PR: LDL-Cholesterin als Entzündungshemmer?

30.08.2016
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LDL-Cholesterin wird gemeinhin als schlechtes Cholesterin bezeichnet und in Verbindung mit einem erhöhten Cholesterinspiegel für verschiedene Folgeerkrankungen verantwortlich gemacht. Insbesondere enthaltene oxidierte Fettsäuren gelten als gefährlich. Untersuchungen aus der Schweiz legen nahe, dass sich im LDL-Cholesterin aber auch die Basis für einen Wirkstoff zur Entzündungshemmung befinden könnte.

 

Forscher der ETH Zürich untersuchten die Wirkung von oxidierten Fettsäuren, wie sie im LDL-Cholesterin vorkommen, auf den Körper. Es zeigte sich, dass zumindest bestimmte oxidierte Fettsäuren in der Lage sind Entzündungen zu hemmen. Dies steht im Gegensatz zur früheren Annahme, dass Sie Entzündungen verursachen und verstärken würden.

 

Auf Grundlage der Erkenntnisse, entwickelten die Forscher einen neuen Wirkstoff – cyclo-EC. Erste Tests an Mäusen fielen positiv aus. cyclo-EC war in der Lage eine bakterielle Lungenentzündung zu lindern. Zudem sind sich die Forscher sicher, dass auch andere Entzündungserkrankungen, wie Schuppenflechte, sowie Auto-Immun-Erkrankungen, wie Multiple Sklerose mit dem Wirkstoff behandelt werden können. Es handelt sich bei cyclo-EC um eine künstlich oxidierte Fettsäure. Bereits jetzt geht die Forschergruppe von einer 50 mal stärkeren Wirkung als bei körpereigenen Lipiden aus.

 

Besonders interessant an den Befunden ist, dass das immer als schädlich betrachtete LDL-Cholesterin nun auch mit positiven Effekten in Verbindung gebracht wird. LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) ist ein Gemisch aus Protein, Triglyzeriden, Phospholipiden, Cholesterinestern und freiem Cholesterin. Der Körper benötigt eine bestimmte Menge an LDL, da es eine wichtige Rolle im Cholesterin- und Fettsäuren-Transport sowie der Cholesterin-Biosynthese spielt.

 

Ein zu hoher Anteil des LDL-Cholesterin im Vergleich zum HDL-Cholesterin wird vor allem mit Gesundheitsschäden durch die Ablagerung von Plaque an den Blutgefäßwänden während des Fettsäuretransports in Verbindung gebracht. Diese Ablagerungen blockieren den Blutfluss in den Arterien und führen zu einer Arteriosklerose. Gefährlich wird dies vor allem, wenn Herzkranzgefäße betroffen sind, was zu einer Angina Pectoris führen kann. Herzrhythmusstörungen sind als weitere Folge nicht auszuschließen. Außerdem steigt das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden erheblich an.

 

Nach den Ergebnissen der Schweizer Untersuchung ist LDL jedoch nicht ausschließlich schlecht. Oxidiertes LDL kann die Produktion entzündungsfördernder Stoffe in den Makrophagen hemmen. Abhängig ist dies von der Oxidationsdauer und dem Oxidationsmittel. Nur bei entsprechender Kombination entsteht das „positive“ Oxidationsprodukt und eine Entzündung kann gehemmt statt verstärkt werden.

 

 

Quellen:

ETH Zürich. "Cyclic oxidised phospholipid fort he treatment of inflammatory diseases", 2013, www.switt.ch, Abgerufen am 30.08.2016

ETH Zürich. "Patent auf oxidiertes Fett", 2016, www.ethz.ch, Abgerufen am 30.08.2016

HealthExpress. "HDL & LDL: Die Bedeutung der Blutfettwerte", 2016, www.healthexpress.eu, Angerufen am 30.08.2016

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.08.2016.

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