Arme Sau

28.04.2009
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Ist ja wirklich eine Riesensauerei, was unser allseits beliebtes Hausschwein dieser Tage alles aushalten muss.

Wenn ich den Saukerl erwische, der dem armen Schwein auch noch die Verantwortung für diese „Neue Grippe“ aufgebürdet hat! (wahrscheinlich so ein Schreiberling mit seiner Sauklaue, der wieder einmal eine neue Sau durchs Dorf treiben wollte)

SCHWEINEGRIPPE – wie das schon klingt! Seit Tagen ärgere ich mich über diesen saublöden Namen, denn wie wir alle ja wissen (und die ARD richtig kolportierte): „Kein Schwein ist krank!“

Zu Recht beschweren sich bereits Schweinezüchter wegen drohender Absatzprobleme (Stichwort: Schweinefraß) und Vertreter diverser Weltreligionen (Stichwort: dreckiges Schwein) wegen dieser saublöden Namensgebung...

Nichtsdestotrotz werden wir alle demnächst saumäßig viel zu tun haben, denn was die Schreiberlinge derzeit so raushauen versteht ja wirklich kein Schwein und der Chef des RKI will in den knappen Fernsehstatements offensichtlich auch nicht seine Perlen vor die Säue werfen.

Also werden wir laut Pandemieplan in naher Zukunft zu wahren Sauberkeitsfanatikern mutieren, den drohenden viralen Holocaust sauber kommunizieren und hoffentlich nicht alles versauen, nur weil wir wie ich vergessen haben uns rechtzeitig mit ausreichend Natriumbenzoat  einzudecken.

Einige Glücksschweine (Stichwort: Roche, Glaxo) werden ein Schweinegeld verdienen und Ulla Schmidt wird ihr Sparschwein schlachten müssen. (Stichwort: Arzneimittelkosten)

Was ich aber wirklich unter aller Sau finde, und dabei geht es mir an dieser Stelle nur ums Prinzip, ist der Hinweis der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (bgw) in seinen „Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen in Apotheken während einer Influenzapandemie“ wo es heißt : „ Versorgung der Apothekenmitarbeiter für Prophylaxezwecke nicht aus Pandemieware der Länder, sondern aus Eigenbevorratung des Arbeitgebers“.

Kurz gerechnet bedeutet das bei 143585 Mitarbeitern (Sichwort: ABDA Stand 2007) und einer 45 Tage Prophylaxe mit einer Kapsel Tamiflu täglich rund 646132,5 Packungen Tamiflu -heißt ca. 24 Mio Euro Umsatz für einige Glücksschweine (s.o.), Putzfrauen und Boten nicht mitgerechnet – Apothekenleiter (immerhin auch ca. 21000) sowieso nicht....

In diesem Sinne

„Dans le cochon tout est bon“ – (vom Schwein ist alles gut)

 

 

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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