Ärzte in der Hypokrise

23.02.2017
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Ärzte gehören gleich nach den Lehrern zu den am stärksten von einem Burnout gefährdeten Berufsgruppen. Eine Hauptursache dafür ist die steigende Belastung. Schuld daran sind aber nicht die Patienten, sondern die kollidierenden Anforderungen des Gesundheitswesens mit der Arbeitswelt der Ärzte. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Ärzte leiden immer häufiger unter Burnout. So oder ähnlich lautete die Titelzeile einer neuen wissenschaftlichen Publikation, welche mir vor einiger Zeit im Netz über den Weg lief. Das interessierte mich. Also begann ich, nachzuforschen.

Allerdings musste ich sehr schnell feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, Ansprechpartner für dieses Thema zu finden. Ist doch komisch, oder? Zum einen sollen ja viele Ärzte betroffen sein. Zum anderen gibt es aber kaum belastbare Zahlen oder Auskunftswillige. So fühlte ich mich schließlich sogar noch stärker angespornt, hier einmal etwas weiter nachzubohren.

„Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust“

Burnout wird zum einen durch zwischenmenschliche Konflikte am Arbeitsplatz gefördert. Zum anderen aber, und das ist der eigentlich wichtigere Grund für diesen Aufschrei von Seele und Körper, ist das Ausgebranntsein vor allem ein Zeichen für den inneren Konflikt eines Menschen, zwischen der eigenen Lebensplanung und der Arbeitszentriertheit.

Der für die Erholung und Entspannung so wichtige Rückzugsraum „Freizeit“ kann letztenendes sogar gänzlich ausgehebelt werden, infolge des schier endlos erscheinenden Wechsels zwischen normalen Arbeitszeiten, Rufbereitschaft, Nachtdienst, Notdienst und Wochenenddiensten. Der Arzt mit Leib und Seele wird anfangs noch alles erfüllen wollen – schließlich liebt er ja seinen Beruf. Doch mehr und mehr schwächen die inneren Konflikte die Kräfte der Betroffenen und es entsteht ein chronischer Erschöpfungszustand.

Dieser kann am Ende sogar dazu führen, dass das persönliche Umfeld, die Familie und der Freundeskreis ebenfalls ausbrennen. Es kommt zu Beziehungsstörungen und zum sozialen Rückzug. Wahrscheinlich getrieben vom eigenen Ehrgeiz und von gesellschaftlichen Idealbildern strebt der Arzt weiter die Perfektion an, bis nichts mehr geht und der Organismus rebelliert. Das kann zu emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung (= Gleichgültigkeit anderen gegenüber) sowie einem verstärkten Fokus auf die Misserfolge des Alltags führen.

Prävalenzen sind schwer zu erfassen

Verlässliche Statistiken dazu, wie häufig das Problem bei Ärzten in Deutschland wirklich ist, gibt es derzeit nicht. „Dies fängt ja bereits damit an, dass das Burnout an sich keine eigenständige, international akzeptierte Krankheit ist. Wie also ein Burnout in Studien klar definieren?“, sagt Prof. Mathias Berger, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Burnout ist in erster Linie ein Risikozustand. Gemeint ist dabei die Überlastung durch Arbeit, die zu chronischen Stressbelastungen führt und möglicherweise zu Krankheiten, zum Beispiel chronischen Infekten, Tinnitus, Bluthochdruck oder Depressionen, sofern der Betroffene nicht für sich Sorge trägt“, so Berger weiter.

Matthias Weigl, Psychologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ergänzt: „In Studien berichten zwischen 20 und 30 Prozent der befragten Ärzte von Werten oder Symptomatiken, die auf ein Burnout hinweisen könnten. Diese Anteile variieren jedoch von Studie zu Studie sehr stark. Das hängt vor allem davon ab, welche Fachrichtungen befragt werden; Ärzte in der Akutversorgung tendieren zu etwas höheren Werten. Ferner ist bedeutsam, welche Altersgruppen befragt werden, denn besonders im ersten Berufsjahrzehnt sind die Werte teilweise höher. Und schließlich hängt das Ergebnis davon ab, welche Instrumente für die Datenerhebung genutzt werden.“

Im internationalen Vergleich lassen sich allerdings ganz ähnliche Prävalenzen finden. So zeigte eine Studie aus British Columbia (USA), dass dort bis zu 46 % der Ärzte wenigstens unter einem der möglichen Anzeichen für ein Burnout leiden. Ebenso haben bis zu einem Drittel der Ärzte in Großbritannien Symptome für das Ausgebranntsein. Interessant ist darüber hinaus eine US-amerikanische Erhebung aus dem Jahr 2014. Darin wurden bestimmte Fachgruppen der Ärzteschaft auf ihre Burnout-Prävalenzen hin untersucht – mit spannenden Ergebnissen:

Ø  Urologie (63,6 %),

Ø  Radiologie (61,4 %),

Ø  Dermatologie (56,5 %),

Ø  Pathologie (52,5 %),

Ø  Kinderheilkunde (46,3 %).

Burnout – und dann?

„Wir zeigen immer wieder mit dem erhobenen Finger auf die defizitären Arbeitsbedingungen in Krankenhaus und Arztpraxis. Ein Gutteil der Studien gibt uns dabei allerdings recht. Das Risiko für Burnout und Depression sinkt deutlich, wenn das Arbeitsumfeld gut ist. Hingegen sind hohe administrative sowie allgemeine und psychosoziale Arbeitsbelastungen, geringe Wertschätzung, eine hohe wöchentliche Arbeitszeit, schlechte Interaktionen mit dem (Krankenpflege-)Personal oder Kollegen, Störungen und Konflikte zwischen Beruf und Familie wiederkehrende Motive für Burnout bei Ärzten“, fasst Dr. Weigl das Problem zusammen. Doch was soll der betroffene Arzt tun? Wohin kann er sich wenden, bevor eine handfeste Depression entsteht?

„Es gibt Kliniken, die sich auf kranke Ärzte als Klientel spezialisiert haben, beispielsweise treten die Obernberg-Kliniken hier sehr öffentlichkeitswirksam auf“, weiß Weigl. Jedoch gibt es gerade im Umfeld jüngerer Ärzte, die in Praxen oder Kliniken arbeiten, kaum erreichbare und geeignete Angebote. Häufig spielt neben der Angst vor dem Versagen im Kollegium bzw. vor dem Chef auch das Stigma einer psychischen Erkrankung eine Rolle, weshalb keine Hilfe gesucht wird.

„Um Burnout langfristig zu vermeiden, ist es wichtig sowohl verhaltenspräventive als auch verhältnispräventive Maßnahmen zu kennen und umzusetzen. Die Verhaltensprävention beinhaltet beispielsweise, sich bewusst mehr Zeit für Freizeit und soziales Miteinander einzuräumen oder Entspannungsverfahren zu erlernen“, so Berger. Allerdings funktioniert die Verhaltensprävention langfristig nicht, wenn die Arbeitsbedingungen unerträglich sind; dann geht es nicht ohne die in diesen Situationen viel wichtigere Verhältnisprävention.

„Die Verhältnisprävention zielt vor allem auf das Arbeitsumfeld. Hier kommt es darauf an, sich selbst vor überlastenden, krank machenden Arbeitssituationen zu schützen. Helfen Gespräche mit Kollegen und Vorgestzten nicht, bleiben in Kliniken der Personal- oder der Betriebsrat und außerhalb des eigenen Arbeitsumfeldes der Marburger Bund“, führt Berger aus. Die Verhältnisprävention konzentriert sich dabei sehr viel mehr auf die sozialpolitischen und verwaltungstechnischen Grundvoraussetzungen für die ärztliche Arbeit und ist daher in der Regel auch als eine gemeinschaftliche Aufgabe des Ärzteteams anzusehen.  

Krankschreibungen aufgrund der Psyche nehmen allgemein zu

Aber nicht nur Ärzte leiden unter den psychischen Belastungen des Arbeitsalltags. Ganz allgemein nimmt die Prävalenz psychischer Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit seit Jahren weiter zu. Hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei Frauen wurden 2016 rund 60 Prozent mehr Fehltage (311 Ausfallstage pro einhundert Versicherte) wegen psychischer Erkrankungen diagnostiziert als bei Männern (191 Ausfalltage). Für Frauen belegten damit seelische Leiden erstmals den ersten Platz, gefolgt von muskuloskelettalen Erkrankungen. Allerdings wurde die Diagnose Burnout nach einem Höchststand im Jahr 2010 anschließend deutlich weniger häufig gestellt.

Quellen:

Ärzteblatt „Psychische Erkrankungen: Fehltage erreichen Höchststand“ vom 27.01.2017

Interview mit PD Dr. Matthias Weigl vom 10.02.2017

Kumar S. „Burnout and Doctors: Prevalence, Prevention and Intervention“, Healthcare 2016; 4, 37: doi:10.3390/healthcare4030037

Rahner E. „Das Burnout-Syndrom bei Ärzten“; Dissertation, Berlin 2011

Telefoninterview mit Prof. Dr. med. Mathias Berger vom 15.01.2017

 

Bildquelle: david pacey, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.03.2017.

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Gast
Was ist denn an den Händen auszusetzen?
#25 am 07.03.2017 von Gast
  0
Gast
Die Hände auf dem Bild gehören hoffentlich nicht dem Chirurgen :)
#24 am 06.03.2017 von Gast
  0
Aktuell auf Twitter: @DocCheck "Come in and burn out"! Professionelle,mit Anspruch,Empathie,Engagement zielorientierte Sozialberufe kennen ihre Grenzen oft nicht.
#23 am 05.03.2017 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Das gesamte Gesundheitswesen ist von Parasiten befallen (Harpyia administrativa) und wird von diesen besudelt und geplündert - wie Harpyien eben pflegen. Bevor ich in der Abwehr dieser Infestation ausbrennen konnte, bin ich durchgbrannt und weiß heute trotz Diogenes-Rente wieder, wie sich Freiheit anfühlt; außerdem betreibe ich ungestört Medizin - ohne die zahllosen Kontrolleure, Aufpasser, Verwalter, Regulateure, Budgetierer und Evidenzler zwischen mir und dem Patienten.
#22 am 05.03.2017 von Dr. med. Alexander Rösiger (Arzt)
  3
Gast
Also bei den Ärtzen kann ich das verstehen, wie man auf Lehrer kommt ist mir ein Rätsel
#21 am 05.03.2017 von Gast
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Gast
Weshalb muss man im Medizinstudium Läuse zeichnen können??? Zumindest musste das mein Freund(67)
#20 am 05.03.2017 von Gast
  10
Gast
@#19 das ist nicht gewollt, denn es kostet Geld. Jede offene Stelle spart Geld ein.
#19 am 04.03.2017 von Gast
  1
Gast
Man müsste die Verwaltungen und Chefs mehr in die Pflicht nehmen, für humane Arbeitsbedingungen zu sorgen.
#18 am 04.03.2017 von Gast
  1
LuFr
Das Risiko für ein Burnout beginnt doch bereits im Studium. Machen wir uns nichts vor. Das Studium der Humanmedizin ist (vielleicht abgesehen von den Modellstudiengängen) leider vor 100 Jahren stehen geblieben. Schlechte Lehre, immer mehr Inhalte, deren Relevanz teilweilse absolut infrage zu stellen ist, Leistungsdruck und die permanente Angst "rausgeprüft" zu werden tun alle Ihr eigenes. Der (Nachwuchs-)Mediziner wird schon an der Uni krank gemacht. Ich habe meine langjährige Beziehung durch mein Studium verloren, ungewollt 25kg Gewicht verloren, nehme regelmäßig PPI's und habe trotzdem rezidivierende Gastritiden. Vielleicht sollte man sich Gedanken darüber machen, ob es sinnvoll ist, von Studenten zu erwarten fürs mündl. Physikum die Strukturformel für Hämoglobin und Vit. B12 zeichnen zu können oder wirklich unnötige Fakten abzuprüfen wie irgendwelche Absorptionsmaxima von reduzierten Co-Enzymen. Das hat weder dem Patienten noch mir bei der Reanimation einen Benefit gebracht.
#17 am 04.03.2017 von LuFr (Gast)
  10
Gast
Neu ist das alles nicht! Empfehle zum Thema das Buch: "Ein Chefarzt klagt an" Von der Profitgier der Klinikbetreiber. Ausgabe September 2007.
#16 am 04.03.2017 von Gast
  4
Gast
Es wäre auch mal Zeit über defizitäre Stoffwechsel zu reden. Durch Umweltbelastungen werden hohe Anforderungen an die Entgiftungsfähigkeit des Körpers gestellt. Was wir hier zu kaufen bekommen-außer in Bioläden- ist Spritzmittelbelastet und kommt aus ausgelaugten Böden oder unreif geerntet von weither. Es entsteht Depletion an allem was der Körper ( damit sind auch die Neurotransmitter gemeint) so braucht. Streß entsteht und Streßresistenz geht in den Keller. Das kann man im Labor feststellen anstatt immer nur an der Psyche herumzudoktern, aus Beidem zusammen wird ein Schuh draus: Nahrungsergänzung Ernährungsumstellung Sport( ja auch für Ärzte) Entspannung und Zeit die Situation zu überdenken, von überzogenen Vorstellungen Abstand nehmen, auch davon was man sich alles kaufen können muß.
#15 am 04.03.2017 von Gast
  18
Gast
Dieses ständige Lamentieren und Begrifflichkeiten definieren ist doch nicht zielführende. Gesundheit ist immer ein Minusgeschäft und kann niemals Gewinne erwirtschaften. Dasaber sehen Verwaltungen und Politiker anders und das wird auf dem Rücken der Ärzte ausgetragen. Ich arbeite sehr gerne in meinem Beruf, aber die Umstände sind katastrophal. Marburger Bund wird als Hilfe im Artikel benannt, aber die nicken leider das meiste ab, kennen ihre Pappenheimer. Ich für meinen Teil fühle mich machtlos in einem Spiel, dessen Regeln ich nicht bereit bin umzusetzen. Wir arbeiten trotz teils reduzierter Stelle im Schnitt mehr als 65 Std/Woche. Dauerhaft. AZG? Who cares? Und ständig fragt man sich, ob es woanders denn besser ist (die Antwort ist einfach: nein!). Wie also mit einer solchen Situation umgehen? Belastungsdepression spukt ständig im Kopf herum, aber Lösungen sehe ich persönlich nicht.
#14 am 04.03.2017 von Gast
  4
Das ganze System ist krank , irrsinnige Regularien, ein unsinniges KV-System. In anderen Ländern läuft alles besser, aber die Ärztefunktionäre gaugeln vor , wie in Deutschland alles sooo gut ist.
#13 am 04.03.2017 von Dr.med Wolfgang Sanwald (Arzt)
  4
Gast
Man kann noch so motiviert sein und teamfähig sein, als auch sehr gute Arbeit machen. Es sind in Kliniken die neidischen, langjährigen Kollegen/Kolleginnen, die keine "Konkurrenz" neben sich dulden. Gegen diese Sippschaft hast Du weder bei deinem Chef, noch beim Betriebsrat eine Chance. Und da dir das immer wieder passiert, kannst du irgendwann nicht mehr. Seit ich selbständig bin, kann ich mich einteilen und habe meine Erfolge. Ich war vorher durch diese netten Mitmenschen richtig krank gewesen.
#12 am 04.03.2017 von Gast
  2
Gast
Liegt wohl auch an dem zunehmenden Ärztebasching durch Medien wie doccheck, Politik und "Kostenträger".
#11 am 04.03.2017 von Gast
  3
Herr Kollege Klaus Paetzold #8, Ihren Einwand verstehe ich nicht! "Hypokrise/Hypokrisie/Hypokrisis/hypocrisy (engl.)" bedeutet nicht nur Ihrer Meinung nach Heuchelei, Scheinheiligkeit, [Unaufrichtigeit, Verstellung]. Nachzulesen schon bei Ludwig Feuerbach 1847: "Das oberste Princip des Christenthums ist die Hypokrisie. Das Christenthum ist eine unverderbliche Illusion, die Theologie Nichts weiter als Anthropologie u.s.f." https://books.google.de/books?id=ftBLAAAAcAAJ&pg=PA657&dq=hypokrise+feuerbach&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwir9o7n67rSAhVIxxQKHbwhC7sQ6AEIIzAB#v=onepage&q=hypokrise%20feuerbach&f=false Die Vorspiegelung falscher Tatsachen bedeutet, dass viele Ärztinnen und Ärzte ihren beruflichen/privaten/kulturellen "Burn-Out" einfach sich selbst nicht eingestehen können.
#10 am 03.03.2017 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Was hier fehlt: Umdenken statt Tragödie: „Ein Arzt muss nicht alles aushalten“ - Medscape Deutschland sprach mit dem Psychiater Dr. Bernhard Mäulen, Gründer des Institutes für Ärztegesundheit. http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4903244 "Ärzte: Kranker Job - Ärzte sollen Menschen heilen. Gleichzeitig arbeiten sie im Krankenhaus selbst häufig unter ungesunden Bedingungen. Wie kann das sein?" Von Laura Cwiertnia und Anja Reumschüssel http://www.zeit.de/campus/2016/01/aerzte-krankenhaus-gesundheit-arbeitsbedingungen-ungesund "MEDIZIN Kranke Heiler - Mediziner leiden öfter an Depressionen und Suchterkrankungen als Angehörige anderer Berufe, und sie begehen doppelt so häufig Selbstmord. Warum ist der Arztberuf so gesundheitsschädlich?" http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-61366572.html "Wenn Helfer zum Opfer werden - Gewalt gegen Ärzte" pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah 3/2014 Zeitschrift: Pädiatrie > Ausgabe 3/2014 Autor: Dr. med. Bernhard Mäulen https://www.springermedizin.de/wenn-helfer-zum-opfer-werden/9309132
#9 am 03.03.2017 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Ärzte in der Hypokrise? Der gewählte Begriff "Hypokrise" ist missverständlich. Das Wort "Hypokrise" wird im Deutschen nicht gebraucht, auch nicht in fachsprachlichen Bereichen. Als Ableitung vom griech. Wort "hypokrisis" – was ursprünglich "Verstellung eines Schauspielers, um eine Rolle mit Leben zu erfüllen meint" – ist bildungssprachl. "Hypokrisie" geläufig. "Hypokrisie" hat aber eine Bedeutungsverschiebung erfahren und bedeutet Heuchelei, Scheinheiligkeit, Unaufrichtigeit, Verstellung; so auch im Englischen (hypocrisy), See to it, that your fear of God be not hypocrisy = Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei (J.S. Bach. BWV 179). Was in dem Beitrag so instruktiv beschrieben wird, meint einen Belastungszustand, gerade noch unterhalb einer Krise, also einen subkritischen Zustand, keinen hypokritischer, das wäre ein Zustand der Heuchelei. Also dann Ärzte in der Subkrise. Dr. Klaus Pätzold
#8 am 03.03.2017 von Klaus Paetzold (Arzt)
  10
Gast
- auch der Elektrosmog hat zugenommen u. das stört auch Menschen, Tiere u die Natur - deswegen schauen was macht Schweden besser - Handyfreie Zonen für Menschen
#7 am 03.03.2017 von Gast
  27
Die meisten Ärzte leiden nicht an Burnout. Burnout ist nur die Folge oder Manifestation der eigentlichen Erkrankung. Diese heißt „Beweiseritis". Eine gute alte deutsche Volkskrankheit. Man möchte mit seinen Ergebnissen eine Aussage machen über sich, den eigenen Wert, das eigene Können und Vermögen. Nur: wenn der Verstand darüber eine Frage hat, wird er immer Recht bekommen. Es sei denn, der Arzt hört auf zu glauben, was er zu wissen meint. Und das ist wohl die größte Herausforderung für diesen Berufsstand. Man erkennt das auch daran, dass Kollegen, die durch zellleistungssteigernde Therapie den Burnout hinter sich gelassen haben, meist wieder in ihre Hamsterräder steigen und noch schneller rasen als vorher.
#6 am 03.03.2017 von Boris Alexander Hörold (Arzt)
  55
Gast
Ich frage mich, ob es mal bessere Zeiten für Ärzte und Patienten gab???
#5 am 03.03.2017 von Gast
  0
Selber Schuld! In Nachbarländern geht es entspannter zu. 1.Zu viele Kliniken macht zu viel Konkurenz bei zu wenig Patienten. 2. Patient muß verwöhnt und überzeugt werden, das wird schnell anstrengend. Mitdenkende kritische Patienten sind unerwünscht. 3.Dann dieses superteure Fallkostensystem, folgt Geldverdienen ist alles oder anders ausgedrückt viele Dignosen für einen Patienten finden. Was hilft, eigene Grenzen respektieren, Zeit ist nicht durch Geld zu ersetzen; mache ich seit meinem Tinitus! Unfallchirurg, Orthopäde, Rheumatologe
#4 am 03.03.2017 von Dr. Marc Messerschmidt (Arzt)
  4
Na, das betrifft nicht nur die Aerzte, sondern alle Heilberufler. Denn die zwei Seelen gibt es z.B. auch beim Apotheker, der allerdings noch mehr unter Beschuss steht - und dem die Rolle des Kaufmannes (BMG) zugedacht ist, obwohl er eigentlich Heilberufler ist. Dass im Gesundheitswesen vermehrt der BurnOut oder besser - und in klassischen Worten, aber sozial unverträglicher - die Erschöpfungsdepression zu finden ist, ist auch klar. Wer sich die Aerzte u. Apotheker anschaut, trifft oftmals Menschen, die - bestätigt von Fachpersonal - ein ausgeprägtes defizitäres Selbstwertgefühl aufweisen. Anderen Menschen zu helfen, hilft einem dabei, sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen. Dazu dann die vorverkauften Wünsche, die rechtlichen Vorgaben und Gesetzesregelungen, die einem Sicherheit geben. ABER: meist können diese Personen keine Grenzen setzen und sind hart zu sich selbst und weich zu anderen anstatt andersherum, wie es gesünder wäre, Stichwort Resilienz.
#3 am 03.03.2017 von Björn Kersting (Student)
  4
Burnout-Patienten, auch Ärzte, haben von frühester Kindheit an Ängste und folgend immer eine Depression. Das muss ich behandeln, ohne Psychopharmaka. Mit meiner Mentaltherapie in Hypnose kann ich Burnout wirkungsvoll und schnell (=nicht monatelang!) behandeln. Dr.med. Bernard, 29640 Schneverdingen
#2 am 03.03.2017 von Dr. med. Paul Bernard (Arzt)
  50
Medizinischer Laie
Beim Arzt mit Burnout ist nicht nur er gefährdet, sondern unter Umständen auch der Patient. Wie kann es vermieden werden, dass es soweit kommt? Ab wann sollte ein anderer den Arzt zu Mäßigung anhalten und wer? Die Patienten können es schlecht sein.
#1 am 03.03.2017 von Medizinischer Laie (Gast)
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