Grippeschutz: Wenn Krankenhäuser krank machen

07.11.2016
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Habt ihr gewusst, dass allein in der Schweiz jährlich zwischen 100 und 300 Patienten an der Grippe sterben, die sie im Krankenhaus von Ärzten oder Pflegepersonal aufgelesen haben? Das müsste nicht sein, denn es wäre möglich, die Mehrzahl der Ansteckungen zu vermeiden, indem das Personal ausreichend geimpft wird.

Leider sind die Impfraten des Gesundheitspersonals seit Jahren so tief, dass sich keine ausreichende Herdenimmunität erreichen lässt. Und das in den Spitälern, wo Ärzte und Pflege mit schon kranken und geschwächten Menschen arbeiten.

Weshalb ist das so?

Einerseits werden Krankheit und Mortalität der Grippe von den Leuten unterschätzt und der Nutzen der Influenzagrippeimpfung angezweifelt. Dazu kommt, dass offenbar die Autonomie des Gesundheitspersonals als wichtiger eingestuft wird als ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Patienten. Deshalb gibt es (selbst im Spital) noch keine Impfpflicht. Und eigentlich empfinde ich das, wie auch meine Arztkollegin, die im Krankenhaus arbeitet und einen direkten Einblick in das Geschehen hat, als Verletzung der Sorgfaltspflicht. 100 bis 300 Tote pro Jahr deswegen? In der Schweiz? Im Spital, in das man geht, damit es einem anschließend besser geht? Skandalös.


Ganz offensichtlich funktioniert das mit der Eigenverantwortung nicht. Damit sich hier etwas ändert, müsste wahrscheinlich wirklich erst jemand sterben, die Angehörigen den Zusammenhang erkennen und anschließend das Spital deswegen verklagen.

Daten und Fakten:

Die Influenza ist eine Virusinfektion mit meist hohem Fieber und Krankheitsgefühl. Beim gesunden Erwachsenen führt eine Infektion nur selten zu Komplikationen, das Risiko steigt aber mit zunehmendem Alter rapide an.

Zu den Komplikationen gehören Nasennebenhöhlenentzündungen, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, zusätzliche bakterielle Infektionen, Herzprobleme und Beteiligung von Hirn- und Nervensystem.

Wird man deswegen hospitalisiert, liegt die Letalität bei bis 30 Prozent. Ist man im Spital bereits auf der Intensivstation oder wegen einer Transplantation im Krankenhaus, steigt die Letalität auf bis zu 60 Prozent.

Die Zeitdauer zwischen Ansteckung und Symptomausbruch beträgt ein bis vier Tage, aber ansteckend ist man schon vorher. Das begünstigt die Verbreitung, vor allem im Spital, wo ein Pfleger für eine Vielzahl von Patienten verantwortlich ist. Denn selbst wenn er/sie bei Ausbruch der Beschwerden zu Hause bleibt, ist das zu spät.

Häufig bleibt eine Infektion unbemerkt

Einige machen auch eine Grippeinfektion fast ohne Beschwerden durch – laut einer Untersuchung wurden bei etwa einem Viertel des nicht geimpften Klinikpersonals nach den Wintermonaten Hinweise auf Influenzainfektion im Blut gefunden – bis zu 60 Prozent der Untersuchten erinnerten sich nicht mal an eine Atemwegserkrankung. Dieses Personal hatte also fröhlich weiter täglich direkten Kontakt mit Patienten ... und hat sie angesteckt.

Die Grippeimpfung ist seit 70 Jahren die effektivste Maßnahmen zur Reduktion von Influenzaerkrankungen. Sie schlägt die anderen Maßnahmen wie Händehygiene, korrektes Verhalten beim Schnäuzen und Husten und auch Medikamente wie Tamiflu bei weitem. Beim gesunden, mittelalten Erwachsenen hat sie eine Wirksamkeit von 70 bis 90 Prozent (leider weniger, wenn der Virusstamm nicht richtig „getroffen“ wurde).

Ebenfalls schlechter sieht die Wirksamkeit bei älteren, gebrechlichen Patienten aus, wahrscheinlich wegen der eingeschränkten Immunantwort. Tatsächlich macht es (um diese Personen zu schützen) deshalb mehr Sinn, nicht diese zu impfen, sondern das Umfeld: eben jene gesunden, jüngeren, nicht nur in der Familie, sondern vor allem in Pflegeberufen.

Großer Nutzen der Impfung für Risikopatienten

Bereits bei einer Impfrate von (nur) 45 Prozent des Pflegepersonals können laut einer Studie von Hayward et al. von 2006 innerhalb einer Influenzasaison pro 100 Pflegeheimbewohner fünf Todesfälle, zwei Krankenhauszuweisungen (wegen fieberhaften Atemwegserkrankungen) und sieben Arztkonsultationen verhindert werden. Zur Vermeidung von einem Todesfall müssten acht Mitarbeiter geimpft werden. Zur Verhinderung einer Erkrankung fünf Mitarbeiter, zur Verhütung einer Arztkonsultation sechs und 20, um eine Hospitalisation zu vermeiden. Aber außer dem Nutzen der Impfung für die Patienten kommt es zusätzlich zu einer Abnahme der Arbeitsausfälle des Personals von 42 Prozent.

Trotz dem belegbaren, wirklich guten Nutzen einer Grippeimpfung, sind die Impfraten schlecht. Für Deutschland liegen sie bei etwa 36 Prozent beim Gesundheitspersonal, die Mehrheit der geimpften sind dabei (wie in der Schweiz): Ärzte. Zum Erreichen einer Herdenimmunität und damit effektivem Schutz von Risikopersonen wären Impfquoten von mindestens 50%, idealerweise über 75% notwendig. Wer wissen will, wie „sein“ Spital da aussieht, kann hier nachschauen:

Gründe, die nicht-geimpftes Pflegepersonal dafür oft nennen, sind übrigens dieselben, die Impfgegner angeben und die sind durch die Bank widerlegbar.

Immer Nebenwirkungen als Gegenargument

Das fängt bei den Nebenwirkungen der Impfung an, die aber sehr gering sind: meist milde entzündliche Reaktionen am Injektionsort. Die restlichen beanstandeten Erscheinungen (teils üble Sachen wie Fehlgeburt, Gesichtsnervenlähmung, Sehnervenentzündung) liegen im selben Bereich wie sie in der vergleichbaren ungeimpften Bevölkerungsgruppe auftreten.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes wird angezweifelt – dazu lese man einfach den Abschnitt oben noch einmal.

Außerdem heißt es, die Impfung gebe dem Körper keine Möglichkeit einen „natürlichen“ (sprich „guten“) Schutz gegen die Krankheit aufzubauen. Dieser Aussage/Meinung fehlt die wissenschaftliche Grundlage und entspricht einfach nur dem Trend, der sich in der Nachfrage nach Homöopathie und Alternativmedizin widerspiegelt (alles „Künstliche“ ist schlecht). Kommt dieses Argument beim Pflegepersonal vor, könnte das in meinen Augen auf eine suboptimale Ausbildung bezüglich der biologischen Grundlagen und einer fehlenden Einführung in die evidenzbasierte Medizin zurückzuführen sein.

Dabei sind Diskussionen hier oft schwierig, da man als Verfechter von Impfungen dann sehr schnell als Anhänger der bösen Pharmafirmen abgetan wird.

Geimpftes Personal muss auf bestimmten Stationen Pflicht sein

Da besteht also hoher Handlungsbedarf. Als Minimum sollten in besonders kritischen Bereichen wie der Neonatologie (Neugeborenenabteilung), in den Transplantationseinheiten und auf der Intensivstation wirklich nur noch durchgeimpftes Personal arbeiten dürfen.

Für den Rest sollte auch auf der Normalabteilung während der gesamten Influenzasaison das Tragen eines Mundschutzes obligatorisch sein – egal, ob sie sich krank fühlen oder nicht. Dass das mit dem freiwilligen Impfen nicht reicht, zeigt sich eben in den hunderten Toten aufgrund nosokomial (im Krankenhaus) erworbener Infektionen – speziell als Folge der Grippe.

Ich habe mich ebenfalls wieder selber impfen lassen. Denn auch als Apothekerin gehöre ich zum Gesundheitssystem mit einer Vielzahl an Patientenkontakten täglich.

Danke an meine Arzt-Kollegin Dr. B., für ihre Anregung und ihren Artikel auf dessen Grundlage dieser Blogpost entstanden ist. Der Artikel ist nicht als Arzt-/ Pflege- oder gar Spital-Bashing gedacht, aber er ist provokant geschrieben, weil das Thema viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt!

 

Bildquelle: Presidencia de la República Mexicana, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.11.2016.

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Medizin, Gesundheitspolitik
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Yoni
Hallo, sehr sehr ausführlicher und aufschlussreicher Artikel, vielen Dank dafür! Ich habe in letzter Zeit viel zum Thema Grippe-Vorbeugung mit Hilfe von Grapefruitkernextrakt gelesen. Was meinen Sie als Experten dazu? Ist es einen Versuch wert oder kann man sich das (nicht wenige) Geld sparen? Vielen Dank für Ihre Einschätzung! Grüße, Yoni
#26 am 10.01.2017 (editiert) von Yoni (Gast)
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Christian Becker
"Zugibt" klingt schon wieder unterstellend. Fakt ist, dass sich Grippeviren ständig verändern (sehr schnell), weil das durch ihr fragmentiertes Genom begünstigt wird. Die Impfstoffhersteller stellen ja nicht absichtlich falsche oder suboptimale Impfstoffe her - aber so klingt es, wenn Sie von "zugeben" sprechen.
#25 am 15.11.2016 von Christian Becker (Gast)
  0
Na, wenn die Pharmaindustrie dann hinterher zugibt, daß man andere Virusstämme ausgebrütet hat im Dommer als jene die dann im Winter ausbrechen, hilft das auch nicht gegen Ansteckung. War dies nicht genau im letzten Jahr in der Schweiz geschehen als eine Variante der Victoriagrippe ausbrach und in den Impfdosen keinerlei Viktoria steckte. Und dies Jahr: Es bricht H5N 8 aus. Zum Glück mur innerhalb von Vögeln übertragbar. Warten wir die Mutation ab. In Influsplit Tetra Haben wir dies Jahr A California und Hong Kong, Brisbane und Phuket. Mal sehen welcher Stamm dieses Jahr ausbricht. Für Viktoria haben ja alle noch einen Schutz vom letzten Jahr, für den Fall sie sich angesteckt haben. Meine Meinung: Grippeimpfunfen sind wie Lottoscheine. Geschäft mit der Angst seitens der Pharmaindusrtoe. Nur 10% der geimpften Senioren haben ein intaktes Imunsysthem. , daß in der Lage ist überhaupt aktiv Antikörper zu bilden. Pöaceboeffekt. Liebe Kollegen bleibt alle gesund ,Cornelia Störmer
#24 am 13.11.2016 von Cornelia Störmer (Angestellte Apotheker)
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Nichtmedizinerin
Unabhängig von Impfung ja oder nein bin ich für die Wiedereinführung von festen Besuchszeiten. Die Patienten können sich besser erholen und das Personal kann für bessere Hygiene sorgen.
#23 am 13.11.2016 von Nichtmedizinerin (Gast)
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Gast X
Viele Kliniken bieten die Schutzimpfung für Personal an, es empfiehlt sich durchaus auf eine Impfung im Sinne des Eigenschutzes und des Schutzes der Patienten zu achten. Eine Klinik infektfrei zu halten wird jedoch nie möglich sein, selbst wenn man immer alle Hygienevorschriften einhält (was leider nicht immer der Fall ist), sämtliches Personal impft und jeden kranken Mitarbeiter nach Hause schickt (was unmöglich ist, da gerade in den Wintermonaten eine adäquate Versorgung der überbelegten KHs und der überlaufenen Notaufnahmen nicht mehr möglich wäre) kann man dennoch nicht verhindern dass sich Patienten und Angehörige im Wartezimmer, im Fahrstuhl, am Kiosk und anderen offenen Gemeinschaftsräumen gegenseitig anhusten und anniesen. Solange zusätzlich noch junge, kräftige und eigentlich gesunde Menschen es für nötig erachten wegen jedem banalen Infekt die Notaufnahme aufzusuchen wird sich das Risiko für einen alten, chronisch Kranken dort auch noch infiziert zu werden nicht reduzieren.
#22 am 13.11.2016 von Gast X (Gast)
  0
Wenn eine ungeimpfte Krankenschwester oder sonst jemand vom Krankenhauspersonal, das kann im Übrigen auch die Putzfrau sein, die durchs Zimmer wischt, einen akuten Infekt hat, dann sollte die Maßgabe gelten, daß diese Personen zu Hause bleiben. Das wäre der beste Schutz für die Patienten. Außerdem ist auch eine sogenannte "Schutzimpfung" nur ein bedingter Schutz, denn auch ein Geimpfter kann Überträger sein, oder sollte das untergegangen sein. Das ist wie im Kindergarten, wo die Ungeimpften vom Besuch ausgeschlossen werden, weil vielleicht die Geimpften krank werden könnten, oder? Merke, so lange es keine gesetzliche Impfpflicht gibt, gibt es auch keinen Ausschluß für Personen, die gewollt ungeimpft sind und das ist auch richtig.
#21 am 13.11.2016 von Robert Wagner (Heilpraktiker)
  8
Das war aber etwas ungünstig, Pharmama. Du bist mit Namensnennungen ja immer vorsichtig, was ich nachvollziehen kann. Dennoch wäre gerade hier ein Link zur Quelle und eine vollständige Namensnennung von "Dr. B." sicher angebracht gewesen, um Plagiatsvorwürfe zu vermeiden. Beim Artikel an sich und der Sache gibt es nichts auszusetzen - ist in der Tat ein wichtiges Thema. Habe mich dieses Jahr zum ersten Mal gegen Influenza impfen lassen (der Arbeitgeber hatte wohl große Angst und hat das für alle Mitarbeiter angeboten) - wenn ich auch zugeben muss, dass das weniger aus altruistischen Gründen geschehen ist als aus Selbstschutz. Wenn jetzt die Grippesaison wieder losgeht und die Leutchen in der Apotheke aufschlagen, will ich meine Chance erhöhen, nicht auch zu erkranken - selbst wenn ich noch nie eine echte Grippe hatte bisher.
#20 am 13.11.2016 von Christian Becker (Apotheker)
  1
Ah ja : ich habe Ihren Artikel mit Ihrer Erlaubnis als Grundlage genommen und auf ihren Wunsch für ein etwas breiteres Publikum geschrieben. Das Thema sollte wirklich mehr bekannt gemacht werden.
#19 am 12.11.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  2
Und jetzt raten sie mal, wer meine Kollegin Dr. B. ist. :)
#18 am 12.11.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  2
Liebe "Pharmama": Diesen Blog haben Sie aus https://www.gwup.org/147-wurzel/archiv-zeitschrift-skeptiker/1701-zeitschrift-skeptiker-3-2015 der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. im Wesentlichen a b g e s c h r i e b e n!
#17 am 12.11.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Dort steht: "Tödliches Gesundheitspersonal Ärzte und Pfleger als Überträger von Influenza Jährlich sterben geschätzt 100 bis 300 Patienten in schweizerischen Krankenhäusern an der Influenza, nachdem sie von Pflegepersonal oder Ärzten angesteckt wurden. Mit einer Influenzaimpfung ließe sich die Häufigkeit einer Krankheitsübertragung und der daraus resultierenden Todesfälle deutlich senken. Die Impfraten des Gesundheitspersonals sind aber seit Jahren so tief, dass sich keine ausreichende Herdenimmunität erreichen lässt. Mögliche Ursachen hierfür sind, dass die Krankheit und ihre Mortalität sowie der Nutzen einer Influenzaimpfung unterschätzt und die Impfrisiken überschätzt werden - sowie die Tatsache, dass die Autonomie des Gesundheitspersonals als wichtiger eingestuft wird denn ihre Fürsorgepflicht für die Patienten. Constantine Bloch-Infanger, S. 117-123"
#16 am 12.11.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  1
Einzelfallberichte sollten keinen interessieren, sondern jeden dazu veranlassen, mal in die Statistik zu schauen. Selbst wenn die Statistik nur halb so positive Zahlen hätte, müßten sich fast alle impfen lassen, besonders die, die in Pflege + Gesundheitssystem arbeitet. -- Ich denke die verdächtigte Pharmaindustrie verdient viel mehr an Kranken als an der Impfung. -- Und ein unausgegorener Gedanke: vielleicht sollten die Geimpften im Gesundheitssystem mal einführen, ein sichtbares Logo zu tragen, wenn sie sich nach den Regeln impfen ließen. -- Impfgegnern, deren Kind nicht geimpft wird, sage ich, sie bekämen eine spezielle Betreuung, damit ihr möglicherweise ansteckendes Kind keinesfalls in meiner Praxis oder zuhause mit Schwangeren oder Müttern mit anderen Kindern begegne, die noch zu jung für Impfungen oder nicht geimpft werden könnten. Ich fragte sie auch, ob sie denn ihre Kindern von Neugeborenen ferngehalten, bis diese geimpft werden könnten.
#15 am 12.11.2016 von Dr. Renate Schwarz (Zahnärztin)
  3
Gast
@#13: Wirklich? Im Winter kann Mann oder Pferd krank werden? Und das geimpfte Pferd ist nicht erkrankt? Na, was für ein teuflischer Beweis, dass Impfen eben doch einen Sinn hat! Im übrigen kann man überflüssige Impfungen einfach durch ein paar Tage lagern bei Raumtemperatur "vernichten". Das darf man aber nicht zu laut sagen, sonst könnte das ja rufschädigend für die Pharmaindustrie sein.
#14 am 12.11.2016 von Gast
  2
Gast
Vor einigen Jahren ließ ich mein Pferd gegen Influenza impfen. Es war turnusgemäß als einziges von drei Pferden zu dem Zeitpunkt an der Reihe. Komischerweise bekamen die beiden anderen Pferde im Stall ein, zwei Tage später hohes Fieber... Meines nicht. Die Besitzer der anderen Pferde haben sich natürlich bedankt. Immer wieder beobachten wir, dass wir monatelang keinen Tierarzt benötigen, bis er mal zum Impfen kommen muss. Anschließend ist fast immer die tierarztfreie Zeit erstmal vorbei. Unserem Tierarzt fiel auf, dass das nicht nur in unserem Stall der Fall ist. Wieder mal ein schwacher Versuch der Pharmaindustrie, seine Impfdosen loszuwerden, die keiner haben will. Da die Entsorgung teuer und aufwändig wäre, entsorgt man sie lieber in die Patienten und kann dafür auch noch Geld verlangen.
#13 am 11.11.2016 von Gast
  27
Ich habe mich 2004 mit 74 Jahren gegen Grippe impfen lassen und mich direkt anschließend lange Zeit so schlecht gefühlt, dass ich mir geschworen habe, mich nicht mehr impfen zu lassen. Als viel besser sehe ich Mundschutz beim erkrankten Pflegepersonal, laufende Türklinken- und Händedesinfektion und Unterlassung des Hand-Gebens an.
#12 am 11.11.2016 von Joachim Bedynek (Chemiker)
  15
Gast
Es ist schon bemerkenswert, dass aus der "Heilpraktikerecke" nur sehr selten evidenz-badierte Fakten vorgebracht werden. Stattdessen allenfalls pseudokasuistische Fallberichte ("ich kenne jemanden", "meine Oma hat gesagt" usw.).
#11 am 11.11.2016 von Gast
  3
Gast
#7: Den selben Altruismus setzen wir doch auch bei der Händedesinfektion etc. voraus. Zum Selbstschutz ist die ja eher nicht gedacht, da viele Keime wie MRSA etc. dem gesunden Personal nichts anhaben können. Und auf Dauer ist sie für die Haut auch nicht ganz so toll. Ich denke schon, dass man voraussetzen darf dass zumindest einem Großteil der Leute im Gesundheitswesen die Patienten nicht vollkommen egal sind. Und wenn man zusätzlich dazu in besonders gefährdeten Bereichen wie o.g. eine verpflichtende Impfung einführt, müsste man noch nicht mal auf Altruismus setzen.
#10 am 11.11.2016 von Gast
  1
Offensichtlich haben wir in unserer Praxis ein völlig anderes Patienten ind Bekanntengut als die Heilpraktikerin Wiebke Ullrich. Wir impfen ungefähr jährlich 500 Patienten einschließlich mich selbst gegen Grippe und diese fürchterlichen Erkrankungen die sie beschreibt fallen uns nicht auf. Erkältungsinfekte haben allerdings auch unsere Grippegeimpften weiterhin wie der Rest der Bevölkerung. EineCrux ist es allerdings mit unseren MFAs , die meinen sich nicht impfen zu müssen aber ebenso wie das Krankenhauspersonal Virusüberträger sein können und daher eine Gefahr für ältere und imungeschwächte kranken Patienten sein können. Eine Impfpflicht ähnlich wie Hepatitis B Impfung wäre für Praxis und Klinikpersonal optimal
#9 am 11.11.2016 von dr Peter Rost (Arzt)
  5
Gast
@Klaus-Peter Karmann: die Frage ist doch, ob das Altruismus ist bei Personen, die als Arbeit den Umgang mit Alten, Kranken und Schwachen haben ... und die eigentlich schon deshalb um deren Gesundheit besorgt sein sollen. Ist das wirklich gut, dass hier die Autonomie des Pflegepersonals über deren (berufliche) Fürsorgepflicht gestellt wird?
#8 am 11.11.2016 von Gast
  4
Ich habe diesen Artikel so verstanden: Die Schutzwirkung der Grippeimpfung wäre optimal, wenn möglichst viele junge Menschen, die die Impfung für sich selbst gar nicht so sehr benötigen, sich im Interesse der Älteren und Geschwächten impfen ließen, die die Impfung nicht so gut vertragen und denen sie vor allem dann nützt, wenn ihr Umfeld geimpft ist. Dann ist es zweitrangig, ob sie selbst geimpft sind. Stichwort Herdenimmunität. Der Ungeimpfte profitiert dann von der durchgehenden Impfung der anderen, ohne die Nebenwirkungen und Risiken selbst tragen zu müssen. Gewiss eine gute (kollektivistische) Idee. Theoretisch jedenfalls. Aber ob wir soviel Altruismus bei den Menschen wirklich voraussetzen dürfen? Ich wäre erstaunt, wenn das klappt.
#7 am 11.11.2016 von Klaus-Peter Karmann (Student der Humanmedizin)
  1
Gast
Und außerdem: Ich könnte mir besseres vorstellen, als wochenlang flachzuliegen, Kosten zu verursachen, ein Bett im Krankenhaus zu blockieren. Da ist ein Piekser schon angenehmer, weniger aufwändig und presiwerter.
#6 am 11.11.2016 von Gast
  9
Gast
Im Gegensatz zu Heilpraktikern arbeite ich im Krankenhaus. Ich kenne keinen Kollegen, der nach der Grippeimpfung jemals irgendwelche systemischen Nebenwirkungen gehabt hätte. Umgekehrt habe ich bisher aber mehrere junge Leute, die an der Influenza erkrankt sind, erlebt. Gut, stirbt man dann nicht dran, aber die hatten alle einen verdammt harten Monat. Daher kann ich schon aus Gründen des Selbstschutzes nur dringend zu einer Impfung raten. Totaler Quatsch ist es im übrigen auch, mitgebrachte Keime wären keine nosokomialen Keime. Sobald ein Patient sich im Krankenhaus ansteckt, z.B. durch einen infizierten Mitarbeiter, ist das eine nosokomiale Infektion. Nächstes mal die Definition lesen, danach meckern.
#5 am 11.11.2016 von Gast
  7
Gast
Jaja die Autonomie... in Verbindung mit dem Zahlenspiel schon klassisch! - Tote durch Behandlungsfehler sind tragisch, Tote durch nosokomiale Infektionen ebenfalls und Tote durch übertragbare impfpräventable Erkrankungen erst recht. Gegen alle drei Dinge sollte man angehen. Oder ist es Impfgegnern am Ende womöglich noch ganz recht, daß es so viele Tote aus anderer Ursache gibt, frei nach dem Motto: "Dann muß ich mir jetzt nicht um die paar wenigen Gedanken machen, die durch Nichtimpfen sterben?" So zynisch kann man doch gar nicht sein? Und, liebe Frau Ullrich, Ihre anekdotischen Berichte über grippekranke geimpfte Bekannte sind schlicht peinlich - Heilpraktiker scheinen generell von statistischer Arbeit keine Ahnung zu haben.
#4 am 08.11.2016 von Gast
  12
Gast
Antibiotikaresistenzen ergeben sich nicht aus umgeimpften Personen.Und bevor mit Zahlen um sich geschmissen wird, einmal das Bundesamt für Statistik anklicken. Über 10.000 Menschen sterben jährlich durch Ärztepfusch.Sollen wir uns jetzt gegen Ärzte impfen lassen? Der Artikel spricht von viel Aufgeregtheit und wenig Hinterfragung. Nächstes Mal vielleicht nicht gleich nervös werden. Sich ALLE Zahlen ansehen bevor man an die Autonomie des Einzelnen geht!
#3 am 08.11.2016 (editiert) von Gast
  36
Das ist hier mal totaler Quatsch!!! Alleine in meinem Bekanntenkreis hatten alle, gegen die Grippe geimpften Personen, entweder eine so starke Grippe, das sie sich im ganzen Winter nicht erholt haben, oder bekamen gar eine schwere Lungenentzündung. Zumal immer nur gegen die Grippe geimpft werden kann, deren Stamm aus der vorherigen Saison kam. Die kleinen Fieslinge verändern sich stetig, so dass man überhaupt keine Chance hat sich gegen das aktuelle Virus zu schützen. Ps. Die Neugeborenen Station, Intensiv etc, die haben ganz andere Probleme. Das was den Patienten im Krankenhaus krank macht sind am wenigsten die mitgebrachten Keime. Die nosokonialen Infektionen werden durch Keime ausgelöst, die schon in der Klinik sind.
#2 am 08.11.2016 von wiebke Ullrich (Heilpraktiker)
  59
Gast
"[...]und beim Pflegepersonal ist das etwas, das in meinen Augen auf die suboptimale Ausbildung bezüglich der biologischen Grundlagen und einer fehlenden Einführung in die evidenzbasierte Medizin zurückzuführen sein könnte." Aha. Das sagt also die Pharmazeutin?
#1 am 07.11.2016 von Gast
  22
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