Rektale Untersuchung & Co: Ein Mann muss ran

21.09.2016

Ein weiterer, delikater Punkt ist die Untersuchung – vor allem bei Männern – der Leistenregion, um eine Hernie zu identifizieren. Also ein Leistenbruch.

Ich bin zwar kein Mann, und vielleicht liegt es auch daran, dass man als Frau regelmäßig zum Gynäkologen geht und dort mit weit auseinander gespreizten Beinen auf dem Rücken liegt, während einem die Scheinwerfer auf die Vagina leuchten, ABER so eine Untersuchung der Leistenregion stelle ich mir irgendwie unangenehmer vor als eine digital-rektale Untersuchung.

Wahrscheinlich aus dem Grund, dass man bei der einen Untersuchung mit dem Rücken zur untersuchenden Person liegt, und bei der anderen unten entblößt mit dem Gesicht zu einer jungen Frau steht, die sich dann vor einen hinsetzt und sehr in Hodensacknähe (bzw. eigentlich exakt dort) die Finger in die potentiellen Bruchlücken steckt. Ich frage bei solchen Untersuchungen vorher immer, ob sie eine Person des gleichen Geschlechts als Untersucher bevorzugen. In 99 Prozent der Fälle ist es den Patienten egal. Bzw. ist es so oder so unangenehm.

Mit der Mutter auf die Notfallstation

Aber dann gibt es halt auch noch die Fälle, wo es nicht egal ist. Vor kurzem kam ein junger Herr auf die Notfallstation. So jung, dass er noch seine Mutter mitnahm. Obwohl, ich denke er war schon volljährig. Er hatte irgendein Problem in der Analregion. Der Assistenzarzt kam und war der Meinung, dass da eine Operation erforderlich wäre, aber die meldet man halt nicht an ohne vorher die Oberärztin (in dem Fall mich) zu informieren. Ich war allerdings gerade bei Tisch (am operieren, nicht beim Mittagessen) und meinte, dass der Patient entweder warten, oder sich ein anderer von den Großen drum kümmern muss. Nein nein, der Patient würde mich schon kennen und warten.

Zwei Stunden später kam ich aus dem Operationssaal und auf die Notaufnahme, widmete mich dem Patienten und erklärte, dass ich jetzt halt eine rektale Untersuchung machen müsse, und ob das so okay wäre. Es war wohl nicht okay und so wartete er umsonst zwei Stunden und war genervt, dass jetzt dann doch jemand anderer (ein Mann) kommen müsse… Tja. Dumm gelaufen.

Bildquelle: Jörg Schreier, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.09.2016.

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konfus
#4 am 31.10.2016 von Dr. Eugen Alexander Genov (Arzt)
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Seltsam, wenn der junge Herr Patient die Dame Oberärztin schon kannte und daher 2 Stunden wartet um das ganze dann doch lieber von einem männlichen Fachmann abklären lassen möchte. Leuchtet mir irgendwie nicht so recht ein...
#3 am 22.09.2016 von Dipl.Ing. Winfried Duven (Biochemiker)
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Gast
und wieviele Frauen - gehen zum Gynäkologen - -das ist ähnlich
#2 am 22.09.2016 von Gast
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Gast
Ich habe mir als Mann von einer Chirurgin sogar Hämorrhoiden veröden lassen. Dies, denke ich, ist kein Problem, sofern der Patient von Anfang an ein echtes Vertrauensverhältnis zu dem Behandler hat.
#1 am 22.09.2016 von Gast
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