Osteopathie, Homöopathie und andere Quacksalber auf Kasse

22.08.2016
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Offenbar zählt Aberglauben und Überredung heute mehr als Naturwissenschaft. Neben Homöopathie überschwemmt Osteopathie für alle möglichen und unmöglichen Beschwerden die Welt. Natürlich ohne jeglichen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis, aber im Sinne von "Wohlfühl- und Erfahrungsmedizin". Wann wird diesem Quatsch ein Riegel vorgeschoben ?

Über einige Jahre bin ich als Sohn einer Krankenhausapothekerin quasi zwischen Medikamentenregalen bei Vertretungen meiner Mutter gross geworden. In der ein oder anderen Apotheke wurde auch Rotwein oder Senf angepriesen.

Aber irgendwie bekomme ich heute das Gefühl, dass Medizin und Pharmazie sich immer weiter von Wissenschaftlichkeit hin zu Quacksalberei entfernt.

Eine gute Apotheke existiert dann, wenn sie Schüssler-Salze und Bachblüten in das Schaufenster stellt. Nicht, wenn sie medizinisch korrekt berät. Schämt sich eine appprobierte Apothekerin eigentlich nicht, wenn Sie so teuren und sinnlosen Unfug verkauft ?

Und Krankenkassen sehen es als Werbeargument an, wenn Sie Homöopathie und Osteopathie bezahlen. Sie ködern damit junge und angeblich gesunde Gutverdiener, die auf die Osteopathie-Versprechungen reinfallen.

In der Zeit (online) ist ein kritischer Artikel zum Unsinn von Osteopathie und die Auswirkungen einer Kostenübernahme der Techniker-Krankenkasse zu lesen. Über 100 Millionen Euro von Krankenkassenbeiträgen wird für das einfühlsame Gespräch und Trösten von Müttern (und Vätern) ausgegeben. Nun handelt es sich zumeist um gesunde Kinder. Aber Babys, die schon vor der Geburt zum osteopathischen Check-up angemeldet werden ?

Hallo ? Geht es noch ?

Habe ich irgendwas im Medizinstudium verpasst und Medizin ist heute keine Naturwissenschaft sondern ein Selbstbedinungsladen für Scharlatanerie und Quacksalberei ?

Wie kann es sein, dass Aberglauben von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, medizinisch notwendige Leistungen aber nicht übernommen werden ?

Wenn das so weiter geht, werden wir bald wohl auch Geistheiler oder Voodoo-Puppenbeschwörer über Kasse bezahlen lassen. Dafür wird aber der Kinderarzt vor Ort, der Hausarzt oder Psychotherapeut verhungern.

Schöne, verrückte Krankenkassenwelt

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.08.2016.

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Gast
Gegen Osteopathie ist nichts einzuwenden, allerdings sehe ich die Homöopathie auch skeptisch. De Artikel ist m zu einseitig formuliert
#10 vor 11 Tagen von Gast
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Gast
Hallo und vielen dank für den Beitrag zur Osteopathie Mir hat die Osteopathie sehr geholfen, ich denke auch nicht in Schwarz und weiß.
#9 am 07.07.2017 von Gast
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Gast
Guten Tag. Ich kann ihnen nur empfehlen einmal ein Ausbidlungsinstitut für Osteopathie anzusehen. Sie werden hier lediglich Menschen finden, die sich auf sehr hohem Niveau mit Anatomischen Verbindungen, dem Menschlichen Körper und Medizin beschäftigen. Wohlgemerkt in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten. Auch Medizinstudenten sind beeindruckt. Es geht um vertiefung funktioneller Anatomie und das widerholte und intensive Erfahren des menschlichen Körpers mit den Händen. Desweiteren werden sie in einer osteopathischen Behandlung lediglich jemanden finden der eine komplette Anamnese und eine globale funktionelle Untersuchung durchführt und auffällige Strukturen/Regionen behandelt. Der Körper profitiert erfahrungsgemäß auf unterschiedlichsten ebenen von einer Behandlung. Die osteopathische Tätigkeit ist körperlich und mental höchst anspruchsvoll und die täglichen Erfolge rechtfertigen die Arbeit. Mit freundlichen Grüßen, Marius Kleinschmidt
#8 am 14.11.2016 von Gast
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Gast
Zur komplexen Studienlage ein Beispiel: Bei einer Gruppe von 100 mit Symptom xy(Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen): 50 Männer, 50 Frauen zwischen 18 und 64 Jahren, darunter 40 Verwaltungsangestellte 20 Lehrer 10 Fernfahrer 10 Lageristen 10 Studenten 10 Schüler muss beachtet werden dass der Zutand "Null" für eine Studie schon nicht gegeben ist, da Jeder Mensch anderen genetischen, alltäglichen und individuellen Belastungen ausgesetzt ist. Die klinisch unauffällige Schülerin genauso an Migräne leiden Kann wie der 60 Jährige Lagerist. Es wird in der Behandlung und Untersuchun darauf eingegangen dass von ihnen 25 bereits Kinder haben, 20 schonmal ein Schleudertrauma erlitten , 2 auf ihr Steißbein gestürzt sind, über die Hälfte sich schonmal eine Fraktur zuzog oder sich eines Operativen eingriffs unterzogen hatte und Anere ihre kranke Mutter pflegen. Die größte Schwäche der Osteopathie ist gleichzeitig ihre größte Stärke. Es kommt nur auf die Perspektive an.
#7 am 14.11.2016 von Gast
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Gast
Guten Morgen, für interessierte, kritische Leser habe ich einen Blog mit vielen informativen Links insbesondere zu den Themen Osteopathie und Craniosacrale "Therapie" eingerichtet. Mit freundlichen Grüßen Volker H. Richter, Düsseldorf >> http://relaxman-redaktion.blogspot.de
#6 am 19.09.2016 (editiert) von Gast
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Gast
Ich empfehle Ihnen einen professionellen Homöopathen aufzusuchen und sich einfach mal selbst behandeln zu lassen. Das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Ihr Weltbild ändern. Dr. med Armin Meier
#5 am 11.09.2016 von Gast
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Gast
jaja, Wettern Sie nur, lesen Sie nur Studien, die Ihre Meinung bestätigt und bleiben Sie gesund.
#4 am 29.08.2016 von Gast
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Gast
Bei Homöopathie bin ich sicher bei ihnen. Was die Osteopathie angeht gibt es gruselige Unterschiede, wie in jedem Beruf. Jedoch entstanden die manuelle Therapie und Chiropraktik aus der Osteopathie. Es wird Zeit für eine Regulierung der Lehrinhalte um die Esoterik aus der Osteopathie zu verbannen. Gelenke und Bindegewebe zu mobilisieren jedoch als Voodoo zu bezeichnen ist schon anhand der neusten Forschungsergebnisse im Bereich des Bindegewebes lächerlich und sorgt nur dafür das weiterhin das veraltete biomedizinische Denkmodell der Salutogenese übergeordnet wird. Das hohe Ross unser Schulmedizin läuft seid langem nicht in die Richtung der Evidenz basierten Medizin. Das gilt auch für genug Medikamente und Operationen, wie die Knie-Arthroskopie und viele mehr. Aber lasst uns weiter unser Geld in der Bildgebung und der Suche nach den Strukturschäden versenken und dann auf konservative, günstige Therapien schimpfen, welche sich erst jetzt nach Wissenschaftlichkeit bemühen.
#3 am 24.08.2016 von Gast
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Thumbs up!
#2 am 23.08.2016 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Dr. E. Berndt
Danke für diesen eindeutigen Beitrag. Eines der wenigen Leuchtfeuer in der Finsternis von Voodoo und Abernlauben!
#1 am 22.08.2016 von Dr. E. Berndt (Gast)
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