Minimalisten-Rezept

13.11.2016
Teilen

rpminimum

Ich weiss ja, dass es sehr … schreibfaule Ärzte gibt. Aber das Rezept war dann doch ein Novum. Noch weniger geht kaum – und selbst das was ich da drauf stehen habe reicht eigentlich nicht aus. Zu wenig Information.

Ich habe auch ausser dem Spitalnamen und der Arztunterschrift nichts gelöscht: Da steht nicht mal drauf, für wen das Rezept jetzt ist! Für die Frau von dem Mann, der jetzt bei mir in der Apotheke steht offenbar. Die ist vom Spital entlassen worden und jetzt zu Hause.

Und die Medikamente, die sie braucht?

Während es beim Ponstan noch einigermassen klar ist (in Tablettenform gibt es nur die 500mg, 250mg sind Kapseln), weiss ich beim Pantozol und beim Tramal nicht, welche Stärke gewünscht ist. Dann fehlt mir auch, wie die Tabletten zu nehmen sind (was beim Tramal ein Hinweis darauf geben könnte, ob retard oder nicht). Und: wie lange? Wenn so gar nichts steht ist das die kleinste im Handel befindliche Packung je. Aber wenn sie das Pantozol wegen Magenproblemen wegen der Schmerzmittel nehmen muss, dann sollte ich wissen, wie lange sie die nehmen muss / darf. Und apropos Schmerzmittel: da will ich sie auch nicht zu Hause lange leiden lassen, bis sie etwas bekommt …

Anruf im Spital hat nicht geklappt: Das Telefon wurde nicht abgenommen, und auch via Zentrale war der Arzt nicht zu fassen. Deshalb habe ich der Patientin angerufen, um vielleicht aus ihr noch ein paar Informationen dazu zu bekommen – im Schlimmsten Fall müsste ich morgen noch einmal im Spital anrufen und mir ein neues Rezept schicken lassen. Das war aber dann nicht nötig: die Patientin hatte tatsächlich noch genug Schmerzmittel zu Hause und wollte das in den nächsten Tagen selber mit dem Hausarzt besprechen, wie es weiter geht.

Auch gut.

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.11.2016.

49 Wertungen (1.53 ø)
658 Aufrufe
Pharmazie
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
In Deutschland gilt in diesem Fall: niedrigste Dosierungseinheit und kleinste Packung mit Normgröße. Natürlich wird man aber skeptisch ob das wirklich so gemeint ist und versucht Infos zu erhalten. Wenn es die aber nicht gibt, müssten wir hier niedrigste Dosis, kleinste N-Packung abgeben. Abgesehen davon das wir das Rp mit den fehlendne Angaben natürlich gar nicht annehmen dürfen (Patientenname, Geburtsdatum, Klinikstempel, verschreibender Arzt incl Nr, Arztunterschrift) Sowas meist Samstags kurz vor Ladenschluss. Ich hasse Klinikrezepte, in 98% der Fälle falsch ausgestellt o.als Rätsel verpackt, keiner mehr erreichbar aber man will dem Kunden natürlich dringend helfen übers Wochenende und es startet eine riesen Odyssee. Wobei das bei Privatrezepten einfacher ist, das Problem haben die Kliniken mit GKV-Rezepten, die wissen wirklich nicht wie man die ausstellt. Daher bin ich froh wenn ich wenigstens eindeutig weiß was es sein soll und Montags ein formell korrektes Rp nachfordern kann.
#1 am 10.12.2016 von Gast
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Wir haben da eine Patientin, ältere Frau, multimorbid: wie man so unschön sagt, das heisst, sie hat mehrere mehr...
  Auf einem aktuelleren Rezept. Ich bin … verwirrt. Wie muss der Patient das Pantoprazol dosieren? Da steht: mehr...
„Sie können mir das schon geben, ich übernehme die Verantwortung!“ … sagt die Frau, die unbedingt ein mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: