Charity

31.12.2011
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Kennen Sie Kishon? Da gibt es diese wundervolle Satire in der er und sein Freund Jossele im Fußballstadion sitzen und dem Untergang der israelischen Nationalmannschaft gegen die Bulgaren beiwohnen. Die in blau-weiß spielenden Israelis kassieren einen Treffer nach dem anderen gegen die in gelb gekleideten übermächtigen „Balkanteufel“ und Ephraim ist als guter Patriot den Tränen nahe. Da beschließt Jossele „Von jetzt an spielen die Israeli in Gelb“.

Ab der 32. Minute dieses Spieles gilt für sie das „Einstein-Jossele-Prinzip“ und sie genießen einen grandiosen 5:0 Sieg ihrer Mannschaft...

 

Ab Mitternacht werde ich es genauso halten, ab da gilt für mich „alles ist relativ“ und ich bin die Charity Queen von Deutschland!

 

Anstatt mich ständig über die politisch gewollte Zwangsenteignung zu grämen, werde ich mein gesamtes Einkommen an all diejenigen spenden, die es offensichtlich viel viel nötiger haben als ich:

 

-          an die kranken Kassen eine Geldspende von 2,05 Euro je Packung, das sind immerhin gut 25% der mir von Staats wegen zugestandenen Vergütung von 8,10 pro Packung..

 

-          an die noch kränkeren Kassen (BKK Novitas, BKK vor Ort, BKK Hoesch, etc.) zusätzlich großzügige Sachspenden in Form von nicht bezahlten  Betäubungsmitteln.

 

-          an alle Kassen mit Rabattverträgen immense Zeitspenden durch den ständig wachsenden Beratungsbedarf ihrer Patienten

 

-          an alle meine Kunden, die ihre freiverkäuflichen Medikamente gewöhnlich übers Internet oder im Dromarkt kaufen ebenfalls großzügige Leistungsspenden in Form von kostenloser Beratung bezüglich eben dieser Medikamente und zusätzlich rund 300 Stunden abzuleistender Notdienst, falls es doch mal brennt und man vergaß die 99 Cent Paracetamol rechtzeitig zu bestellen

 

-          an Apothekerkammer, -Verband, Berufsgenossenschaft, IHK, und was weiß ich noch wen, Geldspenden in Form von Zwangsbeiträgen für – weiß der Kuckuck...ist ja auch egal, die müssen ja schließlich auch von etwas leben

 

-          und last but not least an die wirklich aller aller ärmsten in unserem Lande, die Großhandlungen: eine wirklich üppige Geldspende in Form von weitestgehendem Rabattverzicht zu Gunsten von Dividendenzahlungen und genossenschaftlichen Ausschüttungen – und damit meine GH Vertreterin ihren 5er BMW behalten kann. Das sind immerhin so etwa 60% meines persönlichen Einkommens – da kann Frau Ohoven sich ruhig mal eine Scheibe abschneiden finde ich!

 

 

Sollte ich irgendwen an dieser Stelle vergessen haben – nur keine Scheu, solange nicht auch der letzte Cent gespendet ist werden auch Sie großzügig bedacht...

 

Mit einer Ausnahme allerdings:

Lieber Herr Bahr, Herr Lauterbach, Frau Bender und Herr Spahn, Anfragen bezüglich der Spende meiner Wählerstimme sind so lange absolut zwecklos, bis endlich Schluss ist mit Pick up, Apotheke light, Apothekensonderopfer, Präqualifizierung und dem ganzen anderen Sch...

 

So, und nun Ironie aus:

 

Allen einen guten Rutsch und ein hoffentlich nicht ganz so schlechtes neues Jahr, ansonsten machen Sie`s so wie ich und spenden Sie fleißig...

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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