Don't go veggie?

26.05.2016
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Aus der Chemieküche, Teil 2: Ökotest warnt vor vegetarischen Fleischersatzprodukten.

Der Markt mit vegetarischen Fleischersatzprodukten wie Schnitzeln, Wurst, Hack, Steaks oder Bratwürsten aus Tofu, Weizen oder Seitan boomt. Selbst ein renommierter Hersteller von Wurst- und Schinkenprodukten mit Sitz im niedersächsischen Bad Zwischenahn ist inzwischen im großen Stil auf den Veggie-Zug aufgesprungen und bewirbt seine fleischlosen Erzeugnisse in einer groß angelegten Kampagne. Und sowohl optisch als auch geschmacklich sind diese künstlichen Nahrungsmittel aus den Lebensmittellabors kaum noch von dem fleischhaltigen Originalen zu unterscheiden. Sie sind daher in den Augen vieler die ethischere und nicht zuletzt auch gesündere Alternative.


Doch stimmt das mit der Gesundheit wirklich?

In ihrer Ausgabe vom Juni 2016 hat jetzt die Zeitschrift Ökotest 22 vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte analysiert und kommt dabei zu einem unappetitlichen Ergebnis: Nur ein einziges Produkt konnte überzeugen und fast jedes zweite erhielt die Note „mangelhaft“. Neben einer Überwürzung, der Verwendung von Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen kritisierten die Tester auch die teilweise Verwendung von genetisch manipuliertem Soja und eine überraschend hohe Belastung mit Mineralölrückständen, welche wahrscheinlich aus den Verpackungen stammt.

Diese gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffe können sich im Körper anreichern und stehen im Verdacht, Organschäden auszulösen. Die höchsten Werte dieser kritischen Substanz fanden sich unter anderem in den Würstchen der Hersteller Tofutown und Taifun, sodass das Testurteil deshalb sogar „ungenügend“ lautet.

Elf der getesteten Öko-Lebensmittel enthalten den konzentrierten glutamathaltigen Zusatz Hefeextrakt, welcher bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen oder ein Hitzegefühl auslösen kann. Die vegetarischen Fleischimitate enthielten oft auch reichlich Kochasalz und Fett. So fiel fast jedes zweite Produkt im Test mit erhöhten Salzwerten von mehr als zwei Gramm pro 100 Gramm auf.

Alles nachzulesen hier.

Food for thought...
 
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.05.2016.

108 Wertungen (4.82 ø)
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Okay ... Ökotest testet also mal wieder. Und weil es "gute" (oder zumindest "mit guten Absichten produzierte") Lebensmittel geht, bleibt der große mediale Aufschrei (wie nach den Mineralölspuren in Industrieschokolade) aus. War zu erwarten - immerhin (aus meiner Sicht überraschend) berichtet Ökotest über diese Mineralölspuren. Ansonsten: Jede/r, der weißm wie ein Schnitzel entsteht (Zusammenspiel vieler Faktoren, hochkomplexe Wechselwirkungen aus genetischer Information, Ernährung des Tieres ...) kann sich leicht vorstellen, dass ein wenn auch nur halbwegs brauchbarer Nachbau aus Soja auch mit enormen Aufwand verbunden sein muss. Wo ist der Überraschungsfaktor? Wer glaubt, menschliche Ernährung, sei es veggi oder nicht-veggi, sei ohne Lasten für die Natur (deren intergaler bestandteil die menschahiet - was auch gerne verdrängt wird) zu machen, ist ein weltfremder Träumer.
#20 am 09.06.2016 von Dr. Thomas Baierl (Sonstige)
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Gast
Dabei wäre es so einfach....wenn möglich auf Fleisch verzichten.
#19 am 01.06.2016 von Gast
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Gast
was ich bei einigen Beiträgen nicht verstehe, dass man beim Fleisch von "Fressen" redet, ist das nicht unhöflich?
#18 am 31.05.2016 von Gast
  3
Gast
teurer und schlechter
#17 am 31.05.2016 von Gast
  1
Gast
In den Nachkriegsjahren war meine Mutter froh wenn sie die vier aufgesperrten Schnäbel satt bekommen hat. Es gab, wenn überhaupt, Kartoffel in allen möglichen und unmöglichen Variationen. Wenn mein ältester Bruder geb. 1933 Glück hatte ist er mit einem streunenden Hund nach Hause gekommen, da war dann das Essen für einige Tage abwechslungsreicher. Das Fleisch und die Wurst welche ich damals nicht bekommen habe, esse ich heute mit dem größten Appetit. Wer mit Löwenzahn und ähnlichem Grünzeug satt werden möchte – bitte ich habe nichts dagegen.
#16 am 31.05.2016 von Gast
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Urodoc
@13: Natürlich bedeutet vegetarische Ernährung nicht den kompletten Verzicht auf tierische Nahrungsmittel wie auch Eier, Milch und Molkereiprodukte. Deshalb Ovo-Lakto-Vegetarier. Nur Gemüse wäre vegan. @10: Natürlich können solche Mineralrückstände aus der Verpackung auch in Fleisch- und Wurstwaren vorkommen. Die wurden hier aber nicht untersucht. Nichtsdestotrotz stellt es ein Qualitätsmerkmal auch vegetarischer/veganer Nahrungsmittel dar und führen berechtigterweise zu einer Abwertung.
#15 am 31.05.2016 von Urodoc (Gast)
  0
Gast
dieser vegane Industrieschrott hat doch mit einer natürlichen Ernährung auch nichts mehr zu tun u. an den Zähnen pappt es auch fest u. wo bleibt der bissfeste Kauvorgang als Herausforderung an den Knochen ? ;was Anderes ist frisch zubereitetes ..... gottseidank steht in der Bibel, dass der Mensch Fleisch essen darf : jedem Tierchen sein Plaisirchen
#14 am 31.05.2016 von Gast
  4
Ethisch bedingter Vegetarier
Ich bin seit über 25 Jahren Vegetarier (aus ethischen Gründen - habe mir unter großen Mühen den Fleischkonsum "abgewöhnt", bis ich es geschafft habe, dem Tierwohl zuliebe ganz auf das eigentlich sehr gern gegessene Fleisch zu verzichten!) und kenne noch die Zeiten, in denen es als fleischfreie "Alternative" praktisch nichts als ein geschmackloses Stück Tofu gab... - Also ICH bin SEHR froh über die aktuell immer vielfältiger - und immer leckerer! - werdende Palette an Fleisch-Ersatzprodukten, die ihren Namen zunehmend auch wirklich verdienen!!! Natürlich dürfen dort keine Schadstoffe enthalten sein, und z.B. Fleischersatz auf der Basis von Hühner-Eiweiß aus Käfig-Haltung verfehlt m.E. auch jeglichen Sinn; jedoch darf man meiner Meinung nach VEGETARIER nicht immer nur mit GEMÜSE-[FR]ESSER gleichsetzen, sondern sollte auch an diejenigen denken, die eigentlich Fleisch sehr gerne mögen/mochten und allein aufgrund einer bewussten, ethisch motivierten Entscheidung darauf verzichten!
#13 am 30.05.2016 von Ethisch bedingter Vegetarier (Gast)
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Gast
Also ich habe schon einiges an Veggie-Sachen probiert, schon aus Neugier (ich bin kein Vegetarier, ernähre mich aber, wie wahrscheinlich jeder normale Mensch zu ca. 90% pflanzlich). Wenn ich so überlege: ich glaube, ich habe heute noch gar kein Fleisch gegessen... doch auf der Pizza waren Salamischeiben. Das dürfte aber noch unter den geschätzten 10% Fleisch/Tag liegen. Daher könnte ich mich sicher auch vegetarisch ernähren - aber wozu? Schließlich möchte ich ja auch nicht, dass die Kühe, Schweine und Hühner alle aussterben. Denn, wenn wir sie nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion brauchen, haben sie in unserer "Kulturlandschaft" definitiv keinen Platz mehr, nur noch im Zoo. Ehrlich gesagt: ich gehe davon aus dass das aber so kommen wird. Weil wir Fleisch, Milch, Eier in Zukunft gentechnisch herstellen werden und nicht mehr "im Tier". Vielleicht aus gehäckselter Biomasse (Sägespäne etc.). Der ganze unhygienische Bauernhof fällt endlich weg :)
#12 am 30.05.2016 von Gast
  8
Und noch etwas zu den Kommentaren hier : warum begreift eigentlich keiner von den radikalen fleisch(fr)essern hier ( nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen : ich esse auch Fleisch aber sehr ausgewählt und sehr mäßig) , dass es bei vermehrt vegetarischer Ernährung nicht nur um gesund oder nicht gesund geht , sondern um weitaus mehr und entscheidenderes , was unsere Welt ein klein wenig besser machen würde , angefangen von welthunger , über Klimawandel bis Respekt vor unseren Mitgeschöpfen ...
#11 am 30.05.2016 von Dipl.-Biol. Anja Riggers (Ärztin)
  9
Moment .... Die Mineralöl Rückstände sollen aus den Verpackungen kommen , also haben nicht wirklich etwas mit dem Produkt zu tun .... Sie müssten demnach auch bei Fleisch Produkten zu finden sein ! Dieses Fakt in die Wertung von Veggie Produkten aufzunehmen ist wohl mehr als sinnlos !!!
#10 am 30.05.2016 von Dipl.-Biol. Anja Riggers (Ärztin)
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@Biologe: und die die übermässig Fleisch fressen an Arteriosklerose, Gicht und Herzinfarkt darben.
#9 am 30.05.2016 von Oliver Meckes (Medizinfotograf / Designer)
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Ja, ja. Unbedingt Vegetarier sein wollen aber auf die Wurst nicht verzichten können. Eine schräge Welt. Wenn man berücksichtigt, das die Erzeugung solcher Waren aus Soja in der Ökobilanz (Energieaufand, Landschaftsverbrauch, und mehr) fast so schlecht dahsteht wie die Fleischproduktion sollte man das Veggie-Fleisch essen lieber auch aus dem Grund bleiben lassen. Es gibt Eier, Molkereiprodukte und für die die auch das nicht wollen jede Menge Nüsse, Hülsenfrüchte und Gemüse.
#8 am 30.05.2016 von Oliver Meckes (Medizinfotograf / Designer)
  4
Gast
#5: Ja. Ein gutes Steak vom Rind zum Beispiel, ohne jedes weitere Drumherum köstlich!
#7 am 30.05.2016 von Gast
  2
Gast
Jürgen Schwertner Biologe Schaut man in den evolutiven Linien der Hominiden nach, wird jederman feststellen können, dass die bevorzugt von pflanzlicher Ernährung betroffenen Verwandten frühzeitig ausschieden.
#6 am 30.05.2016 von Gast
  5
Gast
zu kommentar #1: schonmal ungewürztes fleisch verzehrt?
#5 am 30.05.2016 von Gast
  8
ich mag dieses enssen, man muss nicht immer so enge sehen alles
#4 am 30.05.2016 von luca eigenmann (Nichtmedizinische Berufe)
  4
Gast
Ich ernähre mich die ganze Woche vegetarisch und am Wochende gibt es Fleisch! Aus dem Grund, weil ich kein Discounter- Fleisch mehr kaufe und lieber mir dann ein gutes und hochwertiges Stück am Wochende gönne. Vegetarische Fertigprodukte sind der Graus! Wer freiwillig so etwas zu sich nimmt, muss entweder die Kunst der Verdrängung beherrschen oder geschmacklos sein! Völlig unnötig, gibt doch für alle Vegetarier und Veganer genug grünes Zeug zu kaufen! :-D #1 Ohne dies nach nichts! Mit den ganzen Aromen & Co völlig daneben! Habe 2x in meinem Leben eine veg. Wurst getestet und für grauselig befunden.
#3 am 27.05.2016 von Gast (Studentin der Pharmazie)
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Veganer
Echte Vegetarier oder Veganer greifen wahrscheinlich weniger auf Fleischersatzprodukte zurück als Flexitarier und Leute, die dem aktuellen Ernährungstrend hinterher hetzen. Für mich ist das Pseudovegetarismus.
#2 am 26.05.2016 von Veganer (Gast)
  3
Gast
Ohne Salz, Aromen und Geschmacksverstärker schmecken diese Nahrungsmittelimitate eben nach nichts.
#1 am 26.05.2016 von Gast
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