Neue Behandlungsmethode beim Grünen Star mit Mini- Stents

25.09.2016
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Neben Augentropfen und Operation stehen mit winzigen Mini-Implantaten jetzt weitere Therapieverfahren für das Glaukom zur Verfügung.

Etwa 2,2 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einem Grüner Star bzw. einem Frühstadium des sogenannten  Glaukoms. Dieses Augenleiden betrifft vor allem Patienten ab der zweiten Lebenshälfte. Ohne medizinische Behandlung führt diese Erkrankung zur Erblindung des Auges. Ursache ist eine Abflussstörung des Kammerwassers, das den Augapfel zusehend unter Druck setzt. Die Folge ist eine Schädigung der Sehnerven.  

Überwiegend werden Glaukom- Patienten mit Augentropfen behandelt, die den Augeninnendruck verringern sollen. „Doch diese Therapie reicht nicht bei allen aus“, erläutert Professor Dr. med. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. „Mangelnde Wirksamkeit, aber auch Allergien gegen die Medikamente oder Konservierungsmittel, die zu gereizten Augen führen, sowie schlicht und  einfach Vergesslichkeit können den Behandlungserfolg gefährden.“  Deshalb rieten die Ophthalmologen in diesen Fällen immer zu einer umfangreichen Operation des Auges.

Nun steht seit Kurzem eine neue Behandlungsmethode zur Verfügung, die mit Hilfe von Mini- Implantate Mittels eines kleinen Schnittes in das Auge eingesetzt werden. „Sie haben die Form winziger Röhrchen, nicht dicker als ein menschliches Haar, durch die das gestaute Kammerwasser aus dem Auge auf elegante Weise heraus geleitet wird“, erklärt Pfeiffer. Die kleinsten Kunststoff-Röhrchen weisen einen Durchmesser von 0,1 bis 0,5 Millimeter auf. Die Augenchirurgen platzieren die Mini-Stents in die feinen Abflusskanälchen des Kammerwassersystems  unter die Lederhaut oder unter die Bindehaut. Die Öffnung durch den Chirurgen ist so klein, dass sie nicht genäht werden muss. „Daher dauern diese Eingriffe auch deutlich kürzer als herkömmliche Operationen“, sagt Pfeiffer. Die Experten sprechen auch von „Minimalinvasiver Glaukomchirurgie (MIGS)“.

„Die Implantate sind vor allem geeignet für Patienten, die unter einem mittelstark ausgeprägtem Glaukom leiden, bei denen also noch keine oder nur geringe Gesichtsfeldausfälle eingetreten sind“, betont DOG Experte Pfeiffer. „Die Implantate haben im Übrigen wenig Nebenwirkungen, sind nach bisherigen Erfahrungen gut verträglich“, so Pfeiffer. In einer Auswertung dieser Behandlungsmethode wird deutlich, dass diese Mini- Stents den Augeninnendruck dauerhaft senkt und somit die Häufigkeit des Augentropfens minimiert. „Das ist für viele Patienten ein großer Gewinn“, fügt der Experte hinzu.

Ist der Glaukomschaden sehr weit fortgeschritten oder liegen die Augeninnendruckwerte besonders hoch, wird nach wie vor eine größere Operation notwendig.

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.09.2016.

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