Dummerchen

11.03.2011
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Gestern erhielt ich Post von Herrn Spahn.

Neben dem üblichen Blabla (..beobachten die Situation genau, setzen uns weiter für pick-up Verbot ein u.s.w.) wies er mich aber nun schon zum zweiten Mal darauf hin, dass Apotheken

„nach der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) eine eigene leistungsgerechte Vergütung“ erhalten.

Ich habe ihn dann zurückgefragt, wie er von Leistungsgerechtigkeit sprechen könne, wenn mein Betrieb 85% seiner Arbeitsleistung für die GKV aufwende, der daraus erwirtschaftete Rohgewinn aber nicht annähernd die Kosten decke.

Ich Dummerchen!!

Ich dachte nämlich, es wäre leistungsgerecht, wenn ich von meiner Arbeit leben könnte.

 

Wikipedia belehrte mich eines besseren:

„Der Begriff Leistungsgerechtigkeit bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre die Vorstellung einer Gerechtigkeit davon, dass das Einkommen einer Person der Marktleistung für andere entsprechen soll.“

 

Also, mein Einkommen ist leistungsgerecht, weil es meiner Marktleistung für andere (hier GKV) entspricht! Genauer gesagt, meine Leistung für die GKV ist rein finanziell betrachtet nichts wert – ich zahle ja sogar noch drauf – aber dennoch gerecht, weil nicht ich den Wert meiner Leistung bestimme, sondern der Markt.

Deshalb betonen unsere Politiker auch so gerne, dass wir Apotheker (gilt das auch für Ärzte?)

eine eigene leistungsgerechte Vergütung bekommen – das bedeutet nämlich noch lange nicht, dass sie auch glauben, wir müssten davon leben können!

 

..was mich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht wundert ist die Tatsache, dass eine Berufsgruppe in unserem Staat sich von dem Begriff der Leistungsgerechtigkeit komplett abkoppelt und ihr Einkommen lieber selbst bestimmt.

Herr Spahn hat dazu auf seiner Homepage sogar einen extra Bereich eingerichtet wo er schreibt:

“Die Vorstellungen, was ein Abgeordneter "verdient", liegen weit auseinander - was er bekommt, ist klar geregelt.

Dabei gilt meines Erachtens, dass wer gute und engagierte Politiker will, sie auch angemessen entlohnen muss. Und bei einer 60-70-Stunden-Woche und viel Abend- und Wochenendarbeit kann ich meiner Meinung nach selbstbewusst sagen: ich bin mein Geld auch wert.“

 

Lieber Herr Spahn: Auch ich leiste gute und engagierte Arbeit und  hätte auch gern eine angemessene Entlohnung.

 

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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