Die neue Krankenkassenkarte in der Schweiz

14.04.2010
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Es ist soweit – in den letzten Tagen bekamen die Versicherten endlich die neue Krankenkassenkarte zugesendet. Wir warten schon seit Anfang Jahr auf die neuen Karten – und im Moment sind sie eine ziemliche Enttäuschung.  

 

Neu haben sie einen Chip drin und nicht nur einen Magnetstreifen. Der Magnetstreifen mit der Info ist abrufbar wie bisher, aber den neuen Chip – können wir mit unseren Lesegeräten nicht lesen.

Gut, auf dem Chip stehen bisher nur dieselben Daten wie sie auch auf der Karte aufgedruckt sind: Name, Geburtsdatum, Adresse (nicht immer), Versicherungsnummer, Versicherungsdeckung. Auf dem Chip könnten aber Daten gespeichert werden. etwa zu Blutgruppe, Allergien, Krankheiten und Unfallfolgen, die dann (mit Einverständnis des Patienten) abgerufen werden könnten.  

Könnten. Denn im Moment kann das niemand. Es existiert noch keine Software für die Eingabe.  

 

Nicht nur wir in der Apotheke können die Chips im Moment weder lesen noch beschreiben – auch die Ärzte können das nicht. Zwar verfügt rund ein Drittel der Ärzte mit Patientenkontakt – über 10 000 Mediziner – bereits eine so genannte Health Professional Card (HPC) - mit diesem elektronischen Ärzteausweis sollten sie eigentlich auf die medizinischen Daten ihrer Patienten zugreifen können. Das Problem: Die meisten Kassen stellen eine Karte aus, die von der Sasis AG, einer mit dem Krankenkassenverband Santésuisse verbundenen Firma – hergestellt wurde. Und diese Karte ist nicht mit der HPC kompatibel.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Krankenkassen sind der Meinung, dass die Ärzte (und Apotheken) sich an ihren Standard anzupassen haben – obwohl schon ein weitverbreitetes System existiert, das auch funktioniert - und obwohl angeblich vom Bund Vorgaben gemacht wurden.  

 

Also mich ärgert das. Da werden wieder Millionen ausgegeben ohne, dass das vorher anständig koordiniert wurde – und für die Lesegeräte und die neue Software werden wir auch wieder zahlen müssen.  

 

Wenigstens müssen sich die Patienten, die sich um ihre Daten sorgen, noch keine Gedanken machen ... bis das läuft kann das wieder Jahre gehen. Gemäss BAG ist es vorgesehen, bis 2015 ein elektronisches Patientendossier einzuführen. Bis dies Realität wird, zeigt sich die FMH nicht begeistert davon, die Karte zum Speichern medizinischer Daten zu nutzen. Es gebe keine Garantie, dass die einmal registrierten Angaben immer aktuell seien.

 

Na kein Wunder. Ohne Software – und ohne Lesegeräte.

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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