Die Apotheke als unfreiwilliger Dealer-Zulieferer

11.05.2016
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Passend zum Thema gestern. In Deutschland sind sie momentan stark am Diskutieren, wie das mit der Zulassung von Cannabis als Medizinprodukt gehen soll.

Es gibt aber jetzt schon Apotheken, die die Erlaubnis haben auf Rezept und mit Bewilligung Cannabis an einzelne Patienten abzugeben. Die Krankenkassen zahlen das (wie bei uns) bisher im Normalfall nicht, was bei den Preisen zusätzliche Probleme für die Patienten mit sich bringt.

Aktuell liegt mir da ein Bericht vor, wo der Patient das vom Arzt verschrieben bekommen hat, damit er seine Menge Psychopharmaka herunterschrauben kann. 3 Jahre lang mussten der Arzt und er um die Erlaubnis kämpfen, dass er das bekommt. Jetzt darf er es in der Apotheke beziehen, in einer vom Arzt bestimmten Menge.

Der Patient hat kein Geld und bezieht Sozialleistungen. Die ersten Monate hat er immer nur 3-4 Dosen im Monat gekauft und die Apotheke hat den Preis wirklich an der unteren Grenze der Preisgestaltung für ihn gemacht, damit er das überhaupt beziehen konnte.

(Zur Info: sie berechnen ihm 69,99 Euro pro Dose zu 5g – Das ist nicht günstig, aber es handelt sich hier um Medizinalhanf und der dürfte genauso streng reguliert sein, wie bei uns, was auch den hohen Einkaufspreis erklärt).

Jetzt … scheint der liebe Patient einen Weg gefunden zu haben, seine Medikamente zu finanzieren.

Erst Mal hat er beim Arzt eine Erhöhung seiner Bezugsmenge beantragt, dann kauft er plötzlich jeweils seine Höchstmenge ein (was bei 11 Dosen etwa 700 Euro im Monat entspricht) und dann beschwerte er sich, dass angeblich in der Woche zuvor nur 4,8 g in einer Dose gewesen sei. Man hat dann die aktuelle Dose in der Apotheke nachgewogen und es waren 5,2 Gramm drin – Da meinte er dann, dass wohl seine Waage nicht in Ordnung sei …

Der Verdacht ist ziemlich klar: der Patient tritt mit einem Teil seiner Menge als Dealer auf. Also: um seinen Konsum zu finanzieren, scheint er angefangen zu haben, einen anderen Teil zu verkaufen.

Und die Apotheke steht auf einmal mitten drin als …. unfreiwilliger Drogen-Lieferant?

Stellt sich die Frage, inwieweit sich die Apotheke damit strafbar macht – Und die Apothekerin fühlt sich dabei reichlich schlecht – persönlich, weil sie sich ausgenutzt fühlt … auch kaufmännisch, denn sie verdienen an seiner Belieferung keinen Cent extra, weil sie um seine finanzielle Situation wussten.

Das Cannabis scheint zumindest in dem Sinn zu helfen, dass er wirklich weniger Psychopharmaka braucht und stabiler ist, weshalb es ziemlich tragisch wäre, wenn der Patient seine Bewilligungzum Bezug verlieren würde.

Was würdet ihr machen in so einer Situation?

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.05.2016.

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Lieber anonymer Gast. das mag daran liegen, dass dies hier nur der Ableger meines richtigen Blogs ist und ich dort tatsächlich mehr machen kann als hier. Hier hatte ich zum Beispiel bis vor etwa 3 Tagen nicht mal mehr die Möglichkeit zu sehen ob jemand kommentiert hat - wenn ich nicht jeden Beitrag einzeln aufrufe. Aber auf meinem Blog finden auch immer interessante Diskussionen statt (nicht ganz so anonym wie hier allerdings), vielleicht ist das mehr was für sie?
#17 am 18.05.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  9
Gast
Liebe Pharmama. Ich habe den Eindruck, sie scheiben den Blog in erster Linie für sich selbst. Wollen sie überhaupt, dass die Leser mit ihnen diskutieren? Oder soll man den Blog einfach lesen ohne seine Meinung zu sagen. Wenn sie an einem aktiven Austausch interessiert wären, würden sie auf Argumente der Kommentatoren auch eingehen. Aber so muss man meinen, sie wollen einfach nur die Story "an den Mann bringen".
#16 am 18.05.2016 von Gast
  4
Christian Becker
Hier wird niemand verunglimpft. Es wurden keine Namen genannt, nicht mal, in welcher Apotheke das stattgefunden hat. Demnach liegt hier kein Verstoß gegen irgendwas vor. So, wie das hier geschildert wurde, ist die Frage schon berechtigt. Das Argument mit dem Schwarzmarktpreis gilt nur, wenn man den denn kennt. So wie es aussieht hätte man Antworten können: "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Kunde einen Teil verkauft, da er das nicht gewinnbringend tun kann. Also keine Sorgen, das hat alles seine Richtigkeit." Abgesehen davon besteht aber vermutlich ein Unterschied in der Qualität des Stoffes. Als Medizinalhanf muss das Kraut Anforderungen an den Gehalt von Inhaltsstoffen erfüllen, die bei gedealtem Hanf nicht geprüft werden. Wenn man nun ein wenig davon in eher schlechte Ware mischt, kann man sie damit aufwerten. Dass man sich als Apotheker(in) solche Fragen stellt und mit Kollegen diskutiert, sollte schon erlaubt sein.
#15 am 18.05.2016 von Christian Becker (Gast)
  2
Nehmen Sie's als Beispiel oder Denkvorlage - ich habe hier niemanden verunglimpft (sie haben keine Ahnung von wem ich hier rede), das Patientengeheimnis wurde genauso geschützt wie die Würde des Apothekers, der sich tatsächlich mit diesem Problem auseinandersetzen muss. Aber wenn Sie deshalb den Blog nicht weiterlesen wollen ... ok. Kein Problem.
#14 am 17.05.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  3
Cannabis ist auch in Deutschland ausser mit Bewilligung und für den medizinischen Einsatz nicht legal handelbar, also: ja - der Patient macht sich mit dem Weiterverkauf an andere Personen strafbar. Und die Frage war: die Apotheke damit auch?
#13 am 17.05.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  0
Hier wird ja eifrig diskutiert - oder sollte ich schreiben: diskreditiert? Der Bericht stammt nicht aus meiner eigenen Apotheke (in der Schweiz) sondern aus der eines Kollegen in Deutschland. Das ist so passiert, der Apotheker (oder die Apothekerin) hatte diesen Verdacht, dass der Patient einen Teil seines Medizinalcannabis weiterverkauft - wahrscheinlich nicht um sich zu bereichern, sondern damit er den Bezug für sich finanzieren kann, da die Krankenkasse das nicht übernimmt.
#12 am 17.05.2016 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  6
Gast
Hier wird immer noch auf eine Stellungnahme gewartet !
#11 am 17.05.2016 von Gast
  3
Gast
Von Vorurteilen geprägt.....mit sowas sollte man aufpassen...
#10 am 13.05.2016 von Gast (Studentin der Pharmazie)
  2
Täglicher Leser
Ich hoffe dass in Kürze eine Erklärung zu ihren unhaltbaren Vorwürfen kommt. Ansonsten werde ich ihren Blog, den ich bisher regelmäßig verfolgt habe definitiv nicht weiter lesen. Auch könnte ich es in diesem Fall nicht verstehen, wenn DocCheck weiter Beiträge von ihnen veröffentlicht. Im Sinne der Argumente der vorhergehenden Kommentatoren bitte ich sie um eine Stellungnahme.
#9 am 12.05.2016 von Täglicher Leser (Gast)
  1
Gast
Guten Tag. Es ist saublöd und mehr als traurig, wenn Sie als Apothekerin einen solchen Standpunkt vertreten. Ich dachte immer das ein gewisses Niveau eine Grundvoraussetzung ist, um eigenständig eine Apotheke führen zu dürfen. Sie beweisen das Gegenteil. Wirklich unterste Apothekenschublade. .....
#8 am 12.05.2016 von Gast
  1
Gast
Guten Tag, Sollten Sie keine stichhaltigen Beweise für Ihre Aussagen innehaben, möchte ich Ihnen in Ihrem eigenem Interesse empfehlen, umgehend eine Löschung des Beitrags zu tätigen, da Sie mit Ihren Unterstellungen mehere strafrechtliche Straftstbestände erfüllen. Des weiteren : 1. Der Apothekenpreis ist höher als der Schwarzmarktwert 2. Natürlich besitzt man als Genehmigungsinhaber eine Feinwaage, um seine Medizin dosieren zu können, wie sollte das sonst funktionieren? Schämen sollten sie sich auch, aber das stösst vermutlich auf taube Ohren. C.E.
#7 am 12.05.2016 von Gast
  2
Gast
Sie sind Apotheker- daqss ist jawohl ein schlechter Witz. Vielleicht sollten sie sich bei Ihren Zulieferer über übliche Füllmengen erkundigen. Sie sollte nsic hschämen so über ihre Patienten/Kunden zu sprechen. Ich hofffe sie entschuldigen sich für de nQuatsch- oder verteilen prinzipiell keine BTM mehr. unfähig.
#6 am 12.05.2016 von Gast
  2
Alfred E. Neumann
Mit großer Ratlosigkeit habe ich Ihren Blogeintrag gelesen, in dem sie einem Erlaubnisinhaber, der sein Medikament aus eigener Tasche bezahlen muss, der Dealerei bezichtigen. Wie bereits in anderen Kommentaren erwähnt, liegen die Preise für Medizinalcannabis deutlich über den Schwarzmarktpreisen. Wie soll der vermeintliche Dealer den "Stoff" Ihrer Meinung also gewinnbringend verkaufen? Zu Ihrer Frage, ob sich die Apotheke strafbar macht: nein, selbstverständlich nicht, genau so wenig wie bei jedem anderen BTM. Recht seltsam finde ich Ihre These, die Apothekerin fühle sich dabei "reichlich schlecht"; ich glaube nicht, dass ein Unternehmer sich schlecht fühlt, wenn er Gewinn macht - und sei es mit Wasser, das es im Sieb verkauft (was bei so manchen Artikeln aus der Apotheke ein durchaus passendes Bild abgäbe). Was würde ich in so einer Situation machen? Ich würde vor allem tunlichst vermeiden, meine Kunden einer Straftat zu bezichtigen. Das gehört sich nicht, und ist ggf. strafbar!
#5 am 11.05.2016 von Alfred E. Neumann (Gast)
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Ein Patient
Welch eine traurige und Menschen verachtende Propaganda! Daumen runter für Verfasser und Verleger!
#4 am 11.05.2016 von Ein Patient (Gast)
  1
Gast
Haltlose Vorwürfe die Sie hier in den Raum stellen. Mein lieber scholli...!
#3 am 11.05.2016 von Gast
  1
Gast
Völlig haltlose, unreflektierte und polemische Aussagen. Es gibt zB. Patienten, die nach offenen Gesprächen zB. innerhalb von Familie und Freundeskreis finanzielle Hilfe erhalten. Hier wurden und werden zB. Auch grundsätzlich ablehnende Personen überzeugt, eben weil Sie den betroffenen Patienten kennen und die oft sehr positive Wirkung selbst miterleben. Anhand der realen, konkreten Marktsituation ist der Verkauf von Apothekencannabis unsinnig und unrealistisch, die Marktpreise sind deutlich billiger und viele beziehen zB. noch günstiger über Eigenanbau oder Eigenanbau im Freundeskreis. Ihre beschriebene Vermutung trifft jedoch real zu bei vielen auf dem Schwarzmarkt begehrten Medikamenten zB. Opiate, medikinet und vieles mehr.
#2 am 11.05.2016 von Gast
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Gast
Volkommender Schwachsinn dieser Verdacht.... Der Preis auf dem Schwarzmarkt ist um einiges billiger. Er müsste es es dann ja schon für knapp 20 Eur das Gramm abgeben.... Wer würde das abnehmen? Der Schwarzmarktpreis liegt im durchschnitt bei 8 Eur das Gramm..... Und ja es Stimmt die Füllmengen schwanken bei dem medizinischen Cannabis +- ein halbes Gramm... Da Medizinalhanf dann bald in die Anlage I Überführt wird und bereits jetzt als BTM gelistet wird kann man die gleiche Frage für Opiate (vor allem Tillidin wo ein hoher Misbrauch stattfindet) und andere Drogen. Die EK Preise der Apotheke liegen bei ca 53 EUR pro Dose..... Für welche Lobby schreiben sie diesen Schwachsinn?
#1 am 11.05.2016 (editiert) von Gast
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Die Patientin ruft in einer sehr hektischen Zeit an und der Computer neben dem Telefon ist von meiner Kollegin mehr...
Angenommen, Dir oder einem Angehörigen geht es so schlecht, dass er oder sie ins Spital muss. Dort wird man dann mehr...
Will der Kunde, dass wir ihm aus Deutschland etwas bestellen. (Für DocCheck-Leser: "wir" sind eine Schweizer mehr...

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