Sankt Martin, bigott.

19.10.2016
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Der EuGH hat die Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente aufgehoben – jetzt sind wir alle dem kalten Wettbewerb ausgesetzt. Aber es gibt Hoffnung: Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, will sich schützend vor uns stellen. Würdigung eines Scheinheiligen.

Patienten sollten sich darauf verlassen können, dass verordnete, dringend benötigte Arzneimittel in allen Apotheken zum gleichen Preis erhältlich sind. Einem Patienten, der sein Arzneimittel dringend benötigt, ist es nicht zuzumuten, Preise zu vergleichen und eine preisgünstige Apotheke zu suchen. Davor schützt ihn die deutsche Arzneimittelpreisverordnung.“


Diese salbungsvollen Worte lässt Günther Hanke in der heutigen Pressemitteilung der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg verbreiten. Was der neue Schutzpatron der Rezeptempfänger verschweigt: Die deutsche Arzneimittelpreisverordnung „schützt“ den Patienten in erster Linie davor, günstigere Medikamente überhaupt zu finden, da die Preise für verschreibungspflichtige Präparate in Deutschland gesetzlich zementiert sind. Ein Relikt aus der Vergangenheit, das für OTC-Medikamente längst aufgehoben ist und durch zähes Lobbying der Apothekenverbände am Leben erhalten wird. Und es führt im Land der ALDIs und LIDLs zu einem erstaunlichen Kuriosum: Derzeit sind für den Patienten alle Rx-Medikamente nicht gleich billig, sondern gleich teuer. Nach der von Hanke zitierten "preisgünstigen Apotheke" kann der Kunde verdammt lange suchen.

Preisvergleich und Wettbewerb wären da in der Tat eine feine Sache. Aber das geht nicht, denn die Medikamente werden ja – das erwähnt der Verbandschef zur Sicherheit gleich zweimal – „dringend benötigt“. Ich bin auch häufiger mal in der Apotheke. Möglicherweise aber nicht häufig genug. Denn dort scheinen sich nach Ansicht der Landesapothekerkammer chronisch Kranke erst auf den letzten Drücker an den Counter zu schleppen, um von der PTA ihre lebensrettenden Tabletten zu erhalten. Für diese akut vom Tode bedrohten Last-Minute-Drug-Shopper ist der Preisvergleich in der Tat eine Zumutung. Für die restlichen 99,9 Prozent der Apothekenkunden, die auch gerne mal im Internet auf Medizinfuchs & Co. Preise recherchieren, hingegen nicht.

Das führt uns zu der Frage, vor welche Patienten sich Günther Hanke eigentlich schützend stellen will? Denn die Mitglieder der Deutschen Parkinson Vereinigung, die die Klage beim EuGH angestrengt haben, pfeifen augenscheinlich auf sein Sankt-Martin-Angebot. Das wundert nicht. Rabatte und Boni sind für Patienten mit ständigem Medikamentenbedarf und schmalem Geldbeutel eine feine Sache. Zur Erinnerung: Auch die Apotheker haben in der Vergangenheit gerne Industrierabatte entgegen genommen, bevor der Gesetzgeber sie abgeschöpft hat.

Dieser guten, alten Zeit scheint der Kammerpräsident stark verpflichtet zu sein. Fackeln und Laternen dürfen wir im Internet bestellen, um mit ihm gemeinsam das Brauchtum zu pflegen, Medikamente aber nicht: „Nun ist der Gesetzgeber gefragt. Ich fordere schon lange ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln“, denn, so Hanke weiter: „Die Apotheken in Deutschland sind nun einem unfairen Wettbewerb mit ausländischen Versandapotheken ausgesetzt“.

So ein hermetisch abgerundetes, auf Konservierung bedachtes Weltbild findet man normalerweise nur in Naturreligionen. Es wird spannend zu beobachten, wie deutsche Versandapotheken auf das EuGH-Urteil reagieren. Die soll es - ebenso wie marktwirtschaftlich ausgerichtete Apotheker - gerüchteweise auch geben. Eins ist jetzt schon sicher: An Hankes warmem Mäntelchen, von dem er nur ungern ein Stück abgeben will, wird jetzt kräftig gezogen. Es würde aber auch niemanden wundern, geschweige denn aufregen, wenn die ruhelosen Gesetzesklempner im Bundesgesundheitsministerium das kleine Stückchen Marktwirtschaft ganz schnell wieder kassieren. Denn so funktioniert das deutsche Gesundheitswesen: Am Ende des Tages sind wir alle ein bisschen bigott.

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.10.2016.

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Pharmazie
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Christian Becker
Annette Creson schrieb: "Wer das Geld nun genau bekommt, spielt für mich als Patienten kaum eine Rolle." Das ist der springende Punkt. So denken vermutlich die meisten. Damit landet das Geld nicht beim regionalen Arbeitgeber "Apotheker(in)", sondern bei irgendwelchen Großinvestoren. Der Unterschied ist letztendlich, dass damit Geld aus unserem Sozialsystem abwandert (wenn es ausländische Versandapotheken sind) und Apotheken schließen - so dass Sie dann für die Akutversorgung, Betäubungsmittel und Individualrezepturen in die Röhre schauen. Alternative: Apotheken dürfen die Preise anders kalkulieren mit den unter Umständen unangenehmen Folgen, die Herr Leddin andeutet. Dann erkaufen Sie die Ersparnis von ein paar € mit einem Aufschlag von ein paar mehr € in der Apotheke. Nun, man wird sehen, was die Zukunft bringt, aber im Sinne des Kunden/ Patienten war das Urteil des Gerichtshofs nicht.
#56 am 02.11.2016 von Christian Becker (Gast)
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Christoph Leddin
Was die Meisten hier verpennen die Arzneimittel können auch teurer werden, wenn in meiner Apotheke die letzte Packung eines dringen benötigen Medikamentes lagert,vervierfache ich den Preis mal eben MARKTWIRTSCHAFT lässt grüßen. Oder ein bis drei Konzerne haben die Oberhand...... Mitdenken ausdrücklich erlaubt.
#55 am 30.10.2016 von Christoph Leddin (Gast)
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@51...Sehr geehrter Herr Müller, das Problem mit den Nasentropfen hab ich vor über 15 Jahren selber gelöst durch einen langsamen Entzug über Wochen mit immer schwächer dosierten Tropfen bis hin zu Säuglingstropfen und dann Kochsalzlösungen. Heutzutage findet sich dazu auch viel im Internet, da wird offenkundig, wie viele von so einem "harmlosen" Mittel abhängig wurden. Ich glaube ehrlich nicht, dass es viele Apotheken gibt, wo man beim wiederholten Kauf solcher Tropfen auf Gefahren hingewiesen wird. Bzgl. der akuten Krankheit-das war ein Missverständnis. Auch das "krank" in meinem vorletzten Satz bezog sich auf die chronische Erkrankung. Bzgl. Erklärung und Beratung- meine Erfahrung ist eher, dass der Apotheker sich bei mir Infos holte als umgekehrt;) Ich will keinem Apotheker etwas, sehe eher das Problem in der Reform von damals, nach der plötzlich günstige Medis den Preis verdreifachten, Wer das Geld nun genau bekommt, spielt für mich als Patienten kaum eine Rolle. Und Internetapotheken ermöglichen mir einen gewissen Rabatt über die frei verkäuflichen Dinge, die aber leider auch benötigt werden (und auch vielfach früher verschrieben werden durften). Ich sehe unser Medizin-System immer mehr abdriften in Richtung amerik. Verhältnisse, die mich entsetzen, als ich über diverse internationale Foren vor 10-15 Jahren damit in Kontakt kam. Ich empfand unser System als vergleichsweise erstklassig und sehe mit jeder Veränderung, jeder "Reform", wie es bei uns immer mehr in diese Richtung geht. Ungut.
#54 am 29.10.2016 von Annette Creson (Bibliothekarin)
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Gast
"Kurios: Derzeit sind für den Patienten alle Rx-Medikamente nicht gleich billig, sondern gleich teuer." Kommt immer auf den Standpunkt an, waß "billig" und "teuer" ist. Und: Gesetzt den Fall einer Zuzahlungsbefreiung: In dem Bereich der GKV-Ausgaben hat sich der EuGH doch gar nicht bewegt!
#53 am 27.10.2016 von Gast
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Gast
Wenn ich mein rosa Rezept einlösen möchte, dann gehe ich zu meiner nächstgelegenen Stammapotheke. Ich habe mit Sicherheit keine Lust, bei einem Medikament, welches ich dringend benötige, erst einmal das Smartphone zu zücken, um festzustellen, daß ein paar Kilometer weiter die Angelegenheit etwas billiger ist (wird durch das verbrauchte Fahrgeld un den zeitlichen Aufwand mehr als aufgewogen, aber was soll's...). Ein Medikament ist halt keine Fackel oder Laterne!
#52 am 26.10.2016 von Gast
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Erwin Müller
Sehr geehrte Frau Creson, weshalb sollten Sie hier verbal gelyncht werden? Zur Erklärung Ihrer Fragen: es geht hier und jetzt um verschreibungspflichtige Mittel. Auf die Preisbildung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln hat ein Apotheker in Deutschland keinen Einfluss, das Arzneimittel "kostet", sofern man es mit einem Privatrezept verordnet ,immer dasselbe - so dass Sie sich auch in einer Notsituation darauf verlassen können. Schauen Sie sich einfach einmal an, wie die Preise gebildet werden: https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/themen/apothekenhonorierung/thema_apothekenhonorierung_1.jsp Der Apotheker erhält eine Honorarpauschale von derzeit 8,35 pro Packung - davon gehen als Großkundenrabatt für die gesetzl. KrankenKassen jedes Mal 1,49 ab. Diese Packungspauschale gilt für ganz billige Präparate ebenso wie für ganz teure Präparate (bsp liegen diverse neue HepatitisC Präparate jenseits der 15.000€ Marke). Wichtig ist ebenfalls ein 3%Aufschlag auf den Einkaufspreis als Lager-, Logistik- und Vorfinanzierungsanteil (das Geld der Kasse kann bis zu 6 Wochen nach der Abgabe kommen). - In Deutschland haben Sie ebenfalls 19% Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu zahlen - dies ist in fast ganz Europa nicht der Fall. - Die Bevorratungsproblematik ist den Rabattverträgen der Krankenkassen geschuldet, jedoch kann Ihnen jede Apotheke in D das Mittel innerhalb weniger Stunden beschaffen und notfalls auch liefern. - Das Ihre ehemalige Stamm-Apotheke nicht auf die Otriven-Problematik eingegangen ist, ist natürlich schlecht - hat der Versand dann das Problem gelöst? Ich hoffe für Sie ja, ansonsten würde ich dringend einen Arzt und eine andere Vor-Ort-Apotheke aufsuchen - schildern Sie die Problematik, da kann Ihnen sicher geholfen werden. - Ihre Punkt mit der akuten Krankheit verstehe ich nicht ganz - gerade da ist doch der Versand viel zu langsam. - Gerade für chronisch Kranke ist doch der Kontakt vor Ort zum Arzt und zum Apotheker wichtig, um direkt über Arzneimitteländerungen zu sprechen - oft fallen doch dabei gerade neue Veränderungen auf, die untersucht werden müssen. Die Erklärung ist ausführlich und direkt - falls Mißverständnisse oder Probleme auftreten, können diese im direkten Gespräch geklärt werden.
#51 am 25.10.2016 von Erwin Müller (Gast)
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Ich wollte mich für den Artikel bedanken. Waren auch meine ersten Gedanken, als ich las, dass man nun innerhalb Deutschland seitens der Politiker den Versandhandel verbieten will, um "den Verbraucher" zu schützen. Wer da in vorderster Linie geschützt werden soll, ist mir zumindest schon klar.
#50 am 25.10.2016 von Annette Creson (Bibliothekarin)
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Auf die Gefahr hin, verbal gelyncht zu werden: als chronisch kranke Patientin mit ebensolchem Ehemann würde ich weitere Rabatte begrüßen. Ich verstehe die Problematik mit den flächendeckenden Apotheken durchaus. Frage mich allerdings, weshalb die Apotheken vor 2004 Thyroxin z.B. unter 5 Euro abgeben konnte, dann plötzlich 10 Euro mehr. Wovon haben sie vorher gelebt? Wovon leben die span Apotheker? Lasse mir aus dem Urlaub Euthyrox mitbringen, alles unter 5 Euro und ohne Rezept. Wieso geht es dort? Ist ja kein Dritte-Welt-Land. Und Beratung? Ich war vor vielen Jahren in der Hypothyreose nasentropfenabhängig. Habe Otriven in der 100ml Flasche gekauft, mehrfach. Hieß damals glaube ich noch Klinikpackung. Meine Stammapotheke hat nie ein Wort verloren, kein Hinweis, nur unternehmerisch gehandelt und gewünschte Ware verkauft. Seit der Umstellung (2004?) hat meine Apotheke vor Ort immer weniger Medis vorrätig, so dass man für jedes Medi eigentlich zweimal kommen müsste, wenn man nicht Lieferung erbittet. Wenn man dann noch krank ist, bleibt online die bessere Alternative. Meine Ersparnis dort liegt hauptsächlich in einem Gutschein, der auf rezeptfreie Ware einlösbar ist, die dazu noch günstiger ist als in meiner sehr teuren Apotheke vor Ort.
#49 am 25.10.2016 von Annette Creson (Bibliothekarin)
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Gerold Fischer
Vielleicht könnte uns der gute Herr Antwerpes auch einfach mal erhellen, wieviel denn bitte ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Deutschland so kostet. Er scheint da ja ein immenses Geheimwissen angehäuft zu haben... ich arbeite selbst in einer deutschen Apotheke, aber welchen Preis eine gesetzliche Kranke Kasse tatsächlich für ein verschreibungspflichtiges Medikament bezahlt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Nur: der bedruckte Preis ist letztlich nicht der eigentliche. Rabattvertrag mit dem Hersteller - Geheime Verschlusssache! Also, bitte Herr Antwerpes, erhellen Sie uns. Wir sind ganz Ohr. P.S. Wieviele "fortschrittliche" Länder in Europa mit RX-Versand können Sie denn aufzählen? Die Arzneiversorgung in die Hände von Spekulanten zu legen - das kann man machen. Man sollte sich nur der Folgen bewusst sein.
#48 am 25.10.2016 von Gerold Fischer (Gast)
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Erwin Müller
Für den doccheck-Vorstandsvorsitzenden F. Antwerpes hätte ich mir einen differenzierteren Artikel erwartet. Viel Spaß an der Börse.
#47 am 25.10.2016 von Erwin Müller (Gast)
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Apothekerin vor Ort
Muss in einem Punkt meinen Beitrag #30 korrigieren...auf dem PC ist ersichtlich wer den Artikel verfasst hat....mobil konnte ich das nicht sehen....wobei mich auch nicht verwundert, wer der Autor ist....
#46 am 24.10.2016 von Apothekerin vor Ort (Gast)
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Gast
Ja, deutsch Apotheken verdienen an manchen Medikamenten recht gut. Aber, ich bekomme in meiner Apotheke eine fachliche Beratung, ich bekomme genaue Hinweise, wie das Medikament einzunehmen ist und womit es sich nicht verträgt. Ich bekomme Tinkturen und Cremes gemixt, ich bekomme sie sogar nach Hause gebracht, Anruf genügt und das ohne Mehrkosten, ich bekomme einen sozialen "chit chat" werde fachlich über Neuigkeiten in der Medizin informiert, gut, manchmal muss man gezielt nachfragen. Ich möchte meine Apotheke nicht missen!!! Wenn ich an alte Menschen denke, die nicht oder nicht mehr mit dem PC umgehen können, die als Zahlungsmittel noch mit Geld bezahlen möchten/müssen, wenn ich daran denke, wieviele Arbeitsplätze verloren gehen, wieviele Apotheken, gerade in ländlichen Gebieten zu machen müssen, weil die Internetkonkurenz zu groß ist und dann noch größer wird. Bei diesem Ansatz kommen mir fast Verschwörungstheorien, deutsche Apotheken unerwünscht durch EU (Machenschaften)
#45 am 24.10.2016 von Gast
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Mag.pharm
2 Generationen Apotheker mit dem Ergebnis : Apotheke unverkäuflich,da keiner so blöd war sich zum "0-Tarif " 60 Std die Woche um die Patienten zu kümmern, ihre Wewehchen zu versorgen,Familiengeschichten zu verfolgen und ihnen in Zukunft vielleicht auch noch die Medikamente möglichst preiswert im Internet zu bestellend! Nicht jede Oma hat einen PC den sie auch bedienen kann, oder einen Enkel, der a) in der Naehe oder b) willig ist. Ich habe mich nie beschwert über Notdienste am Sonntag oder am hl.Abend, aber ich hatte es satt meine Zeit mit KK Angelegenheiten zu verplempern bzw mir von den Ignoranten vorschreiben zu lassen,wie ich zu arbeiten habe. Wer hat denn hier jahrelang Pharmazie studiert - die KK oder ich. Dem benachbarten Doc ging es auch nicht anders : Apotheke zu , Praxis zu und Oma läuft wieselflinke den Berg rauf + runter- oder wartet auf den besagten Enkel oder gleich auf den ....
#44 am 23.10.2016 von Mag.pharm (Gast)
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Eine Lösung? Warum beschließt der Deutsche Bundestag nicht ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums, nach der das Apotheken-Beratungsentgelt von 8,35 Euro minus 1,77 Euro GKV-Zwangsrabatt nach den Buchstaben des Gesetzes nur dem-/derjenigen Apotheker/-in zustehen, die auch tatsächlich die Möglichkeit zur persönlichen Beratung hatten. M. E. sparen sich ausländische Versandapotheken der EU die persönliche Medikamenten-, Wirkungs-, Nebenwirkungs-, Wechselwirkungs- und Risiko- Beratungsvorschriften, indem sie ohne Kenntnis der Person und nur per EDV kommunizieren. Sie würden z. B. jedes Handicap unserer Patientinnen und Patienten völlig übersehen, und sie wüssten z. B. nicht, ob die Rezepteinreicherin schwanger ist?
#43 am 22.10.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Natürlich schreien jetzt alle Apotheker aber zumindest haben sie jetzt noch eine Ausrede um ihr sowieso schon völlig unterbezahltes Handlangerpersonal noch schlechter als sowieso schon zu bezahlen. Herzlichen Glückwunsch!
#42 am 22.10.2016 von Gast
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Gast
Der Artikel zeugt von purer Unkenntnis und Ignoranz, wie so viele seiner Art, polemisch, daß einem übel wird. Leider wird z.B. immer wieder die MwSt- Differenz zw. Deutschland und anderen Europäischen Ländern außer acht gelassen. Schade, daß die Leute, die den größten Unsinn verbreiten, ihr Maul am weitesten aufreißen.
#41 am 22.10.2016 von Gast
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Gast
Warum soll eigentlich der Patient einen Rabatt erhalten? Ist nicht die Krankenkasse die Leistungsempfänger? Und welchem Patienten mit schmalen Geldbeutel (der nicht sowieso befreit ist) helfen den 2€ Rabatt (DocMorris) pro Medikament wirklich?
#40 am 22.10.2016 von Gast
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Apothekerin vor Ort
Interessant, dass gar keine Reaktion auf unsere Kommentare kommen seitens des Autors bzw. der Seite kommen.....naja, ich habe es nicht anders erwartet.... Lasst das Apothekensterben beginnen....als nächstes fallen dann die Arztpraxen auch scharenweise.....und übrig bleiben, wenn wir Glück haben große Praxen, die keine Hausbesuche mehr machen und strikt nach Schema F arbeiten.....vielleicht merken dann einige, dass das System vielleicht verbesserungswürdig war, aber nicht so schlecht, wie es jetzt dargestellt wird......
#39 am 22.10.2016 von Apothekerin vor Ort (Gast)
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Gast
Dr. Frank Antwerpes über sich: "Ich bin Arzt und Zahnarzt, aber “fachfremd“ als Unternehmer tätig." Klar - aus Unternehmersicht ist dieses Urteil sicherlich begrüßenswert, aber als "fachfremder" Unternehmer?
#38 am 22.10.2016 von Gast
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Ich bin eigentlich ein friedliebenden Mensch, der niemandem etwas Schlechtes wünscht. Aber ich komme nicht umhin, dem Verfasser diese Textes einen schnippischen Kommentar zukommen zu lassen : Ich gönne Ihnen von Herzen eine bevorzugt samstagnachts auftretende, unerträgliche Übelkeit. Der notdiensthabende Apotheker, den Sie dann SELBSTVERSTÄNDLICH gegen drei Uhr in der Nacht aufsuchen, wird Ihnen Folgendes antworten :"Sehr geehrter Herr Anonym, ich hätte Ihnen wirklich gern sofort gegen diese schlimme Übelkeit geholfen. Aber da das ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel ist, wird das jetzt bevorzugt aus dem Ausland im Internet bestellt .Deshalb kann ich es nicht mehr vorrätig halten. Aber wissen Sie, es ist ja gar kein Problem. Tun Sie das Rezept doch einfach sofort in die Post und senden Sie es an Doc Morris. Es wird dann schon am Dienstag dort ankommen und bereits am Mittwoch beliefert. Zu Nebenwirkungen und Wirkungseintritt können Sie den Postboten befragen. "
#37 am 21.10.2016 von Katrin Fischer (Apothekerin)
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Welcher Ignorant schreibt denn das.Die ausländische Apotheke rechnet natürlich den auch in deutschen Apotheken preisgebundenen Preis ab. Mit den Boni will die ausländische Apotheke doch nur an das Rezept kommen. Inwieweit dann nachträglich mit der Versandapotheke Rabatte ausgehandelt werden steht auf einem anderen Blatt. Kann von Versandhandel-Apotheken aber gut geleistet werden und wird auch gerne geleistet, weil sie mit diesem "Trick" einen guten Profit erwirtschaften, wie es auch bei anderen Versandhandelsunternehmen ist, die mit weniger und dazu noch günstigeren Mitarbeitern und anderen Dingen, die in der Ferne möglich sind, auch mit einer geringeren Marge zufrieden sein können.
#36 am 21.10.2016 von Hans G. Vischer (Apotheker)
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Interessant in diesen Zusammenhang vielleicht auch, dass Herr Hanke seine eigene Apotheke (in heilbronn seit 400 Jahren!) bereits verkauft hat!!!
#35 am 21.10.2016 von Bernd Müller (Apotheker)
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Georg Altmann
@32 Korr. Upps-natürlich nicht 15 sondern ganze 25 Cent mehr. Vielleicht ist das EuGH-Urteil aber auch ein Sieg gegen die Diskriminierung ganzer Warengruppen wie Blurayplayer, Bekleidung, Elektronikartikel usw. gegenüber den Arzneimitteln. Endlich verabschiedet man sich von dieser mittelalterlichen Vorstellung dieser verknöcherten Besitzstandswarer in ihren verstaubten Zunftstuben, dass Arzneimittel eine Ware besonderer Art sind. Nein Leute, schreit vor Glück, solange ihr noch könnt und sammelt Boni. Aber schnell, ehe die Kassen die für sich reklamieren.
#34 am 21.10.2016 von Georg Altmann (Gast)
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Ich melde mich vom Newsletter ab. Danke.
#33 am 21.10.2016 von Apothekerin Anette Pust (Apothekerin)
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Georg Altmann
8,10 EURO. Nein, 8,35. Seit 2004 immerhin +15 Cent.Da muss manchem Arzt der Neidkragen platzen. Keine Ahnung von der 2004 erfolgten Abkopplung von den Arzneipreisen, dafür Futterneid. Nein, keine "Beratungsgebühr" plus üppige Gewinne sondern bis auf den minimalen Fixaufschlag (3%) GESAMTVERGÜTUNG für alle Leistungen: u.a. Bestellen, Lagern, Abgeben, Beraten, Rabattvertrag erklären, Rezept überprüfen, Rezept wieder in die Praxis wg. Korrektur sonst NULL-Retax , Gebühren der Rezeptabrechnung und Herstellerrabattvorfinanzierung. Oh, MINUS 1,77 GKV-Zwangsrabatt. Mit anderen Worten: Vieeeeel Luft für Preiswettbewerb! Der Staat kassiert hingegen ungedeckelt seine 19%. Alles alte Hüte. Aber eine Frage bleibt: Warum werden auf der anderen Seite der D/NL Grenze Versandapotheken gegründet? Um deutsche Chroniker zu erfreuen und das solidarische Gesundheitswesen zu retten oder um sich ohne lästige Einschränkungen und Verpflichtungen ungehemmt rosinenpickend die Taschen voll zu machen?
#32 am 21.10.2016 von Georg Altmann (Gast)
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Es ist halt jahrelange Praxis gewesen, die Apotheken immer mehr einzuschnüren, weil immer noch Drohpotential da war und jetzt: schlimmer geht es nicht mehr wirklich. Ketten? Gibt vielen sogar noch die Möglichkeit, ihre Apotheke zu verkaufen und nicht einfach nur zu verlieren. In einer Kette fällt dann auch so einiges weg, dafür kommt eine regelmäßige Tariferhöhung, mehr Verhandlungsmacht gegenüber KK und Kunden und weniger Eigenverantwortung insgesamt. Es gibt natürlich auch Nachteile, aber immer noch besser als die Situation jetzt.
#31 am 21.10.2016 von Christian Philipp Jüttner (Apotheker)
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Apothekerin vor Ort
@27: So sieht es aus.....besonders da nicht mal ersichtlich ist, wer diesen Text verfasst hat....
#30 am 21.10.2016 von Apothekerin vor Ort (Gast)
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Apothekerin vor Ort
Danke an meine Kollegen! Ihr sprecht mir aus der Seele...!!!!
#29 am 21.10.2016 von Apothekerin vor Ort (Gast)
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Seit 34 Jahren mache ich in diesem Karussell der Gesundheitsdienstleister mit - immer ging es irgendwie weiter, auch wenn wir schon seit Jahrzehnten von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Bruttoinlandproduktes abgehängt sind. Wir arbeiten in einem sozialen Bereich, der von der Sozialgemeinschaft bezahlt wird, deshalb werden wir auch im Minimalbereich dafür honoriert - wie alle anderen "Sozialtätigen" auch. Jetzt kommt noch hinzu, dass die Wettbewerbsbedingungen zwischen innerdeutschen und ausländischen Apotheken nicht mehr vergleichbar sind! Das fängt mit den MWSt.-Zuschlägen an hört bei den Pflichtaufgaben der Präsenzapotheke in Deutschland, deren Ausstattung etc. noch nicht auf. Wundern Sie sich da, dass wir keine Nachfolger in diesem Berufszweig mehr finden? Ich bin für Wettbewerb, aber zu gleichen Bedingungen. Rosinenpickerei - wie sie hier gefördert wird - gehört nicht dazu!
#28 am 21.10.2016 von Margarete Heidl (Apothekerin)
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Apothekerin
Wieso meint eigentlich hier ein Arzt über die Bezahlung der Apotheker diskutieren zu müssen ? Fordern die Apotheker eigentlich auch, dass der dt. Arzt nach polnischem Arztgehalt bezahlt wird ??? Das wäre doch auch Europa Mir persönlich ist es völlig wurscht was der Arzt nebenan verdient, aber die Kollegen Ärzte haben da wohl ein stärker ausgeprägtes Neidgefühl .
#27 am 21.10.2016 von Apothekerin (Gast)
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Waldemar S.
1. Keine einseitigen Vorteile für ausländische Apotheken. Wenn etwas geändert wird dann soll das für alle gelten. Sonst gibt es einseitige Wettbewerbsvererrung. 2. Sollte man als nächstes Dr. Ed erlauben auch zu Lasten der GKV abzurechnen. Die Arbeit die er macht ist die gleiche wie ein ortsansässiger Arzt.
#26 am 21.10.2016 von Waldemar S. (Gast)
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Wenn im Gegenzug die Verpflichtung zum Anfertigen von Rezepturen sowie der Nacht-und Notdienst wegfällt, dann immer her mit der freien MW. Gemeinwohlaufgaben gibt es dann nicht mehr umsonst. Außerdem müssen die Preise dann auch nach oben offen sein (z.B. bei knappen Impfstoffen). Wer A sagt der muss dann auch B sagen. Ach ja: Warum soll ich als junger gesunder Mensch einem Chroniker seine Rabatte bei DocMo mitfinanzieren? Soll es doch separate KK-Modelle geben und wer stärker krank ist der muss auch mehr bezahlen (bekommt ja jetzt auch mehr Rabatt).
#25 am 21.10.2016 von Christian Philipp Jüttner (Apotheker)
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@#22 Ich habe keine Aggressionen, die ich an einem Pseudonym abarbeiten möchte.
#24 am 21.10.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
Schon die Bemerkungen der Luxemburger Richter zum Urteil sind doch etwas merkwürdig: Demnach benötige DocMorris einen Konkurrenzvorteil, um am deutschen Markt Fuß fassen zu können. Weil Apotheken vor Ort besser beraten könnten, müssten die Versender die Patienten mit Preisen locken dürfen. Für die deutschen Versandapotheken bedeutet das Urteil aber nicht, dass diese nun auch Rabatte geben dürfen. Daher ist mir die Argumentation mehr als fragwürdig. Hinzu kommt, dass DocMorris tatsächlich bereits einen Vertrag über Chronikerversorgung mit einer großen deutschen Krankenkasse geschlossen hat. Denkt man dies konsequent weiter, könnte zur Präparatbindung bald auch eine Apothekenbindung über Rabattverträge der GKVs kommen.
#23 am 20.10.2016 von Gast
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Apothekerin vor Ort
Oh Mann , bitte erstmal recherchieren, was der ach so gut verdienende Apotheker ganz ohne Bezahlung alles leisten muss, was für gesetzliche Anforderungen wir alle in der Apotheke erfüllen müssen und und und...ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum alle immer gegen uns sind...vielleicht wäre es mal an der Zeit zu streiken......Wir kümmern uns jeden Tag um "unsere" Patienten, versuchen mit dem Arzt auf Augenhöhe zu kommunizieren und viele der Ärzte (sieht man sowohl an dem Artikel und an diversen Kommentaren) danken es uns mit einer schallenden Ohrfeige....für mich jedenfalls sind 2 Dinge klar: 1. Langfristig werde ich wohl nicht mehr als Apotheker in der Offizin arbeiten. 2. Mir fällt schon lange auf, wie die Qualität dieser Seite hier abnimmt - besonders der Umgangston hier von Herrn Dr. Antwerpes fällt mir sehr negativ auf, aber das wird ihn wahrscheinlich nicht wirklich betrüben, dass ich das jetzt schreibe - wie lange ich hier noch mitlese, weiß ich nicht...objektive Berichterstattung sieht in letzter Zeit sehr oft leider anders aus.... :-( Und los geht's Hr. Dr. Antwerpes....greifen Sie mich an....ich rechne fest damit...
#22 am 20.10.2016 von Apothekerin vor Ort (Gast)
  3
Gast
Den freien Wettbewerb auf Apotheken zu übertragen kann ich schwerlich verstehen.In einem Bereich,in dem gesetzlich jeder Handschlag definiert wird u jeder 2. dokumentiert werden muss.Es ist die Aufgabe,die Bevölkerung ordnungsgemäß mit AM zu versorgen.Und die ist bedürftiger denn je,nicht nur an AM:Es bedarf einer korrekten Betriebsstätte,einer guten Ausbildung d Fachkräfte,einer großen Sorgfalt mit den Medikamenten unter Befolgung der zahlreichen Gesetze u viel menschlicher Zuwendung (u etliche etc.'s u.a.das Ausbügeln der Fehler der verschreibenden Ärzte) Am Ende steht der Kampf der Apo,nicht der Ärzte,um die Bezahlung u 8 € u 3% sind ein Witz !Wie sind denn bitte die Margen in der freien Wirtschaft?Warum müssen eigentlich die Apotheken dermaßen eine adäquate Honorierung ihrer erbrachten Leistung rechtfertigen?Liegt es vielleicht daran, dass wir zusehens mehr "Arbeit am Menschen erledigen" u diese nichts wert ist?Od etwa an der alten Konkurrenz zw. Arzt u Apotheker?
#21 am 20.10.2016 von Gast
  5
@#18 Medikamentenfälschungen und Arzneimittelpreise sind zwei verschiedene Baustellen. Bei einem deutschen Versandhändler durchlaufen Medikamente die gleichen, wenn nicht noch höhere Kontrollen wie in der Offizin. Wer den Versandhandel mit Medikamenten dämonisiert, hat wahrscheinlich noch nie ein Logistikzentrum besucht. Arzneimittelfälschungen betreffen alle, die an der Handelskette teilnehmen. Hier sind vor allem die Hersteller gefragt, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. RFID-Tags oder Blockchain-Codes in Packungen würden das Problem schon deutlich reduzieren.
#20 am 20.10.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
  9
Gast
Langfristig wird sich jeder dem freien Wettbewerb stellen müssen. Auch Apotheken. Was ja auch schon viele erfolgreich tuen. Nur Mut. Es wird gehen.
#19 am 20.10.2016 von Gast
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"Fackeln und Laternen dürfen wir im Internet bestellen" Bei Fackeln & Laternen hat aber auch kein Hersteller Interesse daran, diese zu fälschen. Wie wollen Sie, Herr Antwerpes, das dann einem "akut vom Tode bedrohten Last-Minute-Drug-Shopper" dann erklären? Stellungnahme erwünscht.
#18 am 20.10.2016 von Jens Uwe Lidy (Medizinjournalist)
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@#16 Danke für den deftigen Kommentar. Sie sind auf jeden Fall nicht der Lukas aus dem gleichnamigen Evangelium.
#17 am 19.10.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Lukas
Für anspruchsvolleren Lesestoff als diesen verbalen Dünnschiss (s.o.) sorgen übrigens das Deutsche Ärzteblatt und die Deutsche Apothekerzeitung. Da finden Sie auch tatsächlich die Fakten, Auswirkungen und Hintergründe von Experten und für Experten und solche, die es werden wollen.
#16 am 19.10.2016 von Lukas (Gast)
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@#12 Die Einzelheiten werden in der Arzneimittelpreisverordnung festgelegt. Der Apotheker erhält bei Fertigarzneimitteln 8,35€ pro Packung plus 3% des Herstellerabgabepreises zzgl. 0,16€ Notdiensthonorar. Davon muss er allerdings 1,77€ gleich wieder sn die Kassen abführen. Bei OTC-Medikamenten ist die Preisbindung in der Tat schon länger aufgehoben.
#15 am 19.10.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
Also geht es primär darum, dass der Apotheker nicht mehr seinen maximalen Gewinn machen kann und weniger um die Patienten?
#14 am 19.10.2016 von Gast
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Lukas
Als Apotheker kann man sich nur wundern über die grauenhaft feindselige Stimmung in der Bevölkerung gegen uns, die dieses Urteil provoziert hat. Und Journalisten, die keine Ahnung von der Materie haben, dürfen sich über einen Berufsstand auslassen, von dem sie nicht das Geringste verstehen. Dass wir jeden Tag unser Bestes geben und immer für die Patienten da sind, Tag und Nacht, dass wir Zubereitungen herstellen, die so nicht auf dem Markt sind und das fast immer ein Verlustgeschäft ist und manche Menschen von der Geburt bis zum Tod betreuen, wird dabei meistens vergessen. Das Urteil, wie gesagt, ist nicht so schlimm. Das Prinzip Apotheke wird es irgendwie überleben, wenn auch nicht alle Apotheken, aber die Stimmung in der Bevölkerung macht betroffen. Es wird vielleicht sehr lange dauern, aber jeder wird es merken, was für Auswirkungen solche Maßnahmen haben, spätestens wenn es Sie selbst betrifft. Dann wird es aber zu spät sein.
#13 am 19.10.2016 von Lukas (Gast)
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Verstehe die ganze Aufregung nicht, bekommt nicht der Apotheker pro Medikament/Fertigarznei eine Beratungsgebühr von 8,10€? Wird die Festbetragsregelung nicht durch bestehende Rabattverträge in unbekannter Höhe bereits seit Jahren unterlaufen? Gibt es nicht schon heute "Verbilligte Wochenangebote z.B. für Voltaren Schmerzgel? Ist das nicht bereits lang bestehende Realität?
#12 am 19.10.2016 von Dr. med. Wolf Dietrich Lüsebrink (Arzt)
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Als Privatpatient sehe ich hier Ärger auf mich zukommen. Die Kasse wird mir aller Erfahrung nach unwirtschaftliches Verhalten unter die Nase reiben, wenn ich meine Freizeit nicht der Preisrecherche opfere und Erstattungen ganz oder teilweise ablehnen. Auch bei der Beihilfestelle meines öffentlichen Arbeitgebers werden wohl sehr schnell Erlasse des Finanzministers auflaufen, wie vor dem "Kostendämpfungshintergrund" mit dieser Sache umzugehen sei. Dort läuft eh im Hintergrund ein für den Beihilfeberechtigten völlig undurchschaubares Rabattierungssystem, das auch erhebliche Datenschutzbedenken auslöst (Weitergabe von Rezeptkopien). Klar, Wettbewerb ist im Grundsatz richtig und wir wollen auch keine "staatlich diktierten" Preise. Die bisherige Situation ist ja auch ein klassisches "Marktversagen". Aber es ist ebenso ein Marktversagen, wenn es keine relevante Marktnutzung gibt - 95 Prozent der Kunden werden nach wie vor ihre Stammapotheke aufsuchen.
#11 am 19.10.2016 von Dipl.-Verw.-Wirt Udo Endruscheit (Nichtmedizinische Berufe)
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@#8 Die Krankenkasse übernimmt zwar die Kosten für verordnungsfähige Rx-Medikamente, der Patient muss aber bis zu 10 Euro pro Packung zuzahlen. Die Rabattierung betrifft daher primär den Zuzahlungsbetrag - das hat den im Text erwähnten Rechtstreit letztlich ausgelöst. Außerdem gibt es natürlich auch Rx-Medikamente, die nicht von der GKV erstattet werden.
#10 am 19.10.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
Gegen Wettbewerb hat sicher niemand etwas. Leider ist der Wettbewerb zwischen Landapotheken und Versendern aber mitnichten fair. Bei Versendern liefern Postboten, packen Verpacker die Päckchen. In Apotheken stehen PTAs und Apotheker. Rezepturen unter Mindestlohn, Laboranalytik, Notdienst und die häufige Beratung der Patienten steht rein gar nichts gegenüber. Ach fast vergessen. BTM Abgabe für -0,74 ct. Die Verwaltungspauschale gönne ich mal jedem KraKa Vorstand. Gleiche Rechte für alle, dann kann man über einen Wettbewerb sprechen. Letztendlich muss natürlich die MwSt Problematik in Angriff genommen werden. Ich hätte auch gerne 19% mehr!!
#9 am 19.10.2016 von Gast
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Dauernutzer
Zahlt doch eh die Kasse. Dies ist leider die meistens algemein vorhandene Meinung.
#8 am 19.10.2016 von Dauernutzer (Gast)
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Gast
Sehr amüsant geschrieben, sehe ich auch so!
#7 am 19.10.2016 von Gast
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Coventina
Fortsetzung: Ich bin seit einer Weile weg und hoffe, nicht wieder in die Apotheke zu müssen. Weder will ich mich wieder zwischen Patient, Kasse und Betiebswirtschaft zerreiben lassen, noch kann ich einfach auf "alles egal" schalten und den Leuten Zeug aufschwatzen, das sie nicht brauchen.
#6 am 19.10.2016 von Coventina (Gast)
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Coventina
Das dürfte spannend werden. Für etliche Apotheken ist es ja jetzt schon schwierig, bei kleiner werdenden Erträgen unrentable Bereiche wie Rezeptur, Notdienst, umfassende Beratung beim Verkauf preisgünstiger Mittel (natürlich braucht nicht jeder Kunde ein Gespräch zu Paracetamol oder Nasenspray, aber es kommt regelmäßig vor, wenn man seinen Auftrag ernst nimmt - dann übersteigen die Personalkosten schnell den Ertrag) querzufinanzieren. Und wenn man den Pharmazeuten vor den Kaufmann stellt muß man auch immer wieder von vielleicht lukrativen, aber für den Kunden ungeeigneten Präparaten abraten. Alles Dinge, die Versendern am Allerwertesten vorbei gehen dürften, die packen einfach in die Kiste, was bestellt wurde. Letztlich bleibt über Kurz oder lang wohl nur, sich dem anzupassen und eher aufs Geld als auf die interessen des Patienten zu schauen oder aber, wenn man das nicht will, zu gehen.
#5 am 19.10.2016 von Coventina (Gast)
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Gast
Und ich bekomme immer Kopfschmerzen, wenn die Gleichung Unternehmer = geldgierig aufgemacht wird, dabei aber vergessen wird, dass die selbstlosen verbeamteten Gutmenschen leider am Freitag ab 12:30 häufig nicht mehr erreichbar sind.
#4 am 19.10.2016 (editiert) von Gast
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Flüchtiger Leser
Ich bekomme immer Kopfschmerzen, wenn mir wieder bewusst wird, dass für die Allgemeinheit so unwichtige Funktionen wie Arzt und Apotheker von geldgierigen Unternehmern ausgeführt werden., während Lehrer oft Beamte sind.
#3 am 19.10.2016 von Flüchtiger Leser (Gast)
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Die meisten Patienten werden nicht vergleichen. chronisch kranke werden eher im Internet suchen. Der Wettbewerb ist allerdings unfair zu Lasten der Vorort-Apotheken, die müssen ja Nacht- und Wochenenddienste machen. Auch sollen die Apotheken Medikamentenpläne schreiben, das wird Doc Morris wohl nicht können. Wer Medikamente verkauft muss auch an der Notfallversorgung am Wochenende teilnehmen. Man kann nicht nur die Rosinen rauspicken, man muss auch das alte Brot essen.
#2 am 19.10.2016 von Dr. med. Ernst Baumann (Arzt)
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Gast
So ganz kapiere ich die angesprochenen Probleme nicht! Den meisten Patienten ist es doch (leider) egal, was die verschreibungspflichtigen Medikamente kosten, zahl doch in der Regel die Kasse.
#1 am 19.10.2016 von Gast
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