Studie über die Wirkung von Arganöl auf das kardiovaskuläre System

13.12.2016
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In einer Studie aus dem Jahr 2006 untersuchten kanadische und marokkanische Wissenschaftler gemeinsam, wie sich Arganöl bei regelmäßiger Einnahme auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken kann. Verschiedene bereits früher veröffentlichte Ergebnisse von Untersuchungen wurden zusammengefasst.

Sowohl Versuche im Labor als auch bei an Menschen und Labortieren durchgeführte Untersuchungen deuten darauf hin, dass Arganöl eine positive Rolle bei der Vorbeugung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems spielen könnte. Wie die Studie ausführt, könnte es bei längerfristiger Einnahme sogar vor Arterienverkalkung und Krebs schützen.

Untersuchungsschwerpunkte und Ergebnisse

Wie bereits durch frühere Untersuchungen bestätigt werden konnte, kann die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, wohingegen sie mit der Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren abnimmt. Ungesättigte Fettsäuren kommen sowohl in Arganöl als auch in vielen anderen Pflanzenölen wie zum Beispiel Oliven-, Leinsamen-, und Sonnenblumenöl reichlich vor.

Öle, die reich an Ölsäure sind, haben einen günstigen Einfluss auf Blutdruck, Glukosestoffwechsel und Lipoproteine, die im Blut unter anderem zum Transport von Fett und Cholesterin dienen. Die Funktion des Endothels, einer dünnen Schicht, die das Innere von Blutgefäßen auskleidet, wird angeregt, was der Regulation des Herz-Kreislauf-Systems dient. Gleichzeitig werden durch die Ölsäure Entzündungen und oxidativer Stress gehemmt. Diese Mechanismen wurden grundsätzlich durch mehrere Studien zu kalt gepresstem Ölivenöl belegt, welches in seiner Zusammensetzung bezüglich der Öl- und Linolsäuren sowie den Antioxidantien dem Arganöl stark ähnelt.

Eine Untersuchung der chemischen Zusammensetzung von Arganöl ergab, dass es die beiden Steroltypen Schottenol und Spinasterol enthält, die für ihre Krebs hemmenden Eigenschaften bekannt sind. Außerdem enthält es eine nennenswerte Menge an Squalen, einem Stoff, der in der Alternativmedizin als Mittel gegen Krebserkrankungen eingesetzt wird, dessen Wirkung jedoch bisher noch nicht ausreichend klinisch belegt ist.

Wie die Studie ausführt, legt die Qualität der im Arganöl enthaltenen Fettsäuren und die Vielzahl der antioxidativen Komponenten nahe, dass das Öl als Ernährungsbestandteil möglicherweise Krankheiten wie denen des Herz-Kreislauf-Systems vorbeugen könnte. Jedoch gibt es zugegebenermaßen nur wenige Studien zur biologischen und pharmakologischen Wirkung von Arganöl.

In einem Vergleich dreier Pflanzenöle wurde das Verhältnis von einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren untersucht. Während Sonnenblumenöl zu über 61 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure) besteht und Olivenöl zu 73 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure), ist das Verhältnis beim Arganöl mit knappen 45 Prozent einfach ungesättigten zu 34 Prozent mehrfach ungesättigten Fettsäuren relativ ausgeglichen. Linolsäure dient als chemischer Ausgangsstoff für weitere Stoffe, die unter anderem die Erweiterung der Blutgefäße regulieren.

Wie eine andere Studie an Seren von Menschen und Laborratten zeigt, ist die im Arganöl vorhandene Linolsäure auch für die Bildung von Arachidonsäure notwendig, die die Konzentration des Gesamtcholesterins und des „schlechten“ LDL-Cholesterols im Blutplasma senkt und die des „guten“ HDL-Cholesterols erhöht, was wiederum günstige Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat und das Risiko einer Erkrankung der Arterien vermindert.

Ein weiterer untersuchter Effekt betrifft die Aufnahme des Cholesterols im Körper. Die Struktur der pflanzlichen Sterole im Arganöl auf molekularer Ebene ist der des menschlichen Cholesterols sehr ähnlich. Da das aufgenommene pflanzliche Sterol mit dem körpereigenen Cholesterol konkurriert, wird insgesamt die Aufnahme der Cholesterols reduziert. Klinische Studien belegten, dass bereits eine Aufnahme von zwei bis drei Gramm pflanzlichen Sterolen das LDL-Cholesterol um signifikante zehn bis 15 Prozent senkt. Bei einer vergleichenden Studie an zwei Gruppen von gesunden Testpersonen war zu erkennen, dass die regelmäßige Einnahme von Arganöl das Niveau des LDL-Cholesterols erheblich senkt. Allerdings ergab eine zweite Studie, dass die Einnahme von Olivenöl eine noch größere Senkung des LDL-Niveaus zur Folge hat. Andererseits reduziert Arganöl wiederum stark den Anteil an Triglyzeriden, welche ebenfalls einen Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems darstellen.

Eine weitere Studie betrifft die blutdrucksenkende Wirkung des Arganöls. Nachdem Laborratten über sieben Wochen ein mit Arganöl angereichertes Futter bekommen hatten, wiesen sie nicht nur einen niedrigeren Blutdruck, sondern auch weniger oxidative Stressmarker auf, was den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zugeschrieben wird.

Über die Wirkung der Antioxidantien wurden zwei Studien durchgeführt, eine im Labor und eine weitere an mehreren Testpersonen. Beide Studien ergaben, dass aus Arganöl hergestellte phenolhaltige Extrakte zum einen den Zerfall von Vitamin E, des wichtigsten Antioxidants, reduzieren können, zum anderen die Peroxidation des LDL-Cholesterols verzögern. Innerhalb von 7 Wochen konnte bei den Testpersonen eine Erhöhung des Vitamin E-Gehalts um bis zu 16 Prozent erreicht werden. Der schützende Effekt beruht hierbei vor allem darauf, dass freie Radikale so besser gebunden werden können, was die Kettenreaktion der Peroxidation unterbricht.

Fazit / Schlussfolgerung

Arganöl ist ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel, welches das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen senken kann. Die Schutzwirkung beruht vor allem auf der chemischen Zusammensetzung. Arganöl ist reich an sowohl einfach als auch mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien. Die betrachteten Studien legen nahe, dass der Verzehr von Arganöl mehrere positive Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem kombiniert. Allerdings wird in der Studie abschließend erklärt, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um sowohl die kardiovaskulären als auch die Krebs hemmenden Auswirkungen zu bestätigen.

 

Quellen

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16554174

http://www.arganoel360.info/studien.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Arganöl

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.12.2016.

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Medizin, Forschung, Kardiologie
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