Ersatzpräparat

19.05.2010
Teilen

Es ist Samstag Mittag – die meisten Apotheken in der Umgebung haben bereits zu. Ein Kunde (ein mittelalter Mann) drückt mir ein Rezept mit angeheftetem Kassabon in die Hand. Auf dem Rezept sind 3 Medikamente. 2 davon wurden laut Kassabon in einer anderen Apotheke bezogen. Ich entziffere das dritte als Voltaren Migräne. 

Voltaren Migräne?

Noch nie gehört.

 

Der Kunde: „Haben Sie das? Jetzt bin ich schon in drei anderen Apotheken gewesen, die das nicht hatten.“

Ich sage: „Nein, das muss neu sein, das haben wir noch nicht hier.“

Ich sehe seinen enttäuschten Gesichtsausdruck.

Aber ich kann mal nachschauen, was da drin ist und es eventuell ersetzen, wenn es dringend ist.“

Es ist. Er braucht das gegen seine Kopfschmerzen, die ihn jetzt schon ein paar Tage am Stück plagen.

 

Der Computer sagt mir, dass da Diclofenac-Na 50mg drin ist. Wenn ich nach Generika suche, gibt es mir Voltaren rapid an – sogar als die gleiche galenische Form. Auf Deutsch: auch bei Voltaren Migräne handelt es sich wieder nur um ein Co-Marketing Medikament. D.h. dasselbe drin, anders vermarktet.

Dafür machen sie sicher Werbung bei den Ärzten (denn es ist auch rezeptpflichtig). Statt 10 oder 20 Tabletten wie in  Voltaren rapid, gibt es aber nur 6 oder 12 Tabletten – und sie werden nur zum Teil und nur von der Zusatzversicherung bezahlt – Im Gegensatz zum rapid, das von der Grundversicherung übernommen wird.

 

Da das für den Kunden, der bei der Assura versichert ist, egal ist (er zahlt sowieso erstmal selber und er braucht es jetzt), stimmt er zu, dass ich ihm statt dem Voltaren Migräne das identische Voltaren rapid 10 Stück gebe.

Ich gebe ihm noch ein paar Tips, was er sonst noch machen kann gegen seine Migräne und er geht zufrieden aus dem Geschäft.

 

Ich bin auch zufrieden: Da habe ich wirklich mal wieder das Gefühl etwas gut gemacht zu haben. Für so etwas arbeite ich!

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

0 Wertungen (0 ø)
173 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Notiz vom Vortag: 'Der Arzt hat Coversum verschrieben. Haben Herrn Unsicher das Generikum angeboten. Der hat gesagt, mehr...
Eine ältere Frau steht vor dem Regal mit den Grippe / Erkältungsprodukten und Schmerzmitteln: „Könnten Sie mir mehr...
Erzählt mir die Apothekerkollegin von der sehr wirksamen Lösung, die sie für die Freundin eines älteren Mannes mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: