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07.09.2016
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Ich habe mich letztens dabei ertappt, dass ich zu einem Patienten auf der Notaufnahme gesagt habe:
 „Ich würde jetzt noch gerne eine rektale Untersuchung bei Ihnen machen!“

HUÄ? Klingt das wirklich so komisch wie es ... ähm ... klingt? „Ich würde Ihnen jetzt zum Abschluss, nachdem ich schon auf Ihrem Bauch rumgegrapscht und Ihre Leistenregion abgetastet sowie persönliche Fragen zu Ihrem Stuhlgang und Sexleben gestellt habe, zusätzlich und total gerne noch meinen Zeigefinger hinten reinstecken!“


Eine digital-rektale Untersuchung – sprich: man steckt den Finger in den Popo des Patienten oder der Patientin, lässt den Schließmuskel anspannen und schaut ob es Hämorrhoiden, Blut oder sonstige Sachen gibt, die da normalerweise nicht hingehören – gehört zu einer vollständigen Untersuchung bei Bauchschmerzen dazu.

Verständlicherweise (bevor sich wieder jemand aufregt, ich würde mich über PatientInnen lustig machen) entschuldigen sich viele Menschen, wenn ich diese Untersuchung bei ihnen durchführe. „Entschuldigung, dass Sie das machen müssen“, „Tut mir leid, falls es stinkt oder nicht so sauber ist“ und ähnliches hört man dauernd ...

An all die hunderten Menschen, in die ich schon meine Finger gesteckt habe: Es braucht euch nicht leid tun. Ich mache das täglich mehrmals und ich werde gut bezahlt dafür. Dass es in einem Enddarm stinkt und vielleicht Kacke drin ist, ist normal.
 

Bildquelle: Nibby Nebbulous, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.09.2016.

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Gast
@ Annika Diederichs: LOL. Leider sind manche Patienten in diesem Bereich sehr schmerzempfindlich und würden sich von so manchem Arzt bei der digital rektalen Untersuchung gerne ein weniger "brachiales" Vorgehen wünschen...
#19 am 10.09.2016 von Gast
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Ehrlich gesagt bin ich unsicher, wo ich diesen Beitrag einordnen soll und was die Motivation dazu war. Herzhafte Äußerungen, so wie z.B. von einem NC vor einer kraniellen Trepanation, der meinte mich damit beruhigen zu wollen, dass seine Wurstfinger dafür besonders gut geeignet seien, bediene ich natürlich höflich mit einem Lächeln, er ja auch noch gar nicht wusste, dass er mich nicht beruhigen musste wegen Trepanationserfahrung und auch so nicht, jedenfalls könnten rustikale Erläuterungen von anderen Patienten ganz anders gewertet werden. Dies auch eben bei anderen Vorgängen der Induktion, so wie hier im Bericht beschrieben mittels Digitus II und/ oder III. Eine Untersuchung übrigens, die jedem Mann beim Abtasten der Prostata auch schon erwarten wird. Aber keine Angst vereehrte Geschlechtsgenossen, die geschilderten Expertisen der Autorin sind in dieser Angelegenheit auf Urologen übertragbar...
#18 am 09.09.2016 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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beata paprocki skype
#17 am 09.09.2016 von Beata Paprocki (Tierärztin)
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Analog zur digitalen (trans-)rektalen Untersuchung müßten wir in der Großtierpraxis dann konsequenterweise von einer brachialen (trans-)rektalen Untersuchung sprechen, wenn wir unsere Arme bis zur Schulter in den Patienten einführen ...;)
#16 am 09.09.2016 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Gast
Lassen Sie sich nicht so verunsichern. Wenn sie die für beide Seiten unangenehme Untersuchung unterlassen,und den daraus gezogenen Erkenntnisgewinn nicht haben, stehen sie vor dem Kadi schlecht da. Ein paar einleitende Worte wirken vor der Untersuchung entschärfend. In meiner 37-jährigen Tätigkeit als Neurologin hatte ich einen Fall vor dem Schiedsgericht, wo diese von mir gemachte Untersuchung eine Rolle spielte und für mich positiv war.
#15 am 09.09.2016 von Gast
  0
Gast
# 11: Der Leermeister steht Ihnen in´s Gesicht geschrieben
#14 am 08.09.2016 von Gast
  7
Gast
@1: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Schon mal gehört?
#13 am 08.09.2016 von Gast
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Und wenn im Bekanntenkreis des Patienten auch ein Grosstierpraktiker ist, der für eine rektale Untersuchung 90 cm lange Handschuhe verwendet , dann kann ein erschreckter Gesuchtsausdruck vielleicht auch so zu erklären sein , d.h. digital bitte nicht vergessen....
#12 am 07.09.2016 von Dr. med. vet Wolfgang Schuh (Tierarzt)
  0
Lieber Gast #1: Lernen Sie vielleicht zunächst einmal anständiges Deutsch, bevor Sie über einen der ohnehin wenigen humorvollen Blogs herfallen und ihn in der Luft zerreissen!
#11 am 07.09.2016 von Ulf D. Meyer (Nichtmedizinische Berufe)
  5
Gast
Lieber Gast 1&2, dies ist ganz offensichtlich keine Studie sondern ein Blog Eintrag und auch ganz klar als solcher gekennzeichnet. Falls Sie also das Konzept eines Blogs nicht verstehen, liegt das Problem wohl an Ihnen. Ein bisschen Humor hat noch niemandem geschadet.
#10 am 07.09.2016 von Gast
  2
"Rektale Untersuchung" ist wenigstens eindeutig. Meine Schwester kennt aus ihrer Praxis technikaffine Jünglinge, deren Augen aufgeleuchtet haben, als sie von digitaler Untersuchung sprach. Dass damit nur der schnöde Zeigefinger gemeint ist, war ihnen erstmal unklar.....danke für diesen Artikel. Ich finde, er beruhigt Patienten.
#9 am 07.09.2016 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  0
PS. Sagt eigentlich heutzutage niemand mehr "Hafenrundfahrt"?
#8 am 07.09.2016 von Brigitte van Hattem (Medizinjournalistin)
  3
Bei meiner Arbeit als Medizinjournalistin habe ich sehr oft festgestellt, dass diejenigen, die freundlich auf dem Teppich blieben, es am weitesten gebracht haben. Diejenigen, die viel Aufhebens um ihre akademische Bildung gemacht hatten und sich wohl überlegten, was ihrer würdig sei und was nicht, waren die ... naja, nicht so die angenehmen Interviewpartner und selten die kompetenten. Da ich außer Journalistin auch noch Patientin bin, danke ich Ihnen, liebe Menschenhandwerkerin. Ich wäre auch nicht scharf auf eine Rektaluntersuchung, aber wenn es denn sein müsste, dann am liebsten von einer Ärztin wie Ihnen.
#7 am 07.09.2016 von Brigitte van Hattem (Medizinjournalistin)
  2
Gast
Auch als "innerer Monolog" sagt er viel über das Denken, die Haltung und Einstellung eines Menschen aus und ist eines akademisch gebildeten Menschen wahrlich nicht würdig (s. u.: ..."Stock aus dem Arsch...").
#6 am 07.09.2016 von Gast
  27
Gast
#1 "dem normal üblicheN" Grammatik entsprechen Sie auch nicht...
#5 am 07.09.2016 von Gast
  2
Gast
Mein Gott #1 & #2 zieht euch mal dem Stock aus dem Arsch .... als ob man als Arzt ein höheres Wesen ist. Natürlich redet so niemand mit seinen Patienten, aber der Text ist ja wohl auch eher als innerer Monolog zu verstehen ...
#4 am 07.09.2016 von Gast
  2
Professioneller Patient
Ich als potentieller Patient finde diesen Bericht sehr gut. Er hat mich zum Lachen gebracht, spiegelt er doch genau die Realität wider. Jeder Patient kennt das (besonders die Frauen, denen man öfter mal in die unteren Öffnungen schaut) Gefühl, und es gehen einem tausend Gedanken durch den Kopf. "Was, wenn es stinkt?", "Oh mein Gott, ich hab mich nicht rasiert", "Mist, hätte ich gewusst, dass ich einen Unfall habe, hätte ich heute Früh geduscht/eine andere Unterhose angezogen", "Der findet bestimmt, das sieht alles ganz komisch aus". Danke für diesen Artikel, wenn ich (wieder) mal in eine solche Situation kommen sollte, werde ich daran denken. PS: finde diese Sichtweise professionell.
#3 am 07.09.2016 von Professioneller Patient (Gast)
  2
Wenig professionelle Darstellung.
#2 am 07.09.2016 von Dr. rer. medic./M.A. Martin Peveling (Arzt)
  61
Gast
Die Art und Weise des Artikels ist einem Mediziner nicht würdig und entspricht nicht dem nomal üblichem Vokabular. Es ist beschämend, dass dieser Artikel überhaupt in eine Veröffentlichung gelangt. Er ist absolut überflüssig und zeugt von mangelnder Sozialkompetenz.
#1 am 07.09.2016 von Gast
  75
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