Miteinander reden...

25.06.2008
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Nachdem Mc Pomm, Berlin, Sachsen, Bayern, NRW, u. a. Bundesländer in den letzten Wochen beschlossen haben eine Bundesratsinitiative zum Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu unterstützen, haben heute die „kleinen“ Oppositionsparteien „Linke“ und FDP beschlossen sich ebenfalls dieses Themas anzunehmen und für morgen zwei Anträge im Bundestag beraten zu lassen. Da alle unsere Entscheidungsträger offensichtlich nicht wirklich wissen wovon sie reden, könnten die Anträge unterschiedlicher kaum sein:

Die Linke ist primär für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, obwohl sie auch beim Versand mit nicht verschreibungspflichtigen Mitteln leichte Bauchschmerzen verspürt – die FDP hingegen will den Versand von Aspirin und Co generell verbieten, das Zustellen von Rx-Präparaten direkt an den Patienten aber weiterhin erlauben. Konsens herrscht in der Auffassung, dass Arzneimittel generell in Dönerbuden, Tankstellen oder Drogeriemärkten nichts zu suchen haben.

Dass den Krankenkassen dieses Gezerre um Qualität im Gesundheitswesen herzlich egal ist (manchmal könnte man fast meinen, ihre Devise lautet „..nur ein toter Rentner ist ein guter Rentner“) ist ja allgemein bekannt, aber dass unsere „Leidensgenossen“ die Ärzte versuchen ihr Schäflein auf Kosten der Apotheker ins Trockene zu bringen und dem vordergründig kostensparenden Versandhandel das Wort reden ärgert mich doch gewaltig!

Wenn man davon ausgeht, dass wir alle (auch die Ärzte) nur Menschen sind, so kann der Versandhandel mit Medikamenten einfach nicht effizient funktionieren:

Durchschnittlich zweimal pro Arbeitstag rufen wir in einer Arztpraxis an, weil uns eine unklare Verordnung vorgelegt wird. Da wird Urem statt Unofem verordnet, Cefuroxim anstatt Cetirizin rezeptiert, Makrolidantibiotika werden kommentarlos mit Statinen kombiniert oder es wird gleich das komplett falsche Rezept des Namensvetters (Müller, Meier, Schmidt) ausgehändigt...alles kein Problem, solange Arzt, Apotheker und Patient noch miteinander reden – Fehler passieren nun einmal!

Wenn der Patient aber sein Rezept in einen Briefumschlag steckt, bei der Post oder dem Drogeriemarkt aufgibt, drei oder vier Tage später sein Medikament bei Schlecker oder dem Nachbarn abholt und entweder dann erst einen Fehler erkennt, oder was nach meiner Erfahrung häufiger der Fall ist, ihn eben nicht erkennt ..(der Arzt weiß ja schließlich, was er tut...), ja dann wird`s eben teuer. Teuer für die Gesundheit des Patienten und teuer für uns alle!

Auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole, aber sowohl Apotheker als auch Ärzte machen Fehler - Fehler, die zum allergrößten Teil durch direkte Kommunikation zwischen den Beteiligten vermieden werden können

Der Versandhandel, wie beim Schlecker-Ableger Vitalsana auch noch mit einer kostenpflichtigen Beratungshotline ist da eher kostentreibend, es sei denn, man rechnet wie die Krankenkassen....(s.o.)

Wie sagte schon A. Einstein sagte ( ich liebe Zitate!) :

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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