Rente mit 70: Arbeiten für ein langes Leben

24.05.2016
Teilen

Eine aktuelle amerikanische Studie bestätigt die Finanzminister dieser Welt und könnte die Lösung für das Problem Altersarmut bringen: Wer länger arbeitet, lebt länger! Die Forscher selbst bewerten ihre Ergebnisse vorsichtig „erst als Spitze des Eisbergs“. Na, da geht doch sicher mehr? Denn mit 88 Jahren ist noch lange nicht Schluss.

Je länger wir arbeiten, desto länger leben wir auch. Das zumindest haben US-Forscher kürzlich herausgefunden. Je später die Studien-Teilnehmer in die Rente gingen, desto älter wurden sie. Dies bestätigt die bisherige Annahme, dass ein aktiver Lebensabend das Lebensalter heraufsetzt. Die Menschen bleiben länger körperlich mobil und geistig fit.

Deutsche Politiker als Visionäre

Dr. Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister und 73 Jahre alt, hat dies natürlich längst verinnerlicht. Von Pensionierung will er noch nichts wissen und forderte unlängst ein „höheres Renteneintrittsalter für alle“. Wie weitsichtig und gut dies für die Bundesbürger ist, ist jetzt sogar wissenschaftlich belegt.

Und was sagt die Forschung dazu?

Für ihre aktuelle Studie untersuchten Chenkai Wu und Kollegen von der Oregon State University rund 3.000 US-Bürger und deren Arbeitssituation sowie Renteneintrittsalter auf die verbleibende Lebenszeit im Ruhestand. Um Fehler bei der Interpretation zu vermeiden, unterteilten die Wissenschaftler die Menschen in solche, die gesundheitsbedingt früher verrentet wurden und solche, die aus anderen Beweggründen einer Pensionierung zustimmten. Lebensweise und Einkommen wurden als Kofaktoren in der Statistik berücksichtigt.

Das Ergebnis war eindeutig und sehr überraschend: Je später gesunde Alte in den Ruhestand gingen, desto länger lebten diese anschließend noch als Rentner. Gesunde Spät-Rentner hatten ein um 11 % geringeres Sterberisiko als Frührentner. Dies galt ebenso für die Gruppe der aus gesundheitlichen Gründen in die Rente gegangenen Probanden.

Länger Arbeiten hält gesund und macht glücklich

Menschen, die bis ins hohe Alter aktiv und engagiert bleiben, können sowohl ihre körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit erhalten. Das längere Arbeiten, so die Forscher aus den USA, bietet zusätzlich soziale und ökonomische Vorteile, die sich ebenso positiv auf die Gesundheit auswirken. Dennoch geben Wu und Kollegen zu bedenken, dass wahrscheinlich nicht jede körperliche Arbeit gut für ein langes Leben ist. „Wir stehen noch am Anfang, diese Zusammenhänge aufzuklären und wirklich zu verstehen“, so Wu abschließend.

Quelle: Journal of Epidemiology & Community Health, 2016; doi: 10.1136/jech-2015-207097

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.05.2016.

42 Wertungen (4.57 ø)
4221 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Wegen Kindermangel und fehlender Rücklagen des Staates muss das Rentenalter demnächst sowieso drastisch erhöht werden, schätze bis 75. Is mir schon klar dass das viele Daumen runter geben wird. Ich selbst hab allerdings 6 Kinder.
#18 am 28.05.2016 von Gast
  2
Gast
Ein Finanzminister wäre ein Katastrophe!! Es gibt nur einen Beruf, der ins Gesundheitsministerium passt, das ist ein Dr.med., Es gibt zwar, wie früher in Deutschland nicht überall Minister für Gesundheit, sondern meistens in Kombination mit Sozialministerium (Blüm), bei uns übrigens mit dem höchsten Einzeletat. Aber auch hier gab es z.B. in Österreich und USA und Skandinavien promovierte Mediziner. Interessanterweise IMMER in Osteuropa, Polen, Russland. Mit besserem oft ganz kostenlosen öffentlichem Gesundheitssystem. Bei all denen ist auch der öffentliche Gesundheitsdienst besser, über die lächerliche Masern-Epidemie in Berlin haben die sich kaputt gelacht. Die Ärzte werden auch weniger angefeindet. Gröhe, der Jurist ist eine Katastrophe, weil er das öffentliche Gesundheitssystem total ignoriert und permanent die nicht staatliche Ärzteschaft mit neuen Regularien überzieht.
#17 am 27.05.2016 von Gast
  2
Besser wären wir mit einem dynamischen, jungen, unverbrauchten, ideenreichen Bundesfinanzminister dran! Dr. jur. Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister und 73 Jahre alt, hatte schon mal bessere Zeiten als Bundesinnenminister gesehen. In dieser Funktion habe ich ihn bei der 51. Jahrestagung der Deutschen Sektion der Internationalen Juristen-Kommission e.V. in Nürnberg 2006 sehr positiv und dynamisch erlebt, obwohl ich politisch mit ihm nicht übereinstimme. Ich begleitete damals meinen erkrankten Vater als einen der letzten Zeitzeugen der Nürnberger-Kriegsverbrecher-Prozesse. Heute ist der Minister nur noch Sachwalter längst vergangener Zeiten und vestaubtem politischen Lagerdenken: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und der Mittelstand, zudem ich mich zähle, wird steuerlich maximal belastet, aufgerieben, verraten und verkauft. Kulturelle Reflexion, Vielfalt der Meinungen und Kulturen, gesellschaftliche Progression??? Fehlanzeige und wegen Progerie geschlossen!
#16 am 26.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  2
Gast
@ Dr. med. Ulrich Boden so einfach ist das auch nicht, auch wenn Sie natürlich recht haben; ein Arzt sollte doch wissen wie wichtig Aktivität ist. Schon zulange schlafen verkürzt die Lebenserwartung.
#15 am 26.05.2016 von Gast
  2
Ich wünschte mir, dass ein versierter Statistiker diese Untersuchung durchleuchtet. Ich selbst würde nämlich eine ganz andere Schlußfolgerung ziehen: W e i l diese Menschen so gesund waren, haben sie länger gearbeitet, nicht anders herum!
#14 am 26.05.2016 von Dr. med. Ulrich Boden (Arzt)
  5
Gast9
in dieser Studie zu pauschalisieren wäre fatal. Es gibt viele, welche gern arbeiten aber auch viele, die den Job nur machen, um eine Quelle für den Lebensunterhalt zu haben. Hier kommen der BurnOut ins Spiel. Es wird immer mehr verlangt und Familie, Freizeit und Privatleben werden hinten angestellt. Das macht unglücklich und krank. Ich würde eine flexiblere Variante begrüßen. Menschen, die noch im "Rentenalter" fit sind und arbeiten möchten, sollten dies tun dürfen und nicht "rausgeschmissen" werden. Menschen, die dies nicht können oder wollen - aus welchen Gründen auch immer - sollte es möglich sein, früher in Rente gehen zu können. Es gibt so unwahrscheinlich viele Menschen, die mit ihrem Job und der Tätigkeit nicht zufrieden sind aber auch nicht die Möglichkeiten haben etwas anderes zu machen. Es ist wie so oft so viel Mehrschichtiger als wir denken!
#13 am 26.05.2016 von Gast9 (Gast)
  2
Gast
das Geheimnis liegt darin, gerne zu arbeiten. Deshalb darf man das nicht generalisieren. Die Mehrheit ist auch noch dagegen, es gibt tatsächlich die Altersdiskriminierung.
#12 am 25.05.2016 von Gast
  0
Gast
Na klar nichts neues, wer rastet der rostet.
#11 am 25.05.2016 von Gast
  1
Gast
Es gibt kein Leben nach dem Tod, aber es gibt ein Leben nach dem Arbeitsleben! Alles eine Frage der Planung.
#10 am 25.05.2016 von Gast
  3
Gast
"Gesunde Spät-Rentner hatten ein um 11 % geringeres Sterberisiko als Frührentner." ... da fehlt ein Bezug (Zeitraum)! Denn es haben ja nicht 11 % der Spätrentner das ewige Leben.
#9 am 25.05.2016 von Gast
  2
Gast
Ich persönlich bin der Meinung, wenn jemand noch möchte und kann, soll er das auch dürfen. Die heute praktizierte Trennung in aktives Arbeitsleben und Ruhestand ist unnatürlich. Abrupt aus dem allgemein hoch angesehenen beruflichen Tun hinausgeworfen... Manch einer tut sich schwer damit; andere erleben dann den so genannten und bekannten "Unruhestand". In einfachen Gesellschaften nehmen sowohl Kinder als auch alte Menschen - im Rahmen ihrer Möglichkeiten! - an der Alltagsarbeit mit teil und fühlen sich mit Recht Teil der Familie und der Gesellschaft. Aber in der hiesigen Berufspraxis sieht es doch so aus, dass man es mit zunehmendem Alter schwieriger auf dem Arbeitsmarkt hat. Sind halt nicht alle alt eingesessene Politiker. Auf der anderen Seite kann ein Handwerker (und auch andere Berufsgruppen) nach 40-45 Jahren Job möglicherweise schlichtweg aus gesundheitlichen Gründen diesen eben nicht mehr ausführen, selbst wenn er das vielleicht gerne täte.
#8 am 25.05.2016 von Gast
  0
Gast
Es gibt Arbeitsbereiche, wo es zutreffen mag, ist aber nicht allgemein übertragbar - Die heutige Arbeitsbelastung ist in den meisten Berufen so hoch, dass selbst 35jährige ein BurnOut erleiden - viele Berufe sind gesundheitsgefährdend - selbst 55jährige werden als zu alt eingestuft und werden aus ihrem Beruf gedrängt - der heutige Arbeitsmarkt verlangt hohe Fexibilität, die häufig Familienfeindlich ist. Es gibt viele Studien, die belegen, wie wichtig die Familie und das soziale Umfeld für die Gesundheit ist. Fazit: die angeführte Studie ist meines Erachtens falsch angelegt oder falsch interpretiert.
#7 am 25.05.2016 von Gast
  1
Wer früher stirbt, ist länger tot! Die Studie "Association of retirement age with mortality: a population-based longitudinal study among older adults in the USA" von C. Wu et al. ist eigentlich retrospektiv im "wait-and-see-what-happens"-Design angelegt. Die Schlussfolgerungen sind im conjunctivus eventualis gehalten: "Conclusions - Early retirement may be a risk factor for mortality and prolonged working life may provide survival benefits among US adults." Frei nach dem Motto: Nichts genaues weiß man nicht! http://m.jech.bmj.com/content/early/2016/03/21/jech-2015-207097 , Wer früher stirbt, ist länger tot, und hat den Renteneintritt gar nicht mehr miterlebt, wurde allerdings nicht berücksichtigt.
#6 am 25.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  2
Gast
Es gehen ja viele schon krank in die (vorzeitige) Rente, die dann möglicherweise auch früher sterben. Gesund zu sein, lange im Beruf arbeiten zu können, das kann man sich nicht immer wirklich aussuchen und ein altersgerechter Arbeitsplatz ist in den meisten Berufen Mangelware (z.B. Krankenschwester, Alternpflege usw.). Schöne Aussage, die jeder anders interpretieren kann.
#5 am 25.05.2016 von Gast
  0
Gast
Vor nicht allzu langer Zeit mußten Kollegen wegen des "Senilitätsparagraphen" ihre Praxistätigkeit mit 67 Lebensjahren beenden. Das galt bemerkenswerterweise nicht für Politiker, die offensichtlich keine so hohe Verantwortung zu haben scheinen. Ansonsten stimme ich mit #2 und #3 überein.
#4 am 25.05.2016 von Gast
  0
Vergleiche der Lebenserwartung bei völlig unterschiedlichen Voraussetzungen in Bezug auf Lebensführung, Gesundheitsvorsorge, Rentensystem, Ehrenamt etc. in den USA und bei uns finde ich unseriös. Ob die Studie nach Berufsgruppen unterschieden hat, erschließt sich mir aus dem Artikel nicht. Auch nicht, wie die Qualität der geleisteten Arbeit sich verändert. Ich möchte aber keinen 73jährigen Zimmermann noch einen Dachstuhl aufrichten lassen (körperliche Überforderung), sowenig wie ich von einem ebenso alten Arzt operiert werden will (Konzentrationsvermögen,Sehkraft...). Wurde untersucht, inwieweit die Unfallgefahr, insbesondere bei Handwerklichen Berufen steigt? Einfach nur im Beruf weiterarbeiten funktioniert also oft nicht, und Regale einräumen ist nun wirklich keine Alternative. Hier sind neue Lösungsansätze gefragt, denn 30 Jahre arbeiten und 30 Jahre Rente beziehen kann auch nicht funktionieren.
#3 am 25.05.2016 von Manuela Stoll (Tierheilpraktikerin)
  2
Gast
"Nur dumme Menschen langweilen sich zu Tode", sagte schon mein Großvater. Wer also mit seiner Frei-(Renten-)Zeit nichts Sinnvolles anzustellen weiß - oder seinen Beruf wirklich als erfüllende Berufung empfindet - sollte lieber bis zum Lebensende arbeiten.
#2 am 25.05.2016 von Gast
  1
Gast
Und was ist mit den Menschen, die mit - sagen wir 40 Jahren - schon aus gesundheitlichen Gründen gar nicht mehr wirklich fähig sind zum Arbeiten? Wie viel sind denn 11% umgerechnet auf die Gesamtrentnerzahl. Wäre doch mal interessant. Wahrscheinlich werden hier Einzelpersonen wieder als hoher Prozentsatz verkauft.
#1 am 25.05.2016 von Gast
  8
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Täglich verlassen Schätzungen zufolge etwa 30.000 Menschen ihre jeweilige Heimat oder werden von dort vertrieben. mehr...
Methadon ist ein seit 80 Jahren bekanntes Schmerzmedikament und wird überwiegend beim Drogenentzug angewendet. mehr...
Diabetes ist längst auf den vorderen Rängen der führenden Zivilisationskrankheiten angekommen. Unerkannt oder nur mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: