‚HEALTH LITERACY‘ – ist das Kunst oder kann das weg?

23.05.2016
Teilen

Nach der Studie 'Health Literacy in Deutschland' der Bielefelder Professorin Doris Schaeffer fällt es mehr als der Hälfte der Deutschen (54,3 Prozent) schwer, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

Bereits die Ergebnisse einer Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen hatten belegt, dass vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, geringem Bildungsgrad und Ältere unterstützt werden müssen.

Sie hätten beispielsweise Schwierigkeiten, Beipackzettel zu verstehen oder Informationen einzuschätzen. 44,5 Prozent der fast 2.000 Befragten äußerten Unsicherheit, die Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen.

Ähnlich sieht es bei der ärztlichen Zweitmeinung aus: 49,3 Prozent der Deutschen empfinden es laut der Studie als „schwierig“, zu beurteilen, wann diese sinnvoll ist. „Ein großer Teil der Bevölkerung kann das Gesundheitssystem nicht effektiv nutzen und sich kompetent darin bewegen“, ist das Fazit von Studienleiterin Professor Doris Schaeffer.

Das moderne „Literacy“

Doch was ist eigentlich „Health Literacy“? Korrekt ins Deutsche übersetzt wäre das eine möglichst umfassende Kunde von Gesundheit. „Literacy“ im engeren Sinne ist die Fähigkeit, mit basalen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen umgehen zu können („Literacy is traditionally understood as the ability to read, write, and use arithmetic“).

Der Begriff „Literacy“ ist durch die moderne Sozialforschung umfassend erweitert und modernisiert worden: „The modern term's meaning has been expanded to include the ability to use language, numbers, images, computers, and other basic means to understand, communicate, gain useful knowledge and use the dominant symbol systems of a culture. The concept of literacy is expanding in OECD countries to include skills to access knowledge through technology and ability to assess complex contexts“, so Wikipedia.

Wissenschaftstheoretischer Wasserkopf

Damit ist die „Gesundheitskunde“ als umfassendes Schul- und lebenslanges Lern-Fach zu Sprach-, Zahlen-, Bilder-, Computer-, Verständnis-, Kommunikations- und Semiotik-Wissenschaften hochstilisiert worden, um technologischen Wissenserwerb und Verständnis komplexer Zusammenhänge zu erreichen.

Mit diesem wissenschaftstheoretisch völlig überladenen „Wasserkopf“ wollen sich Medizin-, Krankheits- und Versorgungs-bildungsferne sozialwissenschaftliche Experten/-innen als Gesundheitsforscher und Gesundheitswissenschaftler profilieren und über ihren neuen Wissenszweig Alleinstellungsmerkmale und weiteres Herrschaftswissen aufbauen. Die niedergelassenen Vertragsärzte, insbesondere die primär bei Krankheits-, Gesundheits- und Präventionsfragen in Anspruch genommenen Familien- und Hausärzte wurden in einer sich permanent verändernden Wissenschafts-Gesellschaft in einem dauerhaften Diskurs über unterschiedliche Bewältigungs-Strategien bei Schwangerschaft, Geburt, Leben, Krankheit, Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Chronizität, Behinderung, Palliation und Sterben gar nicht erst berücksichtigt. 

Humanmedizin falsch eingeschätztz

Was hat das alles mit der medizinischen Profession, mit Ärztinnen und Ärzten oder mit unseren Patienten/-innen in Klinik, Forschung und Praxis zu tun? Unser humanmedizinisches „Kerngeschäft“ mit Krankheiten bzw. Krank-Sein unserer Patienten über Anamnese, Untersuchung, Differenzial-Diagnosen, Beratungen, multidimensionalen Therapien, Palliation, privat- und  vertragsärztlicher Praxis, Krankenhäuser und Universitäten wurde und wird von allen Vertretern der alleinigen Aspekte „Gesundheit“ und „Gesundbeten“ falsch eingeschätzt. 



Das DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) beschreibt einige zehntausend Krankheitsentitäten nach der Internationalen ICD-10-GM-Nomenklatur: Nach ICD-Diagnosen-Thesaurus, Version 4.0, wurden ca. 31.200 beschrieben. Die aktuelle Version der ICD-10 GM 2014 listet in seiner Systematik ca. 13.400 endständige Kodes auf und verfügt in seinem ICD-10 Alphabet über ca. 76.900 Einträge in der EDV-Fassung.

Unsere Kernkompetenz sind die Zehntausenden von Krankheitsentitäten, die ambulanten/stationären Pharmako- und Physiotherapien, Heilbehandlung, Operationen, Injektionen/Infusionen, Kuren, Minimalinterventionen oder Hybrid-OPs: Bei Herz- und Hirn-Infarkten, ACS, Herzfehlern, Aneurysma, Miss- und Fehlbildungen, Lungenembolien, akutem Abdomen, eingeklemmten Hernien, KHK, systolischen/diastolischen/pulmonalen Hypertonien, Hyperlipidämien, PAVK, Mesenterialinfarkten, Tumorkrankheiten, Kachexie und Marasmus, zerebralen Krampfanfällen, Gallenstein- und Nierensteinkoliken, entgleisten Typ-1 und 2-Diabetes Krankheiten und Komplikationen, Addison-Krisen, Thyreotoxikosen, Nierenversagen, dekompensierter Herzinsuffizienz, Infektionen mit Viren/Bakterien/Pilzen/Parasiten/Prionen oder chronischen Schmerzen, um nur Einiges zu nennen.

Medizinische Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im Fluss 

Da hilft auch eine wie auch immer geartete "Health Literacy" unseren Patienten/-innen nicht weiter. Zumal sich medizische Erkenntnisse in Anamnese, Untersuchung, Differenzialdiagnostik, Labor, Apparate-Medizin, Psychosomatik, mehrdimensionaler Therapie, Schmerzlinderung, Palliation und Sterbebegleitung permanent weiterentwickeln, in Frage stellen oder revidieren lassen müssen. Trotzdem wird gegenüber Medien, Politik und Öffentlichkeit insbesondere von Medizinbildungs- und Versorgungsfernen Schichten in Wissenschaft und Praxis immer so getan, als ob Patienten selbst wesentlich klüger und allwissender sein müssten bzw. könnten, als ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Ein einheitlich zuverlässig beurteilbares Laien- und Expertenwissen kann es, wie in allen anderen Wissenschaftsdisziplinen auch, schon gar nicht in der Humanmedizin mit ihrer ständig changierenden "conditio humana" geben.

Bildquelle: christopher_brown, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 08.06.2016.

48 Wertungen (3.77 ø)
3698 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Herr Dr. Schätzler, ich bin froh, dass es Ihre - wenn auch teilweise sehr harten und direkten - Beiträge gibt. Sie machen das, was viel mehr nötig wäre: Einfach Dinge aussprechen, auch wenn es anderen nicht gefallen könnte.
#36 am 01.04.2017 von Gast
  0
Gast
Warum weiß ich meist schon bei der Überschrift, dass sich im Kommentar mal wieder viele mit Beleidigungen austoben werden bzw. mitteilen, dass sie den Artikel nicht richtig gelesen haben?
#35 am 08.06.2016 von Gast
  0
@Gast#33 US-Filmschauspieler Adam Sandler ("Die Wutprobe" 2003, R: Peter Segal - Originaltitel: "Anger Management" mit Jack Nicholson) spielte 1995 mit Bridgette Wilson "Billy Madison" (D: Ein Chaot zum Verlieben) R: Tamra Davis. "Obwohl er einmal die Millionen des Madisons Hotel erben wird, hat sich Billy in letzter Zeit hauptsächlich mit Frauen und Alkohol befasst. Seit er die High School von zehn Jahren verlassen hat, ist für ihn das Leben eine einzige Party, auf der er unentwegt Daiquiris schlürft, sich am Swimming-Pool sonnt, verrückte Streiche spielt und allem hinterher jagt, was einen Rock trägt (oder nicht trägt!). Aber als Brian Madison seinem missratenen Sohn mitteilt, dass er sein Spitzenunternehmen an den Vizepräsidenten und Schnüffler Eric Gordon übertragen will, geht Billy die Wette seines Lebens ein..." aus http://www.moviepilot.de/movies/billy-madison-ein-chaot-zum-verlieben Gast#33 Was wollten Sie mir nochmal mit Ihrem "kollegialen Kommentar" sagen???
#34 am 06.06.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Gast
Lieber Herr Kollege, beim Lesen Ihrer Beiträge kommt mir immer wieder ein Zitat aus Billy Madison in den Sinn. Ersetzen Sie einfach Mr. Madison durch Dr. med. TG Schätzler: "Mr. Madison, what you've just said is one of the most insanely idiotic things I have ever heard. At no point in your rambling, incoherent response were you even close to anything that could be considered a rational thought. Everyone in this room is now dumber for having listened to it. I award you no points, and may God have mercy on your soul." Wenn ich mir Ihre Erwiderungen zu den Kommentaren anschaue, sind das keine wirklichen Argumente, sondern nur neue, willkürlich und ungezielt geworfenen Nebelkerzen in Form von selbst erfundenen Ketten-Wörtern, selbstreferenziellen Ausführungen, die mit dem Gegenstand der Diskussion nichts zu tun haben etc. Wenn ich mir die Kommentare anschaue, scheinen die Meisten es aber zu durchschauen.
#33 am 06.06.2016 von Gast
  6
@ Gast #31 - Weshalb sollte ich meine Meinung in der Ärzte Zeitung nicht auch publizieren? Sie ist jederzeit zur Diskussion und Disposition gestellt: Die wesentlichen und besseren Argumente sollten entscheiden!
#32 am 02.06.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Gast
aus der Ärztezeitung: "Gipfel sind Versuche über "Health Literacy" Deutungshoheit, Alleinvertretungsanspruch, Wissensüberlegenheit über den gesamten Medizinbereich zu reklamieren. Alles, was Ärztinnen und Ärzte tun, lassen oder falsch machen könnten, wird mit einem umfassenden sozialpädagogischen Überprüfungs-, Aufklärungs- und Belehrungsanspruch konfrontiert, welche u. a. einen multimedial idealisierten Gesundheitsansatz verfolgt und Krankheitsentitäten am liebsten verleugnen möchte. Vgl. dazu meine Kontroverse auf DocCheckBlog" Wer fordert denn hier die alleinige Deutungshoheit? Wünschenswert wäre eine konstruktive Zusammenarbeit verschiedener Heilberufler, jeder nach seiner Kompetenz. Um das Ganze jetzt aber zu beenden: habe ich richtig verstanden: Für Krankheit sehen sich Ärzte zuständig - für Gesundheit eher nicht? Dann wären wir ja wieder am Anfang: der Patient sollte selbst Wissen (Health Literacy) haben zu seiner eigenen Gesunderhaltung.
#31 am 30.05.2016 von Gast
  4
UroDoc
@27: Schon für manchen Mediziner ist es in Anbetracht der Fülle der jeden Monat veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel (getreu dem Motto: publish or perish) schwierig, die wirklich relevanten Studien herauszufiltern. Noch schwieriger ist es, zu erkennen, welche Studien wirklich sauber durchgeführt wurden und ob die daraus gezogenen Schlüsse valide sind. Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Für einen medizinischen Laien, der seine Diagnose oder (schlimmer noch) Symptome googelt, ist diese Aufgabe unvergleichlich komplizierter. Nicht nur muss er Relevantes von Irrelevantem unterscheiden, sondern auch noch wissenschaftliche Information von kommerziell beeinflussten Aussagen und Esoterischem/Pseudowissenschaftlichen. Wenn Patienten mit einem Ordner an Ausdrucken aus dem Internet in die Sprechstunde kommen, sind sie meiner Erfahrung nach häufiger verwirrt oder irregeleitet als gut informiert.
#30 am 29.05.2016 von UroDoc (Gast)
  0
Gast
#27 "die Leute sind nicht in der Lage" schert alle über einen Kamm. Es gibt auch "Leute", die tief in Thema drin sind, ohne ein Medizinstudium absolviert zu haben. Sicherlich gibt es Patienten, die Informationen aus ungeklärten Quellen nich einordnen können, und das ist anstrengenden für den Arzt. Aber es gibt mehr und mehr Patienten, die sich umfassend informieren (können und müssen) und diese möchten bitte auch nicht als dumm behandelt werden. Etwas weniger "von oben herab" würde allen gut tun.
#29 am 28.05.2016 von Gast
  4
Gast
Herr Schätzler danke für die Einsicht. Sie wissen ja wo sie die Charité finden. Ich gehe davon aus das sich das CC 01 sehr freut über ihre Anwesenheit im Plenum. Da Sie ja ein Mann von Welt sind bereichern Sie gewiss die Diskussion in der VL zu Health Literacy die übrigens im Bereich Pädagogik und Erwachsenenbildung angesiedelt ist! Also NICHT im Medizinstudium sondern bei den Gesundheitswissenschaften im Sinne der Patientenedukation! P.s.: toller Lebeslauf, nur Leider am Thema vorbei!
#28 am 27.05.2016 von Gast
  2
Gast
Ja und genau das ist doch das Problem: das die Leute nicht in der Lage sind die Informationen aus Internet und Co. richtig zu bewerten und daraus die richtigen Rückschlüsse zu ziehen! Das ist der Inbegriff von Health Literacy! Hat hier irgendeiner sich damit auseinander gesetzt bevor er hier kommentiert oder einen Blog schreibt außer Ich? Also wirklich... Aber so ist das mit dem Internet, nicht wahr? Und anscheinend verleitet es nicht nur bei medizinischen Fragen einfach mal zu kommentieren oder zu handeln auch wenn man keine Ahnung hat! Lächerlich!
#27 am 27.05.2016 von Gast
  1
Gast
Nichtsdestotrotz holen sich viele medizinische Informationen aus dem Internet, die sie weder bezüglich ihres Wahrheitsgehalts, Wertigkeit oder Wichtung beurteilen können, und ziehen daraus Diagnosen und Therapiewünsche. Unsere Patienten 2.0
#26 am 26.05.2016 von Gast
  1
@ Gast #24 Das tue ich als in Berlin-Tempelhof Geborener gerne. In meinem klinischen Studium an der FU-Berlin ging es um Krankheits-, nicht um Gesundheitswissenschaften. Ebenso in meiner langen klinischen/ambulanten Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. In 10-jähriger interdisziplinärer Arbeit am Essener AWO-BERATUNGSZENTRUM für Familienplanung, Schwangerschaftkonflikte und Fragen der Sexualität waren Prävention, Information, Aufklärung, Gesundheitspolitik, -Forschung, Gesundheitspädagogik, Gruppen- und Rollenspielarbeit bzw. Psychotherapie Schwerpunkte. Meine seit 1992 bestehende Hausarztpraxis hat mich durch viele Charité-Fortbildungen und Dank meiner Patienten/-innen zum Anamnese-Untersuchung-Diagnose-Therapie-Schmerz-Palliation-Experten gemacht. Ich wäre froh, wenn meine Kollegen/innen dem folgen würden. Für "Gesundheitswissenschaften" statt erweiterter Nosologie müssen andere Professionen einstehen. Das schaffen wir Mediziner nicht auch noch!
#25 am 26.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  1
Gast
Besuchen Sie uns doch mal in der Charité im Studiengang Gesundheitswissenschaften bei einer Vorlesung über Health Literacy und schreiben danach einen Artikel. Einen unmissverständlichen!
#24 am 26.05.2016 von Gast
  2
Mein Blog-Beitrag ‚HEALTH LITERACY‘ – ist das Kunst oder kann das weg? war wohl ein Stich ins Wespennest! Hintergrund ein doppeltes Missverständnis: Einerseits nicht-medizinische 'Health'-, Gesundheits- und Sozialforscher, die auf Prävention, Gesundheitsförderung und -kompetenz im bio-psycho-sozial-ökonomisch-ökologischen Kontext abheben, um die WHO- Gesundheitsdefinition bzw. die Abwesenheit von Krankheit(-Folgen) anzustreben. Andererseits Mediziner/-innen, die durch ausschließliche Sozialisation an erkrankten Patienten/-innen auf bio-psycho-sozial-umweltbedingte Pathologien, Abweichungen, Nosologien von Krankheiten und ihre hereditären, epigenetischen, idiopathischen, endogenen, exogenen und sozialen Ursachen ausgerichtet sind. In Klinik, Praxis, Forschung verfügen wir auch nicht über genug 'Health Literacy". Sonst würden wir mit bestem 'Gesundheits-Wissen' allesamt achtsamer, respektvoller mit uns selbst und mit anderen umgehen bzw. alle steinalt werden. Dem ist nicht so!
#23 am 25.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Gast
@8: Sie verwechseln es vermutlich mit Trulicty!?
#22 am 25.05.2016 von Gast
  0
Gast
@#15 Ja, er muss ein höchst intensives Studium hinter sich bringen wofür ich großen Respekt habe. Und ja, ich gehe auch nur zum Arzt, wenn ich krank bin bzw. Krankheit kommen sehe. Dann bekomme ich bei Insulinresistenz und erhöhten Nüchternblutzuckerwerten lapidare Hinweise eine Ernährungsberatung zu besuchen (!) und wenn ich ohne Medikamente der Insulinresistenz entgegenwirken will und hier Beratung brauche, kommt? Nichts. Da wird gewartet, bis ich ein echter DM2 bin. Dann bin ich wieder interessant.
#21 am 25.05.2016 von Gast
  0
Gast
@15: Erfolgreich ist ein enorm dehnbarer Begriff. Eine Approbation alleine macht leider noch keinen Arzt.
#20 am 25.05.2016 von Gast
  1
Gast
Liebe Frau Elvira M. wenn Sie das Wort Klugscheisser als Beleidigung ansehen so interessiere ich mich für eine geeignete Metapher ihrerseits. Davon abgesehen erntet jeder was er sät. Herr Schätzler hat sich nicht grad mit Ruhm bekleckert als er Gesundheitswissenschaftler und andere Gesundheitsforscher als Medizin-, Krankheits- und Versorgungs-bildungsferne sozialwissenschaftliche Experten/-innen bezeichnet hat. Offensichtlich hat er keine Ahnung über diese Professionen und interessiert sich auch eigentlich gar nicht dafür da er als Arzt der Gipfel der Weisheit zu sein scheint. So denkt er. Das ist sehr schade und genau das führt dazu das es Patienten gibt die "an Wunden rumpopeln" und nicht compliant sind, da sie sich nicht ernstgenommen fühlen und als dumm und unwissend von ihrem Arzt abgetan werden anstatt aufgeklärt und mit einbezogen zu werden. Genau darum geht es und noch mehr. aber auch das scheint bei Ihnen nicht angekommen zu sein. Einfach mal Fr. Schaeffers Text lesen!!!!!
#19 am 25.05.2016 von Gast
  5
Gast
Ich muss ehrlich sagen, dass ich gehofft hatte das dieses Portal kein schnödes Meinungsverbreitungsmedium ist sonder die Beiträge fundiert und recherchiert geschrieben werden. Leider hat mich dieser Artikel eines besseren belehrt. Aber wenn es für mehr nicht reicht kann man sich ja freuen überhaupt etwas veröffentlicht zu haben. Herzlichen Glückwunsch. P.S.: kann man aber auch einfach bei Facebook & co. machen!
#18 am 25.05.2016 von Gast
  2
dankbarer Patient
Hallo Frau Elvira M., für den Doctors Day sehe ich in Deutschland bei der links-grünen Diktatur nicht den Hauch einer Chance, mann hört ja, die wollen auch noch den Muttertag abschaffen. Den "Vatertag gibt es sowieso nur auf dem Papier.
#17 am 25.05.2016 von dankbarer Patient (Gast)
  3
Gast
Gast #5 das mit dem "Übergewicht" im Alter müssen Sie auch nicht verstehen, Sie sind ja auch kein Arzt. Die meisten Menschen gehen nur zum Arzt wenn Sie krank sind. Vorsorge etc. wird ja nur sehr eingeschränkt von der Kasse bezahlt.
#16 am 25.05.2016 von Gast
  2
Gast
Gast#13 wozu brauchen Sie denn bitte einen Arzt? Oder meinen Sie, der kommt ungefragt zu Ihnen nach hause? Im Übrigen haben Sie merkwürdige Vorstellung von dem "Horizont". Sie vergessen offensichtlich dass ein Arzt erfolgreich Medizin studieren muss.
#15 am 25.05.2016 von Gast
  4
Gast #5
und noch ein Kommentar: wäre es nicht sinnvoller, wenn Ärzte sich wirklich darauf konzentrieren könnten, wo sie ihre Kernkompetenzen haben und sich um Patienten mit Akuten Erkrankungen intensiv kümmern. Vieles andere könnten auch andere Berufsgruppen übernehmen, so dass ein Arzt seine Stärken wirklich richtig einsetzen könnte. Ist unser Gesundheitssystem leider nicht drauf ausgerichtet und Menge ist notwendig wegen der Bezahlung. Warum lässt sich die Ärzteschaft das eigentlich gefallen und kämpft nicht für ein besseres System?
#14 am 25.05.2016 von Gast #5 (Gast)
  3
Gast #5
Zum Thema Ernährung erwarte ich schon, dass ein Arzt, wenn er meint, mich beraten zu können, sich auch nicht auf das beruft, was er irgendwann einmal in einem Kurs DGE konform gelernt hat, sondern seinen Horizont selbständig erweitert. Das ist viel erwartet, aber wenn er das nicht kann, muss er mir einen Ansprechpartner nennen können. Natürlich sind die Erkenntnisse nicht "neu" - aber recht neu, nach Jahrzehnten der Fettphobie und des Kh-Hypes. Studien, die Übergewicht als im Alter förderlich ausweisen, weisen gerne handwerkliche Fehler auf - ich würde mich nicht drauf berufen.
#13 am 25.05.2016 von Gast #5 (Gast)
  2
Elvira M.
Auch die extreme Stänkerei auf den Arzt wie z.B. hier im forum ist in USA eigentlich undenkbar, ich dachte das wäre doch unser großes Vorbild???? Da gibt es doch den National Doctors Day, sollte man hier auch endlich einführen.
#12 am 24.05.2016 von Elvira M. (Gast)
  3
Gast
#1 und andere es geht wirklich nicht um Ärzte sondern um den Patient, aber nicht darum, dass der Patient den Arzt versteht sondern sich selbst und sich entsprechend vernünftiger verhält, dann versteht er automatisch auch den Arzt besser. Ich war rel. oft und länger in USA, o.k. da ist der Doc auch viel teurer, nicht ganz unwichtig! aber da ist wirklich eine Mehrheit wesentlich besser "medizinisch" informiert und gebildet. Die Einstellung, das ist Dr.-Sache und geht mich nichts an, findet man eigentlich so extrem nur in Deutschland.
#11 am 24.05.2016 von Gast
  0
Arzt
Bravo Gast #5 Ohne Eigenbeteiligung geht es bei "life stile" und Ernährung wirklich nicht. Die kritische Bemerkung bei Ernährung DGE ist völlig berechtigt, kann man allerdings auch nicht von jedem Dr. verlangen, der teilweise auch (sekundär) DGE-geschult werden. Hier darf ich Ihnen das Geheimnis verraten, dass die wirklich naturwissenschaftliche Basis eher uralt ist ("Biochemie der Ernährung") und mit dem "aktuellen" Stand recht wenig zutun hat. Rel. neu, aber stoffwechselmäßig gut verständlich ist nur die "Statistik" das ein Übergewicht nach BMI-Chema im höheren Alter eindeutig ein Vorteil ist. Kurzes Stichwort dazu: es kommt aufs Eiweiß an, nichts neues, aber von der oberflächlichen DGE oder DACH sowas wie tabu, leider, ebenso wie bestimmte "Mikronährstoffe" gegen die sie offenbar einen Krieg führen
#10 am 24.05.2016 von Arzt (Gast)
  1
Elvira M.
#6 und #7 Wie kann man nur so unhöflich werden? Man muss ja nicht jederman mögen, aber unbekannt beschimpfen geht zu weit. Gott sei Dank ist der Arzt nicht verpflichtet jeden Klugscheißer auch zu behandeln. Das fängt schon mit der banalen Wundversorgung an, wenn der Patient sich nicht an die Anweisungen hält und selbst herum experimentiert. Das erkennt der erfahrene Doktor sehr schnell. Dann bleibt es auch kein Geheimnis, dass besonders "skeptische" Patienten geringere Heilungschancen haben. (statistisch einwandfrei belegt) mfG
#9 am 24.05.2016 von Elvira M. (Gast)
  1
Gast
Ich dachte anfangs „Literacy“ ist wieder ein neues Medikament
#8 am 24.05.2016 von Gast
  1
Gast
Ach und dann frage ich mich wie gut ihre Praxis ausgestattet ist bzw. wie schnell überweisen Sie denn ihre Patienten wenn jemand mit Kopfschmerzen kommt. Ausgehend von ihrer Klugscheisserei welche simplen Symptome Anzeichen für schwerwiegende Erkrankungen sein können machen Sie den Anschein dass sie ihre Patienten doch sehr ernst nehmen. Jedoch sprechen Sie ihnen eine eigene Meinung ab. Ich reiß mich jetzt zusammen und verbleibe mit dem Wunsch das die Health Literacy sowie die Healthy Choice weiter gefördert und gepflegt werden damit kein Mensch von solch machtbesessenen hochmütigen Blendern abhängig ist wie sie einer zu sein scheinen. Zum Glück schreitet die Evolution fort.
#7 am 24.05.2016 von Gast
  14
Gast
Die bedingungslose Hingabe in die Hände der Ärzte ist nicht mehr zeitgemäß. Daran müssen Sie sich wohl gewöhnen Herr Schätzler. Sie wollen also das Menschen anstatt selber über ihre Gesundheit und Körper nach zu denken halt alles den Doktor machen lassen weil der es besser weiß?! Allein schon die Manigfaktigkeit an Fachrichtungen beweist das der eine Arzt nicht alles bedienen kann. Und selbst unter den Kollegen vom Fach gibt es große Qualitätsznterschiede. Ist es dann Glück auf den Richtigen zu treffen? Ihr Anspruch auf das Monopol an Wissen nur weil sie mit den ICD arbeiten und es kennen müssen ist verloren gegangen. Und einen Patient zu degradieren und unmündig zu machen sollte ihrem Ethos wiedersprechen wenn Sie den denn noch haben. Ich hoffe sehr das sie praktisch besser arbeiten als sie hier ihre doch sehr subjektive und altmodische Recherche präsentieren.
#6 am 24.05.2016 von Gast
  11
Gast
Hm - könnte es nicht erstrebenswert sein, dass jeder für sich wieder lernt, was für seine Gesundheit förderlich ist und was nicht? Neumodisch Lifestyle genannt? Früher wurde solches Wissen innerhalb der Familie weitergegeben - heute transferieren Viele die Verantwortung für ihre Gesundheit an den Arzt. Der hat zu reparieren. Dass eine andere Lebensweise Probleme möglicherweise gar nicht erst aufkommen lässt, dringt nicht so wirklich durch. So vieles ist nicht schicksalhaft sondern schlicht selbstgemacht. Ich kann mir sehr schwer vorstellen, wie ein Arzt die Zeit aufbringen können soll, hier wirklich die angemessene Aufklärung und Erklärung mitzugeben. Einmal 10 Minuten Erläuterung reicht nicht, aber darüberhinaus begeht er ökonomisches Harakiri. Persönlich würde ich einem Arzt, der fundiert berät, auch gerne ein privates Honorar dafür bezahlen - erwarte dann aber auch z.B. eine auf neuesten Erkenntnissen basierende Ernährungsberatung, und nicht DGE Empfehlungen. Nichts für ungut :-)
#5 am 24.05.2016 von Gast
  0
@ Gast #1 - Wenn krankheitsverleugnende "Health Literacy" sich zutreffender als "Krankheits- u n d Gesundheits-Kunde" bezeichnen würde bzw. Schulfach wäre, wäre schon viel gewonnen! Besser erstmal hinter Anglizismen verstecken??? Ich bin in meiner Professionalität völlig angstfrei, fühle mich von nichts und niemand "bedroht und in Frage gestellt als Mediziner". Hinter "simplen Kopfschmerzen" könnten Meningitis, Subarachnoidal- (SAB) oder Aneurysma-Blutungen, atypische Migräne, Meningeome stecken? "Zwei Tage ohne Stuhlgang" sind evtl. symptomatischer Ileus bei intraabdomineller Raumforderung? Und ganz im Vertrauen, in komplizierten Zivil- oder Strafprozessen würden Sie sich doch auch durch einen kompetenten Rechtsanwalt/-Anwältin vertreten und sich nicht selbst verteidigen wollen? Oder ein Haus eigenhändig ohne Architekten, Statiker oder Handwerker selber bauen? Geschweige denn ihren PC/Laptop auseinandernehmen, ein "Fenster" installieren bzw. Abgas-Software in Ihrem PKW manipulieren?
#4 am 24.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  3
Patient
Teil2 Ich frage jetzt mal bewusst provozierend: Wissen Sie eigentlich überhaupt , dass und wo es verlässliche Gesundheitsinformationen gibt? Sind Sie nicht vielleicht einfach zu faul, sich damit auseinanderzusetzen, zum Wohle Ihrer Patienten? Ich erlebe fast täglich, wie Betroffene völlig ungenügend aufgeklärt werden, wie evidenzbasierte Alternativen, die in Leitlinien aufgenommen sind, nicht erläutert werden bw. nicht angeboten werden, wie Betroffene abgebügelt werden und hinterher außerordentlich verunsichert sind und entsprechend noncompliant reagieren. Ich erlebe fast täglich, wie Betroffene völlig ungenügend aufgeklärt werden, wie Alternativen, evidenzbasierte Alternativen, die in Leitlinien aufgenommen sind, nicht erläutert werden bw. nicht angeboten werden, wie Betroffene mit Fragen abgebügelt werden und hinterher außerordentlich verunsichert sind und entsprechend noncompliant reagieren.
#3 am 24.05.2016 von Patient (Gast)
  7
Patient
Teil 1 Das ist ein ziemlich paternalistischer, völlig überkommener Ansatz, der an manchen Stellen reichlich arrogant wirkt. Einer von vielen Ärzten, die sich in ihrer Kompetenz durch informierte Patienten infrage gestellt sehen. Gottlob gibt es zunehmend sehr viele andere, die begriffen haben, dass auch sie von Patienten profitieren, die ihre Krankheit begreifen, die deshalb Therapientscheidungen aktiv mittragen können und wollen. Die Entscheidungen gemeinsam und dafür umso konsequenter treffen wollen, die hinter dem stehen, was sie tun bzw. vielmehr hinter dem, was mit ihnen geschieht. Ich kann den Spruch "WIR machen jetzt mal ..." nicht mehr hören. Hier MACHT der Arzt und die anderen Behandler. Mit dem Patienten WIRD etwas gemacht, er hat das über sich ergehen zu lassen, und das fällt ihm verdammt nochmal leichter, wenn er an der Entscheidung dazu beteiligt war, und zwar auch,weil er selbst zu seiner literacy beitragen konnte.
#2 am 24.05.2016 von Patient (Gast)
  5
Gast
Herr Schätzler, anscheinend haben Sie nicht verstanden worum es bei Health Literacy geht. Sie fühlen sich anscheinend bedroht und in Frage gestellt als Mediziner. Doch darum geht es nicht. Es geht nicht um den Arzt oder die Pflegekraft oder einer sonstigen medizinischen Profession. Es geht um den Patienten. Darum ob er versteht was sie ihm verordnen, darum das er weiß sich bei simplen Kopfschmerzen selbst eine Asperin zu kaufen. Es geht darum ob Menschen in der Lage sind Ihre Gesundheit einzuschätzen und im Bedarfsfall die richtige Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und nicht wegen zwei Tage ohne Stuhlgang die Rettungsstelle auf zu suchen. Es geht darum auch ihren Job angenehmer und befriedigender zu gestallten. Es sei denn sie stehen auf Patienten ohne jegliche Compliance auf Grund von fehlender Literacy. Wenn dem so ist, frag ich mich warum. Da es sich um eine Blog handelt ist wohl Professionalität hier nicht zu erwarten. Schade!
#1 am 24.05.2016 von Gast
  6
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde dazu die gesamte erwachsene Bevölkerung des Landkreises Trøndelag mehr...
Es reiche als positive bio-psycho-sexuelle Identitätsbildung also nicht hin, lediglich die Kategorien mehr...
Ist diese Studie nicht sowieso zu dilettantisch und mit unzureichendem Datenmaterial angelegt worden? Martin Fieder mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: