Broken-Heart-Syndrom - Was steckt dahinter?

11.02.2017
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„Das bricht mir das Herz“ – jeder kennt diesen Satz, aber nur die wenigsten können sich vorstellen, dass diese Situation tatsächlich eintreten kann. Tako-Tsubo-Kardiomyopathie nennt sich ein medizinisches Phänomen, das unter dem Namen Broken-Heart-Syndrom bekannt ist, eine Erkrankung des Herzmuskels, die wie aus heiterem Himmel auftritt. Emotionaler Stress kann dieses Syndrom auslösen, das jedoch im Gegensatz zu den meisten anderen Erkrankungen des Herzens in der Regel nach einigen Wochen wieder komplett abheilt.

Was genau ist eigentlich ein Broken-Heart-Syndrom?

Kommt es zu einem Broken-Heart-Syndrom, dann ist die linke Herzkammer betroffen, die bedingt durch einen seelischen Ausnahmezustand nicht mehr richtig funktioniert. Das sprichwörtlich gebrochene Herz zählt zu den primär erworbenen Herzmuskelerkrankungen, angeboren ist diese Erkrankung nicht. Vielfach wird das Syndrom bei der ersten Diagnose fälschlicherweise für einen Herzinfarkt gehalten, da es die gleichen Symptome gibt. Was die beiden Herzerkrankungen unterschiedet, ist, dass das Broken-Heart-Syndrom nicht unbedingt lebensbedrohlich ist, dennoch besteht die Möglichkeit, dass es zu Komplikationen kommt. Beschrieben wurde das Syndrom zum ersten Mal in den 1990er Jahren, es trifft häufiger Frauen als Männer, es ist in Asien sehr verbreitet, aber große Datenerhebungen oder Studien gibt es bis heute darüber nicht.

Welche Symptome können auftreten?

Wie schon erwähnt, die Symptome eines Broken-Heart-Syndroms ähneln denen eines Herzinfarktes. Die Betroffenen leiden plötzlich unter Atemnot, es kommt zu einem Gefühl der Enge in der Brust und die Schmerzen werden vielfach als vernichtend beschrieben. Auch der Blutdruck kann rapide abfallen, der Herzschlag wird beschleunigt, die Patienten schwitzen stark, sie haben Angst und auch Übelkeit sowie Erbrechen können zu den primären Symptomen gehören. Möglich sind zudem Anzeichen, die auf eine Herzschwäche hindeuten. Dazu gehören Ödeme in den Beinen, aber auch in der Lunge, da sich das Blut in der Lunge staut, weil das Herz nicht in der Lage ist, es durch den Körper zu pumpen.

Welche Komplikationen sind möglich?

Selbst wenn der Mechanismus, der zu den Symptomen bei einem Broken-Heart-Syndrom führt, vollkommen anders ist als bei einem Infarkt, kann das Syndrom trotzdem lebensgefährlich werden. Das ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn bei den Patienten massive Herzrhythmusstörungen auftreten, was im schlimmsten Fall zum Herztod führen kann. Kommt es zu einer ausgeprägten Pumpschwäche des Herzens, dann besteht die Gefahr eines kardiogenen Schocks, denn wenn der Blutdruck sehr stark abfällt, dann wird der Organismus nicht mehr mit der Menge an Sauerstoff versorgt, die er braucht. Wird der Patient nicht rechtzeitig medizinisch behandelt, dann endet diese Komplikation tödlich.

Welche Ursachen gibt es?

In den meisten Fällen wird das Broken-Heart-Syndrom von schweren seelischen Belastungen ausgelöst. Dabei kann es sich um Trauern handeln, aber auch um Liebeskummer nach einer Trennung. Traumatische Erlebnisse, wie sie ein Gewaltverbrechen oder auch eine Naturkatastrophe auslösen, sind ebenfalls dafür verantwortlich, wenn ein Herz buchstäblich bricht. Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Erkrankung oder auch eine Situation, die als existenzgefährdend wahrgenommen wird, kann zu dieser Funktionsstörung des Herzens führen. Aber nicht nur negativer Stress kann das Herz „brechen“ lassen, auch positive Ereignisse können das Syndrom verursachen. Wer plötzlich mit einem hohen Lottogewinn konfrontiert wird oder wenn die Freude über das eben geborene Enkelkind zu groß ist, dann können diese Ereignisse das Herz aus dem Takt bringen. Allerdings sind die positiven Stresssituationen deutlich seltener als die negativen, emotionalen Belastungen.

Wie wird das Syndrom behandelt?

Da es besonders in den ersten Stunden riskant sein kann, werden die Patienten, die mit einem gebrochenen Herzen ins Krankenhaus kommen, auf der Intensivstation permanent überwacht. Um die Stresshormone auszubremsen, kommen als Therapie sowohl Alpha- als auch Betablocker infrage, und sollte es Anzeichen einer Herzschwäche geben, dann werden die entsprechenden Medikamente verabreicht. In den meisten Fällen gehen die Symptome danach wieder zurück und bei den Patienten normalisiert sich die Herzfunktion wieder.

Bildquelle: © Depositphotos.com / JohanSwanepoel

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.02.2017.

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Medizin, Kardiologie
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