Level up your life

17.06.2016
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Das mit dem Ziele setzen ist ja immer so eine Sache. Im Prinzip weiß man, wie wichtig es ist, sich konkrete Ziele zu setzen, aber praktisch tut man es dann doch nur Silvester, und die Halbwertszeit dieser Ziele beträgt bekanntlich nur eine Woche.

In einem meiner Lieblingspodcasts, der Productivity Show von Asian Efficiency, ging es in der Folge 92 „No more Underpants mit Steve Kamb“ um dessen Buch Level up your life, das mich auf neue Ideen gebracht hat.

Steve Kamb betreibt die absolut sehenswerte Seite nerdfitness.com. Der Gedanke hinter Nerdfitness ist, dass man sein sportliches Trainingsprogramm im Prinzip so aufbauen kann, wie ein klassisches Rollenspiel am Computer. Da läuft es ja so: Du löst Quests, für die du Erfahrungs-Punkte bekommst. Wenn du einen großen Endgegner besiegst, bekommst Du besonders viele Punkte. Und alle 100 Punkte kannst du dich dann für ein besonderes Upgrade entscheiden, zum Beispiel ein mächtigeres Schwert. So siehst Du immer deine Fortschritte, bleibst motiviert und kannst immer komplexere Quests angehen.

Nerdfitness übersetzt dieselbe Mechanik ins reale Leben. Du bist dein eigener Spielmacher und legst deine eigenen Quests, deine eigenen Punktzahlen und deine eigenen Upgrades fest. Sehr lustig, schau dir das mal an.

Im nächsten Schritt sagt Kamb, dass man sich nicht nur für sein Fitnesstraining, sondern eigentlich für sein ganzes Leben den Spaß gönnen sollte, es zu gamifizieren und sich statt der normalen To-Do-Aufgaben lieber spannende Quests auf dem Weg zum Level 60-Superhelden vorstellen sollte. Und man sollte auch Erfahrungs-Punkte zählen und sich mit etwas belohnen, das einem den nächsten Quest erleichtert. So sehe man seinen Fortschritt, und das motiviert nun wirklich besser. Das Leben sei ernst genug, da könne man so ein wenig Spaß in sein Leben bringen.

Gamification im Selbstversuch

OK. Gute Idee. Nerdisch, VT-fundiert und produktivitätsassoziiert. Also habe ich das mal für meine Verhältnisse übersetzt und angepasst. Und das sieht dann so aus:

m_1466429489.jpg

Das Bild oben zeigt eine Bildschirmansicht meines Task-Management-Programmes „Things“. Ausgewählt ist der Bereich „Fitness“, einer von fünf Bereichen, in die ich alle meine Aufgaben, Projekte und Ziele einordne.

Es gibt nun sechs verschiedene Arten von Einträgen:

 

Von Punkten und Meilensteinen

Man geht dann so vor, dass man natürlich seine normalen To-Do-Items abarbeitet, für die es vielleicht manchmal, aber nicht immer einen Punkt gibt. Auf der gleichen Übersicht sieht man dann auch Quests, die man sich schließlich selbst aufgestellt hat. Wenn man Zeit und Lust hat, sucht man sich eins aus, zum Beispiel vom 5-Meter-Brett springen. Schafft man das, gibt man sich dafür Punkte.

Ebenso behält man seine selbst aufgestellten „Guten Gewohnheiten“ im Blick und gibt sich jedes Mal, wenn man einer guten Gewohnheit nachgegangen ist, entsprechend viele Punkte. Das gleiche gilt für erreichte Meilensteine. Die „Langfristigen Ziele“ kann man oft nicht mit Punkten belegen, weil sie abstrakt formuliert sein können.

Und auch in den anderen Bereichen kann man sich ja selbst ein Punkte-System basteln. Im Bereich Lernen habe ich zum Beispiel aufgeschrieben: „Einen Fachartikel gelesen: 1 Punkt“ und „Für jeden CME-Punkt: 1 Punkt“.

Wenn man dann 100 Punkte zusammen hat, erfüllt man sich einen Wunsch. Am besten realisiert man etwas, das es einem in Zukunft ermöglicht, neue Quests besser zu erledigen. Man könnte sich also zum Beispiel neue Laufschuhe kaufen. Den Punktwert zählt man lebenslang weiter rauf.

Ich selbst habe das spaßeshalber und aus Interesse mal begonnen und finde es unterhaltsam, interessant und – obwohl es etwas schräg anmutet – doch irgendwie gut. Es hilft mir, meine Ziele klarer zu formulieren. Meiner Erfahrung nach sind Ziele oft etwas nebulös. Meilensteine sind da schon viel konkreter; Gewohnheiten und Quests sind wirklich real und gut fassbar.

Ich finde es auch hilfreich, alles in einer Ansicht zusammen zu sehen. So weiß ich, welchem langfristigen Ziel ich mich annähere, wenn ich eine bestimmte Aufgabe erledige. Frei nach dem Motto: „Wenn man nur lange genug in die richtige Richtung geht, ergibt sich das Ziel irgendwann schon ganz von alleine.“

Ich bin jetzt bei 153 Punkten. Bei 10.000 Punkten kaufe ich mir einen Tesla.

Bildquelle: Antti T. Nissinen, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.06.2016.

21 Wertungen (3.24 ø)
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Medizin, Psychiatrie
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Gast
Quests, Quests und noch einmal, folgerichtig dann selbstredend gamifizieren. Mein lieber Scholli, geht es denn noch alberner ? Nackenhaare, Zunge aus dem Hals und seinem ärgsten Feind so etwas nicht empfehlen, nicht wahr ?
#13 am 23.06.2016 von Gast
  0
Noch mehr Punkte? Fehlt nur noch die selbstgebastelte Karte und der Unsinn wird perfekt. Aber die Zählpoxel nicht vergessen
#12 am 22.06.2016 von Kurt Leimich (Nichtmedizinische Berufe)
  0
Gast
Da werd ich ja schon beim Lesen ganz müde. . . .
#11 am 22.06.2016 von Gast
  0
Gast
Ich bleib so scheiße wie ich bin
#10 am 22.06.2016 von Gast
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Das ist ein ganz gewöhnliches Token-System. Sowas funktioniert allerdings meist besser, wenn man häufiger kleinere Belohnungen bekommt, als wenn man ewig auf etwas großes hinspart, daß man vielleicht nie erreicht.
#9 am 22.06.2016 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Die Idee ist lustig. Werde ich meinen Jungs (13) mal vorschlagen. Vielleicht fangen die dann ja endlich an, für die Schule was zu tun! ;-)
#8 am 21.06.2016 von Anke Wolf (Heilpraktikerin)
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Ein neuer Trick zur 'Selbstoptimierung'? Ich mag Selbstoptimierung nicht.
#7 am 21.06.2016 von DP Volker Ramm (Psychotherapeut)
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Sich selbst belohnen kann nicht jeder- man muss sich dafür erst mal selbst lieben.
#6 am 21.06.2016 von Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths (Ärztin)
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Gast
Ich fange auf gar keinen Fall an, schon, weil es einen englisch daher kommt.
#5 am 21.06.2016 von Gast
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Ich find die Idee,alle 10.000 Punkte ein neues Leben zu erhalten, genial. Ich fang sofort damit an.
#4 am 21.06.2016 von Bärbel Biefel (Heilpraktikerin)
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Und alle 10000 Punkte kriegt man ein weiteres Leben;-)
#3 am 21.06.2016 von Christoph Tsirigiotis (Arzt)
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Gast
Den einzigen Sinn dieses Beitrages sehe ich darin, dass ein einschlägiges Buch beworben wird? Mein Meilenstein: so einen Quatsch lese ich nie wieder!
#2 am 21.06.2016 von Gast
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Gast
Na klar. Jetzt lege ich mir in der Freizeit auch noch Meilensteine fest. Ohne mich!
#1 am 21.06.2016 von Gast
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