeknallten Person mit ADHS: http://www.focus.de/panorama/welt/mord-in-herne-im-news-ticker-marcel-h-ist-gefasst-weitere-leiche-in-brennender-wohnung-gefunden_id_6765023.html ..."...Marcel H. leide wohl an ADHS und habe sehr wenige sozialen Kontakte, war ein Einzelgänger, lebte sehr zurückgezogen. Er besuchte bis 2016 das Berufskolleg und hatte einen Realschulabschluss...." nicht nur das unseriöse Focus online sodnern auch andere seriösere Medien haben das aufgregriffen (einfach googlen) ...
#21 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
...und was Amokläufer und ADHS angeht... es wird ja oft in der Laienpresse (und teilweise auch im fachlichen Bereich) die antisoziale Persönlichkeitsstörung mit Amokläufen in Verbindung gebracht... dazu (auch wenn es politisch brisant ist): http://www.blick.ch/news/ausland/verbindung-zu-breivik-liegt-auf-der-hand-dieses-bubi-ist-der-amoklaeufer-von-muenchen-id5298906.html ... "Wie die «Bild» aus Regierungskreisen erfahren haben will, soll er an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) gelitten haben." ... auch wenn Blick.ch und Bild nicht gerade Qualitätsmedien sind, halte ich das für glaubwürdig...
#20 am 10.03.2017 von Gast
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Gast
...und wer das mit Elon Musk, Steve Jobs, Bill Gates, Ferdinand Pie(e)ch und vielen anderen nicht glaubt...ganz aktuell: https://idw-online.de/de/news669289
#19 am 09.03.2017 von Gast
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Gast
Ganz ehrlich, ich kenne niemanden der nicht auf irgendeine Art gestört ist. Wären wir Menschen Alle heilig ,hätten wir nicht so einen katastrophalen Zustand unseres Planeten.
#18 am 08.03.2017 von Gast
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Gast
...und ein gewisser Österreicher, der als größter Massenmörder aller Zeiten unrühmlich in die Geschichte eingegangen ist, der war zwar ein Fanatiker, aber mutmaßlich kein Psychopath im medizinischen Sinne bzw. nach ICD-10 oder DSM-5... leider spricht einiges dafür, vor allem wenn man sich dessen biographische Daten von vor 1914 anschaut, dass auch dieser Österreicher folgendes hatte ... nämlich ADHS ...
#17 am 08.03.2017 von Gast
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Gast
.... Elon Musk, Steve Jobs, Bill Gates, Ferdinand Pie(e)ch etc. ... denen hat man allen schon mal eine dissoziale PS nachgesagt und alle haben bzw. hatten in Wahrheit ADHS ....
#16 am 08.03.2017 von Gast
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Gast
...viele vermeintliche Psychopathen haben ADHS und nichts anderes (so z.B. der Ferdinand P. von VW) ... und ADHS ist mit bis zu 10% ca. 10 mal so häufig wie die dissoziale PS...
#15 am 08.03.2017 von Gast
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Gast
Deshalb bin ich froh kein Psychopath zu sein sondern nur ein Borderliner, die zerstören nicht die anderen sondern nur sich Selbst
#14 am 08.03.2017 von Gast
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#19 Der intelligente Psychopath ist seltener körperlich aggressiv. Sein Vorteil im Beruf ist, keine Skrupel zu emfinden, wenn er Entscheidungen zum Nachteil anderer fällt. Viele Topmanager brüsten sich sogar mit dieser Eigenschaft, wie bspw. nett nachzulesen ist in der Interviewsammlung "Die da oben".
#13 am 08.03.2017 (editiert) von Annika Diederichs (Tierärztin)
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#9 Narzissten zeigen häufig Anteile von Psychopathie/Soziopathie.
#12 am 08.03.2017 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Gast
Keine Ahnung, inwiefern das obige richtig ist, aber es reizt jeden Leseren zum Nachdenken an, da man im Alltag genug auffällige Menschen in verantwortungsvollen, sowie stressigen Berufen sieht.
#11 am 08.03.2017 von Gast
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Ob es nun wirklich besser ist die Bildung als Waffe zu besitzen und seine Intelligenz dazu zu nutzen auf das Minimum reduziertes Wissen anzueignen und mit einer Minimalausstattung aber gepaart mit völliger Kritiklosigkeit und absoluter Skrupellosigkeit und als Blender das binnen Sekunden zu zerstören, was andere Begabte jahrelang aufgebaut haben. Oder als Betriebsterrorist die Mitarbeiter zu zwiebeln und im totalen skrupellosen Scheinopportonismus den Vorgesetzten mit dem zu versehen, was er wünscht. Skrupellose Büttel und Henker waren im Mittelalter schon gebraucht aber ausgegrenzt, da sie sonst die Gesellschaft zu sehr belastet haben. Schließlich schaaren diese Personen die zerstörten Existenzen als Trophäen um sich. Will man das? Eduktiv abgeleitet glaube ich eher nicht, das eine Gesellschaft das so haben will und sollte.
#10 am 07.03.2017 von Dr. med. Peter Grampp (Arzt)
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Gast
Die eingangs beschriebene Symptomatik beschreibt eher Diagnosemerkmale der Narzisst. Persönlichkeitsstörung ( DSM V ). Den Artikel empfinde ich im Ganzen als unfaktischen Artikel. Schade, dass er als Fachartikel veröffentlicht wird.
#9 am 07.03.2017 von Gast
  4
Ob Bildung eher zur Tarnung oder zur Milderung der psychopathischen Neigungen beiträgt, ist die Frage. Je höher die Etage einer Hierarchie, desto höher auch der Anteil an Psychopathen. Jeder Kandidat sollte sich einem Persönlichkeitstest unterziehen müssen. Beispielsweise Kandidaten für hohe politische Ämter, Professuren, CEOs etc. Ich empfehle hierzu den Wikipedia-Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Psychopathy_in_the_workplace
#8 am 07.03.2017 von Dr. Cornelia Schroeder (Biochemikerin)
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Das halte ich gelinde gesagt für einen Irrtum, dass Bildung das negative besiegt und somit ein Held des Alltags entsteht ... Nein, gerade Bildung wird dem Psychopathen erst die richtigen Mittel an die Hand geben, um in weitereichenden Positionen kommen zu können. Es ist die Liebe oder allg gesagt, das Mitgefühl, die Empathie, die das Leben erträglich werden lässt unter den Zeitgenossen (oder eben nicht). Liebe ohne Macht ergibt den Schwächling, Macht ohne Liebe ergibt den 'Brutalo' (so ähnlich von Rebazar Tarzs) Liebe ohne
#7 am 07.03.2017 von Eduard Rüsing (Medizinjournalist)
  4
Gast
Und von bezüglich ADHS gänzlich uninformierten Personen wird ADHS sehr oft mit antisozialer Persönlichkeitsstörung bzw. einer entsprechenden Akzentuierung verwechselt...
#6 am 07.03.2017 von Gast
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#1 Diese Unterscheidung ist nicht neu, das wird schon seit einiger Zeit diskutiert. Hintergrund ist die nicht ganz neue Erkenntnis, daß es bei Abweichungen im Erleben und Verhalten kein schwarz/weiß im Sinne krank/gesund gibt, sondern meist ein "mehr oder weniger". Typische Beispiele sind neben ADHS und ASS sämtliche PS, die immer Extremvarianten von Normalformen darstellen. Dazwischen liegen die akzentuierten Persönlichkeiten, bei denen eine in der Extremform hochproblematische Variante in schwächerer Ausprägung bzw. tlw. kompensiert durchaus positive Auswirkungen haben kann, sofern die sonstigen Umstände eine Nutzbarmachung dieser Eigenschaften ermöglichen. Ich denke, darauf zielt die Studie letztlich ab.
#5 am 07.03.2017 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Gast
Man findet bei Notärzten, Intensivmedizinern, Feuerwehrmännern und Rettungsassistenten jedoch sehr häufig Personen mit einem subklinischen bis leicht bis mittelgradig manifesten ADHS...die berühmte souveräne Reaktion im Notfall bei ADHS... die Landung des Linienflugzeugs im Hudson River in New York durch Chesley Sullenberger...jemand komplett ohne ADHS soll dazu gar nicht in der Lage sein... und Sullenberger ist mit Sicherheit kein Psychopath...
#4 am 07.03.2017 von Gast
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Gast
Anders Breivik soll ein Paranoider Psychopath sein... so viel beim Stichwort Psychopathen und Bombenbau
#3 am 07.03.2017 von Gast
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Chemiker
Mit Bildung kann man aber auch mehr Schaden anrichten. Zum Beispiel mit Bomben bauen. Und auf Psychopathische Politiker kann ich gerne verzichten.
#2 am 07.03.2017 von Chemiker (Gast)
  4
Gast
Ein Psychopath ist jemand mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Ich glaube, der Verfasser des obigen Blog-Eintrages weiß in Wahrheit gar nicht, was einen "Psychopathen" überhaupt ausmacht und gibt hier billigste Clichées aus der Yellow Press und einer unseriösen Studie der Uni Bonn (letztere ohne jeden wissenschaftlichen Mehrwert, letztendlich etwas für den Papierkorb...) wieder. Personen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung findet man in Gefängnissen, aber zum Glück nicht bei Notfallmedizinern und Krisenmanagern...
#1 am 07.03.2017 von Gast
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