Die Ursachen von Zahnarztangst bei Kindern

14.11.2016
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Wer kann schon wirklich in ein Kind hineinblicken? Die Ursachen, warum ein Kind eine Zahnarztangst oder sogar eine Zahnarztphobie entwickelt, sind sicherlich als sehr vielschichtig zu betrachten und keineswegs mit pauschalen Aussagen zu belegen.

Um überhaupt einen Ansatz zur Ursachenforschung zu finden, sollte der Grundsatz gelten, dass sich die Charaktere von Kindern nur schwer in Muster fassen lassen. Das liegt schlichtweg daran, dass die Charakterbildung eines Kindes natürlich noch nicht abgeschlossen ist und vielleicht auch nie abschließt. Das kann jeder Erwachsene an sich selbst überprüfen, indem er oder sie die aktuelle Einstellung zu sich selbst betrachtet und mit der Vergangenheit vergleicht. Ein zwanzigjähriger Erwachsener besitzt ein völlig anderes Bild von sich selbst zu dem, was etwa ein Vierzigjähriger über sich denkt.

Die kindliche Sensibilität

Bei Kindern wechseln die Vorstellungsbilder und die Einstellung zur Realität noch viel schneller, da viele Eindrücke und Erfahrungen völlig neu sind und verarbeitet werden müssen. Dazu gehören auch Eindrücke und Erfahrungen, die Ängste auslösen können. Hier ist es wiederum eine Frage der Sensibilität des Kindes. Diese steht im Kontext mit dem unmittelbaren Umfeld, wobei auch hier keine pauschalen Aussagen zu treffen sind. Ein Beispiel dafür könnte sein, dass ein Kind mit mehreren Geschwistern seine Sensibilität anders behandelt als ein Einzelkind. Vor allem ältere Geschwister besitzen wie die Eltern hierbei eine Vorbildfunktion, die kaum bewusst wahrgenommen wird.

Im Idealfall lernt das Kind über das Verhalten seiner Geschwister, dass nicht alle Ängste wirklich begründet sind. Im schlimmsten Fall jedoch übernimmt das Kind die Ängste des älteren Bruders oder der Schwester. Einzelkinder wiederum suchen sich neben den Eltern weitere Vorbilder, an deren Verhalten sie sich orientieren. In Bezug auf die Vorbildfunktion von Eltern oder anderen Verwandten kann zumindest festgestellt werden, dass ein Kind nicht wie ein junger Erwachsener betrachtet werden sollte und ein entsprechendes Verhalten an den Tag gelegt werden sollte.

Vernunft allein löst keine Ängste

Sehr schwierig sind frühkindliche Traumata, da sich diese tief im Unterbewusstsein einprägen und dabei Verknüpfungen erstellen, die sehr weitreichend sind. Das liegt daran, dass im unterbewussten Gedächtnisspeicher eines Kleinkindes noch nicht viele Erfahrungen abgelegt sind, die traumatische Erlebnisse egalisieren könnten. So kann sich ein Trauma regelrecht ausbreiten und es entstehen Assoziationen, die Verknüpfung von Sinneseindrücken.


Ein Beispiel dazu wäre etwa der Krankenbesuch eines Verwandten in der Klinik. Mit dabei ist das Kleinkind. Während des Besuchs wird vielleicht durch einen Schrei oder dem Anblick von Blut ein Trauma ausgelöst. Nun verknüpft sich im Gedächtnisspeicher des Kleinkindes nicht nur das Geräusch oder die Farbe des Blutes mit dem Trauma, sondern ebenso die gesamte Umgebung, in Kliniken etwa die Farbe Weiß. Hier könnte nun eine Brücke zur weißen Ausstattung einer Zahnarztpraxis geschlagen werden. Solche Verknüpfungen gehören zu unserem Alltag, auch für Erwachsene. Wie sonst könnten Ängste erklärt werden, die eigentlich keine reale Grundlage besitzen?

Dabei geht es nicht um evolutionäre Grundängste wie die Angst vor der Dunkelheit. Die Zahnarztangst von Kindern, welche vorher nie in einer Zahnarztpraxis waren, kann auf Erfahrungen beruhen, die in keinerlei Verbindung mit der Zahnbehandlung oder der Zahnvorsorge stehen. Der Grund, warum ein Kind schon beim Eintritt in eine Zahnarztpraxis in Panik ausbricht, ohne vorher entsprechend schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht zu haben, kann irgendwo in der Vergangenheit liegen. Dabei kennt das Kind selbst diesen Grund nicht, zumindest nicht bewusst.

Durch falsche Kommunikation oder unsensiblen Umgang können die Ängste vor dem Zahnarzt zusätzlich verstärkt werden. Um dies zu verhindern, lesen Sie gern einmal diesen Artikel. Hier wird sehr gut beschrieben, wie der Umgang mit kleinen Angstpatienten aussehen kann.

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.11.2016.

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