Vorhofflattern - wenn das Herz ins Stolpern kommt

26.11.2016
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Das Herz ist mit einer Maschine zu vergleichen, die unter normalen Umständen immer im gleichen Takt arbeitet. Kommt aber nur ein Schräubchen ins Getriebe, dann kommt die Maschine aus dem Takt und das macht sich auf unangenehme Art und Weise bemerkbar. Vorhofflattern ist so ein Fall, denn bei dieser Form der Herzrhythmusstörung gerät das Herz ins Stolpern und für die Betroffenen bedeutet das, sie leiden unter Herzrasen, Schwindel und Atemnot. Wie gefährlich ist diese Störung und was löst sie eigentlich aus?

Das Herz kommt aus dem Takt

Kommt es zum Vorhofflattern, dann ist immer der rechte Vorhof des Herzens betroffen. Die Rhythmusstörung bringt das elektrische Signal des Sinusknotens aus dem Takt, da es im rechten Vorhof zu einer sogenannten kreisenden Erregung kommt. Die Vorhöfe werden bis zu 300 Mal in einer Minute stimuliert und diese Impulse werden dann an die Herzkammern weitergeleitet. Aber das Reizleitungssystem des Herzens hat einen Schutz, den AV-Knoten, der das Herz vor allzu schnellen Erregungen schützt. Dieser Schutz sorgt dafür, dass nur jedes zweite, dritte oder vierte Signal auch in die Muskelzellen der Herzkammern weitergegeben wird. Das Herz schlägt dann nur bis zu 150 Mal in der Minute. Es kann jedoch passieren, dass der Schutz nicht funktioniert, dann gelangen die Erregungen ungefiltert an die Herzkammern, sodass sich die Frequenz auf 300 Schläge pro Minute erhöht. Wenn das geschieht, dann werden die Betroffenen sehr schnell bewusstlos.

Was löst das Vorhofflattern aus?

In den meisten Fällen kommt es bei einer koronaren Herzerkrankung durch eine Herzentzündung oder nach einer Operation am Herzen zu einem Vorhofflattern. Nur in sehr seltenen Fällen gibt es keinen spezifischen Grund für diese Herzrhythmusstörung. Die Patienten fühlen sich sehr müde, sie leiden unter Atemnot und ihnen wird schnell schwindelig. Viele empfinden es als sehr unangenehm, wenn das Herz rast und wenn sie ein Druckgefühl in der Brust bemerken. Vorhofflattern tritt immer plötzlich wie aus heiterem Himmel auf und die Betroffenen denken nicht selten, dass sie einen Herzinfarkt erlitten haben. Ein deutliches Symptom, dass es sich um ein Vorhofflattern handelt, ist ein sehr schneller, aber immer regelmäßiger Puls.

Sehr gut zu erkennen

Als erste Maßnahme wird der Arzt ein EKG machen, um einem Herzinfarkt ausschließen zu können. Über Elektroden, die auf der Brust platziert werden, misst das EKG die Herzströme und zeichnet sie dann mit der Hilfe eines Schreibers auf. Wenn es sich um ein Flattern des Vorhofes handelt, dann kann der Arzt das anhand des EKGs sehr schnell feststellen, denn das Muster, das der Schreiber aufzeichnet, ähnelt den Zähnen eines Sägeblatts. Wenn das Muster fehlt und der Arzt sich bei der Diagnose nicht sicher ist, dann wird eine Herzkatheteruntersuchung gemacht. Durch eine Vene in der Leiste wird ein Elektrodenkatheter bis zum Herz vorgeschoben und über einen Monitor kann der Arzt das Herz beobachten und dann seine Diagnose stellen.

Wie wird die Störung behandelt?

Wie die Rhythmusstörung behandelt wird, das hängt immer mit der Häufigkeit zusammen, in der das Flattern auftritt. Tritt es nur vereinzelt auf, dann kommt als Behandlung eine Elektrokardioversion in Betracht. Diese Form der Therapie erinnert an eine Defibrillation, wenn ein Patient wiederbelebt werden muss. Dem Patienten werden zwei Elektroden auf die Brust geklebt, er bekommt eine kurze Narkose und über die Elektroden wird dann ein kurzer Stromstoß durch das Herz geleitet. Der Stromstoß sorgt dafür, dass das Herz wieder im Takt schlägt. Kommt es häufiger zu einem Flattern, dann wird mit einem Elektrodenkatheter, der über die Leiste eingeführt wird, das Gebiet verödet, in dem es immer wieder zu einer Störung kommt. Diese Therapie ist sehr erfolgreich, denn in 95 % aller Fälle werden die Patienten als geheilt entlassen.

Text wurde zur Verfügung gestellt von ratgeber-guide.de

Bildquelle: © Depositphotos.com / alexmillos

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.11.2016.

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