Das Schweinegrippen-Chaos

17.11.2009
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Seit gut zwei Wochen ist er endlich da: der Impfstoff gegen Schweinegrippe. Das Problem -zumindest in Baden-Württemberg- ist die Verteilung, die durch die öffentlichen Apotheken des Bundeslandes erfolgen sollte. Jede Apotheke darf verteilen, keine muss es tun. Und obwohl es vom Ministerium für Arbeit undSoziales einen Verteilerschlüssel gibt, kommt in der Region Mannheim/Heidelberg kein oder viel zu wenig Impfstoff an.

Offiziell heißt es:

Die Zahl der für Baden-Württemberg zu Beginn der Impfungen am 26.10.2009 ursprünglich in Aussicht gestellten Impfdosen musste vom Hersteller produktionsbedingt nach und nach nach unten korrigiert werden. Zur Auslieferung kamen in der 43. Kalenderwoche 204.000 Dosen (408 Packungen). In der 44. Kalenderwoche betrug die nach Baden-Württemberg gelieferte Menge 112.000 Dosen (224 Packungen). Wir gehen aber davon aus, dass sich die Ausbeute und damit die wöchentlichen Liefermengen kontinuierlich erhöhen werden.

[...]

Bisher konnte nur ein Bruchteil der 2.800 Apotheken in Baden-Württemberg beliefert werden. Das Logistikunternehmen wurde vom Ministerium für Arbeit und Soziales angewiesen, Apotheken in den jeweiligen Landkreisen nur bis zur berechneten Maximalmenge (zwischen 6 und 11 Packungen je Landkreis in der 43. und 2 und 5 Packungen in der 44. Kalenderwoche) zu beliefern.

Inoffiziell kommt -zumindest laut dem offiziellen Impfportal von Landesapothekerkammer und -verband- kein Impfstoff hier an. Das liegt wohl daran, dass die Kollegen, die Impfstoff haben, die eigentlich verpflichtende Bestandsmeldung einfach nicht machen. Alternativ werden Impfbestände gemeldet, wenn man aber beim Kollegen anruft, erhält man als Antwort, dass er von seinen Beständen nichts abgeben werde. Soviel zum "kollegialen Verhalten", das in den Gesundheitsberufen aber noch nie besonders ausgeprägt war. Nicht umsonst heißt es immer noch "Der größte Feind des Apotekers ist der Apotheker". Und so ist es wohl auch bei der Verteilung des Impfstoffes.

Ein Arzt meinte zu mir nur, dass wir noch froh sein könnten, dass die Schweinegrippe verhältnismäßig harmlos ist und dass man so mal einen Generalprobe für eine echte Katastrophe hätte. Diese echte Katastrophe müsste dann aber wesentlich besser gehandhabt werden als das derzeitige Chaos.

Übrigens: für die Bediensteten der Stadt Mannheim gab es ausreichend Impfstoff. Sogar soviel, dass einige Dosen übrig geblieben sind. Das hat mir eine Kundin verraten, die im öffentlichen Dienst arbeitet.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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