Krankheitsspezifische Ängste bei COPD im Fokus der Psychopneumologie

17.06.2016

Ängste und Depressionen als häufige Komorbiditäten bei COPD lassen sich gezielter behandeln, wenn die Interventionen auf krankheitsspezifische Ängste zugeschnitten sind. Das Konzept der krankheitsspezifischen Ängste liefert Ansatzpunkte für ein vertieftes Verständnis und eine personalisierte psychopneumologische Therapie.

 

Im Editorial der aktuellen Ausgabe von Expert Review of Respiratory Medicine stellen von Leupoldt A und Janssens T das Konzept der krankheitsspezifischen Ängste bei COPD vor.

 

Grundlagen

Bisher fanden in Studien zur COPD eher allgemeine Formen der Angst Berücksichtigung. Herbei war eine Überlappung der erfassten somatischen Symptome der Angst (Unruhe, Palpitationen, Dyspnoe) mit körperlichen Symptomen der COPD nicht auszuschließen.

Die Fokussierung auf krankheitsspezifische Formen der Angst bei COPD (in Anlehnung an Erkenntnisse der Schmerzforschung) bestätigt einen "Teufelskreis" zwischen

 

Messverfahren für krankheitsspezifische Ängste und ihre klinische Relevanz

Drei gebräuchliche Messverfahren konzentrieren sich auf Ängste bei Atemnot:

 

Der COPD-Angst-Fragebogen (CAF) erfasst in seiner revidierten Fassung (CAF-R) neben der Angst vor Atemnot eine ganze Palette von krankheitsspezifischen Ängsten:

 

Sowohl mit BBQ wie auch mit CAF können signifikante Korrelationen zwischen krankheitsbezogenen Ängsten und gesundheitsbezogener Lebensqualität nachgewiesen werden. Mit dem CAF gemessene krankheitsspezifische Ängste (Angst vor Atemnot und vor körperlicher Angst) korrelieren zudem mit strukturellen Veränderungen der Grauen Substanz im Anterioren Gyrus Cinguli (ACC) bei COPD-Patienten. Der ACC ist bei der Verarbeitung von Emotionen und körperlichen Empfindungen (wie bspw. Atemnot) beteiligt.

 

Fazit für die Praxis

Für die gezielte Behandlung krankheitsspezifischer Ängste bieten sich Interventionen aus dem Bereich der Verhaltensmedizin an.

 

Die Titel-Frage, ob krankheitsspezifische Ängste mit Blick auf das Wohl der Patienten in den Fokus der Psychopneumologie rücken sollten, beantworten die Autoren mit einem entschiedenen "Ja".

 

 

 

Bildquelle: Privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.06.2016.

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Gast
Die Ängste werden leider viel zuwenig in der Praxis berücksichtigt.Bin COPD Patient Gold 3.Wichtig für die meisten Ärzte sind nur die Messwerte. Für die seelische Belastung ist in der Praxis keine Zeit und wird auch nicht für ernst genommen. Aus Erfahrung weiß ich aber dass, es mir viel schlechter geht, wenn ich mich aufrege, ärgere oder Angst habe. Dann bleibt mir die Luft weg und ich fühle mich wie ein Karpfen an Land.
#1 am 21.06.2016 von Gast
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