PR: Anwendungsgebiete der Schlingen- und der en-blok Resektion

07.11.2016
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Im letzten Vortag „Endoskopische Resektionstechniken: Piece meal oder doch ESD?“ verglich Prof. Dr. Pohl, Chefarzt der Gastroenterologie an der Asklepios Klinik Hamburg Altona, die Vor- und Nachteile der en-blok Resektion mit dem Goldstandard der Schlingen-Resektion. Anlass für den Diskussionsbedarf sieht Prof. Dr. Pohl in dem momentanen Trend hin zur en-blok Resektion.

Als Beispiel dafür zeigte er die Ergebnisse von Saito et al. 2010, bei denen in 88 % der Fälle eine endoskopische Submukosadissektion (ESD) genutzt wurde, obwohl der Befund nur in 19 % der Fälle tatsächlich für eine ESD geeignet war.1 Vorteile der ESD sieht Prof. Dr. Pohl in der Möglichkeit dieser Methode den Befund in toto herausschneiden und somit das Risiko für Rezidive senken zu können.

Er merkte jedoch an, dass eine ESD nur dann erfolgreicher ist als die Schlingen-Resektion, wenn dadurch tatsächlich der komplette Befund en-blok entfernt wird. Ist dies nicht der Fall, so besitzt die ESD keine Vorteile gegenüber der Schlingen-Resektion. Im Gegenteil, sie ist zeitaufwendiger und risikoreicher und sollte deshalb nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen werden.

So beispielsweise wenn Karzinome weniger als 1000 µm in die Submukosa-Wand hineinziehen, gut differenziert sind und keine Lymphknoten-Invasion aufweisen. Weiterhin könnte eine Hybridmethode aus ESD und Schlingen-Resektion bei Befunden nützlich sein, die nicht allein mit der Schlingen-Resektion entfernt werden können. Bei dieser Methode wird der Befund zuerst unterspritz, dann mithilfe des Messers, das in der ESD eingesetzt wird, umschnitten und anschließend durch eine Schlingen-Resektion entfernt.

Prof. Dr. Pohl fasste abschließend zusammen, dass die Schlingen-Resektion der Goldstandard ist und bleibt um die Mehrheit der kolorektalen Neoplasien zu entfernen. Eine ESD sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Befund dafür geeignet ist oder der Befund durch eine Schlingen-Resektion allein nicht entfernen werden kann, sondern eine Hybridmethode erfordert.

 

Referenzen:
1. Saito Y et al. Gastrointest Endosc. 2010;72:1217-1225

 


In unserer dreiteiligen Reihe zur Nachberichterstattung über das Mittags-Symposium HOT TOPICS, das am 23. September 2016 im Rahmen der 71. DGVS Jahrestagung stattfand, fassen wir die Vorträge der drei Referenten zusammen.

Hier geht es zu den Zusammenfassung des ersten Vortrags „ADR – Das Maß aller Dinge?“ von PD Dr. Guido Schachschal und des zweiten Vortrags „e-ASA: Löst die endoskopische Risikoeinschätzung die ASA Klassifikation ab?“ von Dr. Angelika Behrens.

 

 

DE/MPR/1016/0292a

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.11.2016.

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