Rheumatologen tagen in Frankfurt/Main – Mehr Forschung für Rheuma gefordert

31.07.2016
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Rheumatologen tagen in Frankfurt/Main – Mehr Forschung für Rheuma gefordert

Vom 31.08.-03.09.2016 tagt der  44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) mit der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der 26. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) in Frankfurt/Main.

Patienten haben bis zur endgültigen Diagnose Rheuma einen beschwerlichen Weg mit vielen Arztbesuchen und Diagnostik hinter sich, bevor sie die Diagnose Rheuma erfahren und ihnen geholfen werden kann. Eine verspätete Diagnose erschwert die Behandlung und es fehlt oft an wirksamen Medikamenten.

„Trotz großer Erfolge in der Medikation ist bei seltenen rheumatischen Krankheiten das Therapiespektrum immer noch eingeschränkt und vorhandene Medikamente lindern das Leiden  der Patienten langfristig nicht immer so, wie wir uns das wünschen“, erläutert Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, DGRh-Tagungspräsident. „Wir sind daher auf neue Forschungsergebnisse angewiesen, die weitere Erkenntnisse über Erkrankungen und idealerweise neue Medikamente auf den Markt bringen“, so der Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim

Der diesjährige Kongress der Rheumatologen zielt deshalb darauf ab, frühe Diagnosen zu sichern und wirksame Therapien zügig anzuwenden. Denn verzögerte Therapien führen bei  rheumatischen Erkrankungen zu starken Verschlimmerungen, dauerhaften Schmerzen, zu Folgeerkrankungen und verkürzter Lebenserwartung. Deshalb möchte der diesjährige Kongress neue  Wege aufzeigen, die frühe Diagnosen sichert und wirksame Therapien zeitnahe und zügig anwenden.

 „Ein großes Defizit ist zudem, dass Deutschland internistische Rheumatologen fehlen“, meint Professor Müller-Ladner. Um eine zeit- und ortsnahe Versorgung von Patienten gewährleisten zu können werden noch ca. 600 Ärzte für die vertragsärztliche Versorgung benötigt. Derzeit sind es ca. 1000 Ärzte.

Für an Rheuma erkrankte Kinder gilt dieses im Besonderen. „Offiziell zugelassene Medikamente für rheumatisch erkrankte Kinder gibt es in wachsender Zahl, oft müssen wir aber den mühsamen „off-label“ Weg beschreiten und Präparate einsetzen, die nicht zugelassen sind, um den Kindern überhaupt helfen zu können“, beschreibt Dr. med. Christoph Rietschel, Tagungspräsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) die Situation. Hier wird gefordert, dass aussagekräftige wissenschaftliche Ergebnisse einer baldigen Zulassungserweiterung zugeführt werden sollte.

„Einen weiteren Fokus des Kongresses haben wir daher auf die Behandlung von schwer zerstörten Gelenken gelegt“, verweist Professor Dr. Stefan Rehart, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) auf das Kongressprogramm. „Es gilt, für jeden Patienten die für ihn angepasste individuelle Kombination aus medikamentöser und operativer Therapie zu finden“, sagt der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des AGAPLESION Markus Krankenhauses in Frankfurt/Main.

Auf dem Kongress werden auch neue Kenntnisse zu rheumatischen Erkrankungen, neuen Therapieansätzen und wie Rheuma Patienten Ihre Familienplanung oder Lebensstiländerungen realisieren können, vorgestellt.

Der Kongress wendet sich am 03.09.2016 auch an Patienten und Angehörigen mit rheumatischen Erkrankungen. Hier bietet die Hessische Rheumaliga eine überregionale Veranstaltung  spezielle für Patienten, Angehörige und Interessierte in Bad Nauheim an. Auf der Home- Page der Hessischen Rheumaliga steht eine ausführliche Information zu Verfügung. 

Artikel letztmalig aktualisiert am 31.07.2016.

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