Klare Ansage

27.07.2016
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Ich treffe die Mutter beim Edeka oder Tengelmann oder Rewe – woauchimmer. Normalerweise habe ich immer Probleme, die Gesichter auch den Namen zuzuordnen, aber da die Familie kurz vor Ostern zur U6 (mit einem Jahr) da war ...


Ich: „Hallo, Frau Greipel, na, alles klar bei Ihnen?“


Mutter: „Jaja, alles ok. Gut, dass ich Sie treffe.“

Ich: „Ja?“
 - Mutter: „Ja. Ich wollte nicht so sang- und klanglos verschwinden. Also, die Sache ist die: Wir haben den Arzt gewechselt.“

Ich: „Oh, das tut mir aber leid. Was war denn nicht ok? Gibt‘s einen Grund? Vielleicht ...“


Mutter: „Ach, alles nicht so schlimm. Ich wäre ja auch gar nicht gewechselt.“

Ich: „Aha. Standen nicht auch noch ein paar Impfungen an?“


Mutter: „Ja, die hat der neue Kollege gemacht. Also der Grund für den Wechsel war, naja, die Maja-Luise, die hat gesagt, sie möchte nicht mehr zu Ihnen gehen ... Ich habe dann gefragt, ob wir zu einem anderen Onkel Doktor gehen sollen. Da hat sie ja gesagt.“

Na denn.
 Achso ... Lasst mal kurz rechnen, ja, Maja-Luise ist sechzehn Monate alt.

Bildquelle: Michael Coghlan, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 28.07.2016.

58 Wertungen (4.9 ø)
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Medizin, Pädiatrie
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Gast
Die Mutter projeziert ihren eigenen Eindruck über Sie in das Kind! Die Mutter wollte nicht mehr zu Ihnen gehen, das ist keine Pädagogik, sondern die reine Psychologie. Es muss ja auch nicht an Ihren fachlichen Qialitäten liegen. " Lustige" Geschichte: Vor vielen Jahren hat meine 6 Monate alte Tochter beim Besuch eines Bekannten so lange geschrien, bis er das Haus verlassen musste, 3 Jahre später haben wir die Freundschaft aufgelöst...
#10 am 31.07.2016 von Gast
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Gast
Wenn der andere Doktor auch die Impfungen durchführt, hat sie ja nichts gewonnen...
#9 am 31.07.2016 von Gast
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Gast
Heute leider sehr verbreitet. Ich nenne das "Möchtegern-Pädagogik". Die Eltern sind die ganze Zeit damit beschäftigt zu fragen: "Möchtest Du gerne..." Gruß Der Dachs
#8 am 31.07.2016 von Gast
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Passt. Kinder sind kleine Erwachsene.
#7 am 31.07.2016 von Christian Czubacki (Psychologe)
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Köstlich. Diese Eltern trifft man überall, im Kindergarten, der Schule, im Supermarkt, auf dem Spielplatz. Da wird dann mit Kindern, die gerade eben sprechen gelernt haben ausdiskutiert, was sie denn gerne zum Abendessen hätten und ob sie denn nun mitkommen möchten oder nicht.... Arme Kinder, die viel zu früh nicht altersgemäße Entscheidungen treffen müssen. Hier geht Geborgenheit und Sicherheit verloren, denn das Kind merkt wohl, dass die Eltern auch nicht wissen, was sie wollen.
#6 am 29.07.2016 von Frida Stern (Nichtmedizinische Berufe)
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Vielleicht war das Spielzeug nach der Behandlung nicht schön genug....Bestechung ist alles..... ;) das fängt schon bei den Kleinsten an.... zugewandt, verständnisvoll und ein offenes Ohr für die Mutter reicht scheinbar nicht mehr aus....ehrlich gesagt, ich hatte gehofft, der Artikel wäre die reine Ironie!
#5 am 29.07.2016 von Sabine Böker (Heilpraktikerin)
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Sobald Maja-Luise merkt, daß ein Arztwechsel sie nicht vor den fiesen Pieksern bewahrt, wird sie als nächstes vermutlich entscheiden, daß sie keine Impfungen mehr bekommen möchte und auch sonst nichts, was irgendwie unangenehm ist. @_@
#4 am 29.07.2016 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Gast
wenn Hr od Fr Dr. immer das Gleiche sagt - kann man auch wechseln - od keine Zusatzausbildung in Umweltmedizin hat.
#3 am 29.07.2016 von Gast
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Gast
Es kann allerdings auch ganz verdreht sein: So manche Mutter möchte so ihren Stolz ausdrücken, dass sie ihr Kind in Entscheidungen einbindet und es eine Wahlfreiheit hat. Und als tolle Mutter wird dann auch gesprungen....
#2 am 29.07.2016 von Gast
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Klassische [Wort von der Redaktion entfernt]: Kein Arsch in der Hose! ;-D
#1 am 29.07.2016 (editiert) von Anika Hederer (Tierärztin)
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