Jupiter und die Ochsen

22.09.2011
Teilen

 

 

 

Für meinen letzten Blogbeitrag habe ich mich im Internet ein wenig über Herrn H. informiert und stieß bei YouTube auf einen sehr aufschlussreichen Videobeitrag des AOK Bundesverbandes, in dem unser Held die Segnungen der Rabattvertäge einmal ganz genau erklärt...

So richtig interessant wird es dabei ab 3:17, wo Herr H. nach den Vorteilen für seine Versicherten befragt wird und dem geneigten Zuschauer allen ernstes weismacht , dass der Patient nun ein großes Maß an mehr Therapiesicherheit hätte, weil ja der Apotheker früher immer das Medikament derjenigen Firma „aus dem Regal holte“, die ihn am großzügigsten geschmiert hätte,( Er nennt es „von der pharmazeutischen Industrie mit gewissen Vorteilen ...bedacht“ ) und er so ständig etwas anderes bekam....

An dieser Stelle dachte ich spontan:

 „aber das, was Du jetzt machst ist doch genau das Gleiche: nun lässt Du Dich von derIndustrie „bedenken“ und nennst es frech Rabattverträge!!

Und überhaupt,

-         Du reklamiertst den 16% igen Generikaabschlag als „Großkundenrabatt“ für dich, möchtest uns Apothekern aber sämtliche Einkaufsvorteile bei Großhandlungen verbieten.

-         Du lehnst das ABDA/KBV Modell wegen der angeblich implizierten Wirkstoffverordnung rigoros ab, gleichzeitig kann der Hausarzt momentan verordnen was er will, der Patient bekommt das Arzneimittel der Firma, die Deine Wirkstoffausschreibung gewonnen hat – wenn das keine Wirkstoffverordnung ist, dann weiß ich wirklich nicht...

-         ...und wenn Du in der Nase bohrst ist es wahrscheinlich ästhetisch, wenn ich das gleiche mache wohl Erregung öffentlichen Ärgernisses...

Tja liebe Kolleginnen und Kollegen und dann hatte ich endlich begriffen ( jetzt heißt es ganz tapfer sein):

Auch wenn es vordergründig so aussieht, als forderten Herr H. und die deutschen Apotheker eigentlich das Gleiche, so ist es aber de facto noch lange nicht dasselbe, denn wie wusste schon der alte Lateiner:

Quod licet Jovi non licet bovi

( was Jupiter darf, steht dem Ochsen nicht zu)

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

3 Wertungen (5 ø)
172 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Obwohl unser Berufsstand ja häufig etwas konservativ und verstaubt daherkommt, macht der technische Fortschritt auch mehr...
Warum?
 Meine Krankenkasse hat den Zusatzbeitrag erhöht, genau so wie fast alle Kassen, aber eher unauffällig mehr...
Liebes DAK Fachzentrum Bremen, liebe Arzneimittelfachgruppe, dank eures geballten Fach- und Sachverstandes habe mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: