Zahnbehandlung im Ausland - Worauf ist zu achten?

03.06.2016
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Dass Zahnbehandlungen zweimal Schmerzen verursachen können, ist kein Geheimnis. Einmal auf dem Zahnarztstuhl und einmal im Geldbeutel oder auf dem Bankkonto. Die Zeiten, in denen die gesetzlichen Krankenkassen alle zahnärztlichen Behandlungskosten trugen, sind schon lange vorbei.

Größere Behandlungen lassen sehr schnell Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro entstehen, vor allem dann, wenn beispielsweise der Zahnersatz auch den eigenen Ansprüchen genügen soll. Wird über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet, erlaubt diese nur die günstigste Behandlungsform, also etwa eine Brücke statt Implantaten. Teurere Behandlungen muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen.

Es geht aber auch anders, etwa indem aufwendige Behandlungen im EU-Ausland durchgeführt werden. In Ländern wie Polen oder Ungarn sind die Zahnbehandlungskosten oft weit günstiger als in Deutschland. Dabei können zusätzlich die von den ausländischen Zahnärzten erbrachten Leistungen durch die deutschen Krankenkassen erstattet werden. Die Krankenkassen legen hierbei den in Deutschland gültigen Regelsatz zugrunde. Unter Umständen kann dies sogar bedeuten, dass die vollständige Behandlung bezahlt wird und je nach Differenz sogar noch die Kosten für die Reise raus springen.

Wie unterschiedlich sind die Behandlungskosten?

Bei Zahnbehandlungen, vor allem bei sehr aufwendigen Behandlungen, kann keine pauschale Angabe zu den Kosten gemacht werden, da sich der Behandlungsplan nach der individuellen Sachlage richtet. Beispiele können aus diesem Grund nur Richtwerte sein. Eine häufig durchgeführte Zahnbehandlung ist etwa das Zahnimplantat, das sich wiederum in eine ganze Reihe unterschiedlicher Behandlungsformen unterteilt. Dabei sind für die entstehenden Kosten nicht nur der Arbeitsaufwand und das verwendete Material ausschlaggebend, sondern auch die Diagnoseverfahren und der Standort des Zahnarztes. So kann in Deutschland ein Einzelzahnimplantat im Frontbereich zwischen 1.400 und 3.000 Euro kosten. Wohlgemerkt sind dies die Kosten für einen einzelnen Zahn, dessen Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen werden, wenn es günstigere Behandlungsmöglichkeiten gibt, etwa eine Brücke oder eine Krone. Das gleiche Zahnimplantat kostet beispielsweise in EU-Ländern wie Polen oder Ungarn nur rund 500 bis 900 Euro.

Lohnen sich alle größeren Zahnbehandlungen im Ausland?

Nicht unbedingt. Es gibt Behandlungsformen, welche sehr zeitaufwendig sein können, aber notwendig sind. Hier ist das Zahnimplantat ein weiteres Mal ein gutes Beispiel. Wenn etwa vor der eigentlichen Implantation ein Knochenaufbau im Kiefer stattfinden muss und dies mehrere Wochen dauert, dann relativiert sich der günstige Auslandspreis durch die Reisekosten. Kann die Behandlung jedoch in einem Zeitrahmen von etwa 1 bis 2 Wochen abgeschlossen werden, steht dem Zahnbehandlungsurlaub im Grunde nichts im Wege.

Um zu schauen, ob eine Auslandszahnbehandlung sich lohnt, kann man einen von einem deutschen Zahnarzt erstellten Heil- und Kostenplan bei der ausländischen Zahnklinik einreichen und sich einen Kostenvergleich einholen. Übrigens muss die Krankenkasse, wenn eine nachträgliche Abrechnung vorgesehen ist, den Heilbehandlungsplan des ausländischen Zahnarztes genehmigen, bevor es ins Ausland geht. Nur so ist gewährleistet, dass die Krankenkasse den Festkostenzuschuss bezahlt.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Wer sich zur Zahnbehandlung im Ausland entschlossen hat, sollte zuerst bei der eigenen Krankenkasse nachfragen, ob diese im Ausland Zahnärzte als Vertragspartner hat und welche Modalitäten mit diesen bestehen. Das erleichtert im Nachhinein die Abrechnung, denn eine Zahnbehandlung im Ausland muss zuerst einmal vollständig vom Patienten bezahlt werden. Bei der Wahl des Zahnarztes im Ausland sollten so viele Informationen wie möglich eingeholt werden. Sind der Arzt und das Personal deutschsprachig? Wie ist die Praxis ausgestattet? Bestehen zwischen dem Zahnarzt und einem oder mehreren deutschen Zahnärzten Kooperationen, damit Nachbehandlungen in Deutschland durchgeführt werden können? Wird auf die Behandlung eine Garantie gegeben und beinhaltet diese auch die damit verbundenen Reise- und Hotelkosten? Besitzt der ausländische Zahnarzt genügend Erfahrung in der gewünschten Behandlungsform? Wo ist die Praxis im Ausland genau, damit sich die An- und Abreise nicht übermäßig hinzieht?

Welche Risiken bestehen?

Eine Zahnbehandlung ist immer eine sehr individuelle Angelegenheit, in der kein Zahnarzt dieser Welt im Vorhinein die einhundertprozentige Zufriedenheit gewährleisten kann. Darum ist es wichtig, dass eventuelle Nachbehandlungen in Deutschland durchgeführt werden können. Bei einem Rechtsstreit, etwa die Klage auf Schadenersatz, gilt das jeweilige Ausland als Gerichtsstand. Letztlich ist eine Zahnbehandlung Vertrauenssache und eine gewisse Sympathie zwischen Patient und Zahnarzt sind für eine erfolgreiche Behandlung durchaus wichtig.

Weitere Informationen zu einer Zahnbehandlung im Ausland, speziell in Ungarn, finden Sie unter https://kreativdentalclinic.eu/de.

Artikel letztmalig aktualisiert am 15.06.2016.

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