Ein High-Tech-Jumper

08.09.2016
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Vorbei sind die Zeiten, als Springseile einfach aus zwei Holzgriffen und einer Kordel bestanden. Smart Rope schickt sich an, überflüssige Pfunde mit einem digital aufgepimpten Sportgerät abzuschmelzen. Grund genug, die intelligente Fitness-Strippe einem Leistungstest zu unterziehen.

Das Konstruktionsprinzip von Smart Rope unterscheidet sich zunächst mal nicht wesentlich von seinem klassischen Vorbild: Zwei Handgriffe, dazwischen ein Seil. Die Handgriffe haben es jedoch in sich: ein Drehgelenk, Sensoren und ein Akku samt Micro-USB. Das Ganze yuppiegerecht in edlem Chrom, Gold oder Mattschwarz. Das Seil ist auch keine faserige Hanfkordel, sondern aus Plastik und trägt in der Mitte einen kurzen Schlauch voller LEDs. Da es sich nicht einstellen lässt, muss man beim Kauf auf die richtige Länge achten. 5 Größen sind verfügbar – von XS bis XL. Durchschnittseuropäer wie ich (179 cm) sind mit der Größe „M“ gut bedient.

Passend zum Gadget gibt es – was wohl? Richtig: Eine App. Die lässt sich per Bluetooth mit der Smart Rope verbinden und registriert brav die Anzahl der Sprünge, die man absolviert hat. Die Werte werden auf Wunsch in Apple Health importiert. Wer mehr Challenge liebt, kann den Modus „Intervall Training“ wählen. Im „Beginner Level“ kann man zwischen 3 x 50; 4 x 100 oder 4 x 150 Sprüngen wählen – dazwischen liegen jeweils 90 Sekunden Pause. 

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Um ambitionierten Hobby-Athleten das Zählen zu erleichtern, haben sich die Entwickler etwas Besonderes einfallen lassen. Man kann mit einem Auge auf die App schielen oder auf das Seil selbst schauen. Die LED-Leiste des rotierenden Seils wird so angesteuert, das man die Zahl der Sprünge als Digitalanzeige vor sich schweben sieht – fett. Leider ist dieser überraschende Effekt nicht immer reproduzierbar. Das Seil verwindet sich leicht, wodurch die Anzeige nach außen wandert. Dann sehen leider nur die Umstehenden, wieviel Sprünge man da gerade absolviert. Aber es gibt ja immer eine 2.0 Version ;-).

Im Challenge-Modus ziehe ich 3 x 50 Hüpfer durch. Das reicht für Position 120 im Leaderbord, in dem mit bis zu 10.000 Sprüngen pro Tag (!) nur Asiaten ganz vorne mitspielen. Diese Jungs oder Mädels müssen viel Zeit haben – und Nachbarn, die immun gegenüber Deckenvibrationen sind. Wer gegen eine weniger ambitionierte Peer Group antreten will, kann die App mit Facebook verknüpfen und seine Freunde dann regelmäßig mit seinen Sprungwerten spammen.

Beim Blick auf meine persönliche Leistungsstatistik bin ich dann doch etwas enttäuscht. Nur 17 Kalorien soll ich durch 150 Sprünge verbrannt haben. Ich fühle mich aber eher nach 1.700. Naja, Profis springen wahrscheinlich nicht so unökonomisch in der Gegend herum. Das ist die Tücke von Durchschnittswerten.

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Fazit: Smart Rope ist ein ansehnliches Sportgerät, das noch kleinere Kinderkrankheiten hat. Der Preis ist mit 79 $ (Deutscher Apple Store 89,95 €) für den Funktionsumfang und die gute Verarbeitung okay. Wie andere Fitness-Gagdets kann es nach einigen Tagen schnell im Schrank liegen. Für das Motivationsarsenal von Personal-Trainern und Physiotherapeuten könnte es aber eine gute Ergänzung sein.

Bildquelle: Tangran Factory

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.09.2016.

24 Wertungen (4.42 ø)
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suuuuuper! Das gehört unbedingt zu den Geräten bei Tchibo "die keiner braucht" Man lese Losriot "der Familienbenutzer" der hat weigstns zugegeben, daß das eine Satire ist. Die Firma apple lacht sich in's Fäustchen welchen Unsinn sie noch alles für teures Geld ( steht ja apfel drauf, muß ja edel und teuer sein, nicht unbedingt nützlich) verkaufen kann. Ich schlage noch einen Klopapier-zähler vor. Abgesehen vom Verbrauch, den man mit ökölogie-Gründen verbrämen kann, könnte man auch noch die Abreißgeschwindigkeit messen und sicher per Projektor an der Decke des stillen Örtchens sichtbar machen. Dann gäbe es sicher im Internet eine "hall of fame" wo man veröffentlichen kann wer wieviel wann verbraucht und wie schnell !!! Viel Spaß Weiß noch jemand eine lustige Blödsinn "app"?
#3 am 16.09.2016 von Dr.med Klaus Schwarzmaier (Arzt)
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Ja früher! Da waren auch die meisten Trainingsanzüge nicht auf dem Sportplatz sondern auf den Klinikfluren :-)
#2 am 16.09.2016 von Dr. med. Bodo Mees (Zahnarzt)
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Na Gott sei Dank muss man wenigstens noch selbst springen. Mir tut jeder leid, der der Datensammel-Manie verfallen ist und ohne selbige keine Bewegungsfreude empfinden kann. Aber ein "Intervall-Modus" ist ja auch extrem wichtig - allein drei 50er Sätze ohne digitalen "Mitzähler" hinzubekommen, ist ja eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Wie haben wir das früher bloß hinbekommen? Ich amüsiere micht jetzt schon köstlich über vermehrt in Sportbekleidung meine Laufstrecke kreuzende jungen Damen, die alle 50 Meter ihr Jogging unterbrechen, um den Kalorienverbrauch zu checken. Eine einstündige Trainingszeit (brutto) entspricht dann einer Netto-Bewegungszeit von zehn Minuten - das nenn ich Fortschritt.
#1 am 15.09.2016 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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