PR: Aufbau und Funktionsweise des vegetativen Nervensystems

12.11.2016
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Wenn wir uns den Körper als das Weiße Haus vorstellen, dann ist das vegetative Nervensystem das Oval Office, die Schaltzentrale der Macht. Das vegetative Nervensystem ist für die Steuerung der lebenswichtigen Körperfunktionen zuständig, es kontrolliert die Atmung, regelt die Verdauung und kümmert sich um den Stoffwechsel. Wir haben keinen Einfluss darauf, ob sich die Adern weiten, der Blutdruck ansteigt oder der Speichel fließt, dafür sorgt das vegetative Nervensystem. Zusammen mit dem Hormonsystem achtet es darauf, dass alle Organe perfekt funktionieren und mithilfe der Nervenimpulse können die Organe den ständig wechselnden Anforderungen exakt angepasst werden.

Die drei Teile des vegetativen Nervensystems

Je nach Verlauf der Nervenstränge und ihrer jeweiligen Funktion unterscheiden sich die drei Teile des vegetativen Nervensystems:

Sympathikus und Parasympathikus sind keine Freunde, sie sind vielmehr Gegenspieler, die sich nur in einigen Funktionen ergänzen.

Der Sympathikus – Kampf und Flucht

Der Sympathikus ist für den Kampf und die Flucht zuständig, er bereitet den menschlichen Körper auf alle geistigen und körperlichen Leistungen vor. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems lässt das Herz schneller und kräftiger schlagen, er sorgt dafür, dass sich die Atemwege weiten und die Tätigkeit des Darms gehemmt wird. Die ersten Nervenzellen des Sympathikus sind im Rückenmark zu finden, sie verlaufen dann zu den Ganglien, den Zellknoten, die sich auf beiden Seiten der Wirbelsäule befinden. Dort werden alle eingehenden Signale auf eine zweite Nervenzelle umgeschaltet, die dann die Botschaften bis ins Zielorgan bringen.

Parasympathikus – Ruhe und Regeneration

Während der Sympathikus eher für die Unruhe im Körper zuständig ist, kümmert sich sein Gegenspieler, der Parasympathikus, um die Ruhe und die Regenerierung. Er ist unter anderem für den Aufbau der körpereigenen Reserven verantwortlich, er aktiviert die Verdauungsorgane, bringt den Stoffwechsel auf Trab und achtet darauf, dass der Körper sich ausruht und entspannt. Die zuständigen Nervenzellen liegen beim Parasympathikus im Hirnstamm und im Sakralmark, also dem unteren Bereich des Rückenmarks. Wie unterschiedlich die beiden Teile des vegetativen Nervensystems sind, das lässt sich an zwei Beispielen einfach erklären:

Wenn wir uns aufregen oder fürchten, dann wird der Sympathikus aktiv. Er erweitert die Pupillen und beschleunigt die Herzfrequenz. Klingen die Aufregung und die Furcht wieder ab, dann kommt der Parasympathikus zum Einsatz, er verengt die Pupillen und verlangsamt auch die Herzfrequenz.

Das Eingeweidenervensystem ist für den Darm zuständig

Das Eingeweidenervensystem oder enterisches Nervensystem, besteht aus einem dichten Geflecht von Nerven, die zwischen den Muskeln der Darmwand zu finden sind. Diese Nervenfasern arbeiten immer autonom, aber sie werden sehr stark vom Sympathikus und vom Parasympathikus beeinflusst. Das Eingeweidenervensystem ist für die Verdauung zuständig, indem es unter anderem die Bewegung der Darmmuskulatur koordiniert, darauf achtet, dass ausreichend Flüssigkeit in das Darmrohr abgeben wird und dass die Durchblutung der Darmwand erhöht wird.

Was sind die sogenannten Head-Zonen?

Noch vor einigen Jahren sind Mediziner davon ausgegangen, dass das vegetative Nervensystem ausschließlich Signale vom Rückenmark an den Körper weitergibt. Heute weiß man, dass es etwas anders ist, denn die Nervenstränge von Sympathikus und Parasympathikus schicken auch die Signale von den Organen an das zentrale Nervensystem. Rund fünf Prozent aller Schmerzreize, die wir wahrnehmen, gehen diesen Weg. Es wird vermutet, dass diese Nervenfasern an der gleichen Stelle im Rückenmark enden wie auch die Nervenfasern, die die Schmerzreize der Haut weiterleiten.

So kann es zum Beispiel sein, dass Schmerzen, die durch Gallensteine verursacht werden, auch in der Schulter zu spüren sind. Je nachdem, um welches Organ es sich gerade handelt, wird der Schmerz immer wieder auf die gleichen Areale projiziert. Diese besonderen Hautzonen werden Head-Zonen genannt und ihren Namen verdanken sie dem Mann, der sie zuerst beschrieben hat, dem britischen Nervenarzt Sir Henry Head.

Urheber: gesundheits-frage.de

Bildquelle: © Depositphotos.com / SSilver

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.11.2016.

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Gast
nicht gut für schüler
#1 am 22.05.2017 von Gast
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