Tage wie dieser...

23.05.2007
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Was kann ich für Sie tun?

Der erste Kunde erzählt, er sei gestern beim Hautarzt gewesen wegen einer Hautwucherung im Leistenbereich, die sich immer wieder entzünde. Der Arzt hätte ihm gesagt, wenn er das jetzt wegschneide koste es 22,50 Euro, er könne das aber auch selbst zu Hause machen. Ob wir nicht wüssten...

Hallo?

Der nächste bitte!

Diese Kundin legte ihr Btm Rezept verschämt auf den Tisch und berichtete dann, dass sie sich ja auch schon bei ihrem Arzt entschuldigt hätte, weil sie so teure Medikamente bräuchte.

Hallo??

Guten Morgen!

Die nächste Kundin hatte da eine ganz vorsichtige Frage, ob es denn stimme, dass Lektinol nicht mehr verordnet werden dürfe? Der Arzt hätte ihrem krebskranken Mann gesagt, „er dürfe es leider nicht mehr aufschreiben, obwohl es ja ein gutes Präparat sei“ Uns ist nicht bekannt, dass Mistelpräparate von der Ausnahmeliste gestrichen wurden, und als ich ihr riet, doch die Krankenkasse wegen einer Kostenübernahme zu fragen, meinte sie, ihr Mann hätte seiner Kasse ja schon so viel Geld gekostet und brach in Tränen aus.

Hallo???

Wie weit ist unser Gesundheitswesen eigentlich schon verkommen, wenn sich Patienten vor ihrem Arzt oder ihrer Krankenkasse meinen schämen, rechtfertigen oder entschuldigen zu müssen, dass sie krankheitsbedingt Kosten verursachen?

Wie weit kann das Niveau der notwendigen Versorgung noch fallen? Von „bestmöglich“ spricht ja schon lange niemand mehr.

Und warum trifft es immer die Schwächsten, die Schwerkranken, die schon keine Kraft mehr haben sich zu wehren??

Ich weiß ja, dass jammern und Polemik nicht wirklich helfen und man sich und den Patienten nur noch weiter herunterzieht, aber an Tagen wie diesem fällt es doch verdammt schwer einigermaßen neutral zu bleiben.

Zum Glück ist heute Mittwoch, nur ein halber Arbeitstag, die Sonne scheint, und ich habe genügend Zeit mich bis morgen wieder selbst zu motivieren!

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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