Außerhalb der Öffnungszeiten

17.08.2016
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Meine Apotheke öffnet um acht Uhr.
 An diesem Morgen steht schon ein Kunde vor dem Eingang, als ich die Türe aufschließen will, um hineinzugehen und schaut mich ärgerlich an.

Ein paar Minuten später ist es acht und ich öffne die Türe für die Kundschaft. Die Pharmaassistentin installiert die Kassen fertig und stellt die Schütte raus. Ich empfange den Kunden.


Kunde: „Ich komme mein Medikament abholen.“

Pharmama: „Haben Sie es gestern bestellt? Wie ist der Name?“

Kunde: „Nein, es ist gefaxt worden, vom Arzt.“

Ich finde das Rezept auf dem Fax. Es wurde gestern abend nach 19 Uhr gefaxt – wenn ich dem Zeitstempel darauf vertrauen kann.

Pharmama: „Ich kann es Ihnen gleich fertig machen.“

Kunde: „Warum ist es noch nicht fertig?“

Pharmama: „Weil es gestern erst nach Ladenschluss reinkam?“

Kunde: „Der Arzt hat gesagt, Sie hätten es fertig, wenn ich komme!“

Pharmama: „Nun, heute Nacht war ich nicht hier*. Aber ich mache Ihnen das gerne jetzt fertig.“

Kunde (vorwurfsvoll): „Und was haben Sie gemacht, seit Sie geöffnet haben?“

Pharmama (meint der das ernst?): „Mit Ihnen diskutiert?“

...

*und meinen Heinzelmännchen habe ich schon für’s Wochenende frei gegeben …
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.08.2016.

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Pharmazie
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Gast Nr. 9
Hallo Gast Nr. 8: So etwas ähnliches hatte ich mir schon gedacht, es war auch nicht meine Absicht Ihnen zunahe zu treten. Ich finde, da hat man Sie aber ganz schön hängen lassen (in der Klinik, nicht in der Apotheke). In der Notaufnahme kann man dem Patienten durchaus gleich die Erstdosis verabreichen, bei so hohem Fieber und schlechtem Allgemeinzustand auch intravenös und im Zweifelsfall den Patienten gleich über Nacht dabehalten. Nach einer Magenspiegelung darf man schließlich sowieso nicht autofahren, wegen der Kurznarkose.
#11 am 31.08.2016 von Gast Nr. 9 (Gast)
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Gast
Hallo, Nr. 8 nochmal, ich brauchte ein Antibiotikum weil mir am Nachmittag bei der Magenspiegelung durch Husten während der Narkose was in die Lunge gelaufen ist. Abends dann im Krankenhaus, Notfallpraxis. Ich hatte 39 Fieber und durfte dann mit dem Rezept durch die Gegend juckeln. Es war sogar noch vor 22 Uhr, ich hätte im Supermarkt nebenan noch Brötchen kaufen können. Die Nachtapotheke hatte noch nicht mal die verschriebene Darreichungsform vorrätig. Mal ehrlich, ist doch wohl ein Witz, schon alleine Mittwoch am Nachmittag vor der abgeschlossenen Tür zu stehen. Aber Apotheken in Masse in unserer kleinen Stadt, lohnt sich, offensichtlich.
#10 am 31.08.2016 von Gast
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Gast
@Nr. 8: Hmm, ich bin sicher es war ein Notfall.. Aber manchmal frage ich mich was aus der guten alten Hausapotheke (Schmerzmittel, Nasenspray, Hustensaft, Augentropfen, ein Antazidum gegen Sodbrennen, ...) geworden ist. Warum z.B. braucht man um 3 Uhr morgens ein Medikament gegen Erkältungsbeschwerden oder Zahnschmerzen (oder kommt deswegen in die Notaufnahme)? Wieso hat keiner mehr sowas zu Hause vorrätig? Warum haben viele kein Kondom in der Handtasche und brauchen um 2 Uhr morgens die "Pille danach" (wieso nicht um Mitternacht zum Kondomautomaten?). Wieso kommen Patienten am Wochenende in die Notapotheke um ein 2 Wochen altes Rezept einzulösen (oder in die Notaufnahme)? Natürlich kann man so etwas manchmal nicht vorhersehen oder vermeiden, aber bei manchen habe ich das Gefühl sie kümmern sich um überhaupt nichts mehr weil sie sich darauf verlassen dass ihnen ein Notdienst jederzeit aus der Patsche helfen kann. Bei einem echten Notfall sind 20km doch zumutbar...
#9 am 31.08.2016 von Gast
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Gast
Bei uns in der Kleinstadt ein knappes Dutzend Apotheken, braucht man um 22 Uhr als Notfall ein Medikament muss man so wie ich 20 km in eine Nachbarstadt fahren, weil dort dann eine Notdienst hat. Besser nur 3 Apotheken die dann auch alles da haben und eine immer auf. Privilegien sind nicht gut, jedenfalls für uns Bürger und Patienten.
#8 am 29.08.2016 von Gast
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Gast
In der Mittagspause machte ich als Apothekenleiter die Parkplätze vor der Apotheke von Schneematsch frei und hatte die Apotheke ohne Beleuchtung für die kurze Zeit nicht abgeschlossen. Da kam ein Vater mit Sohn forsch heran und trat in die Landapotheke, und ich war gespannt, wie sie wohl reagieren würden. Nach getaner Arbeit betrat ich die Apotheke und fragte, was sie wohl in einer dunklen Apotheke ohne Personal außerhalb der Ladenöffnungszeit zu suchen hätten. Da fauchte man mich an, dass in der Stadt mittags durchgehend geöffnet sei und ich mich 2 Minuten früher bemerkbar zu machen hätte und ich die Apotheke in große Gefahr gebracht hätte. Daraufhin erfolgte eine Beschwerde seinerseits bei der Landesapothekerkammer mit Stellungsnahme meinerseits. Also viel Lärm um nichts. Eine Bedienung ohne Notfall außerhalb der Öffnungszeit braucht nicht zu sein.
#7 am 29.08.2016 von Gast
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Eine Kundin holt die monatliche Inko für die Mutter ab.Sie stellt mir eine Frage nach der anderen,die ich ihr gewissenhaft beantworte. Sie schaut mich dann überheblich und arrogant an und sagt: ich muss ihnen jetzt ehrlich sagen,dass ich es eilig und keine Zeit mehr habe. Da sehe ich sie ganz ruhig an und erkläre ihr: und ich muss ihnen jetzt ganz ehrlich sagen,dass ich es nicht schneller machen kann. ich muss meine Arbeit gewissenhaft und korrekt erledigen. Es kam kein Wort mehr und sie wäre am liebsten in den Boden versunken.
#6 am 24.08.2016 von Claudia Kupfer (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Gast
Dazu fällt mir noch etwas ein: Eines morgens 7:30h, Dorfapotheke. Die Putzfrau wischt den Boden, ein Mann trommelt von außen an die Tür und verlangt durch die Notdienstklappe nach Aspirin. Sie lehnt ab, weil sie nur für's Reinemachen zuständig sei. Er wischt den Einwand vom Tisch, der Ton wir schärfer: 'Sie wüsste doch wohl, wie Aspirin aussieht!' Sie ist sauer und sagt ihm, sie müsse jetzt aber wirklich weitermachen, und er bekäme jetzt mal sein Aspirin. Aber nur eine kleine Packung. Und nur ausnahmsweise. Nach kurzem Überlegen setzt sie sehr resolut nach: "Und das Geld geben Sie mir aber passend, weil an die Kasse darf ich nicht!"
#5 am 24.08.2016 von Gast
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Gast
Ich weiß auch nicht, warum Leute gerade in der Apotheke meinen, ihrem Frust ungehemmt freien Lauf lassen zu müssen. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sie das Rezept rüberschieben, und dann erwarten, dass alles -hopp hopp- apportiert wird. Wie im Restaurant, man zahlt ja schließlich. Dienstleistungssektor eben. Knapp über der Putzfrau angesiedelt.
#4 am 24.08.2016 von Gast
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Gast
achje...so viele Empfindlichkeiten....wir haben es nun mal meist mit Kranken zu tun, zudem gibts auf der Welt Neurotiker und andere Mimöschen zuhauf...cool bleiben, ommm sagen...schöne Tage noch E.B.
#3 am 23.08.2016 von Gast
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Dazu fällt mir die schöne Geschichte ein, dass ich mal einen Patienten, der auch schon vor der noch geschlossenen Apotheke auf und abwanderte, hereingelassen und sofort bedient habe. Sein Kommentar dazu: Bei nächsten Mal ziehen Sie aber gefälligst vorher den Kittel an! Wir sind halt rund um die Uhr unseren Patienten verpflichtet ;-)
#2 am 23.08.2016 von Dr. Stefanie Melhorn (Apothekerin)
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Freundlichkeit von Patienten bzw. Kunden ist so eine Sache für sich. Ich übe das manchmal mit meinen Patientinnen und Patienten bewusst. Wenn Sie sich mit so einer Vorwurfs- und Erwartungshaltung an Apotheker oder Ärzte wenden, werden sie ja auch entsprechende Reaktionen bekommen und dann eben umso wahrscheinlicher noch frustrierter sein. Viele Medikamente wirken dann wahrscheinlich noch schlechter oder werden erst gar nicht genommen. Schon allein, weil sie nicht als Zaubermittel über Nacht gemixt oder von allein entstanden sind
#1 am 20.08.2016 von Dr Martin Winkler (Arzt)
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Die Patientin ruft in einer sehr hektischen Zeit an und der Computer neben dem Telefon ist von meiner Kollegin mehr...
Angenommen, Dir oder einem Angehörigen geht es so schlecht, dass er oder sie ins Spital muss. Dort wird man dann mehr...
Will der Kunde, dass wir ihm aus Deutschland etwas bestellen. (Für DocCheck-Leser: "wir" sind eine Schweizer mehr...

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