Recht auf Wahn(sinn)

12.09.2016
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Das Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) regelt auf Länderebene die Unterbringung von psychisch kranken Menschen in einer psychiatrischen Fachklinik bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung. Greift das Gesetz zu kurz?

Droht ein psychisch Kranker damit, sich oder andere umzubringen, ist die Situation einfach: Aufgrund der Eigen-, respektive Fremdgefährdung erlaubt das Gesetz, ihn auch gegen seinen Willen in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung unterzubringen.


Freiheit über Urteilsfähigkeit

Anders sieht es aus, wenn der Patient „nur” an einer akuten Psychose leidet, die zwar aus medizinischer Sicht dringend behandlungsbedürftig ist, er jedoch aufgrund der Natur seiner Erkrankung (Wikipedia definiert „Wahn“ als eine die Lebensführung behindernde Überzeugung, an welcher der Patient trotz der Unvereinbarkeit mit der objektiv nachprüfbaren Realität unbeirrt festhält) keine Krankheitseinsicht zeigt und daher jegliche Behandlung ablehnt. In diesem Fall wertet der Gesetzgeber die Freiheit des psychisch Kranken zur Krankheit trotz der Störung der Urteilsfähigkeit als höheres Rechtsgut ein, als die Notwendigkeit, den Menschen vor sich selbst zu schützen. In diesem Fall bleibt nur der Umweg über die Einrichtung einer Betreuung für die Gesundheitsfürsorge und das Aufenthaltsbestimmungsrechts, welche – sofern das Gericht die Angelegenheit nicht als eilig einstuft – sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen kann.


In einem aufwendigen Gerichtsverfahren, welches unter anderem ein Sachverständigengutachten beinhaltet und die Rechte des Betroffenen schützen soll, wird dann ermittelt, ob die Voraussetzungen für die Anordnung einer Betreuung gegeben sind.

Zähe Wochen für Patient und Angehörige

In dieser Zeit leiden nicht nur der Patient, sondern auch seine Angehörigen und seine Umwelt teils erheblich. Auch liegt es im Wesen der Psychose, dass sich Suizidalität und aggressives Verhalten jederzeit und nicht immer rechtzeitig erkennbar entwickeln können. Ein Patient mit Paranoia kann sich so bedroht fühlen, dass er, ohne auf den Verkehr zu achten, auf die Straße flüchtet und einen Unfall verursacht oder beginnt, sich gegen vermeintliche Feinde zur Wehr setzt. Versuche, ihn dazu zubewegen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind in der Regel fruchtlos und können sogar dazu führen, dass bisherige Vertrauenspersonen aus Sicht des Kranken in Verdacht geraten, an der vermeintlichen Verschwörung beteiligt zu sein.

Die rechtliche Möglichkeit, auf dem Weg einer einstweiligen Anordnung eine vorläufige Betreuung einzurichten, deren Rechtmäßigkeit dann im Nachhinein geklärt wird, ist im Einzelfall schwer zu erreichen, da eindeutig belegt werden muss, dass Gefahr im Verzug ist, was nicht immer einfach ist und juristisch gegebenenfalls anders beurteilt wird als medizinisch oder persönlich-menschlich. Und selbst wenn eine Betreuung für die Gesundheitsfürsorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht eingerichtet wird, muss eine geschlossene Unterbringung und Behandlung gegen den Willen des Patienten richterlich genehmigt werden, was ohne Fremd- oder Eigengefährdung weiter ungewiss ist.

Dabei ist die Eigengefährdung vielleicht nicht immer eine körperliche, wohl aber eine psychische und soziale, da eine Paranoia zur Isolierung des Betroffenen führen kann.

Entscheidung zum Wohle des Patienten?

Aus meiner Sicht ist es jedenfalls problematisch, wenn jemand, dessen Urteilsvermögen bezüglich seiner gesundheitlichen Situation klar eingeschränkt ist, darüber entscheiden darf, ob er sich behandeln lässt oder nicht, da man in aller Regel davon ausgehen kann, dass er ohne Psychose anders entscheiden würde.

Wäre es hier nicht besser und zum Wohl des Patienten, wenn man im zu vermutenden Sinne seines klaren Verstandes handeln würde und ihn auch gegen seinen Wunsch sicher unterbringt und therapiert?


Bildquelle: „Illustrations of Madness“ by John Haslam, Wikipedia

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.09.2016.

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Marlene
Unsere Nachbarin wurde dieses Jahr 70 Jahre alt und war in der letzten Zeit schon etwas auffällig was ihr Verhalten betrifft. Wir denken, dass sie an akuter Psychose leidet und einfach vom Arzt behandelt werden sollte. Ihre Kinder wollten sich darum nicht kümmern und dachten sie leidet an Demenz und haben sie in ein Heim gesteckt. Also in eine Seniorenwohnung der Augustinen ( http://www.augustinum.de/), wo sie auch gut betreut wird und auch andere Leute um sich hat. Diese Wohnungen sind zwar toll und sehr beliebt, soweit ich weiß. Aber ich finde es einfach schrecklich, wenn sich die Kinder immer den einfachsten Weg zur Problemlösung wählen.
#67 am 15.12.2016 von Marlene (Gast)
  0
Die Entscheidung liegt bei : War die Person schon auffälig, oder wenn nicht, ist etwas zu VERMUTEN und wenn ja, reicht das zum wegsperren...?
#66 am 14.12.2016 von Dipl.-Soz.Päd Dieter Kröger (Nichtmedizinische Berufe)
  0
Dann hat man ja nicht mal ein PsychKG gemacht. Ich habe schon erlebt, dass man PsychKGs gemacht hat mit der Begründung der Betroffene könnte in seinem Wahn auf die Straße laufen und überfahren werden. Irgendwas stimmt hier nicht, "Nur" Terror ist tatsächlich keine Grund jemand für 250 Euro am Tag in die Psychiatrie einzuweisen. Da nutzt Ihnen dann auch die Betreuung nichts. Die PsychKG sind meist "schärfer" als das Betreuungsrecht. Wenn sie allerdings alle die im Moment Paranoia haben und ihre Umwelt terrorisieren, einsperren wollten, da müssten Sie im Moment viele einsperren. http://static.bz-berlin.de/data/uploads/2015/11/dv2174924_1446908134-768x432.jpg
#65 am 18.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  5
Besorgter Sohn
Da keine Eigen- oder Fremdgefährdung bestand (sie drohte nicht damit, sich oder andere umzubringen), musste sie trotz behandlungsbedürftiger paranoider Psychose nach 24 Stunden wieder entlassen werden und terrorisiert weiter ihre Umwelt.
#64 am 17.09.2016 von Besorgter Sohn (Gast)
  0
Wenn Ihre Mutter im "normalen" Zustand Medikamenten sehr kritisch gegenübersteht, glauben sie im Ernst ihr Verhältnis zu Ihnen ist danach besser wenn man sie an Bett bindet und abspritzt und damit traumatisiert. Woher wollen sie wissen, dass Ihre Mutter zu den 30% gehört bei denen Neuroleptika überhaupt eine Wirkung haben. Wenn sie schon ein PsychKG hat, dann ist sie ja schon drin, was ist daran nicht aushaltbar. Welcher ernsthafte, mit dem nötigen Zeitaufwand und ohne Druck erfolgte Versuch wurde unternommen, eine auf Vertrauen gegründete Zustimmung Ihrer Mutter zur Behandlung zu erreichen. Ich kenne keine 10 Kliniken in Deutschland die dazu Willens oder in der Lage sind.
#63 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  4
@ Gast #59 siehe #30. Wenn dann schon genau lesen.
#62 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  0
Besorgter Sohn
Es handelt sich um eine Erstmanifestation. Eine Vorsorgevollmacht gibt es nicht und ist im jetzigen Zustand auch nicht erreichbar. Die Diagnose Psychose wurde aber vom Hausarzt und Psychiatern (nach einem PsychKG) bestätigt. Zumindest orientierend konnte eine organische Ursache ausgeschlossen werden. Medikamente lehnt sie ab, steht denen auch im „normalen“ Zustand sehr kritisch gegenüber. Ich sehe zur Zeit keine andere Wahl als die Betreuung, wäre aber froh, es ginge anders. Doch so ist es kaum aushaltbar.
#61 am 17.09.2016 von Besorgter Sohn (Gast)
  0
@besorgter Sohn Mit Spekulationen was nicht geht kommt man auch nicht weiter, solange man nicht alles ausprobiert hat. Wenn man sie schon mal mit Neuroleptika auf "Normal" gebracht hatte, könnte sie eine Patientenverfügung aufsetzen, was man tun soll wenn sie tickt, Es ist nicht so dass, jemand von heute auf morgen, ausser bei Demenz und neurologischen Problemen, ohne äusseren Anlass eine systematisierten Wahn entwickelt. Haben Sie einen Demenztest gemacht? Haben Sie die Neurologie abgeklärt? Was sagt ein Systemischer Psychologe der Ihre Mutter kennt? Es gibt auch Psychiatrien wo man menschlich ist und nicht gleich zwangsbehandelt? lesen sie #3 lesen sie #1 Ich war 7 Jahre mit einer Frau mit Diagnose "Schizophrenie" zusammen, nach 2 Jahren war sie soweit dass sie ohne Medikamente nicht mehr in der Psychiatrie gelandet ist, obwohl sie vorher 20 Jahre mit Neuroleptika mindestens 2 mal im Jahr drin war. Trotzdem war es nicht einfach. Mit Gewalt hebt man eine Geiß am Schwanz rum.
#60 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  4
Gast
Doch so ein teuflisches Neuroleptikum?
#59 am 17.09.2016 (editiert) von Gast
  0
Besorgter Sohn
Ein Jahr?!? Der jetzige Zustand ist kein Jahr tolerabel.
#58 am 17.09.2016 von Besorgter Sohn (Gast)
  0
Nochmals. es ist unseriös und auch unmöglich aus Ihren wenigen allgemeinem Angaben,einen Vorschlag abzuleiten. Um seriös antworten zu können muss man die Frau kennen, Ihren Lebenslauf, das Wahngebäude, den Inhalt der Halluzination, das Verhältnis innerhalb der Familie und ihre Fähigkeit mit Konflikten und Problemen umzugehen usw. Das kann man vielleicht wenn man den Menschen 1 Jahr kennt und sich mit ihm auseinandergesetzt hat. Eine Möglichkeit ist der sokratische Dialog. Eine andere die Soteria, Ich sage nicht dass es einfach ist, Ihre Frage ist die gleiche, wie die was soll ich machen bei Bauchweh, Nur als Anekdote: Zu Thomas Bock kam mal einer, der hat ihm erzählt, der Böse Geist wäre wieder in in eingefahren, die Antwort von Thomas Bock war, sollen wir den bösen Geist vergiften und er hat ihm ein Neuroleptikum angeboten und er hat es auch genommen.
#57 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  1
Besorgter Sohn
Man soll beim Wahn nicht „mitspielen“, weil dies den Wahn verstärkt, aber man soll auch nicht widersprechen, weil dies einem zum Feind machen kann, logisch zu argumentieren ist erfolglos und kann ebenfalls als Anfeindung gesehen werden. Eine freiwillige Therapie wird natürlich verweigert. Der Auslöser des Wahns in der akuten Situation wahrscheinlich nicht ermittelbar, und selbst wenn man ihn wüsste, würde es wohl kaum jetzt helfen. Ziemlich verfahrene Situation, wenn man tatsächlich keine Zwangseinweisung und -behandlung umgehen soll. Also was, Herr Bischoff, ist ein gangbarer Weg?
#56 am 17.09.2016 von Besorgter Sohn (Gast)
  0
#51 Besorgter Sohn Halluzinationen können völlig verschiedene, auch neurologische, Ursachen haben wie sie u.a in diesem Artikel nachlesen können. http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/psychiatrie/schizophrenie-die-unverstandene-krankheit-13775766-p4.html
#55 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  0
Diese Frau ist von den Todtnauer Wasserfällen gesprungen, nachdem eine Psychiatrie keine andere Antwort auf Ihre nachvollziehbaren, lösbaren Probleme hatte, als sie mit Antidepressiva, Neuroleptika und Diazepam gleichzeitig abzufüllen, http://www.frsw.de/todtnauer-wasserfall.htm Zorn auf die Psychiatrie: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen Was hier beschrieben wird ist keine "Limitation". @47 Gast passt auch darein. Es gibt aber auch andere, die meiner Ansicht nach gute Arbeit leisten, die kann ich aber an zwei Händen abzählen Im übrigen bin ich mit Juan Mendez, dem Sonderberichterstatter der UN über Folter auf einer Linie, dass die in Gesundheitseinrichtungen stattfindende unfreiwillige Behandlungen und sonstige psychiatrische Eingriffe Formen der Folter und Misshandlung darstellen. Wenn es auch vereinzelt Patienten geben mag, die dies Anders empfinden. Die können das aber dann in einer Patientenverfügung festlegen
#54 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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#51 Besorgter Sohn Es ist mehr als unseriös, öffentlich Behandlungsvorschläge für einen Menschen zu machen den man nicht kennt, aufgrund von ein paar Aussagen von Angehörigen. Einen meiner Ansicht nach lesenswerten Artikel zum Verstehen eines Wahns, wenn sie eine Demenz ausschließen können, finden sie hier: http://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/wahn.html Wahn ist der Versuch, die Realität zu leugnen und umzudeuten, weil sie vom Betroffenen nicht ertragen wird und daher auch nicht angenommen werden kann. Deswegen haben Sie auch argumentativ gegen den Wahn keine Chance.
#53 am 17.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  0
Gast
@ Herrn Bischoff (#40) Was soll uns das Foto eines Kreuzes sagen? Die Aussage, dass die Frau noch leben könnte, wenn sie keinem Psychiater in die Hände gefallen wäre, ist im Zusammenhang mit dem Link völlig haltlos. Warum ihr Zorn auf die Psychiatrie? Sie hat IMHO in der Behandlung von psychischen Störungen genau ihren Stellenwert und ihre Limitationen wie die Psychotherapie oder Psychoanalyse. (Ich bin übrigens gespannt auf Ihren Ratschlag an Besorgter Sohn.)
#52 am 17.09.2016 von Gast
  0
Besorgter Sohn
Konkrete Frage an Herrn Bischoff: Meine Mutter leidet zur Zeit an einer akuten Paranoia mit Halluzinationen, lehnt es aber ab, sich ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen, weil sie sich nicht krank wähnt. In ihrer Psychose isoliert sie sich von allen Freunden, indem sie mit ihnen bricht und sie beschuldigt, an der Verschwörung gegen sie beteiligt zu sein. Sie belästigt Verwandte und Bekannte mit teils fünfminütigen Telefonanrufen, auch nachts. Sie pöbelt Nachbarn an. Sie beschäftigt Behörden mit dem Versuch, ihre vermeintlichen Verfolger strafrechtlich zu verfolgen. Jegliche Versuche, vernünftig mit ihr zu argumentieren, werden abgeblockt oder führen zu Aggression. Wie soll ich mit ihr umgehen, damit ihr geholfen werden kann, denn sie selbst und ihre Mitmenschen leiden?
#51 am 17.09.2016 von Besorgter Sohn (Gast)
  0
Gast
Ich bin Gast #44 mit der Frage nach Therapiemaßnahmen und -erfolgen. Ich danke Ihnen für die überaus offene Beantwortung. Die Einstellung, dass Beziehung das A und O der Therapie ist, teile ich mit dem Hinweis auf "Rogers" und verabschiede mich hiermit. MfG
#50 am 16.09.2016 von Gast
  0
Gast
@gast47 Wenn man Argumentativ nicht mehr weiterkommt, wird man beleidigend.
#49 am 16.09.2016 von Gast
  0
@gast 47 Die vor 30 Jahren, eine einzige Psychose hatten. Ihre Ansicht ehrt Sie und zeigt ihr Menschenbild.
#48 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  0
Gast
Ok, verstanden! Don´t feed the Troll! Zum Auftritt von Herrn Bischoff gibt es bereits etliche Posts ...! Es macht wahrlich keinen Sinn, mit Wahnkranken zu diskutieren ... .
#47 am 16.09.2016 von Gast
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@gast 44 Was hilft ist, wenn man die Menschen ernst nimmt, auch in der Psychose, weil im Inhalt der Psychose ist meist auch die Ursache zu finden und das ist nicht der Transmitterhaushalt sondern nach meiner Erfahrung meist eine Traumatisierung. Auch wenn mein n nicht groß genug ist um daraus ein "Studienergebnis" zu generieren. Deckt sich im übrigen mit https://www.uke.de/dateien/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/2016-suse-trauma-zwang-scha%CC%88fer.pdf siehe auch Gast#3 Sie nicht labelt und ein überkommenes Krankheitsbild überstülpt, was nichts anderes als eine Symptomdiagnose ist und damit ein Zirkelschluss. Behandlung ist nur über Beziehung möglich, und die wird durch eine Zwangsbehandlung meist unwiederbringlich zerstört. Was hilft ist Beziehung, Beziehung und nochmals Beziehung. im Übrigen hat Gast#1 alles gesagt.
#46 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@gast 44 Ich habe Psychologie als Wissenschaft studiert, nicht um Therapeut zu werden. Schwerpunkt Neuropsychologie. Und ich weiß aus eigener Erfahrung was ein Zungenschlundkrampf ist. Das war vor knapp 30 Jahren, aber ich weiß noch heute wie sich der Zungenschlundkrampf angefühlt hat, Mir hat man damals erzählt ich müsste meine Leben lang Neuroleptika nehmen und nie wieder Stress haben. Ich habe danach Nachrichtentechnik Studiert, eine Haus gebaut, und Psychologie studiert. Und das alles ohne Neuroleptika, Nachdem Studium habe ich u.a, mehrere Jahre für einen Betroffenenverband gearbeitet, und gesehen was die Psychiatrie bei vielen Menschen angerichtet hat und immer noch anrichtet, hat und ich weiß auch aus dieser Arbeit heraus, was eine Zwangsbehandlung bei Menschen anrichtet. Es steht mir fern mich darüber zu äussern, wenn ein Mensch sich freiwillig in der Psychiatrie behandeln lässt. Ich fordere nur dass man die in Ruhe lässt die mit der Psychiatrie nichts zu tun haben wollen.
#45 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  1
Gast
Sehr geehrter Herr Bischoff, Sie haben uns überdeutlich vor Augen geführt, welche Art von Therapiemaßnahmen Sie für überflüssig, ja sogar für gefährlich und traumatisierend erachten. Da Sie selber Psychologe sind, denke ich , dass Sie dementsprechend auch eigene Patienten therapieren. Mich würde interessieren, welches der Schwerpunkt Ihrer Arbeit ist -quasi Ihre Spezialisierung-, welche Art der Therapie Sie bevorzugt anwenden und die Erfolgsquote die Sie dabei erzielen.
#44 am 16.09.2016 von Gast
  0
@ Urodoc zu "Therapieverzögerung" Hier ein Link zu Berichten von Menschen die eine Zwangsbehandlung was Sie als "Therapie" bezeichnen erdulden mussten, http://bpe-online.de/infopool/recht/bpe/broschuere-zwang.pdf
#43 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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Juan Mendez, Sonderberichterstatter der UN über Folter, hat einen bemerkenswerten Bericht vorgelegt, der auch in der hiesigen Diskussion über die Zulässigkeit von Zwangstherapie nicht unbeachtet bleiben dürfte, nachstehend zwei Zitate aus der Vorbemerkung des Berichtes: • Fixierung von Menschen mit psychischen Behinderungen auch für kurze Zeiträume Folter und Misshandlung darstellen kann (ebd.); • in Gesundheitseinrichtungen stattfindende unfreiwillige Behandlungen und sonstige psychiatrische Eingriffe Formen der Folter und Misshandlung darstellen (64) http://www.lapk-hamburg.de/informationen/downloads/Extern/Verschiedenes/Bericht-J.-Mendez/
#42 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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#41 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@ Gast 39 Weil in diesem Artikel Vorurteile bedient werden. Weil es immer noch so ist dass man Menschen mit psychiatrischer Diagnose, abspricht Verstand zu haben. Weil man psychisch Kranke als gefährlich bezeichnet, dabei sind es viele Teile der Psychiatrie die mit Ihren mittelalterlichen Methoden, Menschen in den Selbstmord treiben. Ich habe auch noch andere Links, z.b. diesen hier: http://www.frsw.de/fotos09sep/wasserfall-kreuz090909.jpg Diese Frau könnte noch leben wenn sie keinem Psychiater in die Hände gefallen wäre. Man muss die Dummheit ausrotten, weil sie dumm macht die ihr begegnen. Das kann man nicht oft genug versuchen. Vielleicht klappt es irgendwann.
#40 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  3
Gast
Herr Bischoff: Wollen Sie etwa jetzt diesen Artikel in jedem Kommentarabschnitt jedes DocCheck-Artikels verlinken... mehrmals? Warum tun Sie uns allen nicht einen großen Gefallen und verfassen einfach selbst einen Artikel für DocCheck oder noch besser einen Blog? Dann brauchen Sie nicht wieder und wieder mit ihren Serien von sich inhaltlich wiederholenden Kommentaren die Diskussionen anderer zuzuspammen. Es ist ja nicht so dass Ihre Vorwürfe nicht zumindest teilweise berechtigt wären... einen eigenen Artikel sollte das der DocCheck Redaktion schon wert sein.
#39 am 16.09.2016 von Gast
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http://www.merkur.de/bayern/grausam-patient-stirbt-feuer-bezirksklinikum-fixiert-2377739.html @ gast 34 Und warum wurde diese Anstalt zum "Schutz der Betroffenen" nicht sofort geschlossen? http://www.merkur.de/bayern/grausam-patient-stirbt-feuer-bezirksklinikum-fixiert-2377739.html Argumentieren sie bitte nicht es wäre ein Unglück gewesen. Die Gefahr eines Brandes besteht immer, und wenn ich einen Menschen alleine in einem abgeschlossenen Zimmer ans Bett binde, nehme ich das was passiert ist billigend in Kauf.
#38 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@ gast 34 Mit der gleichen Argumentation müssen sie jedem der Schneller als 120 km/h fährt, den Führerschein sofort entziehen.
#37 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@33 Urodoc unnötigen Therapieverzögerung Was ist den an der Gabe von Neuroleptika "Therapie" Hatten sie schon mal einen Zungenschlundkramp Hatten sie schon mal eine Akathasie Hatten sie schon mal ein maligenes neuroleptisches Syndrom Saßen sie schon mal sabbernd in der Ecke ohne einen klaren Gedanken fassen zu können, mit unerträglichen Ängsten, ohne dies artikulieren zu können. Alles Wirkungen von Neuroleptika, Was glauben sie warum die Menschen sich weigern dieses Zeug zu fressen.
#36 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@33 Urodoc "75% aller Psychosen verlaufen ohne Therapie chronisch oder rezidiveren". In dem man diesen Unsinn ständig wiederholt wird er nicht wahrer, das Gegenteil ist der Fall, http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1707650 http://www.ddpp.eu/news-meldung/aktuelle-forschungsergebnisse-zur-neuroleptika-behandlung.html "Denn in der akuten Psychose wird der Patient weder dem einen, noch dem anderen freiwillig zugänglich sein" In solchen Anstalten sicher nicht: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen "Hier sollte vielleicht die Rechtmäßigkeit im Nachhinein, dann aber genauso gründlich überprüft werden" Und was hat der Patient dann davon. Bekommt er dann 1 Mio Euro Schmerzensgeld wenn es nicht richtig war und die Klinik bekommt von der Krankenkasse nichts? Da werden die Haftpflichtbeiträge aber steigen.
#35 am 16.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  2
Gast
Es kann also erst zum Schutz des Betroffenen und seiner Umwelt gehandelt werden, wenn etwas Schlimmes passiert ist.
#34 am 16.09.2016 von Gast
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UroDoc
75% aller Psychosen verlaufen ohne Therapie chronisch oder rezidiveren. Der langwierige Rechtsweg, der in anderen Situationen juristisch sinnvoll ist, führt hier zu einer — aus meiner Sicht — unnötigen Therapieverzögerung, nur weil keine erkennbare Suizidalität oder Fremdgefährdung besteht. Ein psychisch kranker Straftäter gilt gegebenenfalls als schuldunfähig, da er seine Tat nicht „vernünftig“ einschätzen kann. Ein anderer Mensch mit einer akuten Psychose darf aber über seine Therapie oder Behandlungsablehnung entscheiden, obwohl seine Urteilsfähigkeit diesbezüglich eingeschränkt ist. Das macht meines Erachtens wenig Sinn. Hier sollte vielleicht die Rechtmäßigkeit im Nachhinein, dann aber genauso gründlich überprüft werden. Die Rechtshürden hierfür erscheinen mir jedoch zu hoch.
#33 am 16.09.2016 von UroDoc (Gast)
  1
UroDoc
Die Diskussion, ob bei einer akuten Psychose eher ein psychotherapeutischer oder ein pharmakologischer Ansatz erfolgversprechend ist, wird sich hier nicht klären lassen. IMHO ist es wahrscheinlich eine Kombination aus beidem. Gerade in der Akutphase scheint mir eine medikamentöse Unterstützung genauso sinnvoll wie später die psychologische Aufarbeitung und Betreuung. Aber darum geht es hier gar nicht! Denn in der akuten Psychose wird der Patient weder dem einen, noch dem anderen freiwillig zugänglich sein, da er sein wahnhaftes Erleben als Realität empfindet und sich nicht krank sieht, so dass er jegliche Therapie mitunter vehement ablehnt. Versuche ihn vom Gegenteil zu überzeugen werden eher als Anfeindung aufgefasst. Die persönliche Freiheit ist ein hohes und schützenswertes Rechtsgut. Aber in solchen Fällen, wo die Urteilsfähig des Betroffenen eingeschränkt ist, führt deren Wahrung zu verlängertem Leid beim Kranken und seine Mitmenschen. Die Betreuung in der Regel unausweichlich.
#32 am 16.09.2016 von UroDoc (Gast)
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@gast 29 noch ein platteres Beispiel. Wenn ich eine Zahnarztphobie habe weil bei mir einmal einer mit dem Bohrer stecken geblieben ist, kann ich mir entweder einen Zahnarzt suchen der damit umgehen kann, und ich kann dadurch lernen, dass es auch Zahnärzte gibt die anders arbeiten, oder ich kann jedesmal eine Dormicum nehmen. Ich würde das erste vorziehen.
#31 am 15.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  1
@ gast 29 Was soll es denn sonst sein als "Organisch". Auch bei einer Psychotherapie gibt es "organische" Veränderungen im Gehirn, genauso bei jedem Lernprozess, was den sonst?? Zur Behandlung mit Neuroleptika: 20% brauchen sie nicht bei 50 % haben sie keine Wirkung siehe: http://www.kfo241.de/schizophrenia_de.php Chef de kfo 241 ist kein geringer als Peter Falkei (der frühere Präsident der DGPPN Siehe: http://www.kfo241.de/staff_cp_de.php Ich sage auch nicht, dass Neuroleptika, als Notfallmedikament, überhaupt nichts taugen Als Dauermedikation sind sie eine Katastrophe. http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/neuroleptika-wenn-psychopillen-das-gehirn-schrumpfen-lassen-13379742.html Dies ist auch aus der Wirkweise von Neuroleptika und der Neurobiologischen Forschung nachvollziehbar
#30 am 15.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  1
Gast
Der unter #27 verlinkte Artikel spricht ja eher für ornanische Ursachen, was wiederum den Einsatz von Psychopharmaka, welche in den Neurotransmitter-Stoffwechsel eingreifen, stützen würde. Dass es exogene Auslöser für eine Psychose geben kann, sei unbestritten, auch dass es hilfreich sein kann diese Gründe zu ermitteln. Dies macht den resultierenden Wahn aber nicht sinnhafter und weniger belastend. Neurophysiologische Dyfunktionen und posttraumatische neuroanatomische Veränderungen dürften sich wohl eher wenige psychoanalytisch therapieren lassen.
#29 am 15.09.2016 von Gast
  0
@ gast 26 Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Die genetische Disposition ist eine Mär "Schizophrenie" ist keine Krankheit sondern eine Symptomdiagnose wie Bauchweh, wobei die Symptome aus völlig unterschiedlichen Ursachen stammen können. Ein sehr guter Artikel hier: http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/psychiatrie/schizophrenie-die-unverstandene-krankheit-13775766.html Siehe auch: http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-011-3255-1 Natürlich gibt es auch die unterschiedlichen Konstitutionen, Unser Altbundeskanzler ist trotz Rauchen auch über 90 geworden, wollen sie deswegen die Krebs verursachende Wirkung von Rauchen abstreiten.
#28 am 15.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@gast 25 psychotische Symptome haben eine Ursache und die muss man finden. Im Übrigen gibt es die SUSI STUDIE von Prof. Bock UKE Hamburg, die sagt das gleiche aus. "der sie die harmlosesten Dinge als Angst verursachende Bedrohung sehen lässt." Googeln sie mal nach Angst Trigger implizites, explizites Gedächtnis. oder lesen sie mal dies. https://cip-medien.com/wp-content/uploads/2001-1-11-Kapfhammer1.pdf
#27 am 15.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  1
Gast
Das sehe ich ähnlich wie #25. Vernachlässigt wird hier auch die genetische Disposition für Schizophrenie. Erkrankungsrisiko 12% bei einem vorbelasteten Elternteil, 45% wenn beide Eltern betroffen sind PLUS ungünstige Lebensereignisse. Wieviele von Gewalt, Zwang und Missbrauch Betroffene entwickeln KEINE solche Störung?
#26 am 15.09.2016 von Gast
  0
Gast
@ Johannes Georg Bischoff: In psychotischen Symptomen einen wie auch immer gearteten „Sinn“ zu sehen, halte ich für Unsinn. Patienten mit Paranoia erfahren keinen psychologischen Schutz der eigenen Person vor der für sie unerträglichen Realität, sondern leiden an ihrem Wahn, der sie die harmlosesten Dinge als Angst verursachende Bedrohung sehen lässt.
#25 am 15.09.2016 von Gast
  0
@ Wolf R. Dammrich Das ist die allgemeine Erfahrung, der Richter übernimmt meist was der "Gutachter" vorschlägt. Das ist nicht nur bei der Betreuung so, sondern auch bei der Unterbringung. Verantwortung übernimmt dann danach allerdings keiner von beiden. Ich habe das mal bei einer bekannte durchgezogen. Der Richter hat sich auf den Gutachter berufen. Der Gutachter hat sich darauf berufen was der Richter entschieden hat. Mit Pech sitzen in den Vormundschaftsgerichten Proberichter, weil dies keiner machen will. In den wenigen Glücksfällen Erfahrene Richter, die haken dann auch mal nach.
#24 am 14.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  2
diese Darstellung erscheint mir doch etwas realitätsfern. Mir liegt das "Gutachten" eines im Betreuungs-Eilverfahren gutachterlich beigezogenen Amtsarztes vor: "Der Patient ist minderbegabt. Er bedarf einer Betreuung" Woraufhin der zuständige Amtsrichter widerspruchslos akzeptierte und eine Rundumbetreuung (früher auch "Entmündigung" genannt) über einen Patienten verhängte, weil dieser - als Altenheiminsasse - einmalig betrunken in langer Unterhose auf der Straße herumgelaufen war. Erst die Intervention beim Landgericht befreite diesen Patienten von der juristisch korrekten Zwangsverwaltung, an deren Stelle fortan lediglich eine Verwaltung seines Taschengeldes trat, damit er dies nicht versoff... Solange so etwas in Deutschland möglich ist, ist nur zu raten, die altbekannte unheilige Allianz aus Staat ,Justiz und Psychiatrie dringend zu meiden, wenn man nicht in die Fußstapfen eines Gustl Mollath treten möchte...
#23 am 14.09.2016 von Wolf R. Dammrich (Heilpraktiker)
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#9 UroDoc (Gast) "Die Frage, die hier aufgeworfen wird, ist, inwiefern der geäußerte Wille eines psychisch Kranken genauso zu werten ist wie zum Beispiel die Therapieablehnung eines Krebskranken nach entsprechender Aufklärung. Ich denke, es besteht ein Unterschied." Und worin. Psychisch Krank = nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen Definieren sie bitte Psychisch Krank !! aber bitte nicht das ICD 10 F Gesülze nach Symptomen). Gast #3 Stimme ich zu. Bei 80 % derer, denen man eine "Schizophrenie" anhängt liegt eine Traumatisierung vor https://www.uke.de/dateien/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/2016-suse-trauma-zwang-scha%CC%88fer.pdf Die Zwangsbehandlung führt dann oft zu einer Retraumatisierung oder Chronifizierung. Oder glauben sie wirklich jemand der psychische Problem hat, wird gesund in dem man ihn einsperrt und gewaltsam mit Drogen volldröhnt, bis er nicht mehr gerade laufen kann.
#22 am 14.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  4
Kann die Psychiatrie nicht einfach, die nichts mit ihr zu tun haben wollen, einfach in Ruhe lassen und nur die behandeln die dies auch wollen. Dann wäre Allen geholfen. Martin Zinkler in Heidenheim und ein paar Andere kriegen es auch hin ohne Zwangsbehandlung auszukommen. Warum denn das Gros der Anderen nicht. Sind die alle zu doof oder wollen sie nicht.
#21 am 14.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
  3
Gast
Ist dies ein Versuch, Krankenhausbette einzusparen, da alle Psychiatrischen Kliniken hoffnungslos überfüllt sind? Die Rechte eines psychiatrisch erkrankten Menschen werden doch nur da beachtet, wo Geld herauszuschlagen ist. Psychiatrisch erkranktenMenschen in Rheinland-Pfalz oder auch im Saarland dürfen noch nicht einmal ihre Klinik aussuchen. Sie werden gezwungen, in die Klinik im Landkreis zu gehen. Dies hat KEINE rechtliche Basis und ist ganz klar ein Verstoß gegen den Artikel 3 im Grundgesetz. Die Entscheidung hierfür trafen vor Jahren Chefärzte der psychiatrischen Kliniken!
#20 am 14.09.2016 von Gast
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Gast
Persönlichen mit einem nahestehenden Angehörigen ergeben,dass der systematische Wahn ein Schutz der eigenen Person darstellt ,mit dem auch die Angehörigen leben können,wenn sie darauf eingehen,abschwächend wirken und wissen welche die Zusammenhänge bestehen.
#19 am 14.09.2016 von Gast
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@ Joachim Bedynek Ich kenne die Diskussion um den freien Willen, Sie war u.a. eine meiner Prüfungsleistungen in meinem Studium. Stichwort u.a (Bereitschaftspotential) Ich stelle die Frage in der Form nur weil mich die Unterscheidung zwischen "freien" und "natürlichen" Willen, den es meiner Meinung nicht gibt nervt um zu provozieren. Zitat von Peter Bieri Nehmen wir an Sir hätten einen freien Willen. Es wäre ein Wille der von nichts abhinge: ein vollständig losgelöster, von allen ursächlichen Zusammenhängen freier Wille. Ein solcher Wille wäre ein aberwitziger, abstruser Wille. Seine Losgelöstheit nämlich würde bedeuten, dass er unabhängig wäre von Ihrem Körper, Ihrem Charakter, Ihren Gedanken und Empfindungen, Ihren Phantasien und Erinnerungen. Es wäre, mit anderen Worten, ein Wille ohne Zusammenhang mit all dem was Sie zu einer bestimmten Person macht, In einem substantiellem Sinn des Wortes wäre er deshalb gar nicht ihr Wille.
#18 am 14.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@ Dr. med. Peter Grampp "Der Wahn dem Gehirn vieles vortäuscht" Der Wahn kann dem Gehirn nichts vortäuschen. Das Gehirn kann sich täuschen oder sich weigern die Realität was immer das auch sein mag, anzuerkennen. Wahn ist der Versuch, die Realität zu leugnen und umzudeuten, weil sie vom Betroffenen nicht ertragen wird und daher auch nicht angenommen werden kann. Systematischer Wahn ist ein Missbrauch des Denkens zum Schutz der Person. Neuroleptika dämpfen die emotionale Spannung, die ein systematischer Wahn erzeugen kann und mildern so die Wahndynamik. Der Wahn bleibt aus o.g.Gründen erhalten. Der Mensch braucht den Wahn um vor sich selbst bestehen zu können. Es macht darum auch keinerlei Sinn gegen einen Wahn anzudiskutieren, sondern man muss sich die Frage Stellen, WARUM ist der Mensch nicht bereit die "Realität" anzuerkennen und die Ursache dazu beseitigen. Und das ist richtig Arbeit.
#17 am 14.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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Gast
Vielleicht sollte man differenzieren zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Unterbringung so ähnlich wie seit kurzem zwischen Strafhaft und Sicherungsverwahrung.
#16 am 14.09.2016 von Gast
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Herr Bischoff, die Unschärferelation würde ich nicht mit dem freien Willen in Verbindung bringen. Der f. W. ist nur ein subjektives - starkes- Gefühl der Menschen. Tatsächlich laufen unsere Entscheidungen aufgrund der allgemeinen physkalisch-elektrisch- chemischen Gesetze zwangsläufig ab.
#15 am 13.09.2016 von Joachim Bedynek (Chemiker)
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Das ganze nochmal etwas Strukturierter. @ Dipl. Math. Lena Seydel Haben sie mal überlegt welche Ursache die Psychose Ihre Freundin haben könnte und warum Sie sich aus der Psychiatrie wieder entlassen lässt. zu Ursache der Psychose: Siehe u.a. https://www.uke.de/dateien/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/2016-suse-trauma-zwang-scha%CC%88fer.pdf zur schnellen Entlassung siehe: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen
#14 am 13.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@ Dipl. Math. Lena Seydel Haben sie mal überlegt welche Ursache die Psychose Ihre Freundin haben kann und warum Sie sich aus der Psychiatrie wieder lässt. zu Ursache der Psychose: Siehe u.a. https://www.uke.de/dateien/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/2016-suse-trauma-zwang-scha%CC%88fer.pdf zur schnellen Entlassung siehe: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen
#13 am 13.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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@ Dr. med. Peter Grampp Erklären sie den Unterschied von "Freiem" und "Natürlichem" Willen unter Berücksichtigung der Unschärferelation von Werner Heisenberg.
#12 am 13.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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Als Zunft deren Diagnostik nicht valide ist und damit esoterischer Kaffeesatzleserei gleichkommt. Siehe: u.a. http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-011-3255-1 http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-008-2418-1 http://www.nimh.nih.gov/about/director/2013/transforming-diagnosis.shtml (Thomas Insel ist keine Geringer als der Direktor des National Institut of Menthal Health der Vereinigten Staaten von Amerika=) wäre ich vorsichtig mit "fehlender Krankheitseinsicht" zu argumentiern Nach der Sachlage könnte man auch argumentieren, die "fehlende Krankheitseinsicht" des Patienten beruht darauf, dass er genug Verstand hat den Unsinn dem man ihm in der psychiatrischen Anstalt erzählt hat zu durchschauen, Sieht man sich dann noch an wie man mit den Patienten umgeht, http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen Kann man sich durchaus fragen wer hier der Psychopath ist.
#11 am 13.09.2016 von Johannes Georg Bischoff (Psychologe)
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UroDoc
Warum wird die Entscheidung über den Verbleib in der Psychiatrie ausschließlich an der Suizidalität (und Fremdgefährdung) festgemacht? Wenn ein psychisch Kranker über seine Behandlung entscheiden darf, warum dann nicht auch über seine Selbsttötung?
#10 am 13.09.2016 von UroDoc (Gast)
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UroDoc
Das PsychKG erlaubt bei gegebenen Voraussetzungen die Zwangseinweisung, wobei innerhalb von 24 Stunden durch einen Amtsrichter überprüft werden muss, ob ein Verbleib in der geschlossenen Psychiatrie gerechtfertigt ist. Auch wenn eine behandlungsbedürftige Psychose evident ist, muss der Patient entlassen werden, wenn keine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht, sofern eine Behandlung abgelehnt wird. Inwiefern diese Willensäußerung auf eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit bei fehlender Krankheitseinsicht beruht spielt dabei keine Rolle. Solange keine Vorsorgevollmacht vorliegt, bleibt nur der gegebenenfalls langwierige Weg über die Betreuung. Die Frage, die hier aufgeworfen wird, ist, inwiefern der geäußerte Wille eines psychisch Kranken genauso zu werten ist wie zum Beispiel die Therapieablehnung eines Krebskranken nach entsprechender Aufklärung. Ich denke, es besteht ein Unterschied.
#9 am 13.09.2016 von UroDoc (Gast)
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PsychKG ist Gummiparagraph. Schon weil Richter in 99,9% aller Fälle einem Psychiater nicht widersprechen. Folgenden Dialog habe ich einmal in einer PIA miterlebt : Arzt zu Patientin:"Nehmen Sie ihre Medikamente" Patientin: "Nein" Arzt: "Ich lasse Sie zwangseinweisen." Patientin: "Das wagen Sie nicht!" Arzt: "Wetten das! " Wenn das nicht missbräuchlich ist, weiß ich nicht was sonst. Und was das Argument mit dem Suizid angeht: Das PsychKG greift nur, wenn ich eine psychiatrische Diagnose habe. Wenn ich ein "normaler" Mensch bin, kann ich soviel Suizid ankündigen wie ich will, ist ja nicht strafbar. De fakto werden uns psychisch Behinderten damit zwar nicht die Menschenrechte, aber die Bürgerrechte aberkannt. ich kann nur allen raten, eine Patientenverfügung zu verfassen UND sie wirklich notariell beglaubigen zu lassen, damit der Geisteszustand später nicht angefochten werden kann. So habe ich es gemacht ( übrigens auf Anraten einer beherzten Richterin)
#8 am 13.09.2016 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Das Problem liegt darin, dass auch im Falle der fehlenden freien Willensbildung und wenn kein mutmaßlicher Wille zu erkennen ist (z.B. Patientenverfügung), wird dem natürlichen Willen gefolgt. Diese drückt sich juristisch in einer intendierten Handlung oder Aussage aus. Dabei wird unterstellt, dass man diesen konkludent aus dem o.a. erschließen kann. Im Fall des Wahnes liegt allerdings ein Wille vor. Gerade ein Teil dieses Klientel beeindruckt durch stenisches Wollen und Fordern. Hier liegt meist ein Grundlagenirrtum vor, da der Wahn dem Gehirn vieles vortäuscht oder eine Ich - Störung des Fremdbestimmten sogar falsche Willensentscheidungen vorgibt. Hier ist somit auch der "natüliche" Wille ein Unsinn der Justiz, die nur damit entschuldbar ist, dass man von Dingen spricht, von denen man eine falsche Vorstellung hat.
#7 am 13.09.2016 von Dr. med. Peter Grampp (Arzt)
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Gast
Den Ausdruck "im vermutenden Sinne" finde ich absolut unangebracht. Wer bitte soll hier Vermutungen anstellen aufgrund dieser ein Mensch dann ohne Absicherung weggesperrt werden kann. Ich denke, über dieses Jahrhundert in dem solche Dinge möglich waren, sind wir zum Glück hinaus. Hoffen wir, dass sowas nicht wiederholt wird!
#6 am 13.09.2016 von Gast
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Genau so ein Fall wie hier beschrieben gibt es in meiner nächsten Umgebung. Es läuft ab genauso wie hier beschrieben. Ich war schon oft an meinen Grenzen mit meiner psychischen Kraft und fühlte mich absolut machtlos, als sich meine Freundin schon wieder aus einer Klinik entlassen ließ. Ihre paranoische Psychose hat sie in den drei Jahren zerstört. Heute gilt sie als austherapiert, wo sie im Prinzip bis jetzt nicht therapiert wurde,weil sie es ablehnt. Bis es durch die Institutionen durchkam, wurde sie schon von ihrer Stammklinik abgeschrieben. Da wirkt das Gesetz absolut zerstörerisch.
#5 am 13.09.2016 von Dipl. Math. Lena Seydel (Psychotherapeutin)
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Christian
Es ist schade, dass der Artikel komplett evidenzfrei große Eingeriffe in das persönliche Freiheitsrecht fordert. DocCheck sollte bei seinen Autoren mehr Qualitätskontrolle einführen und einen Editoren haben der verhindert das Artikel wie dieser veröffentlicht werden ohne irgendwelche Studien zu zitieren, die die Emfehlungen stützen.
#4 am 13.09.2016 von Christian (Gast)
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Gast
Bei den klaren und gerechtfertigten Diagnosen mag die Sichtweise durchaus zutreffen, dass zum Wohle des Betroffenen Behandlungsmaßnahmen erfolgen, auch wenn die Betroffenen hierin nicht einwilligen (können). Als psychiatrischer Gutachter begegnen mir aber eben auch oft Fehldiagnosen. Da werden Schizophrenien diagnostiziert, die in Wirklichkeit Traumafolgestörungen oder Persönlichkeitsstörungen sind - und mit oder ohne Zwang hochpotent neuroleptisch ohne Erfolg behandelt. Ein zusätzlicher Blick von außen scheint mir da durchaus wichtig. Alles hängt aber von den fachlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Beteiligten ab. Pauschal davon auszugehen, dass behandelnde Ärzte schon wissen, was gut ist und automatisch zum Wohl führen wird, wäre m. E. katastrophal für die Betroffenen - und zeugte doch eher von narzisstischer Verblendung.
#3 am 13.09.2016 von Gast
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Die Diskussion ist ja nun nicht neu. Dennoch birgt sie, wie auch bei der/dem Vortragenden zu erkennen ist, eine nicht ungefährliche Sichtweise [siehe letzter Absatz: Entscheidung zum Wohle des Patienten?], da in ihrer Konsequenz schnell jemand "weggesperrt" und "therapiert" [und entmündigt!!!] wird, weil ihr oder ihm etwas diagnostiziert wird, was nicht da ist. Es hat schon seinen tieferen Grund, weshalb dieser Vorgang längerfristig ist und nicht ad hoc erledigt werden darf. Es gab schon einmal Zeiten, da das Wegsperren sehr rasch vollzogen wurde, sehr zum Nachteil vieler vermeintlich Kranker, also gesunden Menschen. Es ist hoffentlich nicht anzunehmen, dass das jemand wieder ändern will.
#2 am 13.09.2016 von Dipl. Psychologe Rainer Keller (Psychologe)
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Gast
Ich bin Borderline Patientin und habe auch schon psychotische Zustände erlebt, wenn man mich gegen meinen Willen zwangseinweisen oder zwangsmedikamentieren würde, würde es die Sache nur erheblich schlimmer machen. Wenn ich genug Ruhe habe komme ich auch Alleine aus der Psychose wieder raus. Jeglicher Zwang würde Alles nur noch verschärfen.
#1 am 13.09.2016 von Gast
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