Donald Trump: Männerfeindlicher Primitivismus

18.10.2016
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Donald Trumps Aussagen kennzeichnen ihn nicht nur als frauenfeindlich, sondern sind eine Beleidigung für alle Männer.

Nicht oft empfinde ich es als sinnvoll, mich zu politischen Themen zu äußern, zumal wenn es nicht um deutsche oder wenigstens europäische Angelegenheiten geht. Bisweilen aber ist es wichtig. Dann nämlich, wenn irgendwo auf diesem Erdball einer auftaucht, der glaubt, alle anderen aufgrund seines grenzenlosen Egos für dumm verkaufen zu müssen.


Die meisten werden das aktuell lancierte Video über den Präsidentschaftskandidaten der US-Amerikaner Donald Trump schon kennen, alle anderen können sich hier einen Eindruck verschaffen:


Dass Trumps Äußerungen frauenfeindlich sind, überrascht wohl niemanden, gilt er doch als Paradebeispiel des chauvinistischen Patriarchen. Zu oft hat er in der Vergangenheit Aufsehen erregt, einerseits durch polarisierende Äußerungen über Frauen, Moslems, Mexikaner, andererseits durch offene oder unterschwellig verklausulierte Gewaltphantasien. Nichts Neues also.

Seine aktuell veröffentlichte Erklärung zu oben erwähntem Video veranlasst mich aber zu einer Richtigstellung. Nicht als Psychiater, sondern als Mann. In dieser Erklärung wiegelt Trump ab. Seine Äußerungen seien typische „Umkleideraumgespräche“ zwischen Männern gewesen, sagt er.

Zugegebenermaßen ist die Umkleidekabine nicht meine Domäne. Aber ich weiß, worüber Männer wann und wo sprechen. In der Kneipe, alleine und zu mehreren, abends bei wenig und sehr viel Alkohol, zwischendurch auf der Toilette, im Vertrauen zu zweit und beim Posen in der Gruppe. Und gelegentlich auch in der Umkleide.


Und natürlich kenne ich auch die Trumps, die von „den Weibern“ reden, wobei das dann noch die netteste Umschreibung des anderen Geschlechtes ist. Bei manch einem habe ich mich gewundert, wie der nach außen nette und kultivierte Mann plötzlich zum Proll wird, wenn er den Eindruck hat, die Situation verlange nach derben und abwertenden Einschätzungen gemeinsamer Bekannter. Vielleicht liegt es ja auch an meinem Umgang, dass solche Erfahrungen die Ausnahme sind und „Männergespräche“ alles andere als sexistisch.

Und deshalb widert es mich an, dass Donald Trump behauptet, seine abfälligen Äußerungen seien „typische Umkleideraumgespräche“.

Das stimmt nicht. Solche Äußerungen sind nicht typisch für die Umkleide, sondern für Versager. Es sind die Sprüche der Loser. Sie mögen Macht haben, sie mögen Geld haben, sie mögen jede Menge Frauen finden, die das Spiel mitspielen, aber im Grunde ihrer Seele sind sie erbärmliche Geschöpfe, die sich nie den Respekt einer Frau erwerben werden, die etwas auf sich hält.
 Solche Männer können nicht punkten, nur protzen. Sie haben keine Freunde, nur Speichellecker. Sie werden beneidet, aber nicht geliebt.

Solche Männer sind keine Männer.

Donald Trumps Äußerungen sind nicht nur frauenfeindlich, sondern auch zutiefst männerfeindlich. Er zieht nicht nur Frauen, sondern auch Männer in den Schmutz seines primitiven Weltbildes.

Wenn die Identifikation so vieler Menschen mit ihm einen Rückschluss auf die amerikanische Seele zulässt, dann haben die USA ein Problem.

Wenn Donald Trump die Antwort auf die seit 9/11 bestehende Verunsicherung der Amerikaner sein soll, dann hat diese Nation nichts kapiert.


Wenn Donald Trump ein typischer Mann ist, dann bin ich ein Alien.

A propos Mann: Was denkt eigentlich Robert de Niro über Donald Trump?

Peter Teuschel

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.10.2016.

111 Wertungen (4.34 ø)
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Medizin, Psychiatrie
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Herrn Teuschels Shitstorm hat wohl nicht viel gebracht....was kümmert es die Eiche,wenn sich die Wildsau an ihrem Stamm juckt....Donald Trump ist demokratisch gewählt...da können die vielen Gutmenschen und political correctness-Bürger jammern und lamentieren so viel & lange sie wollen,incl. sog. "Promis" aus dem show-Biz !Totgesagte leben länger....
#32 am 11.11.2016 von Robert Mannuss,Dr (Tierarzt)
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Gast
Es tut echt gut zu lesen, was du geschrieben hast. Das beruhigt mich etwas.
#31 am 10.11.2016 von Gast
  2
Dudi
Donald Trump muss man im Kontex sehen als US-Bürger in USA ,diese Nation tickt eben anders - und nicht dauernd mit unseren " hoch kultivierten" Politikern vergleichen! Aber mal ehrlich : Hier laufen doch nur noch Weicheier und Warmduscher rum : Politiker wie Heiko Maas, EU-Präsident Schulz, Grünen Chef Hofreiter sind doch keine Männer mehr, sondern weichgespülte Karikaturen....Deutschland schafft sich ab ? Dann schon eher : Deutsche Männer schaffen sich ab - es lebe der androgyne Gender - Milchbubi ! Wie niedlich, Herr Mannuss sucht seine Männlichkeit, wie Herr Höcke....
#30 am 05.11.2016 von Dudi (Gast)
  7
Dudi
Niemand schätz doch die Frauen so sehr wie Donald Trump. ^^ Der Brüller im TV - Duell.
#29 am 04.11.2016 von Dudi (Gast)
  2
Was hat das Ganze hier verloren?
#28 am 30.10.2016 von Dr. Martin Kauer (Zahnarzt)
  3
@gast #27:anonym zu polemisieren ist proletenhaft&feige.davon hat es in den sozialen Netzwerken doch schon genug...mit offenem Visier kämpfen ist die Sache solcher Zeitgenossen sicherlich nicht...der wahre Spießer bleibt lieber im dunkeln und sagt einen Tag nach der Wahl,dass er schon immer von D.T. überzeugt war!
#27 am 28.10.2016 von Robert Mannuss,Dr (Tierarzt)
  1
Gast
Der Artikel spricht mir aus der Seele. Danke dafür! Herr Teuschel, da haben Sie wohl einige Proleten aus der Reserve gelockt... Manche Kommentare sind einfach 'ohne Worte'...
#26 am 28.10.2016 von Gast
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Etwas umfassender: Menschen sind eine Beleidigung für alle anderen Lebewesen. Trump ist der verkörperte Beweis. Er wird gewählt werden, gerade weil er diesen Knall hat. Sein irre sein, steht sichtbar da als Motiv für Wähler, die für Rache an eigenem Leid das Establishment durchrütteln wollen. Was sie vermissen, die Massen, ist möglichst einfach formulierte Klarheit für die Zukunft. Dann bleiben keine quälenden Fragen offen und sie schlafen gut. Das geht nur mit Schlagworten primitivster Natur und sollte gebrüllt werden, das überzeugt und ein Handzeichen muss dazu, das verstärkt die Legitimation. Es muss aber unbedingt rotzfrech und gegen alle Normen sein. Egal welche Ziele, wichtig ist nur radikal anders und das Maß der Radikalität bestimmt das Maß des Zuspruchs. Gerade in Deutschland ist das doch hinreichend bewiesen worden.
#25 am 26.10.2016 von Karl-Heinz Licht (Medizinjournalist)
  1
Gast
Wenn Herr Teuschel wirklich Psychater sein will, ist seine Analyse zu wenig tief. Die Amerikaner, insb. die Männer, wählen doch Trump nicht weil sie allesamt dumm sind, sondern weil sie zumindest ein bisschen so sein wollen wie Trump: reich an Geld und Frauen. Kennen wir doch von Berlusconi, oder? Also Herr Teuschel: Nachsitzen!
#24 am 25.10.2016 von Gast
  7
Donald Trump muss man im Kontex sehen als US-Bürger in USA ,diese Nation tickt eben anders - und nicht dauernd mit unseren " hoch kultivierten" Politikern vergleichen! Aber mal ehrlich : Hier laufen doch nur noch Weicheier und Warmduscher rum : Politiker wie Heiko Maas, EU-Präsident Schulz, Grünen Chef Hofreiter sind doch keine Männer mehr, sondern weichgespülte Karikaturen....Deutschland schafft sich ab ? Dann schon eher : Deutsche Männer schaffen sich ab - es lebe der androgyne Gender - Milchbubi !
#23 am 25.10.2016 von Robert Mannuss,Dr (Tierarzt)
  10
Gast
Herrn Teuschels aktuell veröffentlichte Erklärung veranlasst mich auch zu einer Erklärung. Nicht als Psychiater, sondern als Mann. Die Erklärung ist eine typisch Erklärung eines Mannes, der Trump beneidet!
#22 am 25.10.2016 von Gast
  20
Gast
Das ist im weitesten Wahlpropaganda. Bewiesen sind die Videos nicht! Aber laßt ihn erst einmal gewinnen, dan wird er von allen geknutscht. Wir sollten mal über unsere eigenen Politiker reden. Von denen könnten wir ganze Bücher schreiben. Die haben sich genügend verhaßt gemacht. Bleibt mit Euerer Meinungsumfrage im eigenen Land!
#21 am 25.10.2016 von Gast
  12
Anna
Ich würde dem Trump gerne was abschneiden und nicht nur das Wort!
#20 am 25.10.2016 von Anna (Gast)
  20
Gast
Das Elaborat von Herrn Teuschel: dünnes mainstream-Nachgequatsche, Informationswert Null. Der einzige Bezug zu Doccheck ist, das Trump die Krankenversicherung in USA wieder abschaffen will. Und dann noch den De Niro zitieren (muss man den kennen?), der zu Gewalt aufruft, großartige Leistung!
#19 am 24.10.2016 von Gast
  36
Sehr geehrte Frau Wurster, was ich (oder Männer - oder Frauen) in privaten Runden ablasse(n), geht keinen was an. Wenn es einen der anwesenden stört, kann er/sie es direkt sagen. Dazu ist man dann entweder zu feige oder oder es ist egal. Interessant wäre es, waum die vielen Frauen erst jetzt aus den Löchern kommen, um gegen Trump auszusagen - was hat sie so lange schweigen lassen? Erinnert mich so ein wenig an den "Fall Brüderle". Wenn Sie jetzt noch behaupten wollen, daß bei "Damenkränzchen" nur über Strickmuster, Waschpulver und Kaffeesorten und Kuchenrezepten gesprochen werden, dann "glaube ich Ihnen das sofort". Etwas mehr Ehrlichkeit und Toleranz im gegenseitigen Umgang könnte in dieser Gesellschaft nicht schaden.
#18 am 24.10.2016 von Karl Heinz STEIN (Medizinisch-Technischer Assistent)
  20
Danke, Herr Teuschel. Leider begreifen auch hier einige immernoch nicht, dass es hier nicht um eine Moralpredigt geht oder auch eine Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf, sondern um eine Distanzierung von männlichem Imponiergehabe, das man (Mann?) nur als widerlich bezeichnen kann.
#17 am 24.10.2016 von Angelika Wurster (Heilpraktikerin)
  15
Fishing for compliments, würde ich sagen, zum Beitrag von Herrn Teuschel
#16 am 24.10.2016 von Dr. med. Karl Zeitler (Arzt)
  15
Geht's auch ne Nummer kleiner. Vielleicht sollten wir eine Tugend Polizei einführen damit solche sprachlichen Entgleisungen mit mindestens 10 Jahren Gefängnis bedroht werden . Schlimmer noch als die täglichen Skandale sind doch diejenigen die Empörung zu ihrem HauptBeruf erklären. Nb . Ich bin definitiv nicht für Trump . Doch entschlossen gegen Tugend Fantatismus . Die political correctness Debatte hat uns gezeigt wohin MeinungsDominanz führt .... direkt zur AFD .
#15 am 24.10.2016 von Georg Metz (Arzt)
  25
Ist dieser Penner überhaupt so viel Diskussion (und somit Aufmerksamkeit) wert? Ich denke: NEIN !! Kümmern wir uns besser um die Probleme im eigenen Land und speziell in der Medizin........
#14 am 24.10.2016 von Dr. Marianne Putlitz (Ärztin)
  13
Frauen, die Kriege mit inszeniert haben, Frauen, die ganze Regionen mit destabilisiert haben, solche Frauen sind für mich keine Frauen!
#13 am 24.10.2016 von Dr. Bertram Staudenmaier (Medizinphysiker)
  21
Typischer Macho! Frauen, die sich auf ihn einlassen, sind dumm!
#12 am 24.10.2016 von Barbara Müller (Ärztin)
  7
Leider hat der Ausgang der Wahl in USA sehr wohl Auswirkungen auf den Rest der Welt und deswegen ist der Ausgang durchaus auch für uns von Interesse und ein Trump wäre nach jetztiger Sicht eine Katastrophe, wenn er all das umsetzen würde, was er sagt. Er ist ein Aufschneider und Prahlhans, aber trotzdem gefährlich und Frau Clinton ist zwar auch nicht gut, aber doch das kleinere Übel.
#11 am 24.10.2016 von Robert Wagner (Heilpraktiker)
  9
Mein Gott, was für eine Aufregung für Gespräche, die vielhundertfach an Stammtischen, Männer- und Frauenrunden (dann über Männer) und sonstigen Runden stattfinden. Was darf man(n) überhaupt noch sagen, ohne daß die "Gedanken- und Sprachpolizei" etwas findet, was nicht gendergerecht oder pc ist? Laßt doch die Kirche wieder im Dorf. Ansonsten habe ich so langsam den Eindruck, daß auch die Deutschen den amerikanischen Präsidenten mitwählen sollen. Der Wahlk(r)ampf findet hier zu viel Aufmerksamkeit, während wichtige Themen vernachlässigt werden. Unser Land hat andere dringendere Probleme. Ansonsten sind beide Kandidaten m. E. nicht besonders gut für das Amt geeignet.
#10 am 24.10.2016 von Karl Heinz STEIN (Medizinisch-Technischer Assistent)
  23
Gast
Wenn schon, denn schon: dass Frau Clinton geheim gehaltene Reden vor Bankern für viel Geld gehalten hat, dabei sagte, dass sie in der Öffentlichkeit anders reden müsse als ihre Meinung sei, dass die Banken am besten sich selber überwachen sollen, das sollte schon auch einen Beitrag wert sein. Als was kennzeichnen sie dann ihre Aussagen? Andererseits hat Politik hier nichts zu suchen, oder?
#9 am 24.10.2016 von Gast
  5
Noch eine überflüssige Meinung, von einem der meint alles besser zu verstehen als andere. Schön, das es offenbar recht(ge)schaffene Menschen/ Männer gibt, die meinen, aus der Ferne über die amerikanische Seele und deren Probleme urteilen zu können!
#8 am 24.10.2016 von Werner Brenneisen (Arzt)
  35
Danke sehr! Es ist so wichtig, das Männer hier in diesem Sinne die Stimme erheben und sagen: STOP! Das ist NICHT unsere Art, nicht unsere Meinung und NIVHT NORMAL für Männer, so über Frauen zu denken oder zu sprechen. Das tut meinem Wesen als Frau sehr gut!
#7 am 24.10.2016 von Helga Wiesmann (Heilpraktikerin)
  10
Gast
Bitte die Homophobie nicht vergessen.
#6 am 24.10.2016 von Gast
  3
Vielen Dank ! Es ist einfach schön, daß ein Mann so wunderbar spricht ! "im Grunde ihrer Seele sind sie erbärmliche Geschöpfe, die sich nie den Respekt einer Frau erwerben werden, die etwas auf sich hält" Absolut meine Meinung, Danke !
#5 am 24.10.2016 von Dr. Steffi Maier (Ärztin)
  7
Gast
Danke, mir aus dem Herzen gesprochen. Idioten sind Idioten und bleiben Idioten und arme Würstchen, auch wenn sie 100 Mio. Startkapital von Papa bekommen haben
#4 am 24.10.2016 von Gast
  4
Medizinjournalistin
Gibt es keine psychiatrische Diagnose für dieses gestörte Wesen? Bin leider nicht vom Fach, obwohl ich viel auf DGPPN-Kongressen bin. Wie nennt man diese Störung ausser narzistische Persönlichkeitsstörung? Die Störung geht doch über Narzissmus hinaus... Ich muss leider immer abschalten, wenn ich zu viel Berichte über diesen gefährlichen Menschen sehe, der mit seiner Demagogie eine Massenpsychose wie Hitler auslösen könnte.
#3 am 24.10.2016 von Medizinjournalistin (Gast)
  12
Gast
Dieser Kandidat ist nicht besser oder schlechter als Reagan oder Nixon und ein ganz normales, stinkreiches Großmaul ohne Manieren. Der US-"Wahlkampf" an sich ist jenseits von Gut und Böse und entzieht sich jeglicher, objektiver Kritik. Its show & money business, man.... Im Grunde ist es doch völlig wurscht, welcher Pappkamerad in den Staaten vorne steht. Die, die ihn bezahlen, haben gewonnen = richtig investiert.
#2 am 24.10.2016 von Gast
  7
Super! Sozialpsychologie 1+
#1 am 18.10.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  4
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