Bewältigung von Angst, Depression, Trauma bei Angehörigen von invasiv beatmeten Patienten

07.05.2016
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Optimismus, Resilienz und soziale Unterstützung führen bei Angehörigen von invasiv beatmeten Patienten zu niedrigeren psychologischen Streßwerten. Die Autoren einer Multicenter-Querschnittsstudie empfehlen auf der Grundlage eines multidimensionalen Coping-Modells gezielte Kommunikations- und Unterstützungs-Angebote für Angehörige von Beatmungspatienten.

 

Angehörige von beatmeten Intensivpatienten erfahren dauerhaften psychischen Streß durch Angst, Depression oder posttraumatische Belastungen beinahe ebenso häufig wie die Patienten selbst. Diese Konstellation ist im Rahmen des "PICS-Konzeptes" (Needham DM et al., 2012) ein Kernelement des "PICS-family". Überraschenderweise sind die negativen psychischen Auswirkungen auf die Angehörigen sogar unabhängig vom Überleben des Patienten.

 

Rolle des Copings bisher wenig erforscht.

Die Risikofaktoren für das "PICS-family" sind durch Studien gut belegt. Es fehlt jedoch ein Modell für das Zusammenspiel von Risiko- und Bewältigungs-Faktoren und ihren Einfluß auf das psychische Ergehen.

Eine Multicenter-Querschnitt-Beobachtungsstudie interviewte im Hinblick auf ein solches Zusammenspiel 56 Angehörige von beatmeten Patienten zu Zeitpunkt der Verlegung von der Intensivstation auf die Normalstation.

 

Coping als multidimensionales Konstrukt

Es wurde ein multidimensionales Coping-Modell zugrundegelegt. Als Einflußfaktoren postuliert das Modell:

Als mögliche psychische Folgen untersuchte die Studie:

 

Studiendesign

Die Meßinstrumente umfaßten u. a.:

 

Ergebnisse

Die Angehörigen zeigen insgesamt ein mittleres psychologisches Streß-Niveau. Höhere Werte für Hoffnung, Optimismus und Resilienz, sowie eine bessere soziale Unterstützung schützen vor psychischem Streß.

Die untersuchten Elemente der Familien-Behandler-Beziehung haben keinen Einfluß auf den psychischen Streß der Angehörigen.

 

Fazit

 

Bildquelle: Privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 10.05.2016.

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