Deutsche Forschung: Cannabis tötet Krebszellen ohne gesunde Zellen zu schädigen

19.05.2016
Teilen

Alle bekannten Chemotherapeutika schädigen schnell wachsende Gewebe, sodass es zu den bekannten Nebenwirkungen wie beispielsweise Haarausfall, Übelkeit, Schädigungen der Blutbildung etc. kommt. Die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die wichtigsten Inhaltsstoffe der Cannabispflanze, verschonen dagegen gesunde Zellen und wirken spezifisch gegen Krebszellen.

Obwohl es schon seit den 90er Jahren Hinweise auf eine Krebshemmung durch Cannabis gab – Cannabisraucher hatten signifikant weniger Lungenkrebs, als von den Schadstoffen im Rauch zu erwarten gewesen wäre – wurde das Potenzial zur Krebsbekämpfung erst in den letzten Jahren entdeckt. Nun wird es weltweit intensiv erforscht.

 

Jüngste Studien sehen großes Potenzial von Cannabis in der Krebstherapie

„Das Besondere an Cannabinoiden bei der Bekämpfung von Krebszellen ist ihre Eigenschaft, nur bei Krebszellen und nicht bei gesunden Zellen einen programmierten Zelltod, sogenannte Apoptosen, auszulösen“, erklärt Dr. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der „Medical Cannabis Declaration“. „Das unterscheidet Cannabinoide grundsätzlich von Standard-Chemotherapeutika, die starke Nebenwirkungen verursachen können, weil auch gesunde Zellen geschädigt werden.“

 

Vor wenigen Wochen publizierte die Fachzeitschrift „Current Oncology“ eine Sonderausgabe zu Cannabis in der Krebstherapie mit dem Titel: „Use of Cannabinoids in Cancer Care“. Dieses bislang umfassendste Dokument zeigt die vielen Facetten von THC und CBD bei der Krebsbehandlung.

 

Die Arbeitsgruppe von Burkhard Hinz an der Universität Rostock hat im April 2016 in einer Übersichtsstudie dargestellt, wie Cannabinoide Krebszellen angreifen (Originaltitel „Antitumorigenic targets of cannabinoids – current status and implications“). Im Ausblick schreiben die Autoren: „Betrachtet man das positive Risiko-Profil von Cannabinoiden, insbesondere das von CBD, könnte der Einsatz von Cannabinoiden ein wichtiges Behandlungsinstrument werden, von dem Krebspatienten stark profitieren“.

Ein weiterer Fachartikel, ebenfalls aus diesem Jahr, soll zeigen, wie intensiv aktuell das Thema Cannabinoide und Krebs untersucht wird. Unter dem Titel „Anticancer mechanisms of cannabinoids“ schreiben Guillermo Velasco und Kollegen von der Universität Madrid zusammenfassend: „Insgesamt lässt sich sagen, dass Cannabinoide das Absterben von Tumorzellen einleiten, die Blutgefäßneubildung (Angiogenese) hemmen und im Tiermodell Krebserkrankungen verhindern. Es gibt Anzeichen dafür, dass sie ähnliche Wirkung bei Patienten mit Hirntumoren (Glioblastom) aufweisen. Da Cannabinoide ein akzeptables Risiko-Profil haben, sind klinische Studien für Cannabinoide als einzelnes Medikament oder, idealerweise, in Kombinationstherapien für Glioblastom und andere Krebsarten nicht nur berechtigt, sondern auch dringend notwendig.“

 

Zwei verschiedene Mechanismen scheinen bei der Hemmung des Tumorwachstums durch Cannabinoide eine besondere Rolle zu spielen, der programmierte Zelltod (Apoptose) und die Hemmung der Blutgefäßneubildung (Angiogenese). Beide Wirkungen werden vermutlich durch das Andocken von Cannabinoiden an Cannabinoid-Rezeptoren ausgelöst. Weitere Effekte, die Wissenschaftler diskutieren, sind eine Hemmung der Zellteilung, eine reduzierte Metastasenbildung und geringere Ausbreitung in Nachbargewebe sowie Störungen der Abfallbewältigung von Krebszellen, die zu deren Zelltod führen können.

 

Eine Literaturliste zu den neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Cannabis & Krebs findet sich bei der IACM (www.cannabis-med.org)

 

Dieser  Artikel ist Bestandteil der weltweiten Informationskampagne Say Yes to Cannabis as Medicinedes gemeinnützigen Vereins „Medical Cannabis Declaration“ (MCD). Das Hanfblättchen ist deutscher Medienpartner der MCD und veröffentlicht die Informationen der "Say Yes to Cannabis as Medicine" Kampange in deutscher Sprache.

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.05.2016.

39 Wertungen (4.85 ø)
5110 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Ich bin Sabrina, Cannabisöl ist wirklich wundervoll und wirkungsvoll, weil ich es auf meinem Sohn verwendete, der unter Krebs des Gehirns für fast fünf Jahre gelebt hatte. Ich habe nie wirklich an es geglaubt, bis ich einen Dokumentarfilm beobachtete und lesen einige Zeugnisse von Patienten, die Gutschrift auf das Öl nach der Verwendung und vor allem Rick Simpson, die ihnen das Öl geliefert. Ich bin ein lebendes Zeugnis für Cannabisöl aus einer echten Quelle. [Kommentar wurde aufgrund von werblichem Inhalt gekürzt.] Grüße, Sabrina Fredrick
#5 vor 39 Tagen (editiert) von Gast
  0
Gast
hab das muss ich zugeben auch nicht geglaubt .bis ich selber betroffen war .hatte darmkrebs und spaeter lungenmetastasen inoperabel.weil zu viele .hab begonnen cannabisöl zu konsumieren .ein tropfen jeden abend mit einem zahnstocher .seit 14 monaten mittlerweile keine metastase mehr sichtbar. Leute lest darüber es kann wirklich leben retten .jedem betroffenen alles alles gute
#4 am 20.09.2016 von Gast
  0
Gast
sehr interressanter Artikel. Leider hat die Pharma-Lobby kein Interesse an der Verbreitung. Die verdienen an unseren Leiden!!!
#3 am 09.08.2016 von Gast
  0
Gast
Dass an Krebs erkrankte Menschen nicht legal nach diesem Strohhalm greifen dürfen ist menschenverachtend. WIe kann ein Versuch, sein Leben retten zu wollen illegal sein? Wie kann es sein, dass in Deutschland geforscht wird und dass deutsche Forscher zu dem Schluss kommen, dass Cannabinoide das Absterben von Tumorzellen einleiten und die Patienten dürfen diesen Therapieansatz nicht mal ausprobieren. Ich verstehe das nicht. Ich finde das Ganze grenzt an unterlassener Hilfeleistung.....Als Angehörige raubt mir dieses WIssen den Schlaf....muss zusehen, wie ein mir wichtiger Mensch immer schwächer wird und darf nicht helfen....Patienten wehr euch!!!! Es geht um euer Leben!!!!!
#2 am 26.05.2016 von Gast
  0
Gast
Dass erwachsene, eigenverantwortliche Cannabiskonsumenten in Deutschland strafrechtlich verfolgt und durch einen präventiven Führerscheinentzug (es könnte ja sein, dass sie Konsum und Fahren irgendwann mal nicht ausreichend trennen) existenziell bedroht werden, ist rational nicht nachvollziehbar. Ein Ende der Cannabisprohibition zu Gunsten eines staatlich regulierten und überwachten Marktes hätte ausschließlich Vorteile gegenüber der aktuellen, rein ideologisch erklärbaren Situation! Selbstschädigendes Verhalten strafrechtlich zu verfolgen ist Quatsch!
#1 am 22.05.2016 von Gast
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
  Am 19. Januar 2017 soll im Deutschen Bundestag das Gesetz zu Cannabis als Medizin beraten und verabschiedet mehr...
Die Experten, bestehend aus Patientenvertretern, Ärzten, Suchtprävention und Juristen,  begrüßten erst einmal mehr...
  Von Dr. med. Franjo Grotenhermen Neben psychischen Erkrankungen erhöhen auch körperliche Erkrankungen wie mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: