Darmnekrose mit Perforation

25.10.2016
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Immer wieder ein Geruchserlebnis par excellence. Man schneidet den Bauch auf, und wenige Sekunden später steht man in einer Suppe aus Stuhlgang und sonstigen Sekreten.

Dann wünscht man sich, es würde in der Umkleidekabine nicht nur die OP-Crocs, sondern auch Gummistiefel zur Auswahl geben. Meine Socken habe ich anschließend weggeworfen, fyi.


Gleichzeitig frage ich mich, wie man so lange nichts oder nur wenig spüren kann, man dann mit „Bauchweh“ ins Krankenhaus kommt und der Befund schon so weit fortgeschritten ist.


Bildquelle: Hey Paul Studios, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.11.2016.

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Gast
Oder folgendes: Eine 71 jährige, relativ fit, kommt mit starken Bauchschmerzen und Durchfall an einem Sonntag morgen ins Krankenhaus (über ein langes Wochenende). Verdacht - ganz klar - auf Novo Virus. Zustand verschlechtert sich rapide, aber wer hat schon Lust sich bei hohen Temperaturen die Schutzkleidung anzuziehen. Und alle paar Stunden nach der Patientin zu sehen reicht ja auch vollkommen aus. Dienstag Nachmittag ging es dann schnell... ups, war doch kein Novo Virus... war eine Darmnekrose. Am selben Abend ist die Patientin dann verstorben. Da frage ich mich... auch wenn man sowas wie Bauchschmerzen spürt, wie kann man über 24h im KH liegen und etwas so lebensbedrohliches als Novo Virus abstempeln?! Ein Patient kann es halt nur mit "Bauchweh" erklären, ein Arzt hingegen muss dann aber seinen Job machen und die richtige (!) Diagnose stellen!
#32 am 06.06.2017 von Gast
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Wie sowas passieren kann? zB so kommt es zu Körpersuppe: ich, damals 13 Jahre alt, klage bei meinen Eltern über seltsame Bauchschmerzen. Nach 6 Tagen beschlossen sie mich ins gegenüberliegende KH zu bringen. Dort wurde ich Samstags untersucht mit dem Ergebnis: akuter Appendix sehr, sehr dringend. OP heute würde es nicht mehr klappen aber man würde versuchen mich morgen zu operieren. Der Sonntag vergeht ohne OP, mehrfach werden Termine verschoben, bis ich Mittwochs in den OP komme. Nach über 2,5 Stunden rollte man mich ins Aufwachzimmer. Alles wäre längstens durchbrochen gewesen und im Bauchraum verteilt und ich hatte ich einen anaphyl. Schock von der Narkose (wurde 2x nachgespritzt bis sich Wirkung zeigte), aufgewacht während der OP, Beatmungsschwierigkeiten, Kammerflimmern, geschockt, Wiederbelebung 2mal in Folge etc Gesamtaufenthalt: 2 Wochen dank weiterer Komplikationen in den nächsten Tagen und Verwachsungen der 14,5cm Narbe in den Bauchraum. Top gelaufen von allen Seiten....
#31 am 11.01.2017 von Jeannine Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Gast
Bei solchen olfaktorischen Hochgenüssen gibt es, so man es im Vorfeld ahnt, Abhilfe. Ein wenig Pinimenthol um die Nase macht es erträglicher, wer es milder mag 10% Lavendel.
#30 am 09.11.2016 von Gast
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Gast
„Bauchweh“ ist eben nicht gleich „ Bauchweh“. Es ist das Feld des fachkundige Arztes/ Ärztin die Befunde zu erheben und die richtige Diagnose zu stellen. In manchen Fällen läuft es aber so wie es nicht sein sollte. Dann muss der Operateur dies ausbaden. Dies ist so ein Fall, wenn eine Mutter mit ihrem Jungen vier Mal in eine gemeinschaftliche Kinderpraxis mit „Bauchschmerzen“geht und eine Enteritis diagnostiziert wird. Die richtige (Vermutungs)- Diagnose ergibt sich im Gespräch auf dem Hof der Mutter (Appendizitis). Die direkt aufgesuchte Klinik bestätigt die Diagnose und operiert mit noch kleinem Schnitt die vorgeschrittene Appendizitis. Noch einmal gut ausgegangenen. Der (etwas) harte Bauch wurde entschuldigt mit dem Argument, dass der Junge auf dem Bauernhof lebe und sportlich sei, mit einer gut ausgebildeten Bauchmuskulatur. Eine einfache und kostengünstige Untersuchung, wie die Blutsenkung wurde nicht durchgeführt.
#29 am 08.11.2016 von Gast
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Gast
Vor knapp 50 Jahren war ich in der Pathologie als MA beschäftigt. Bei einer Außensektur kam es zu folgender Situation: Nach der Sektur kamen die Kliniker in den Sektionssaal und berichteten zunächst über den Patienten, der zuletzt auf er Intensivstation betreut wurde: Die Anaesthesistin berichtete verzweifelt, dass ihr Team den ununterbrochenen Kaliumabfall nicht in den Griff bekommen hätte. Dann war der Pathologe dran: "Klinisch Kaliumabfall, pathologissch anatomisch: Darmdurchbruch mit mehreren Litern Darminhalt im Bauchraum."
#28 am 08.11.2016 von Gast
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Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, warum der Patient kein so starkes Schmerzempfinden hat und es ihm nicht noch zum Vorwurf machen. Z.B. Schlaganfallpatienten haben ein völlig anderes Schmerzempfinden. Das wird leider oft nicht berücksichtig. Da werden dann diffuse Bauchschmerzen als Blähungen abgetan, auch wenn dann nach langer Zeit aufgrund einer Krebserkrankung der Darm perforiert.
#27 am 08.11.2016 von Maria Maiwieden (Studentin der Humanmedizin)
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Gast
Am Besten Sie ziehen einen Taucheranzug mit Gasmaske an.
#26 am 08.11.2016 von Gast
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So ein Eckel ist bei so einem Gestank doch natürlich. und gottsei dank hat die Kollegin noch Fragen, wie das sein kann, daß der Patient nicht mehr spürt. Da macht man sich Gedanken, wie das schöne Essen zu so einem bestialischen Haufen werden kann. Das läßt sich in der Diagnostik und Therapie nach Dr. F.X.Mayr lernen. Der träge Darm wird, wenn man sich nicht frühzeitig drum kümmert, immer schlaffer und langsamer, es kommt zur Diffusion toxischer Stoffe, das Endothel verschlammt, kann sich nicht mehr reinigen. Der Bauch wird zwar hart, der Darm bei vorsichtiger Palpation durch das Ödem sehr schmerzhaft, vorherrschend in der Klinik des Subileus sind aber Herz-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, die immer eindrücklicher wahrgenommen werden als ein schweres, stinkendes Abdomen. Auffällig ist bei den Betroffenen die miese, gedrückte Stimmung. Einem Arzt ist nichts Menschliches fremd: bitte studieren! "Alles Scheiße - wenn der Darm zum Problem wird" von Adrian Schulte.
#25 am 08.11.2016 von erich johannes conradi (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
Guten Abend, liebe Med. MA, nicht gegenseitig durch den Kakao ziehen. Essenziel aus diesem Beitrag ist, die brilliante Darstellung des Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt). Der Beitrag "hinterlässt" auch zusätzlich mindestens zwei offene Vermutungen. Zum Ersten wollte der/ die Blogger/in Dampf nach einem Stressigen Tag ablassen, oder/und indirekt einen Tipp welchen sie dadurch auch sehr kompetent erhielt. Danke nocheinmal an Dr. Georg!
#24 am 07.11.2016 von Gast
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Lieber Herr Kollege Rost, ich bin Chirurg.
#23 am 07.11.2016 von Dr. med. Wolfgang Behrens (Arzt)
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Gast
Deshalb gibt es bei uns im OP Einmalsocken. Ist auch viel hygienischer.
#22 am 07.11.2016 von Gast
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Gast
Ist es überhaupt möglich seid 5 Jahren mit einem Subileus zu überleben??? Medizinisches Phänomen?
#21 am 07.11.2016 von Gast
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Dieser Blog-Beitrag ist leider ein Musterbeispiel für bereits in der Ausbildung (hier Viszeralchirurgie) nachlassende bio-psycho-soziale Reflexionsfähigkeit, emotionale bzw. soziale interaktive Kompetenz- und Intelligenz-Defizite in den operativ geprägten Fächern. Das hört sich nicht nur hart und arrogant an, so ist es auch. Wie bei allen Perforationen nach innen (Darm, Gallenblase, Magen, Oesophagus) und außen (Anal-, Steißbein-, Haut-Abszessen) setzt eine Erleichterung und Schmerzlinderung unmittelbar nach diesem Ereignis ein (Druckentlastung). Bei der hier beschriebenen kotigen Peritonitis kommt es durch die Darmlähmung in Folge der vorausgehenden Durchwanderungs-Peritonitis zur sogenannten "Totenstille" des Darmes: Für unsere Patientinnen und Patienten eine trügerische Symptomlinderung. Deshalb sollten bei phasenhaften und periodischen Abdominalschmerzen und krisenhaftem Allgemeinzustand immer alle Alarmglocken schrillen, auch wenn der/die Kranke von einer Erleichterung berichten.
#20 am 07.11.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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V. Schumpelick et al. schreiben in "Divertikulitis - eine Standortbestimmung" über die häufigste (nach der oft gedeckt perforierten Appendizitis bzw. Tumor-Ursachen oder iatrogenen Perforationen) Ursache der Divertikulose/Divertikulitis als Befund: "Im Stadium III findet sich eine perforierte Divertikulitis mit resultierender diffus-eitriger oder kotiger Peritonitis" ("communicating diverticulitis" - Stadium IV nach Hinchey). Innere Fisteln und "synchrone Karzinome" müssen berücksichtigt werden.
#19 am 07.11.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Ich habe es verstanden manche Kommentare verstehe ich nicht Liegt wohl daran,das ich Krankenschwester bin :)
#18 am 07.11.2016 von Gast
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Gut, ich hatte auch schon extrem indolente Patienten die mit nem krassen Ileus erst bei mir gelandet sind wegen Bauchschmerzen oder Unwohlsein. Ich schließe mich den Kommentaren #10+12 voll an. Gleichzeitig will ich jetzt doch etwas mehr Informationen was es denn jetzt war. Sonst isses doch bisschen mehr Twitter als doccheck..
#17 am 07.11.2016 von Johannes Häuser (Arzt)
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die Autorin kann ja offenbar so kreativ häkeln - sie sollte dabei bleiben und nicht an Menschen "handwerken"
#16 am 07.11.2016 von Gabriele Petersen (Arzt)
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Gast
Im Ernst jetzt: Zynismus? Ich glaube, zynisch wäre die Menschanhandwerkerin erst dann, wenn ihr die ganze Konstellation volkommen egal wäre. Daß es besonders in den operativen Fächern oft nicht appetitlich zugeht, warum soll das jetzt verschwiegen werden. Daß wir Ärzte des öfteren denken: "Wie hat DER/DIE denn DAS hingekriegt?", drängt sich in gewissen Situationen einfach auf, ebenso wie die Lebensweisheit, daß es manchmal gar nicht so dumm kommen kann, wie wir denken. Aber immerhin, der Post der Kollegin hat seinen erfüllt: Die Diskussion ist angelaufen. Nebenbei: Eine "Darmsanierung" bei Perforation ist ein echter Brüller!
#15 am 07.11.2016 von Gast
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prof.dr.meinen
Peinlich ,dieser Kollege: besser den Beruf wechseln und Pharmareferent werden. Der Text weist einen Zynismus sondergleichen auf und verkennt die absolute Notsituationen Patienten. Es sind die schnoddrigen und gefühlskalten Kommentare mit denen wir zunehmend in Facebook zu tun haben
#14 am 07.11.2016 von prof.dr.meinen (Gast)
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Es ist immer wieder schön und beruhigend zu sehen, wie zuverlässig sich Dummköpfe selbst entlarven.
#13 am 07.11.2016 von Dr. med. Wolfgang Behrens (Arzt)
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Sorry, wenn ich die bisherigen Kommentare lese - keiner hat verstanden, was die Bloggerin ausdrücken wollte. Oder es können vielleicht nur Chirurgen verstehen. In manchen Situationen denke und reagiere ich genauso. War der Patient so indolent oder hat der vorbehandelnde Kollege die Situation einfach nicht erkannt?
#12 am 07.11.2016 von Michael Rost (Arzt)
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Gast
Lebensrettern solls natürlich heißen, nicht Ehrenrettern.
#11 am 07.11.2016 von Gast
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Gast
Liebe Leute die eben offensichtlich nicht in der Klinik bzw. dicht am Patienten arbeiten: ein gewisser Sarkasmus ist in der Klinik weitverbreitet, nicht böse gemeint und eine der wenigen Möglichkeiten, bei schwierigen Arbeitsbedingungen mal Dampf abzulassen. Unter Kollegen, nicht vor Patienten wohlgemerkt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter etc. kann man natürlich in seinem Büro sitzen und das ganz böse finden und von den selbstlosen Ehrenrettern reden. Die gibt es aber außerhalb von Emergency Room eher selten.
#10 am 07.11.2016 von Gast
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ziemlich erbärmlich, wenn sich jemand um ein Paar Socken sorgt, wo Kollegen vllt. stundenlang um das Leben eines Patienten kämpfen!
#9 am 07.11.2016 von Med. Ass. Reinhard Staib (Wissenschaftlicher Mitarbeiter (für klinische Studien))
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Gast
"Darmsanierung... speziell mit med. wissenschaftlich pflanzlichen Produkten"... Das sich ernsthaft ausreichend Menschen finden, denen man mit soetwas das Geld aus der Tasche ziehen kann...
#8 am 07.11.2016 von Gast
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Gibt es nicht eine Redaktion, die dann auch mal sagt: "nicht veröffentlichen" sondern ein paar freie Tage anrät?
#7 am 07.11.2016 von Frauke Lippens (Hebamme)
  9
Gast
was soll das denn hier?? kann man sowas nicht als Kantinengespräch unter Kollegen belassen? Warum muss das www und auch noch der Newsletter damit belästigt werden? Ich würde mir Mediziner mit mehr Respekt vor ihren Patienten wünschen
#6 am 07.11.2016 von Gast
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Die Krankheit begint über den Magen zum Darm. Ich empfehle allen meinen Pat. immer an der Basis zu arbeiten und eine Darmsanierung durchzuführen ...speziell mit med. wissenschaftlich pflanzlichen Produkten, die ich in meiner Praxis vertrete. Der Weg zur Heilung* HP H. Montag
#5 am 07.11.2016 von Harald Montag (Ernährungsberater)
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Gast
Wenn Arzt nicht weiterweiß dann muss es Psychosomatisch sein
#4 am 07.11.2016 von Gast
  7
Gast
an #1... ein Grund zu einem guten Naturheilkundler zu gehen...alles Gute
#3 am 07.11.2016 von Gast
  16
Gast
wau, das macht echt Mut ins Krankenhaus zu gehen, wenn man in Not kommt. Bewusst ist mir das schon, aber es so, in dieser Art zu lesen fui echt respektlos
#2 am 07.11.2016 von Gast
  10
Gast
Tja, diese Bauchschmerzen habe ich schon seid 5 Jahren, ein Subileus. Aber aufschneiden will mich niemand, jetzt weiß ich auch warum
#1 am 07.11.2016 von Gast
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Normalerweise spritzt er zu Hause ein lang wirksames Insulin, allerdings ist sein Blutzucker wegen seiner aktuellen mehr...
Sprich: Blut kommt hinten raus. Was macht man als Chirurgin in dem Fall gleich zu Beginn, also nachdem man die Fragen mehr...
Wochenenddienste können aber auch so ablaufen: Man rauscht durch 30 Patientzimmer, erledigt Konsile auf Station X mehr...

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