Divertikulitis - mehr als nur Probleme mit dem Darm

05.12.2016
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Probleme mit dem Darm sind vielfältig und reichen von der Obstipation über die Diarrhoe bis zur Divertikulitis. Während eine Verstopfung und auch Durchfall in der Regel relativ schnell in den Griff zu bekommen sind, bedarf es bei einer Divertikulitis schon einiges mehr, bis die Patienten wieder wohlauf sind. Die Ausstülpungen in der Darmwand betreffen vor allem ältere Menschen, vorwiegend in den westlichen Industrienationen und mittlerweile ist jeder vierte bis fünfte von Divertikeln betroffen.

Eine unauffällige Erkrankung

Von Divertikulitis ist immer dann die Rede, wenn sich am absteigenden Ast des Dickdarms, meist dort, wo der Darm eine Biegung macht, Ausstülpungen bilden, die sogenannten Divertikel. Selbst wenn es sich um mehrere Ausstülpungen und damit um eine Divertikulose handelt, ist aus medizinischer Sicht nicht von einer Erkrankung die Rede und die Betroffenen haben oftmals keinerlei Symptome. Das ändert sich in dem Moment, wenn sich die Divertikel entzünden, denn dann klagen die Patienten über Fieber, Schmerzen im Bauch und Verstopfungen oder Blähungen. Die Divertikulitis tritt in unterschiedlichen Stadien auf:

Welche Ursachen hat eine Divertikulitis?

Eine Divertikulitis ist vielfach auf eine falsche Ernährung zurückzuführen. Viele Betroffene litten aufgrund einer ballastarmen Ernährung schon im Vorfeld an Verstopfungen, die eine Entstehung der Krankheit gefördert haben. Es sind Nahrungsmittel, die aus Weißmehl hergestellt werden, aber auch Fast Food wie Pommes frites und Pizza, die dem Darm zu schaffen machen. Diese an Fasern sehr arme Kost macht den Stuhlgang hart und sehr fest. Auf diese Weise erhöht sich mit der Zeit der Innendruck im Darm und im Alter, wenn das Bindegewebe weniger elastisch ist, führt das an manchen Stellen zu Ausbuchtungen und es bilden sich Divertikel. Wenn dann Reste des Stuhlgangs in den Divertikeln zurückbleiben, dann kommt es zu Entzündungen und es entsteht eine Divertikulitis.

Vorbeugung und Therapie

Da eine Divertikulitis ihren Ursprung in der Ernährung hat, ist es nicht weiter verwunderlich, dass mit der richtigen Ernährung der Erkrankung vorgebeugt werden kann. Auf dem Speisezettel sollten neben ballastreicher Kost wie Obst und Gemüse vor allem viele Vollkornprodukte stehen. Wenn es um eine unkomplizierte Form der Erkrankung geht, dann kann schon Fasten und viel flüssige Kost für eine Erleichterung sorgen. Wenn der Patient seine Ernährung langfristig umstellt und sich ausreichend bewegt, dann lässt sich die Divertikulitis in den Griff bekommen. Zusätzlich können auch Antibiotika wie Metronidazol, Ciprofloxacin oder andere entzündungshemmende Wirkstoffe die Therapie unterstützen. Sollte der Patient über Schmerzen klagen, dann können Metamizol oder auch Butylscopolamin dabei helfen, die schmerzhaften Bauchkrämpfe zu lindern.

Hat der Patient Fieber und sehr starke Schmerzen, dann ist ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik notwendig. Die Patienten nehmen zunächst keine feste Nahrung zu sich und werden mit Antibiotika und Infusionen behandelt. Nicht selten ist nach einer solchen Therapie keine Operation mehr nötig. Wenn sich die Beschwerden bessern, dann kann mit dem Nahrungsaufbau nach zwei bis drei Tagen begonnen werden.

Text wurde zur Verfügung gestellt von rs-aktuell.net

Bildquelle: © Depositphotos.com / rob3000

Artikel letztmalig aktualisiert am 05.12.2016.

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