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08.03.2009
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Sehr geehrte Frau Dr. Pfeiffer,

Mit großem Interesse habe ich mich soeben auf Ihrer Internetseite über Aufgaben und Ziele des GKV Spitzenverbandes informiert und spontan beschlossen mich bei Ihnen um einen Job zu bewerben. Ich habe das Ressort „Kreatives ausquetschen und verunglimpfen von Leistungsanbietern“ zwar nicht sofort gefunden, bin mir aber sicher, dass Sie so eins haben. (Vielleicht ist es ja auch geheim...;-)).

Als Chefin dieser Abteilung wäre ich Ihre absolute Idealbesetzung, denn als ehemaliges „Opfer“ besitze ich unschätzbares Insiderwissen und wüsste aus dem Stand einen ellenlangen Maßnahmenkatalog vorzuschlagen, der Ihnen Milliarden einsparen kann.

Dazu ein Beispiel:

Kürzlich haben Sie herausgefunden, dass nicht wenige Generikahersteller ihren seit April 2006 vorgeschriebenen 10%igen Rabatt durch falsche Produktdeklarationen nicht ordnungsgemäß abführen und die entgangenen 250 Millionen Euro planen Sie durch Retaxierung der betroffenen Apotheken einzutreiben. Warum so zögerlich und halbherzig?

Warum machen Sie diese Schmarotzer des Gesundheitswesens nicht gleich für jedwedes Fehlverhalten anderer Beteiligter haftbar! Hat der Arzt sein Budget überzogen – kürzen Sie beim Apotheker, hat der Patient sich fünf Packungen Diclofenac bei vier verschiedenen Ärzten verordnen lassen – retaxieren sie alle Apotheken die Ihnen diese Packungen in Rechnung stellen, oder noch besser, sind die Arzneimittelausgaben über Ihre Bedarfsplanung hinaus angestiegen, retaxieren Sie gleich alle Apotheken!!

Ich könnte mir auch vorstellen den  einzelnen Apotheken genau wie den Ärzten ein Budget zuzuteilen und sie bei Überschreitung des selbigen einfach nicht mehr zu bezahlen.

Gleiches Recht für alle – wenn Ärzte vier Wochen im Quartal umsonst arbeiten können, dann können das Apotheker ja wohl auch!

Natürlich müsste man an dieser Stelle durch flankierende Maßnahmen sicherstellen, dass niemand auf die Idee kommt seinen Laden/Praxis einfach zuzusperren – wie wär´s mit Androhung saftiger Bußgelder??

Gleichzeitig empfehle ich Ihre Öffentlichkeitsarbeit einer grundlegenden Überarbeitung zu unterziehen. Mal ehrlich, Ihre halbherzig lancierten Neiddebatten locken doch keinen Hartz IV Empfänger mehr hinterm Ofen hervor. Propagieren Sie doch lieber die „Mutter Theresa“ Strategie:

Nur wer sich umsonst aufopfert verdient unsere Anerkennung!!!

Da hätten Sie auch gleich alle 1 Euro Zwangsarbeiter der Hartz IV Fraktion auf Ihrer Seite.

 

(An dieser Stelle müssten wir natürlich peinlichst darauf achten, dass Managergehälter und Boni  in der GKV ein für allemal aus der Presse verschwinden.)

 

Liebe Frau Doktor Pfeiffer, Sie sehen also, Ich wäre eine ideale und wertvolle Ergänzung Ihres Kompetenzteams .

Ich möchte Sie ja nicht direkt auf Knien anflehen, aber nach acht Jahren harter Arbeit brauche ich jetzt einfach gaaaanz dringend ein wenig Annerkennung, ein Erfolgserlebnis und ja - auch ein angemessenes Einkommen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ulla Schmidt

 

 

 

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.05.2014.

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so ein Schwachsinn !!
#1 am 06.05.2014 von Bruno Seiler (Apotheker)
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 Meine Krankenkasse hat den Zusatzbeitrag erhöht, genau so wie fast alle Kassen, aber eher unauffällig mehr...
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