Warum Dr. Google mittlerweile einer meiner besten Freunde ist

03.08.2016
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Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Ärzte heutzutage "kein Geschenk" ist, ständig mit Dr. Google konfrontiert zu sein. Für mich als Ehefrau eines chronisch Erkankten - noch dazu mit einer eher seltenen Krankheit - ist Dr. Google hingegen ein wichtiger Verbündeter.

Die wenigsten Ärzte haben heutzutage noch ausreichend Zeit für ihre Patienten. Ich kann dieses durchaus nachvollziehen. In den Kliniken sind die Ärzte oft überlastet und niedergelassene Ärzte müssen zusehen, wo sie finanziell bleiben, da die Kassen immer mehr Druck ausüben und immer weniger bezahlen wollen.

Bedauerlicherweise geht dieses jedoch in vielerlei Hinsicht zu Last der Patienten. Ärzte haben zu wenig Zeit, um sich bei unklaren Krankheitsbildern mit der Diagnose zu befassen und über mögliche Ursachen für aufgetretene Symptome nachzudenken. Es bleibt zu wenig Zeit, den Patienten eingehend zu informieren, aufzuklären und zu beraten. Letzten Endes sieht man sich als Patient (oder auch als Angehöriger eines Erkrankten) mit vielen Fragen und Unsicherheiten mehr oder weniger alleine gelassen.

Dank des Internets muss sich der "normalschlaue" Patient nicht einfach damit abfinden. Mit etwas Recherchekenntnissen kann Google ein sehr guter Partner zur Klärung offener Fragen und zur weiteren Information sein.

Mithilfe von Google kenne ich z.B. neben den Standard-Therapien zur Behandlung der membranösen Glomerulonephritis (kurz: MGN) mit Cyclophosphamid bzw. Ciclosporin A auch diverse weitere Therapieansätze. Dazu demnächst einmal mehr in einem eigenen Artikel, wenn es um die Behandlungsmöglichkeiten der MGN sowie Studien dazu geht. Stichwort: Studien - auch hier kann man über Google einiges in Erfahrung bringen.

Über Dr. Google habe ich nicht nur Zugriff auf die meisten Beipackzettel von Medikamenten, sondern kann auch gezielt nach den Fachinformationen suchen, die sich normal direkt an die verschreibenden Ärzte sowie ggf. die aushändigenden Apotheker richten. Die Kenntnis der Fachinformation zu einem Medikament eröffnet dann wieder die Möglichkeit, beim nächsten Arzttermin gezielt auf eventuelle Problemstellungen mit der Einnahme des Medikaments hinzuweisen und dazu Fragen zu stellen. Bewertungsportale für Medikamente, wo die User eine ausführliche Beschreibung der Nebenwirkungen bzw. der generellen Wirksamkeit hinterlassen können, helfen zusätzlich bei der Beurteilung verschriebener Medikamente.

Mithilfe von Dr. Google ist es zudem machbar, deutschlandweit (natürlich auch weltweit) nach Experten zu seiner Krankheit zu suchen, um so die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen und zum Einholen von Zweit- bzw. Drittmeinungen zu haben.

Google bietet außerdem die Chance, andere Betroffene zu finden und so in den Austausch zu kommen.

Ohne Dr. Google wären wir im Verständnis der MGN lange nicht soweit und kaum in der Lage ein im Ansatz auf Augenhöhe stattfindendes Gespräch mit den Medizinern zu führen. Dafür bin ich dankbar.

Google hat natürlich Schwachstellen, so wie jede einzelne Website im Netz ihre Schwachstellen haben kann. Man muss schon genau schauen, von wem eine Information geliefert wird und welche Motive damit verbunden sein könnten. Ist halt ein bisschen wie im wahren Leben: "Man kann nicht allen Menschen bedingungslos vertrauen." Wenn man die über Google ermittelten Informationsquellen jedoch richtig einordnet und zu werten weiß, ist es hilfreich und sinnvoll.

Was ich mir von den Ärzten bzw. für die Ärzte wünschen würde:

Bildquelle: Peggy_Marco / pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.08.2016.

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